ECM und PIM miteinander verbunden – Wann braucht es was davon?

Heute hatten wir in Frankfurt unsere Fachtagung zum Thema E-Commerce und PIM. Wir haben das Thema um die zwei für uns wichtigen Bereiche Content Management und Conversion erweitert. Als Referenten haben wir unsere Partner Day und Hybris eingeladen.

Warum beide?
Weil in großen Projekten häufig ECM (Enterprise Content Management) und PIM (Product Information Management) ein Thema ist. Ziel dieser Fachtagung war es zu zeigen, wann welche Systeme benötigt werden und auch wie die Verbindung aussehen kann. Insgesamt hatten wir drei Referate auf der Fachtagung.

CEVA macht den Unterschied!
Referent: Dr. Frank Schmiedle, Day Software AG
Präsentation:

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Zuerst hat Frank Schmiedle das von Gartner geprägte CEVA (Content Enabled Vertical Application) eingeführt. Die fünf Kernanforderungen im Bereich ECM hat uns Frank Schmiedle vorgestellt:

  • Analysieren & Personalisieren
  • Schutz des CI / CD
  • Glokalisierung
  • Business – Agilität
  • Fun – to – Use

Das Wort Glokalisierung hat uns Frank Schmiedle anhand eines Szenarios erklärt: Ein global agierendes Unternehmen besitzt viele gleichartige Auftritte. Ein gewisser Grundsatz wird in allen Auftritten benötigt. Aber bestimmte Facetten werden für jede Seite anderes implementiert. Dies ist in Projekten die zu lösende Herausforderung.

Bei der Architektur von Day gilt: Standards, Standards und Standards. Angefangen vom JCR basierten Repository über OSGi und REST. Um nur die wichtisten technischen Standards zu nennen.
Den Abschluss bildete: CEVA: Mit einem Wisch mehr vom Leben

PIM mit Hybris
Referent: Mirko Weinandy, Hybris Gmbh
Präsentation:

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Einstiegen ist Mirko Weinandy mit dem Hybris Versprechen: „hybris Software versetzt Unternehmen in die Lage, die Komplexität von Kommunikations- und Vertriebsprozessen über alle Kanäle zu beherrschen“

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Anhand von konkreten Kundenaussagen wurde aufgezeigt wo PIM helfen kann.
Beispiele:

  • „Im Katalog ist der Preis aber tiefer!“
  • „Auf der CD ist die Lieferzeit für das Produkt jedoch nur 4 Wochen.“
  • „Im Internet gibt es zum Notebook noch eine Tasche dazu.“
  • „Kann ich den Internet-Gutschein auch an der Kasse einlösen?“

Der Ansatz von PIM ist die Dezentralisierung aufzulösen und die Produkte wirklich nur an einer Stelle zu halten. Denn der Aufwand mit der Mehrfachpflege ist zu hoch.

Woran misst sich das Potential für ein PIM?

Beispiele:

  • je mehr Ein-/Ausgabekanäle ein Unternehmen besitzt umso mehr wird ein PIM die Prozesse optmieren
  • Mehrsprachigkeit
  • Anzahl Artikel

Bei Gartner ist übrigens Hybris auf der Top 10 der PIM Spezialisten weltweit. Zum Abschluss hat uns Mirko Weinandy am Beispiel Douglas gezeigt wie eine realisierte Lösung mit Hybris aussehen kann. Die Zusammenarbeit zwischen Hybris und Namics haben wir in einem Video festgehalten.

Vorstellung Phonak eStore
Referenten: Marcel Albertin und Patrick Frei von Namics
Präsentation:

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Der letzte Vortrag wurde von unseren Kollegen Marcel Albertin und Patrick Frei gehalten. Am Beispiel des Phonak eStore haben uns Marcel und Patrick gezeigt ECM und PIM vereint werden können. Tolles komplexes Projekt. Hier lohnt sich die Präsentation anzusehen.

Sollten Sie Fragen zum Einsatz eines ECM, PIM oder auch die Kombination haben kontaktieren Sie uns. Noch mehr Eindruck von der Fachtagung können Sie im Live-Twitter nachlesen

Mobile – 10 Erfahrungen aus dem Projektalltag

Aus unserer Projekterfahrung im mobilen Internet habe ich versucht Grundsätze für die Projektphasen (Plan, Develop. Launch) abzuleiten.

