Online Netzwerken mit Schranken im Kopf

Letzte Woche gings ja um das Online Netzwerken beim Jour Fixe Marketing des Verbandes Frauenunternehmen. Zumindest für mich.

Klar ist, dass Social Media keine Grenzen zwischen Frauen und Männern kennt. Deshalb musste ich auch im Vorfeld die eine oder andere spitze Bemerkung intern ertragen, weil ausschliesslich Frauen geladen waren. Denn meine engeren Kollegen wissen, ich setze mich NICHT für Gleichberechtigung ein. In meinem Gedankengut ist diese schon da.

Mein Gesichtsausdruck muss ein wenig entgleisst sein, als ich diesen Artikel über das Event in den Schaffhauser Nachrichten sah. Der Autor, pardon vielleicht auch: Die Autorin, (leider nicht ersichtlich) schreibt einleitende Worte zu einer gelungenen Veranstaltung:

„Die Frauen sind aufgebrochen und richten sich in der Unternehmenswelt ein …..Sie sind auch dabei, ein Rezept von den Männern zu übernehmen“

Sofort hab ich folgendes Bild vor meinem geistigen Auge: Caveman.

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Bild-Quelle und Ratschläge eines Neandertaler: Caveman

Die Aussage macht für mich keinen Sinn, wenn Frauen irgendetwas von der Männerwelt kopieren oder andersrum. Schon gar nicht das Netzwerken, denn das sortiert nicht nach Geschlechtern oder hat irgend jemand in XING ausschliesslich weibliche Kontakte? Social Media hätte wohl deshalb vor Jahrhunderten noch nicht funktioniert.

Heutzutage sind solche Äusserungen höchstens einen ordentichen Beitrag in die Macho-Kasse wert. Daneben erscheinen mir kleine Spass-Beträge, für die die Kasse eigentlich gedacht ist, lächerlich.

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Das wäre mein Kommentar zum Artikel gewesen, gäbe es bei den Schaffhauser Nachrichten eine Kommentarfunktion. Weil es hier eine gibt, freu mich mich über Eure Meinungen.

Wie siehst Du oder sehen Sie das?

ps. Ich schicke den Post auch an die Redaktion, ein Leserbrief sozusagen.

Enterprise Search auf den WiMa-Tagen

„Enterprise Search – oder: Wer küsst den Frosch? heisst mein Vortrag an den 5. Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen über die von uns unterstützte Enterprise Search-Studie. Aber was hat Enterprise Search mit Wissensmanagement zu tun?

Sehr viel. Eines der zentralen Ziele von Wissensmanagement im Unternehmensumfeld ist ja, vorhandenes Wissen zugänglich zu machen. Bei der Bewältigung unserer Aufgaben sehen wir uns jedoch mit einer wachsenden Flut von Informationen konfrontiert. Während wir uns daran gewöhnt haben, das Internet mit Hilfe von Websuchmaschinen recht effizient nach Informationen zu durchsuchen, ist das Auffinden unternehmensinterner Daten oft wesentlich schwieriger. Abhilfe schafft eine Enterprise Search. Alles weitere im

Handout

.

Und wer küsst nun den Frosch? Darauf gibt es 2 verschiedene Antworten:
1. Hoffentlich ganz viele Unternehmen, die ihr internes Wissen und die Wissensträger besser nutzen wollen
2. Nein, es ist kein Grimm-Märchen, sondern Kätchen im Gedicht „Die beiden Schwestern“ von Wilhelm Busch. Und zwar wird diese nach dem dritten Kuss reich belohnt:

[…] Beim dritten [Kuss] gibt es ein Getöse,
Als ob man die Kanonen löse.

Ein hohes Schloß steigt aus dem Moor,
Ein schöner Prinz steht vor dem Tor.
Er spricht: „Lieb Kätchen, du allein
Sollst meine Herzprinzessin sein!“
Nun ist das Kätchen hochbeglückt,
Kriegt Kleider schön mit Gold gestickt
Und trinkt mit ihrem Prinzgemahl
Aus einem goldenen Pokal.

Ein Tool nicht um des Tools Willen – Vortrag wima-tage

Wer das Vortragsthema von den heutigen Wissensmanagement-Tagen „Dialog statt Tools. Austausch statt Megaphon.“hört oder liest, mag in ersten Moment irritiert zucken. Ein Webdienstleister propagiert den Dialog und wendet sich gegen Tools, die zu seinem Geschäft gehören?
Ja und nein!

