Scrum Breakfast #8

Scrum?!? Das geht bei uns nicht!

Wer sich mit Scrum auseinander setzt, wird früher oder später mit dieser Aussage konfrontiert sein.

Im Rahmen des Scrum Breakfast in Zürich, ein Event der von der namics ag gesponsert wird, gab es bereits viele Kommentare und angeregete Diskussionen mit Lösungsansätzen, wie man diese Frage beantworten – oder besser sorgar umgehen kann. Beim kommenden Scrum Breakfast am 02. Juli 08 wird Francois Bachmann von SPRiNT-iT Suisse SA das Thema aufgreifen und Antworten geben können.

Titel: Scrum Breakfast: Scrum?!? Das geht bei uns nicht!
Ort: namics Zürich, Konradstrasse 12/14, 8005 Zürich (map)

Anmeldung: per xing.com Event.

Mozilla Download Day

Firefox 3

Heute ist der Mozilla Download Day! Ab den Abendstunden steht Firefox 3 zum Download bereit. Mozilla hat sich vorgenommen, mit den meisten Downloads in 24 Stunden ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen. Das ist selbstverständlich nur ein Marketing-Trick, um der Nachricht des neuen Releases mehr Wert zu verleihen, aber man bekommt einen exzellenten Browser dafür, und irgendwie cool ist es schon, an dem Weltrekord-Versuch teilzunehmen.

Firefox 3 ist schneller und es gibt nun auch endlich die Firebug-Extension dafür, ohne die Entwickler nicht leben können. Aber für mich ist das herausragende Feature die vollständige Unterstützung des W3C-Standards für Accessible Rich Internet Applications. Das bedeutet so viel wie barrierefreies Web 2.0. Das ganze Bling-bling der heutigen Web-Applikationen lässt sich mit etwas Sorgfalt zugänglich machen für Screenreader. Elemente bekommen mehr Semantik, ihre Zustände können definiert werden, Beziehungen zwischen Elementen werden hergestellt, und für Teile der Seite, die dynamische Inhalte haben, gibt es nun Methoden, Menschen zugänglich darüber zu informieren, wenn sich Inhalte ändern.

Zudem bedeutet der Release auch, dass wir den Browser bei zukünftigen Projekten im Sinne des Graded Browser Supports unterstützen werden. Für Firefox 2 gibt es von Mozilla noch ein halbes Jahr Support, danach können wir ihn auch ignorieren. Graded Browser Support ist ein pragmatischer Ansatz, Websites bei maximaler Kosteneffizienz für die größtmögliche Reichweite zu testen. In der Praxis bedeutet das Internet Explorer 6 und 7, Firefox 2.x und 3.x, Opera 9.x und Safari 3.x. Da sich die Browser selbständig aktualisieren, steht das „x“ immer für die neueste nicht-beta Version. Also Firefox 2.0.0.14, nicht Firefox 2.0.0.1 bis 2.0.0.14.

In der Zwischenzeit können wir uns noch den ganzen Tag auf Firefox 3 freuen, und heute Abend gibt es einige Parties. Leider nicht so viele in Deutschland und der Schweiz, aber unsere Münchner Kollegen können heute Abend bei Mozilla feiern gehen!

BITV 2.0 am grünen Tisch?

Seit im Dezember 2006 der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, MdB Franz Thönnes, ankündigte, dass die Barrierefreie Informationstechnologie-Verordnung (BITV) mit Hinblick auf die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 überarbeitet werden sollte, war ich interessiert zu erfahren, wer an dieser Arbeitsgruppe mitwirken würde. Bisher erfolglos. Denn anders als in den Schweizer Richtlinien (PDF, 162 KB) sind der Prozess der Erarbeitung der Richtlinien sowie die daran Beteiligten völlig untransparent. Man sucht vergebens Einträge in Blogs, und es gibt keine Diskussionen auf öffentlichen Mailinglisten. In einer Szene, in der die Transparenz der Web Accesssibility Initiative (WAI) des W3C ein stetiges Gesprächsthema ist, verwundert das ein wenig.