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Die nachfolgenden Empfehlungen sollen bei der Planung, Konzeption und Durchführung eines „Mobile-Projekts“ stets im Hinterkopf behalten werden:

Plan

  • Context is King
    Im Gegensatz zum stationären Web gelten hier mobile Use Cases.
  • Einschränkung der Endgeräte
    Hier gilt der Grundsatz: Mehr Endgeräte kosten mehr Geld, zumindest wenn man dies für native Applikationen betrachtet. Mobile Webseiten skalieren hier zwar deutlich besser, dennoch steigt mit mehr Endgeräten der Testingaufwand.
  • Mobile ist On- und Offline
    Native Mobile Applikationen sind nicht zwingend auf eine Internetverbindung angewiesen sondern funktionieren auch offline.
  • Mobile Services sind in- und extern möglich
    Die Einbindung der Mitarbeiter in die Geschäftprozesse kann effizient sein. Interne mobile Services sind: Telefonbuch, Zugriff auf Kontaktdaten, Emails, Kalender bis hin zum Einbezug Aussendienst-Mitarbeiter in den Verkaufsprozess (Mobile CRM).
  • Eigene Ideen hinterfragen
    Hinterfragen Sie ihre „mobile“ Ideen mit Fachleuten. Gerne helfen wir beim challengen und nehmen dabei die Aussensicht ein.

Develop

  • User Interaktion
    Es gelten für Mobiltelefone eigene Interaktions- und Ordnungsprinzipien. Die Interaktion mit dem Engerät unterscheidet sich deutlich vom Desktop Web (Keyboard und Maus vs. Moultitouchbedienung) und ist zudem hochgradig gerätespezifisch (z.B. iPhone vs. Nokia 6280)
  • Step by Step Entwicklung
    Es braucht nicht immer den „Big-Bang“ zum Start. Ich empfehle mit mobilen Kernfunktionen zu starten. Neue Funktionen können sowohl bei Applikationen wie auch bei mobilen Webseiten schrittweise hinzugefügt werden.

Launch

  • Auffindbarkeit
    Projekt abgeschlossen? Nein nicht ganz! Die Endkunden müssen schliesslich wissen, dass es die mobilen Dienste gibt. Promoten sie die mobile Services mit on- und offline Werbemassnahmen.

Management Attention

Zugegeben, das braucht es im Prinzip immer. „Mobile“ als Thema ist aber relativ neu und wird vom Management häufig unterschätzt. Vor Projektbeginn sollten klare Ziele, Zielgruppen und Statistiken vorliegen. Das Thema „Mobile-Internet“ ist relativ neu und erreichte erst seit kurzem den Massenmarkt.

Habt ihr andere Erfahrungen gemacht? Gerne sammele ich eure Inputs in Form von Kommentaren. Danke!

No Fake. Ein erfrischendes virales Video von Mini

In den letzten Jahren, wohl dank der Verbreitung des Breitband-Internetanschlusses, wurden wir überflutet mit Video-Fakes auf YouTube & Co. Im Marketing bietet sich ein gefälschtes Video an um eine Marke zu bewerben.

Mini kehrt den Spiess um. Zwei Männer sitzen in einem Auto und sehen wie vor ihnen unwirkliche Dinge geschehen. Wie sie darauf reagieren, ist einfach herrlich!

Erfrischende Idee. Macht Spass. Daumen hoch.

Amazon Kindle – Erste Erfahrungen

Gleich vorweg: Der Amazon Kindle ist ein revolutionärer Ansatz. Nicht weil es ein eBook ist, aber wegen der Einbindung in das Amazon Ökosystem. Das Gerät ist seit einigen Tagen in über hundert Ländern weltweit verfügbar. Hier mein Erfahrungsbericht aus Deutschland und aus der Schweiz.