Ja zum Dialog, über den Wissen im Unternehmen geschaffen wird.

Nein zum sinnlosen, willkürlichen, d.h. nicht zielorientierten Tooleinsatz.

Tools sind Mittel zum Zweck und kein Selbstzweck. Sie müssen die Mitarbeiter des Unternehmens beim Wissenstransfer unterstützen. Daran müssen sie sich messen lassen. Bei der Auswahl – die angesichts der zunehmenden Toolanzahl immer bedeutender wird – genauso wie bei der möglichst regelmäßigen Nutzungs-/Nutzenüberprüfung.

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Unabdingbar für den Erfolg ist der Einsatz durch die Mitarbeiter. Ein mitarbeiterorientierter Tooleinsatz sowie ein bloßes zur Verfügung stellen der Tools sind hierfür nicht hinreichend. Es bedarf zusätzlich zum einen Mitarbeitermotivation über den Nutzen, den sie durch ein Wissensmanagement mit Hilfe der Tools haben, wie Erfolg durch eine höhere Arbeitsqualität oder Zeitersparnis sowie durch (Selbst-)Bestätigung.
Zum anderen einer offenen Kommunikation im Unternehmen, die Mitarbeiter nicht hemmt, sondern ihre Teilnahme am Wissensmanagement fördert, so dass sie ihr Wissen teilen und durch Partizipation lernen.

Exemplarisch wird im Vortrag das Wissensmanagement bei Namics mit den Tools Weblog, Wiki und Microblog inklusive der gemachten Erfahrungen gezeigt.

Download Handout:

Dialog statt Tools. Austausch statt Megaphon. [pdf, 1.1MB]

Mehr zum Thema: Buchbeitrag von Bernd Schopp Unternehmensinterner Blog

Keine Austrittsbarrieren (Lock-In)

Keine Austrittsbarrieren (Lock-In) ist einer von 11 ethischen Grundsätzen von Namics. Ein seit 2000 existierende essenzielle und unumstössliche Norm für unser Arbeiten und Handeln.

Die Ausformulierung davon lautet:

Unsere Kunden sollen ihren bevorzugten Dienstleister nach eigenem Ermessen frei wählen können. Wir schaffen keine bewussten oder geplanten Abhängigkeiten, welche für unsere Kunden diese Wahlfreiheit einschränkt. Es ist unser professionelles Interesse, unseren Kunden den effizientesten und zielführendsten Lösungsweg vorzuschlagen, auch wenn dies eine Reduktion oder sogar die Beendigung unserer Zusammenarbeit bedeutet.

Meine spontanen Gedanken: Genau diese Freiheit resp. die Abwesenheit des Zwangs (insofern es sich fachlich etablieren lässt) entscheidet zwischen vertrauensbasierter Arbeit und Misstrauen/Streit. Ich habe schon miterlebt, dass Personen innerhalb derselben Firma keine Auskunft gaben mit der Begründung „Das ist mein Job, das brauchst Du nicht zu wissen“. Was wir wollen ist einerseits ein vollständig transparentes Umfeld, in welchem die beste Lösung gewinnt und andererseits wollen wir eine Zusammenarbeit die auf Wunsch, Willen und rationalen Argumenten gründet. Jeder Art von Abhängigkeit ist kontraporduktiv und macht Ergebnisse schlechter… unser Ziel sind Rahmenbedingungen, welche die besten Ergebnisse zulassen. Sind Abhängigkeit zudem bewusst gebaut (beispielsweise über Rechte / Verträge), so wäre dies aus meiner Sicht nicht nur unethisch aber auch unlauter. Leider schon alles erlebt und mit Namics haben wir die Möglichkeit es so zu tun, wie wir es für gut befinden…

Online Netzwerken: wenn der Dialog öffentlich wird

Heute darf ich mal wieder reden gehen, obwohl ich den Dialog einem Referat vor vielen Menschen vorziehe. Darum mag ich wohl Social Media so. Dort ist der Dialog öffentlich. Unser Ziel heute am Jour Fixe Marketing des Verbandes Frauenunternehmen ist, den Unternehmerinnen das Netzwerken mit Blogs, Twitter, XING und Facebook ans Herz zu legen.

