Online Netzwerken mit Schranken im Kopf

Letzte Woche gings ja um das Online Netzwerken beim Jour Fixe Marketing des Verbandes Frauenunternehmen. Zumindest für mich.

Klar ist, dass Social Media keine Grenzen zwischen Frauen und Männern kennt. Deshalb musste ich auch im Vorfeld die eine oder andere spitze Bemerkung intern ertragen, weil ausschliesslich Frauen geladen waren. Denn meine engeren Kollegen wissen, ich setze mich NICHT für Gleichberechtigung ein. In meinem Gedankengut ist diese schon da.

Mein Gesichtsausdruck muss ein wenig entgleisst sein, als ich diesen Artikel über das Event in den Schaffhauser Nachrichten sah. Der Autor, pardon vielleicht auch: Die Autorin, (leider nicht ersichtlich) schreibt einleitende Worte zu einer gelungenen Veranstaltung:

„Die Frauen sind aufgebrochen und richten sich in der Unternehmenswelt ein …..Sie sind auch dabei, ein Rezept von den Männern zu übernehmen“

Sofort hab ich folgendes Bild vor meinem geistigen Auge: Caveman.

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Bild-Quelle und Ratschläge eines Neandertaler: Caveman

Die Aussage macht für mich keinen Sinn, wenn Frauen irgendetwas von der Männerwelt kopieren oder andersrum. Schon gar nicht das Netzwerken, denn das sortiert nicht nach Geschlechtern oder hat irgend jemand in XING ausschliesslich weibliche Kontakte? Social Media hätte wohl deshalb vor Jahrhunderten noch nicht funktioniert.

Heutzutage sind solche Äusserungen höchstens einen ordentichen Beitrag in die Macho-Kasse wert. Daneben erscheinen mir kleine Spass-Beträge, für die die Kasse eigentlich gedacht ist, lächerlich.

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Das wäre mein Kommentar zum Artikel gewesen, gäbe es bei den Schaffhauser Nachrichten eine Kommentarfunktion. Weil es hier eine gibt, freu mich mich über Eure Meinungen.

Wie siehst Du oder sehen Sie das?

ps. Ich schicke den Post auch an die Redaktion, ein Leserbrief sozusagen.

11 Gedanken zu “Online Netzwerken mit Schranken im Kopf

  1. Tja der Herr Autor hat’s noch nicht verstanden… Meine Empfehlung: Beratung verkaufen. Viel Beratung! Und das Lob im letzten Abschnitt dankend entgegen nehmen :-)

  2. Na ja. Das ist so ungefähr das, was ich von einem durchschnittlichen Schweizer Verlag zu diesem Thema inhaltlich erwarte. Nach 100 Jahren ohne wirkliche Konkurrenz ists halt etwas schwierig inhaltlich wieder in die Gänge zu kommen ;-)

  3. Ich finde Frauen sollten sich in eigenen Netzwerken organisieren. Natürlich nicht nur – aber auch. Frau kann von Frau auch lernen – oder? Es gibt genügend reine Männerclubs (früher war die Armee das grösste soziale Netzwerk – ohne Zugang für Frauen).

    Es braucht starke Frauenvorbilder – dafür ist ein Unternehmerinnen-Club nicht schlecht

  4. hallo Reto, find ich auch. was mich stört ist nur die Einleitung, die quasi suggeriert „dass Frauen jetzt endlich lernen, was zu tun ist und zwar von den Männern“ Es gibt hier keine rein männlichen oder weiblichen Guppierungen, die dies oder jenes besser können. Es geht um Menschen, wie ich finde.

  5. @ Pat ja. Das ist was ganz Natürliches und man kann es auch geschäftlich nutzen (auch ein menschliches Bedürfnis ;) das Gute daran ist, dass im Internet soziale und andere Grenzen fallen. Es bringt auch Leute zusammen, die örtlich getrennt sind, gleiche Interessen haben und sich darüber austauschen und von einander lernen können. Klar sollte der gute Freund um die Ecke dabei nicht vergessen werden ;) Nett, wenn wir neben gemeinsamen Essen auch über dessen Reisen oder geschäftliche Aktivitäten beispielsweise via Blog erfahren.

    Und wie gesagt, ob Frauen oder Männer, Menschen tauschen sich einfach aus, das müssen sie nicht lernen.

  6. Vielen Dank sehr geehrter Herr Wicki für Ihr Feedback. Ich meinte auch zu keinem Zeitpunkt, dass frau das Rad neu erfinden müsse. Und auch nicht, dass bloggen Netzwerken ersetzt, aber eine Diskussion zwischen unterschiedlichen Meinungen regt es immerhin an ;) Beste Grüsse

    ——schnipp———

    Sehr geehrte Frau Franke,

    es mag scheinen, dass Sie gestaunt haben ob meines Einstiegs. Aber es ist
    nicht von der Hand zu weisen, dass sich das Netzwerken, wie es Männer
    praktizieren, als erfolgreich erweist.
    Ob frau deshalb dies mag oder nicht, bleibe dahin gestellt, doch das Rad neu
    zu erfinden, dürfte nicht allzu weit führen. Und wenn ich die Referentinnen
    richtig verstanden habe, ist das persönliche Netzwerken erfolgversprechender
    als das reine Bloggen (ohne dass man das Gegenüber kennt).
    So zumindest habe ich die Ausführungen verstanden und kann mich dem
    anschliessen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Hans Wicki

    ——schnapp———

  7. Hallo Su, es ist schön, wenn für dich die Gleichberechtigung gedanklich schon da ist. De facto gibt es sie allerdings mitnichten in den Unternehmen. Zumindest bei uns in Deutschland. Wenn aber die Machtstrukturen und Hierarchieren so funktionieren wie sie funktionieren, sollten Frauen zumindest wissen, wie die „männliche“ Kommunikation in diesen Strukturen abläuft. Und auch bewusst solche Verhaltensweisen einsetzen, um weiter zu kommen. Das heißt nicht, dass sie sich dabei verdrehen müssen oder sollten. Sonst funktioniert das m.E auch nicht, weil die Authentizität dann flöten geht. Ich meine übrigens auch, dass das Netzwerken in den Social Media nicht geschlechterunabhängig verläuft. Zumindest nicht in dem thematischen Umfeld, in dem ich mich bewege. Am langen Ende, wenn es um Erwähnungen, Vorträge etc geht, sind es doch eher männlich geprägte Seilschaften, die sich hier gegenseitig bedienen. Wie im echten Leben eben.

    Viele Grüße, Meike

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