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Erstaunlich massentauglich
Egal wem ich das schlanke, handliche Gerät in die Hand drücke: Es gefällt. Der Bildschirm (passiv, ohne Hintergrundbeleuchtung) ist auch unter schlechten Lichtbedingungen extrem gut lesbar und die am häufigsten genutzten Bedienelemente sind gut platziert und einfach zu bedienen. Das können auch andere Geräte, nun aber der Unterschied: Der Kindle ist über GSM „mit Amazon“ verbunden und zwar ohne dass ich ein Abonnement bezahlen muss. Die Kaufpreise der Bücher umfassen die Lieferung über „GSM-Datenfunk“ in über hundert Ländern. Darüber habe ich auch den Zugriff auf den Amazon Kindle Store und damit fast 300’000 englische Bücher (plus ein paar Zeitschriften und Zeitungen) innert wenigen Sekunden auf dem Gerät.

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Bücher, Zeitungen und Zeitschriften
Die Bücher kosten bei Amazon als Kindle-Ausgabe meist weniger als die Hälfte des normalen Paperback-Preises. Inklusive ist die (mehrfache) Lieferung auf den Kindle per GSM oder ich kann die Buchdatei auf www.amazon.com runterladen und USB-Kabel auf mein Gerät kopieren. Ausserdem gibt es eine Archivierung auf www.amazon.com, einen iPhone Reader und bald auch eine Lesesoftware für „beliebige Computer“ „Windows PCs“ (ist über DRM geschützt). Interessant sind auch aufbereitete Bücher die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. So beispielsweise „Complete Works of William Shakespeare“ für USD 2.99 (da habe sogar ich zugeschlagen).

Für Bücher habe ich den Kindle sofort ins Herz geschlossen. Funktionen wie unterschiedliche Schriftgrössen, Anpassbarkeit der Laufweite der Schrift, Notizen / Bookmarks (via www.amazon.com synchronisiert) und Begriffdefinitionen mit geladenen Wörterbüchern (The New Oxford American Dictionary ist inklusive) sind alle spannend zu entdecken. „Ganz normal lesen“ ist aber bequem und praktisch (auch im Bett, da das Gerät leicht ist).

Zeitungen und Zeitschriften (nur wenige „Kindle Editions“) sind zwar praktischerweise immer aktuell auf dem Gerät aber relativ teuer. Zudem sind diese gekürzt und werden diese (wahrscheinlich um Datengebühren zu sparen) ohne Bilder geliefert oder vom Verlag nicht aufbereitet. Da fehlt mir zuviel.

Weitere Funktionen
Ausserhalb der USA (Roaming Gebühren lassen grüssen) sind experimentelle Funktionen wie Blog-Abos oder das surfen auf vordefinierten Sites leider nicht möglich. Ein interessanter Vorführeffekt ist die eingebaute (englische) Sprachsynthese für Texte (das Gerät lässt sich aber leider nicht von blinden Menschen bedienen). Auch drin ist natürlich auch eine Suchfunktion über einzelne Bücher oder über den ganzen Inhalt etc.

Formate, eigene Inhalte
Der Kindle ist ein ziemlich geschlossenes System. Primäres Dateiformat für Texte sind (nur) von Amazon erzeugte Kindle-Dateien (.AZW, .AZW1), Text (TXT) und Mobipocket ohne Kopierschutz (.MOBI, .PRC). Mobipocket ist faktisch auch Amazon, doch hier gibt es zumindest Sites wie Mobipocket oder Feedbooks mit Gratisbüchern. Konkret funktioniert das freie eBook-Format ePub, welche beispielsweise von Google auf Books angeboten wird, leider (noch?) nicht.

Amazon bietet weiter einen Übersetzungsdienst für einige Formate wie DOC[X], HTM[L], RTF, PDF und Bilder an AZW an. Ein zwar als Gratisdienst (an *accountname*@free.kindle.com schicken) oder als Bezahldienst inklusive der GSM-Übertragung auf den Kindle (an *accountname*@kindle.com schicken). Ich habe den Dienst mit einem aktuellen Artikel von Bernd Schopp ausprobiert und das Ergebnis ist gut resp. für den Zweck brauchbar.

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Zusätzlich unterstützt der Kindle Hörbücher im Audible-Format (.AA, .AAX) und Audio als MP3.