Was kann Social Media, was traditionelles Netzwerken nicht kann?
z.B. finden Interessengruppen ohne räumliche/örtliche Grenzen zusammen. Durch den dort öffentlichen Dialog (oder auch nur Infos) können weitere Interessierte partizipieren. Damit der Start dann fürs Online Netzwerken leichter wird, schnell nochmal die Erfolgsfaktoren:


– Persönliches Engagement
– Offenheit und Transparenz
– Beobachten und zuhören + Sozialkompetenz
– Zeitnah agieren statt reagieren

Passend zum Thema führen Corina Hany, Redaktorin beim Landbote, und ich auf dem Podium einen Dialog statt Präsentation. Fragen, wie diese dürften für eine reichhaltige Diskussion sorgen:


– Wann macht es Sinn für mein Unternehmen, Facebook zu nutzen?
– Was passiert mit meinen Inhalten? Kann ich sie schützen lassen?
– Laufe ich in Twitter nicht Gefahr, die Kontrolle über das Publizierte zu verlieren?

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Fast vergeblich hab ich übrigens nach gelungenen Firmenauftritten in Facebook gesucht. Thomas Hutter half promt mit Snickers und swisscom. Dankeschön. Auch an Nils fürs den Facebookslide (oben)

Jetzt freu ich mich erstmal aufs persönliche Netzwerken – offline (fast ;)

Download Handout:

Netzwerken ist eine Lebenseinstellung: Twitter, Facebook und Xing kurz vorgestellt [pdf, 3.9MB]

Posts zu Twitter PR, XING, Facebook

Google Wave Tech Talk

Vor einigen Wochen poppte im Techie-Channel des Zürcher Namics Ofiice eine Nachricht von Markus Tressl auf. Die Nachricht enthielt einen mysteriösen Link auf ein Google Spreadsheet. Es handelte sich um die Anmeldung für einen Google Wave Tech Talk. „Developer Information“ – klingt doch spannend. Vorsichtig trug ich meine Daten ein und hoffte, dabei sein zu dürfen.

Einige Tage Später erschien in meiner Mailbox ein Mail von Pamela Fox. Spam, schrie mein innerer Spamfilter sofort, bis ich entdeckte, dass dies die Bestätigung für den Google Wave Tech Talk in Zürich ist.

Gestern waren wir also an dieser geheimnisvollen Information zur Google Wave. Mit Pizza und Bier lockten uns die Googler zu ihrer Präsentation. Als erstes wurde klargestellt, dass die Wave nicht Gmail ist.

„Wave is to Google Wave“
„Mail is to Gmail“

Ah, wenn ich das gewusst hätte… Lars Rasmussen, bekannt aus dem berühmten Youtube Video zur Google Wave öffnete die Präsentation mit einer kleinen Vorstellung der Funktionen der heutigen Wave. Bei ihm lief schon einiges, was in der öffentlichen Wave noch nicht funktioniert. Zum Beispiel waren da viele Plugins installiert, Wavelets enthielten Bilder, PDF’s usw.

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Vladim übernahm den technischeren Teil der Bots, Plugins und Gadgets. Sein Entwicklerhintergrund war an seiner Art zu Präsentieren klar zu erkennen. Zum Abschluss betrat der chinesische Herr, dessen Name ich leider schon wieder vergessen habe, die Bühne. Aus meinem Blickwinkel konnte ich erkennen, dass er bis dahin nur Diffs auf seinem Monitor hatte und wohl mit Reviews beschäftigt war. Ein richtiger Techie ;-)
Er stellte das Google Wave Federation Protokoll vor und kassierte auf jeden Fall den Applaus des Abends in dem er Angekündigt hat, das auf der Sandbox das Protokoll sofort zur Verfügung steht.
Die anwesenden Namicsler, Reto, Mats, Jonny, Markus und ich haben sich wohl am meisten gefreut, da wir diese Woche noch ans Lab (2 Tage zurückziehen und was cooles fabrizieren) fahren und die Google Wave Infrastruktur inklusive Entwicklung testen werden.

Zu unserer Begeisterung hat Google einige Waveentwickler persönlich von Australien nach Zürich eingeflogen. Auf diese Weise durften wir die Geeks und Cracks, die schon hinter den Google Maps steckten kennenlernen. Mir persönlich machten Sie einen sehr sympatischen Eindruck, vorallem Lars Rasmussen, welcher sich als kompetenter Spassvogel entpuppte.
Google will mit der Wave einen Standard schaffen und zeigt mit der jetzigen Version eine Referenzanwendung. Die Wave bleibt auf jeden Fall spannend, welchen Zweck sie in Zukunft genau erfüllt weiss zu diesem Zeitpunkt aber nicht einmal Google selbst.