Im Rahmen der Antworten zu einer parlamentarischen Anfrage (PDF, 465 KB) an die Bundesregierung sind einige Dinge deutlicher geworden:

  • Seit Mai 2007 befasst sich eine Arbeitsgruppe mit der Aktualisierung der BITV. Die Arbeiten sollen bis Sommer 2008 abgeschlossen sein.
  • An der Arbeitsgruppe beteiligt sind Vertreter „der Wissenschaft“, der Behindertenbeauftragten und des Bundesverwaltungsamtes. Vertreter von Verbänden und Organisationen von Menschen mit Behinderungen wurden zu einzelnen Fachsitzungen gehört.
  • Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialies fördert das Aktionsbündnis barrierefreies Internet (AbI), das Projekt BIK und INCOBS. Eine tragende Rolle im AbI nimmt Prof. Dr. Christian Bühler ein. Die Vermutung liegt nahe, dass er der Vertreter der Wissenschaft ist. BIK und INCOBS sind Projekte der Hamburger Dias GmbH in Zusammenarbeit mit Sehbehinderten- und Blindenverbänden. Einige Kriterien, die speziell Menschen mit Sehbehinderungen betreffen, haben in der BITV stärkere Gewichtung als in den WCAG.
  • Die Belange von Menschen mit Lern- und geistigen Behinderungen sollen zukünftig stärker berücksichtigt werden, gerade auch in Form von Leichter Sprache. Gleichzeitig soll sich die BITV an den WCAG 2.0 orientieren, in der diese Belange eine deutlich geringere Rolle spielen. Ich bin gespannt, wie diese Gegensätze gelöst werden.
  • Der Bundesregierung sind Arbeiten an einer DIN-Norm für die barrierefreie Zugänglichkeit visueller Informationen bekannt. Das klingt nach einer weiteren Zusammenarbeit von Prof. Bühler mit DIN CERTCO. Offen gestanden bin ich nach dem Flop der DIN-Zertifizierung etwas skeptisch, was den Erfolg eines solchen Projektes anbelangt.

  • Seit 2002 sind erst acht Zielvereinbarungen zwischen Unternehmen und Behindertenverbänden abgeschlossen worden. Zielvereinbarungen sollten ein Instrument sein, um Wirtschaftsverbände freiwillig an die BITV zu binden. Bislang scheiterte dies offenbar an dem hohen Aufwand und Komplexität solcher Verhandlungen verbunden mit der Tatsache, dass Behindertenverbände auf eigene Kosten und oft mit überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeitern von dieser Aufgabe überfordert sind. Das gleiche gilt für das juristische Instrument der Verbandsklage, das noch seltener genutzt wurde. Die Landschaft stellt sich in Deutschland einfach anders dar als etwa in Großbritannien, wo es mit dem Royal National Institute of the Blind und seinen Schwesterinstituten handlungsfähige, nationale Organisationen mit mehreren tausend hauptamtlichen Mitarbeitern als Interessenvertretungen gibt.
  • Die Bundesregierung sieht Barrierefreiheit, anders als die Europäische Kommission (Seite 141; PDF, 2,7 MB), bei öffentlichen Ausschreibungen über das bislang übliche Maß nicht als Auswahlkriterium zwischen Bewerbern.

Mir stellen sich dabei einige Fragen. In der Schweiz herrscht eine Konsensgesellschaft. Man bemüht sich, mit allen Beteiligten in Dialog zu treten. In der mutmaßlichen Zusammensetzung und Zielsetzung der deutschen Arbeitsgruppe nehme ich hingegen drei Lücken wahr: die Hochschulausbildung, die europäische Harmonisierung, und die Alltagstauglichkeit.