Fazit und Frage
Wie bereits gesagt ist da eine Revolution am anrollen. Amazon (mit dem neuen Slogan „Earth’s Biggest Selection“) hat mit dem Shop und der unauffälligen Distribution über GSM (sie nennen es Amazon Whispernet) eine sehr starke Karte in der Hand. Ein bisschen erinnert es mich an die Kombination iTunes Store mit dem iPods/iPhones… aber noch mächtiger. Dies, da die Distribution noch weniger technische Wissen voraussetzt: Massentauglich. In den USA verkauft Amazon 35% aller Bücher die als Kindle Ausgabe verfügbar sind in digitaler Form. Die (faktisch) weltweite Verfügbarkeit verändert grad die Spielregeln im Verlagsgeschäft massiv und ein paar Anbieter müssen mal schleunigst Mutiges zu Gunsten der Konsumenten tun, sonst werden sie Contentdrechsler im vierten Rang. Mein Tipp: Mit weniger Kopierschutz lässt sich noch was tun…

Ich trage den Kindle zur Zeit mit mir run. Bitte sprecht mich an oder schreibt mir als Kommentar, was ich noch erzählen soll.

Update: Hier meine Erfahrungen nach einer Woche der Nutzung.

Wie kommt man von einer Idee zu lauffähiger Software?

Heute Abend war wieder einmal ein Webtreff in Konstanz, ähnlich dem Web Monday oder Web Tuesday in Zürich. Ich war eingeladen zum Thema agile Softwareentwicklung zu referieren.

Nach einer etwas holprigen Koordination (mir war bis zum Vorabend nicht klar, wo ich hin muss) fand ich mich dann vor einem interssierten und kritischen Publikum wieder.

In knapp 90 MInuten konnte ich anhand eines Beispiels zeigen, wann man agiles Vorgehen wählt, was Scrum ausmacht und wie Scrum funktioniert. Es gab viele Fragen und reichlich Diskussionsbedarf, auch wenn einige wichtige Aspekte aufgrund der Zeit nicht beleuchtet werden konnten.

Meine Präsentation [PDF, 9.6MB] kann man hier runterladen.

Abschlussarbeit Journalismus: Twitter – das neue Instrument der PR?

Jennifer Kopf schliesst ihr Fernstudium zur Fachjournalistin an der Freien
Journalistenschule Berlin
ab. Mit ihrer Abschlussarbeit nimmt sie sich dem Thema Twitter in der PR an und bat mich via E-Mail um ein Interview. Weil meine Antworten auf ihre Fragen nicht abschliessend sein können, bitte ich Sie und Dich um Mithilfe.


Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Twitter-Account?

– Direkte, persönliche Kommunikation, Dialog, Zuhören, lernen, Erfahrungen
– Themenleaderschaft ;) Namics positioniert sich über Know-how

Welche Themen werden von Ihnen getwittert und wer im Unternehmen ist dafür zuständig?
– news, Referenzen, Referate, Termine, Ideen, Menschliches, Erfahrungen
– zuständig für @Namics sind Jürg Stuker (CEO) und ich (Corporate Communicator) und alle Twitterer, deren Inhalt wir retweeten, beantworten oder kommentieren, also Leute, die twittern innerhalb und ausserhalb von Namics. Hier sind übrigens alle Namicsler, die twittern. Eine Meinung zu Twitter von Jürg hier.

Wie schätzen Sie das Potential von Twitter ein?
Ist es nur ein Hype oder wird es die Kommunikationslandschaft revolutionieren?

– Ich glaube, es hat die Kommunikation bereits revolutioniert.

Welche Risiken hat ein Twitter-Account aus Ihrer Sicht?
– Persönlich sehe ich keine Risiken. Manchmal ist jedoch die Schnelligkeit verlockend, Informationen zu früh abzugeben. Passieren Fehler, muss man dazu stehen, aber das gehört zu Social Media generell dazu. Dieses ganze Identitätsklau-Thema ist wohl auch ein Risiko, aber nur wenn man es zulässt (sprich die Identität nicht selbst besetzt) Dazu gibts etliche Tipps bei PR Blogger Klaus Eck

Aus Sicht der PR: muss jedes Unternehmen Twitter als
Kommunikationsmittel ernst nehmen?