Links:
Spreadsheet
Tweets zum Anlass

Welt Usability Tag: Nachhaltigkeit

Zuerst ein Rückblick. Thema letztes Jahr war der Schwerpunkt «Usability in Transportation» – und es hat sich etwas getan. Zum Beispiel dokumentiere ich meinen CO2 Footprint bei Dopplr – was nebenbei einen schönen PDF Report (PDF, 307KB) liefert:
Vorschau Dopplr Report für Thomas Link

Zugegeben nicht ganz so intensiv, wie der Dopplr Report von Präsident Obama.

TripIt überzeugt mit einfacher und medienübergreifender Reiseplanung. Dabei ist aus Usability Sicht besonders gelungen der einfacher Zugang zum wichtigsten (und besten) Inhalt, Effizienz und Fehlertoleranz bei der Eingabe sowie die Selbstorganisation der Inhalte.

Ob ich die über das Jahr veröffentlichten Varianten von Navigationssoftware für das iPhone auch als Erfolg zählen soll sei dahingestellt. Nach den diversen Vergleichen hab ich keine gekauft – und bis jetzt auch ohne mein Ziel immer gefunden.

Heise: Navigon und TomTom sind die Einäugigen unter den Blinden…

Korrektur: OffMaps hab ich tatsächlich gekauft.

Usability und Sustainability

Der Schwerpunkt vom kommenden 12. November – Sustainability – trifft nicht ohne Zufall (Dank an den Organisator Roland) das erst-besprochene Buch des UX Book Club Schweiz.

Nathan Shedroff zeigt in Design is the problem dass Usability und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden sind.

So einfach es klingt – offensichtlich legen trotz schwieriger Marktsituation immer noch Hersteller keinen Wert auf einen kundengerechten Produktnutzen. Denn je besser ein Produkt auf die Erfüllung von Aufgaben und Zielen der Käufer ausgerichtet ist, desto länger und beständiger wird es genutzt. Also wird die Nutzungsdauer verlängert oder der frühzeitige Ersatz durch ein vermeintlich besseres Produkt reduziert.

Eine klar positive Auswirkung auf die Nachhaltigkeit und natürlich ein Grund das erschöpfte Produkt wieder vom gleichen Hersteller zu kaufen.

Ein weiteres, eindrückliches Zahlenbeispiel liefert die Anzahl der «reklamierten» Produkte in den USA (Accenture Studie): der Grund für 95% der retournierten Produkte war nicht eine Produkt-Fehlfunktion!

Etwa ein knappes Drittel bereut schlechtweg den Kauf. Die Mehrheit gibt jedoch die Ware zurück, weil sie nicht den versprochenen Nutzen bringt oder die Käufer nicht in der Lage waren das Produkt effektiv einzusetzen. Bei Elektroartikeln liegt der Prozentsatz retournierter Artikel zwischen 11–20 Prozent – was der Elektronik-Industrie in den USA 2007 einen Verlust von 13.8 Milliarden Dollar bereitet… eine Summe, die durch bessere Usability deutlich reduziert werden kann!

Ich wünsche dem World Usability Tag in der Schweiz viel Erfolg.

Ach ja – im Namen von Urs Zimmermann noch die herzliche Einladung zur Teilnahme… Anmelden unter: swissupa.usability.ch

Amazon Kindle – Eine Woche der Nutzung

Gleich vorweg: Ich halte den Amazon Kindle wegen dessen Einbettung in das „Amazon-Oekosystem“ weiterhin für ein revolutionäres Gerät, welches viele von uns noch beschäftigen wird. Der positive Grundton des ersten Posts bleibt und ich würde es sofort wieder kaufen… Hier auch ein paar der Haare in der eBuch-Suppe.

Das mit den Bildern

Nicht das Problem von Amazon aber noch ein „Knopf in der Leitung“ bei den Rechteinhabern. In den internationalen Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften sind keine Bilder drin (in den US-Ausgaben der US-Zeitungen/-Zeitschriften aber schon und technisch auch möglich). Ohne Bilder (auch ohne Illustrationen) fehlt mir zuviel. Ein Beispiele der Frankfurter Allgemeinen von gestern (der Inhalt ist sonst vollständig).

