Amazon Kindle – Eine Woche der Nutzung

Gleich vorweg: Ich halte den Amazon Kindle wegen dessen Einbettung in das „Amazon-Oekosystem“ weiterhin für ein revolutionäres Gerät, welches viele von uns noch beschäftigen wird. Der positive Grundton des ersten Posts bleibt und ich würde es sofort wieder kaufen… Hier auch ein paar der Haare in der eBuch-Suppe.

Das mit den Bildern

Nicht das Problem von Amazon aber noch ein „Knopf in der Leitung“ bei den Rechteinhabern. In den internationalen Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften sind keine Bilder drin (in den US-Ausgaben der US-Zeitungen/-Zeitschriften aber schon und technisch auch möglich). Ohne Bilder (auch ohne Illustrationen) fehlt mir zuviel. Ein Beispiele der Frankfurter Allgemeinen von gestern (der Inhalt ist sonst vollständig).

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Ein anderes Beispiel muss ich nicht mal zeigen… der Artikel hiess „Graphik der Woche“ ;-)

Der Umbruch des Textes

Nicht so tragisch, aber ich verstehe es nicht. Der Text wird auf dem Gerät immer im Blocksatz gesetzt, so auch Titel. Die Spationierung ist häufig „sehr unschön“. Da verstehe ich die Macher nicht…

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Suchmaschinenoptimierung reloaded

Bei der Navigation resp. der Erkundung des Inhalte ist man als Leser auf Anrisstexte und Titel angewiesen (so wie bei der Trefferliste einer Suchanwendung). Will ich mal schnell durch die Zeitung blättern sind die Texte extrem wichtig und meiner Vermutung nach, stösst man hier auch an Grenzen der 1:1-Übernahme der Texte aus dem Print-Ausgaben. Hier ein krasses Beispiel (Links: Frankfurter Allgemeine, Rechts: Business Week).

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Die bösen Telecom-Kosten
Auch dies ist kein Problem von Amazon, aber das Modell, dass ich „dank Amazon Whispernet“ (ein weltweites GSM Roaming-Abkommen von ATT) keine Daten-Abo haben muss, sind einige der Dienste ausserhalb der USA nicht freigeschaltet. Seit vorgestern kann ich nun (plötzlich) auf der

Mobilversion des englischen Wikipedia (inkl. Bilder) surfen

… aber insb. die Blog-Abos die ich sehr gerne nutzen würde sind gesperrt. Grrr… wehalb ist Data Roaming ohne Grund (ausser den Margen der Telekom-Firmen) so teuer. Evt. heilt hier die Zeit und die Verhandlungsmacht von Amazon.

Sonst?

Mit den restlichen Punkten kann ich gut leben. So beispielsweise, dass Amazon bei der Konversion von Dateien (ins benötigte, eigene AZW-Format) mitlesen kann. Oder dass die Bücher ausserhalb der USA (Data-Roaming) teurer sind. Und Bücher ausserhalb des englischen Angebotes kommen wohl bald. Um Bücher sequentiell zu lesen resp. viele Bücher dabei zu haben ist das Ding genial. Im Zug, im Bug, im Flugzeug und auch im Bett (gut/leicht zu halten) etc.

11 Gedanken zu “Amazon Kindle – Eine Woche der Nutzung

  1. Beim Blocksatz müssen halt die Trennregeln verfeinert werden. Aber das wissen wohl nur noch die steinalten Typografen im Ruhestand. Und ich wollte hier nur mal testen, ob man als Nichtmitarbeiter kommentieren darf oder nicht. Beziehungsweise, ob man als Mitarbeiter gilt, wenn man kommentiert hat. Beziehungsweise ob ich als kommentierender Mitarbeiter noch andere Aufgabe habe.
    Ronald Roggen, Hamburg

  2. Hallo Jürg,
    ich hätte da mal ein paar Fragen. Ich würde den Kindl gern meiner Freundin zum Geburtstag schenken. Sie liest extrem viel und wird ab nächsten Jahr anfangen Ihren Doktor zu machen. Deshalb muss Sie viele viele Texte usw. lesen und bearbeiten. Meine Frage ist nun inwieweit mann eigene Texte z.b. vom Pc auf den kindl bekommt. Desweiteren würde ich gerne wissen ob mann sich dann zu den Texten auch Notizen machen kann. Letzte Frage ist bekannt wie lange es dauern wird bis mann deutsche Inhalte bekommen kann. Auf den Bildern oben hast Du ja schon deutsche Texte auf dem Ding. Wie das?^^? So ich hoffe ich frage nicht zu dumm und du kannst mir helfen.