– Selbstverständlich, denn dort wird kommuniziert, es gibt keine Corporate Communication (CC) mehr, die ausschliesslich vom Unternehmen heraus stattfindet. Also auch ohne eigenen Account sollten CC Leute monitoren, was über die Firma gesagt wird. Oft wird noch der Multiplikationseffekt bei Twitter übersehen.

Nutzen Sie auch andere Social Media Tools für Ihre PR Arbeit?
(XING, Facebook, Firmen Blog). Ist Social Media fester Bestandteil Ihrer
Kommunikationsstrategie?

– ja, wir bloggen seit 2004, das liegt aber in der Natur unserer Dienstleistung. Ich selbst habe das bloggen als PR Instrument erst später entdeckt ;)
– XING und Facebook eignen sich für unsere PR nicht wirklich, aber wir sind vertreten.
Hier sind ein paar Referate einer Namics Fachtagung zu Social Media für Unternehmen

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Wie können wir uns
die Aufgaben des PR-Verantwortlichen in ein paar Jahren vorstellen?

– Spannender denn je. Sehr selbständig, wir müssen wissen, was im Unternehmen läuft, wir sind keine Durchlauferhitzer (könnten Sie bitte mal die Medien informieren) mehr. Vielmehr stecken wir mittendrin im Dialog, das braucht etwas Mut, Selbstvertrauen und Öffentlichkeit (Fehler werden sichtbar) Zuhören wird unser wichtigstes Instrument, wir können mitarbeiten, das Angebot des Unternehmens besser auf den Markt auszurichten (denn wir erfahren die Bedürfnisse aus 1. Hand.)
10 Twitter Geheimtipps aus meiner Praxis, wer’s wagen will.

Ich wünsche Ihnen, Frau Kopf, viel Erfolg bei Ihrer Diplomarbeit und (mir) ein paar weitere praktische Tipps, Erfahrungen oder Ideen als Kommentare hier:

Vertraulichkeit (Confidentiality)

Vertraulichkeit (Confidentiality) ist einer von 11 ethischen Grundsätzen von Namics. Ein seit 2000 existierende essenzielle und unumstössliche Norm für unser Arbeiten und Handeln.

Die Ausformulierung davon lautet:

Alle Unterlagen und Informationen, die wir in der Zusammenarbeit mit Kunden erhalten, behandeln wir als vertraulich. Auf Wunsch des Kunden behalten wir auch die Kundenbeziehung selbst oder den Projektinhalt für uns als Geheimnis.

Meine spontanen Gedanken: Hierzu gibt es wie „nichts“ zu sagen, da dieser Punkt logisch ist. Dennoch gehört der Grundsatz niedergeschrieben, da wir häufig in Projekten tätig sind, die zukunftsgerichtete / innovative Ziele verfolgen und wir darüber Zugang zu wettbewerbsrelevanten Informationen unserer Kunden bekommen. Wichtig ist die Umsetzung des Grundsatzes beispielsweise durch den Verzicht auf Gespräche über (erkennbare) Kunden-/Projektinhalte im Zug oder auch der Schutz von Daten, beispielsweise durch Verschlüsselung auf den Notebooks…

Mozilla Camp Europe

Irgendwie hat Namics einen Fetisch für T-Shirts. Es bloggen nicht nur manche Personen obsessiv darüber, mein Arbeitgeber möchte nun auch noch, dass ich jedesmal darüber blogge, wenn ich selbst ein T-Shirt bekomme!? Also, ich habe zwei T-Shirts geschenkt bekommen:

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Das eine T-Shirt gehört zur Mozilla Mobile Community und hat auf der Vorderseite diesen verzweifelt gegen die Scheibe seines Sputnik hämmernden Weltraumbiber, auf der Rückseite den Spruch “You took back the Web. Now take it with you.” (eine Referenz auf das andere Shirt, “Take back the Web”), das zweite T-Shirt zeigt die Silhouette von Prag auf olivgrünem Grund mit schönen Jugendstil-Elementen.