  1. Ein Schwerpunkt in den Richtlinien und Empfehlungen anderer europäischer Länder ist die Ausbildung. Die schwedischen Richtlinien (PDF, 1,3 MB) sprechen davon, dass 80% der Barrieren durch Unwissenheit enstehen, nur 20% sind Bugs. Opera und das Web Standards Project stehen kurz vor dem Abschluss eines Curriculums für barrierefreie Gestaltung von Websites. Und das mit Mitteln der Europäischen Kommission geförderte Inclusive Design Curriculum Network hat seine Arbeit bereits 2004 abgeschlossen. Das renommierte Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) war daran beteiligt. Leider ist niemand von FIT zur Mitarbeit an der BITV eingeladen.
  2. Die BITV ist bisher stark technikgetrieben. Vor einem Jahr habe ich zwei Generationen von Modellen identifiziert: die erste Generation hält sich wie die BITV eng an die technischen Checklisten der WCAG 1.0. Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern die automatische Prüffähigkeit. Die zweite Generation wächst darüber hinaus. Hier finden sich ganzheitliche, nachhaltige Ansätze. Ein starkes Anliegen der Europäischen Kommission ist es, diese national und zum Teil sogar regional fragmentierten Gesetzgebungen zu harmonisieren (a.a.O., S. 143). Zu diesem Zweck gibt es eine mit europäischen Fördermitteln unterstützte Arbeitsgruppe der W3C WAI. Sie wurde zwar auf verschiedenen Ebenen hinzugezogen, dennoch deuten die Anzeichen mehr darauf hin, eigene Schwerpunkte und Formulierungen in der BITV finden zu wollen, statt im Kern einfach auf das Original oder eine autorisierte Übersetzung zu verweisen, wie es die Briten oder Schweizer machen.
  3. Zu guter letzt müssen sich die Richtlinien im Alltag bewähren. Soweit ich das sehe, arbeiten bislang Vertreter aus Wissenschaft, Behörden und Behindertenverbänden zusammen. Sie haben Kompetenz in den Anforderungen, die Menschen mit Behinderungen an Informationstechnologie stellen. Sie können mit assistiven Technologien umgehen. Aber wer von ihnen kann eine komplexe Website mit zeitgemäßen Mitteln erstellen, und wer kennt sich intim mit den Browsern aus? Es gibt bei den Browserherstellern anerkannte Experten zu Barrierefreiheit, in Deutschland etwa Marco Zehe bei der Mozilla Foundation. Yahoo! und Google sind Innovationsführer im Markt und haben die Expertise, ihre progressiven Anwendungen barrierefrei zu machen. Standardgruppen wie das Web Standards Project oder die Webkrauts befassen sich intensiv auch auf nationaler Ebene mit Barrierefreiheit. Große Agenturen realisieren barrierefreie Auftritte. In der Schweiz oder in den Niederlanden wurden sie in die Arbeitsgruppen einbezogen. In Deutschland bislang Fehlanzeige.

Sollte man sich nicht bemühen, alle Stakeholder in den Dialog zu integrieren und diesen öffentlich zu führen? Inhaltlich hingegen setzen andere europäische Gesetzgebungungen die WCAG als gegeben voraus und legen darum ihre eigenen Schwerpunkte in der Beratung und Empfehlung von Best Practices (PDF, 821 KB). Sie schaffen damit Kompetenz und Vertrauen bei Kunden und Behörden, die sich auf dem neuen Terrain oft unsicher fühlen.

Bereits heute gibt es im internationalen Vergleich Defizite der deutschen Verordnung. Nun gäbe es die Chance, die Qualität und die Akzeptanz der BITV deutlich zu stärken.

Da hat einer aufgepasst (oder: Es ist Freitag der 13.)

Heute, Freitag, 13. Juni im Tages-Anzeiger: Gross und in Farbe. Eine Anzeige für die Konferenz der Orbit-iEX, die ziemlich genau vor 3 Wochen stattgefunden hat. Was soll ich da noch sagen… oder wem noch Handouts fehlen, hier der Link zu den Präsentation (dieses Jahr 11) mit Beteiligung von namics: blog.namics.com/orbitiex/

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PS: Auch heute herausgekommen, die Rangliste der Bewertung der Referate durch die Besucher. Luzia Hafen landete mit „Internet für ALLE – virtuelle Grenzen überwinden“ auf dem ersten Platz aller Referate gemessen an „Mix Inhalt-Präsentation-Dokumentation“ und auf Platz zwei für „Bezug auf den Nutzwert“. Ein grosses Bravo und Danke!