    Viele Grüße
    Emanuel

  3. Hallo Emanuel.

    Wenn der primäre Einsatz das Lesen eigener Texte (und nicht [amerikanischer] Bücher ab http://www.amazon.com) ist, dann ist der Kindle das falsche Gerät.

    Andere Geräte (wie beispielsweise der Sony PRS-600) sind viel flexibler und verstehen mehr unterschiedliche Formate beispielsweise auch ePub von Google Books. Nachteil: Keine Tastatur (beispielsweise für Notizen) und keine dauernde GSM-Verbindung.

    Also: Kindle für Bücher (ohne Bilder, ohne Zeitungen/Zeitschriften) ab http://www.amazon.com geladen (plus ein bisschen eigene Bücher im Mobi-Format). Keine Kabel, mit Tastatur.

    Sony (oder andere) flexibel für verschiedene Formate ohne grossen Buchladen und über USB-Kabel (oder WLAN) selbst draufkopiert.

    Weitere Fragen jederzeit.

  4. Hi,

    erst einmal vielen Dank für den Bericht! Ich hab den Kindle in den USA getestet, und bin jetzt unschlüssig, ob ich ihn sofort kaufen soll oder noch etwas warten. Wenn du Lust hast, kannst du einmal:
    http://calibre.kovidgoyal.net/
    ausprobieren. Die Software heisst calibre und soll auch den Kindle täglich mit blog-updates und anderem Füttern können.

    Eine Frage noch: Wenn man an free.kindle eine Mail mit einem PDF zur Konvertierung schickt, bekommt man dann die Datei über whispernet auch mit Bildern?

    Viele Grüße aus Zürich,
    Stefan

  5. Hallo Stefan.

    Ja, die Dateien via den Konversionsdienst haben Bilder drin (egal ob frei/download ober über Whispernet geschickt). „Problem“ ist höchstens die Qualität der PDF-Konversion… meine Ergebnisse sind aber ganz brauchbar.

  6. Hallo zusammen,
    habe den Kindle seit 2 Tagen und habe mit dateien for free umwandeln lassen und aufgespielt über USB. Dummerweise kann ich sie nicht auf dem Kindle finden, genausowenig wie die mp3 Dateien.
    Kann jemand helfen?
    Gruß Iris

  7. Ich hab das Kabel grad nicht zu Hand, hatte die umgewandelten Dateien (via USB) in das entsprechende Verzeichnis auf dem Kindle 2 gelegt und sie waren sofort auf „Home“ sichtbar. Ist dem nicht so, zwei Ideen:
    – Dateien korrupt
    – Ins Wurzelverzeichnis vom Kindle gelegt (und nicht in den Ordner)

  8. Guten Tag Thomas. Ja, das browsen auf bestimmten Websites ist überall möglich und wurde ein paar Tage nach dem ursprünglichen Post freigeschaltet. In den USA geht Amazon noch weiter und lässt es zu, RSS-Feeds zu abonnieren.

  9. @Jürg
    soweit ich sehe, kann ich jede gewünschte Website aufrufen. Eine Begrenzung auf bestimmte Websites scheint es momentan nicht zu geben. Auch RSS-Feeds kann ich aufrufen.

    Die generelle Aussage, dass Surfen nicht möglich ist, ist also nicht ganz korrekt.

    Ich habe mein Kindle seit Weihnachten 2009. Damals war diese Funktion noch nicht aktiviert. Beim Aufruf von Basic Web kam ein Hinweis dass diese Funktion noch nicht freigeschaltet ist.

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