Die Jugendstil-Elemente waren auch in Prag zu finden, denn dahin mußte ich reisen, um die beiden T-Shirts in Empfang zu nehmen. Von diesem bedeutenden Übergabeakt abgesehen mußte ich zuvor an einer Podiumsdiskussion über HTML5 teilnehmen und dabei etwas über die Barrierefreiheit des zukünftigen Standards erzählen. Ich weiß, Ihr interessiert Euch eigentlich nur für T-Shirts in diesem Blog, darum verzeiht, wenn ich ein wenig off-topic zu diesem Thema langweile:

615-mozcamp-tag.jpg Ich bin Invited Expert in der HTML-Arbeitsgruppe des W3C. Außerdem befasse ich mich seit ungefähr zehn Jahren mit dem barrierefreien Web. Wie kommt das nun zusammen? Vorerst gar nicht. Denn im Moment sind die neuen HTML-Elemente wie

<section>

oder

<nav>

für Blinde unsichtbar, denn sie werden noch nicht vom Browser maschinenlesbar-semantisch auf die Betriebssystemebene „übersetzt“. Hingegen erfasst der Browser die Rolle als Navigation hervorragend und lässt Screenreader „Menü“ vorlesen, wenn diese mit einem anderen Standard des W3C übermittelt wird, ARIA. Da muss also noch etwas getan werden. Ebenso weitgehend undefiniert sind die Bedienmechanismen für Video und Audio im Browser oder das Universaltalent Canvas. Die gute Nachricht: eine gemeinsame Task Force mit HTML– und Barrierefreiheitsexperten wird sich beim W3C dieses Themas annehmen. Denn wie wir alle wissen, profitieren Projekte davon, frühzeitig Barrierefreiheit ins Konzept zu zu integrieren, statt später aufwendig „ein bißchen“ Barrierefreiheit grob dranzudübeln. Und Euer bescheidener Gastgeber wird versuchen, dazu beizutragen. Dazu möchte ich zum Beispiel Mozilla-Genie Paul Rouget zu einem Panel bei der Konferenz South by Southwest einladen, wo er ein paar seiner progressiven Demos zeigen kann, mit deren Hilfe sich innovative Mensch-Computer-Schnittstellen realisieren lassen.

Ansonsten kann man sich das MozCamp ungefähr so vorstellen wie ein internationaleres, geekigeres Namics-Camp. Hier noch ein paar meiner Randnotizen von twitter:

  • Eine Mozilla-Kampagne zum Internet-Gesundheitscheck greift bereits das Zitat von Microsoft-Managerin Amy Bazdukas auf: “friends don’t let friends use IE6”. Zwar sind der größte Hemmschuh nach wie vor die großen Dinosaurier Unternehmen, deren IT-Abteilungen lieber auf ungeschützten Browserverkehr setzen als auf Updates ihrer internen, zehn Jahre alten Software. Aber wenn wir zumindest unseren Freunden und Verwandten einen ordentlichen Browser installieren, kommen sie ja vielleicht auf den Geschmack und lassen sich nicht mehr ewig am Arbeitsplatz vertrösten.
  • Damit Mozilla sich gegen die zunehmend agiler werdende Konkurrenz, und hier vor allem gegen Adobe, Silverlight und Gears, durchsetzen kann, müssen die Entwicklungszyklen schneller werden. Ziel ist es, alle 6 Monate ein großes Release zu machen. Darum müssen interne Prozesse entkoppelt werden, was nicht nur positive Auswirkungen auf die Testbarkeit von Nightly Builds hat, sondern auch auf die Stabilität des Browsers.
  • Firefox 3.6 ist für November geplant und wird skinbar über Personas sein, Video im Vollbildformat haben, CSS-Gradienten, JavaScript Ctypes. 3.7 könnte schon auf Android laufen. Und 4.0 kommt in einem Jahr mit Jetpack.
  • Jetpack lohnt sich etwas näher anzuschauen, denn dabei handelt es sich um eine Middleware für Mozilla-Extensions. Programmierer von Add-Ons müssen also nicht mehr bei Null beginnen, sondern haben einen bestimmten Grundumfang von Funktionen zur Verfügung. Dadurch steigt die Sicherheit, aber ich denke auch, dass die Qualität und Barrierefreiheit besser werden. Die Tastaturbedienbarkeit der Menüs sollte dann etwa selbstverständlich sein. Relevant für Webentwickler ist dabei, dass eine Seite ein Jetpack einfach per
    <link>

    einbauen kann. Du möchtest in einem Shop die Webcam des Besuchers verwenden, um ein T-Shirt-Motiv direkt im Browser mit

    <video>

    und

    <canvas>

    als augmented reality auf die Brust des Nutzers zu projizieren? Ein Jetpack hat die Rechte dazu.

