[Mobile-Projekt] Was zählt sind Kontext, Endgeräte und Inhalt

Das mobile Web ist definitiv da. Doch bevor man sich auf ein Mobile-Projekt einlässt, sollte man sich zu den nachfolgenden 3 Aspekten (Kontext, Endgeräte und Inhalt) Gedanken machen:

Kontext:
Das Mobile Web ist im Gegensatz zum „Normalen Web“ sehr oft kontextbezogen, denn nicht alle Aufgaben denen man tagtäglich begegnet, lassen sich sinnvoll „mobile“ lösen. Es stellt sich also zu Beginn jedes Mobile-Projekts die Frage, nach den mobilen Anwendungsfalls? Welche Geschäftsbereiche (Service, Information, Verkauf,…) sind relevant – und was genau ist der mobile Kontext? Gute Beispiele mit einem starken Kontextbezug sind zahlreich und beispielweise bei sogennannten Location Based Services (iPhone Applikation AroundMe) eindeutig zu erkennen.

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Endgeräte:
Entwickler denken in Betriebssystemen – User in Engeräten. Die Vielfalt an Mobiltelefonen ist gross, weshalb man sich im Grunde genommen zwangsweise mit diversen Betriebssystemen und Browsern (Symbian, iPhone OS, Blackberry OS, Windows Mobile, WebOS, Android,…) auseinander setzen muss. Welche Endgeräte man beachten soll, muss man letzten Endes aus einer Kosten/Nutzen Analyse ableiten.

Letzten Endes bestimmen aber die Business- Ziele und Anwendungsfälle wie die Problemstellungen gelöst wird. Oft müssen nicht zwangsweise prioritären Mobil-Applikationen entwickelt werden – obwohl genau hier auf interessante Funktionen des Mobiltelefons (Auslesen vom Standort, Bewegungen, ..) zurückgegriffen werden kann.

Die obige Problematik einer native Applikation schwächt sich bei der Umsetzung einer mobilen Webseite ein wenig ab. Allerdings ist man hier mit einer diversifizierten Browserlandschaft konfrontiert. Mobile Webseiten basieren aus diesem Grund häufig auf einer User-Agent Erkennung, welche die Ausgabe der Webseite für das entsprechende Handy Display optimieren.

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Inhalt:
Neben der obenbeschriebenen Tatsache „Context is King“ darf auch der eigentliche Inhalt nicht vergessen werden. Hier stellt sich vorallem die Frage, welcher Inhalt an welchem Zeitpunkt relevant ist. Mobile Bedürfnisse sind häufig „Jetzt und NOW“ beispielsweise für Sitzungszimmer oder für Telefonnummern. Die Information sollte daher schlank, aufgeräumt und einfach navigierbar sein. Inhalt und Kontext sind demnach eng verzahnt. Die Relevanz der Information (Inhalt) steigt im richtigen Kontext, oder interessieren Sie sich für einen Versicherungs-Werbebanner wenn sie dringend auf die nächste Zugverbindung angewiesen sind?

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Neben dieser strategischen Sichtweise stellt sich eine technische Sicht, nämlich jene nach der Datenherkunft. Welche Systeme sollen angebunden werden, generieren User den Inhalt,..)

5 Gedanken zu “[Mobile-Projekt] Was zählt sind Kontext, Endgeräte und Inhalt

  1. Ich würde noch differenzieren zwischen „mobiler Applikation“ und „mobilem Web“. Bei einer Applikation macht es auf jeden Fall Sinn, den Inhalt kontextabhängig zu filtern.

    Auf mir bekannten Websites möchte ich aber auf gar keinen Fall auf eine Insellösung geschickt werden. Ich kenne z.B. Xing ganz gut. Wenn ich mit dem iPhone auf die Seite gehe, das ja mit dem eingebauten Safari-Browser sehr gut in der Lage ist, die normale Website zufriedenstellend anzuzeigen, werde ich aber auf die mobile Version und dann auf die iPhone-Version umgeleitet. Ich hasse das. Denn erstens sieht alles anders aus, zweitens ist das User Interface wesentlich schlechter zu bedienen (der Back-Button funktioniert nicht mehr), drittens gehen die Parameter z.B. für Nachrichten unterwegs verloren, und viertens ist der Inhalt eingeschränkt. Dito bei Amazon. Ich suche aber vielleicht genau dieses Feature. Also bitte lasst mir mein Web. Ein Web für alle genügt völlig.

  2. @Martin: Die Unterscheidung zwischen mobilen Applikationen und „mobilem Web“ ist wichtig und mag im Post ein wenig zu kurz gekommen zu sein.

    Zum Punkt Insellösung bin ich der Meinung, dass schlanker und reduzierter Inhalt auch im „mobilen Web“ sinnvoll sein kann.
    Wichtig ist, dass es dem User überlassen werden soll, ob er auf der „mobile“ optimierten Webseite oder auf der „normalen“ Webseite surfen will. Ein Test-Aufruf von Xing hat mir gezeigt, dass dort ein link „Zur Web.Ansicht wechseln“ angeboten wird. Noch besser geht doodle.ch mit dieser Thematik um. Dort wird man auf einer Zwischenseite explizit gefragt, ob man auf die Mobile-Version wechseln möchte (nachdem ein beliebiger Mobile-User-Agent erkannt wurde). Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn man grad kein „iPhone ähnliches Smartphone“ in der Hand hält.

    Für dein Web sehe ich also keine Gefahr, solange der User nicht mit einer erzwungenen „mobile-Version“ bevormundet wird.

  3. Noch einfacher geht es mit einer eigenen URL ala iphone.namics.com oder http://www.namics.mobi dann kann jeder entscheiden, was er will (oder auch nicht will).

    Automatische Umleitung finde ich schon bei manchen Diensten nervig, wenn ich automatisch auf die deutsche Sprachversion geleitet werde, obwohl ich den englischen Dienst aufgerufen habe.
    Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.

  4. @Thomas: Eine eigene URL für den Mobile Auftritt (z.B. m.namics.ocm, mobile.namics.com, namics.com/mobile,…) würde ich in jedemfall empfehlen.

    Die Herausforderung besteht in der automatischen Weiterleitung von der „normalen“ Webseite auf die „mobile“ Webseite. Wenn es gut gemacht ist (Spracherkennung,..) finde ich es sehr sinnvoll. Zudem sollte dem User in jedem Fall die Wahl überlassen werden, welche Variante (normal, mobile) er besuchen möchte.

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