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Ein anderes Beispiel muss ich nicht mal zeigen… der Artikel hiess „Graphik der Woche“ ;-)

Der Umbruch des Textes

Nicht so tragisch, aber ich verstehe es nicht. Der Text wird auf dem Gerät immer im Blocksatz gesetzt, so auch Titel. Die Spationierung ist häufig „sehr unschön“. Da verstehe ich die Macher nicht…

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Suchmaschinenoptimierung reloaded

Bei der Navigation resp. der Erkundung des Inhalte ist man als Leser auf Anrisstexte und Titel angewiesen (so wie bei der Trefferliste einer Suchanwendung). Will ich mal schnell durch die Zeitung blättern sind die Texte extrem wichtig und meiner Vermutung nach, stösst man hier auch an Grenzen der 1:1-Übernahme der Texte aus dem Print-Ausgaben. Hier ein krasses Beispiel (Links: Frankfurter Allgemeine, Rechts: Business Week).

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Die bösen Telecom-Kosten
Auch dies ist kein Problem von Amazon, aber das Modell, dass ich „dank Amazon Whispernet“ (ein weltweites GSM Roaming-Abkommen von ATT) keine Daten-Abo haben muss, sind einige der Dienste ausserhalb der USA nicht freigeschaltet. Seit vorgestern kann ich nun (plötzlich) auf der

Mobilversion des englischen Wikipedia (inkl. Bilder) surfen

… aber insb. die Blog-Abos die ich sehr gerne nutzen würde sind gesperrt. Grrr… wehalb ist Data Roaming ohne Grund (ausser den Margen der Telekom-Firmen) so teuer. Evt. heilt hier die Zeit und die Verhandlungsmacht von Amazon.

Sonst?

Mit den restlichen Punkten kann ich gut leben. So beispielsweise, dass Amazon bei der Konversion von Dateien (ins benötigte, eigene AZW-Format) mitlesen kann. Oder dass die Bücher ausserhalb der USA (Data-Roaming) teurer sind. Und Bücher ausserhalb des englischen Angebotes kommen wohl bald. Um Bücher sequentiell zu lesen resp. viele Bücher dabei zu haben ist das Ding genial. Im Zug, im Bug, im Flugzeug und auch im Bett (gut/leicht zu halten) etc.

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XING heisst crossing und nicht talking

Am Donnerstag bin ich vom Verband Frauenunternehmen zum Jourfix Marketing 09 eingeladen, vor 100 angemeldeten Unternehmerinnen über Networking mit Twitter, Facebook und XING zu sprechen. (Post und Handout folgen.) Inhaltlich ist die grösste Herausforderung für mich XING. Obwohl ich diese Applikation schon am längsten von den drein nutze, fehlt mir dabei die Leidenschaft. Es ist wie mit einem zu niedrigen Lohn, dem der Volksmund attestiert:

„Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.“ Ich will die Plattform nicht aufgeben, wegen dem abgebildeten Netzwerk und nutze es nicht intensiv genug, um stichhaltig dafür zu argumentieren. Also fragte ich die Twitterer, wie sie XING nutzen und ich erfuhr es promt.

Job-Suche
Neues aus dem Netzwerk
alternative Verbindungen zwischen Personen
wenig, weil wenig Interaktion
Information über Gesprächspartner vor Terminen
Gelddruckmaschine
mobiles Adressbuch
Headhunter Plattform
Akquisetool
Ideenlieferant
Fach-Gruppen (google streams abonnieren)
Netzwerk u.a. mit Exkollegen
wenig, eil Features sind entkoppelt (wenig Social Media)
Info über Wettbewerber
Geschäftliche Events
Einladungsmanagement
Newsletter (wer war auf meiner Seite)

Herzlichen Dank für Eure Antworten.

Mein Fazit für den Vortrag ist: XING wird seinem Namen (Crossing) gerecht, zeigt Verbindungen zwischen Menschen, man erfährt viel über Personen, es bietet aber zu wenig Interaktion und Dialog. Darum holen viele hier Informationen über Leute, mit denen Sie in Twitter, Facebook und Co. kommunizieren.

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Einige sehen in XING aber auch die ultimative Event-Management-Plattform. Für Thorsten Maue ist sie sogar „eine Gelddruckmaschine“. Darum hat er auch ein kostenloses E-Book zum Thema geschrieben. Von Joachim Rumohr bekam ich seinen Blog als Tipp falls sich jemand tiefer ans Crossing wagen möchte.