  • Mozilla arbeitet an Multitouch-Events und wartet noch auf Feedback der anderen Browserhersteller.
  • Artzilla widmet sich vermeintlich „nutzlosen“ Extensions: die offene Browser-Software als Kunstwerkzeug.

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Fast hätte ich noch ein drittes T-Shirt bekommen mit dem pupsenden Maskottchen von Mozilla Songbird darauf. Damit hätte ich mir noch mehr von der großartigen Musik von Jiří Wehle anhören können, einem begnadeten Straßenmusiker in Prag’s Altstadt (die übrigens voller Teehäuser ist – ein Traum!), aber dann musste ich auch schon wieder zum Flughafen. Am nächsten Tag hielt ich nämlich einen Vortrag beim Webmontag Mannheim, wozu ich allerdings die Folien aus London recycelte. Und es gab dort auch kein T-Shirt, weswegen ich auch keinen Blogeintrag schreiben muss. ;-)

Auch OutOfMemory muss optimiert werden

Ich hatte vor kurzem das Vergnügen Code zu schreiben der möglichst schnell zu einem OutOfMemory führt. Dies war erforderlich um Konfigurationen beim Kunden zu überprüfen.

Als ich das so am Schreiben war kam mir der Gedanke: „Wie kann man mit möglichst wenig Code am effektivsten (schnellsten) den Heap volllaufen lassen?“

Ich würde mich über Ideen und Vorschläge freuen. Eine erste Idee von Sandro Ruch habe ich bereits erhalten:

public class OutOfMemory
{
public static void main( String[] args )
{
int dataSize = (int) (Runtime.getRuntime().maxMemory() * 1.1);
byte[] data = new byte[dataSize];
}
}

Und was wäre Eurer Vorschlag?

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Mobile-Applikationen als neues Kaufkriterium für Mobiltelefone

Die Auswahl an Mobiltelefonen wächst fast tagtäglich und laufend kommen neue Geräte dazu. Als Entscheidungskriterien galten bislang oft das Design, die Marke und Hardwarefeatures (Akkulaufzeit, Kamera, Speicher,..).

Kaufentscheide ändern sich
In letzter Zeit rücken diese Eigenschaften immer stärker in den Hintergrund und stellen stellen vermehrt reine Hygienefaktoren dar. Letzten Endes kaufen sie mit dem Mobiltelefon immer ein darunterliegendes Betriebssystem (iPhone OS, Windows Mobile, Andorid,….) welches ein beschränktes Set von Applikationen (nicht Webapplikationen) bereitstellt.

Applikationen werden immer zentraler
Wenn man davon ausgeht, dass ein Mobiltelefon in Zukunft vermehrt weit mehr als Telefonie und SMS-Funktionen umfasst, so werden die verfügbaren Mobile-Programme zu neuen Entscheidungsfaktoren.

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Verfügbare Applikationen varrieren nach Plattform
Als mögliche Messgrösse kann die Anzahl verfügbarer Applikationen herangezogen werden. Diese Zahl ist wiederum je nach Plattform stark variierend. Es mag nicht verwundern, dass der Apple App Store die grössten Masse an Applikationen bereitstellt. Ohne eine Aussage über die Qualität der Applikationen zu machen, ist die Verteilung auf die einzelnen Plattforen in etwa wie folgt (Zahlen ohne Gewähr):

Genaue Zahlen sind kaum zu erheben, dennoch lässt sich eine Reihenfolge ableiten wonach sich der mobile Applikationsmarkt (zumindest im Consumer-Markt) auf die Betriebssysteme iPhone OS und Android aufteilt.

Dieser Trend wird von Unternehmen wie auch von Kunden erkannt und kann massgeblich zum Investitionsentscheid

– „für welche Plattform baue ich meine Applikation?“ oder
– „welches Mobiletelefon kaufe ich?“

beisteuern.