PS. Thommy hat auch 50 ungelesene Mails in XING, genau wie ich ;)

Enterprise 2.0 braucht Social Search, oder: Ein weiterer Ansatz zur Relevanzgewichtung

Das mit Web 2.0 betitelte, grundlegend gewandelte Internet kommt – nicht nur bei Namics – in den Unternehmen an. Enterprise 2.0 steht für den Einsatz von Social Software in Unternehmen. Dabei bilden sich derzeit Kollaborationsportale heraus, durch die sich die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden mehr und mehr in das Intranet verlagert. Inhalte und Dokumente werden kollaborativ bearbeitet, ein zunehmender Teil der internen Diskussion wird über Blogs oder Wikis abgewickelt. Dort entsteht Wissen, und es wird – mindestens de facto – auch dort dokumentiert.

Ein Ergebnis der von uns unterstützen Studie zu Enterprise Search war, dass gerade ältere oder „fremde“ Projekte sehr schwer zu finden sind. Dies ist nicht weiter verwunderlich und verweist auf einen wesentlichen Umstand: Wissen ist nicht anonym, sondern hängt meistens an bestimmten Personen. Für eine Enterprise-Search-Lösung ist es daher nicht hinreichend, ein Kollaborations-Intranet als Quelle zu integrieren; Vielmehr muss der „soziale“ Aspekt der Wissensproduktion und die neuartigen Kommunikationsprozesse konzeptionell mit einbezogen werden. Das nenne ich Social Search.

Die vier von Jürg Stuker in einem länger zurück liegenden Blogpost beschrieben Ansätze zur Relevanzgewichtung müssen deshalb um einen weiteren ergänzt werden: 5. Mehr über die soziale Dimension eines Dokuments wissen.

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Welche Informationen sind damit konkret gemeint? Drei praktische Ansatzpunkte:

Soziale Nähe: Dokumente aller Art haben meistens einen Inhaltsverantwortlichen, der in einem Organisationsgefüge eine bestimmte Position und Funktion innehat. Dasselbe gilt für den Suchenden. Sind sowohl die Position desjenigen, der die Suchanfrage stellt, wie auch die des Autors dem Suchsystem bekannt, kann für die Relevanzberechnung eines Dokuments die soziale Nähe herangezogen werden. Hat der Autor dieselbe oder eine ähnliche Funktion inne, gehört er zur selben oder einer ähnlichen Benutzergruppe etc. Kurz, je näher bzw. ähnlicher sich Suchender und Autor sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Dokument für den Suchenden ebenfalls relevant ist.

Bewertung von Dokumenten: Kollaborationsplattformen erlauben den Benutzern, Seiten oder Dokumente zu bewerten, um so den persönlichen Nutzen und damit die subjektive Relevanz zum Ausdruck zu bringen. Dokumente, die öfters und/oder besser bewertet werden, können dann als relevanter eingeschätzt werden. Eine vereinfachte Variante besteht in der Auswertung der Anzahl Bookmarks, die auf ein bestimmtes Dokument gesetzt wurden. In beiden Fällen gilt: Je öfters eine Seite bzw. ein Dokument gut bewertet bzw. als Favorit abgelegt wurde, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Dokument eine hohe Relevanz hat.

Social Tagging von Dokumenten: Eine Facette vom Web/Enterprise 2.0 ist die Verschlagwortung von Inhalten, Bildern etc. mit benutzerdefinierten „Tags“, das sogenannte Social Tagging. Dabei wird auf vorgegebene Schlagwortlisten (Taxonomien) verzichtet und stattdessen frei verschlagwortet; Für die Normierung verlässt man sich auf die User selbst. Diese Tags müssen bei der Relevanzberechnung adäquat einbezogen werden.

Die gewonnenen Informationen können auf dreierlei Weise verwendet werden:

  • Erstens können diese Daten direkt in die Relevanzberechnung für die Anfrage eines bestimmten Benutzers mit einfliessen.
  • Zweitens können die einzelnen Trefferzitate mit den gewonnen „sozialen“ Daten angereichert werden, um dem Benutzer die Beurteilung der Relevanz eines Treffers zu vereinfachen. Angezeigt werden bspw. Name des Autors, allenfalls seine Organisationseinheit, vergebene Tags sowie Bewertung des Dokuments. Über den Autorennamen kann der Benutzer ferner auf weitere Dokumente desselben Autors gelangen.
  • Drittens können die verschiedenen gewonnenen „sozialen“ Metadaten im Rahmen einer Facettensuche zur Einschränkung der Suchergebnisse verwendet werden. Die Facetten sind dann bspw. Autor, Funktion, Organisationseinheit, Labels bzw. Tags und weitere verfügbare Metainformationen.

P.S.: Über die oben erwähnte Studie und Enterprise Search spreche ich am Dienstag, den 10.11.09 an den Wissensmanagementtagen in Stuttgart.