OSGi – Eine Technologie wird (endlich) erwachsen

Es ist aus… ja… die Schweiz hat ihr zweites EM-Gruppenspiel gegen die Türkei verloren…!! Ich sitze hier in Antwerpen an der SpringOne 2008 und habe mit der Schweizer Nati mitgefiebert… in einem irischen Pup… mit belgischem Bier und gefüllt mit türkischen Fans… vergebens… na ja… das musste ich einfach kurz loswerden, bevor es zum eigentlich Thema geht…

Ja… wie bereits gesagt… ich bin momentan in Antwerpen, Belgien. Hier findet zum dritten Mal die SpringOne in den Räumlichkeiten der Metropolis statt. Und das – vermutlich – zum letzten Mal, wie ich vernommen habe… was nicht allzu schlecht ist, denn Antwerpen ist rein reisetechnisch wirklich nicht gerade gut zu erreichen… Locations gäbe es sicherlich optimalere… Amsterdam ist im Gespräch… aber das sind nur Gerüchte… :-)

Der heutige Tag stand bei mir hauptsächlich unter dem Thema OSGi. Eigentlich kaum zu glauben, wie lange es dauert, bis eine Technologie sich am Markt beginnt durchzusetzen. Insbesondere dann, wenn keine wirklich grosse Marketing-Maschinerie a la Microsoft vorhanden ist und es sich erst noch um eine Spezifikation handelt. Aber – und das sage ich immer wieder – gute Technologie setzt sich auf lange Sicht hin durch.

Was eigentlich vor beinahe 10 Jahren!! in einer Art Allianz behonnen hat, ist erst im Jahre 2008 in der Web-Applikationsentwicklung angekommen. Schade eigentlich, denn OSGi hilft bei einigen grundlegenden Problemen wie Versionierung von Java-Typen enorm. Nun denn, mit der SpringSource Application Plattform steht nun erstmals eine serverseitige OSGi-Infrastruktur zur Verfügung, um Webapplikationen zu entwickeln und als Bundles zu deployen.

OSGi zu Fuss ist hart. Das API ist sehr low-level und erinnert mich irgendwie an JDBC und andere low-level API’s. Spring-sei-Dank oder Dank Spring Dynamic Modules, welches Costin Leau von SpringSource in einem eigenständigen Vortrag beleuchtet hat, ist es mir als Entwickler jedoch sehr einfach möglich, OSGi-Bundles und Services zu entwicklen, ohne dass ich mich um diese technologischen Details zu kümmern brauche.

Ok… mit OSGi löse ich keine bislang ungelösten Business-Probleme… aber es löst mir einige engineering-technische Probleme, welches die Wartung (was in der Regel immerhin der grössere Teil der Gesamt-Projektkosten ausmacht) eines Softwaresystems erheblich erleichtert.

2008 wird nicht das Jahr der Schweizer Nati… aber das Jahr von OSGi… ganz sicher… :-)

GUTOR we had a problem

Leider ein illustratives Beispiel von Murphy. Je länger je mehr der Komponenten beoi uns sind redundant ausgelegt (inkl. Dual-Homing des Internet-Anschlusses und Klima). Selbst unsere GUTOR hat nicht nur 10Ah Reserve, ist aber nach Angabe im Prospekt auch erdbebengeprüft (1E) etc….

…gestern Abend um 19:01 Uhr war es aber plötzlich dunkel im Serverraum. Ganz dunkel und namics in St.Gallen war gestern ein paar Stunden offline. GUTOR hatte seinen Geist aufgegeben. Oder in anderen Worten waren wir dank unserem USV-Doppelumwandlungs-System PDW (unterbruchsfreien Stromversorgung) die in einem eigenen Brandabschnitt vor sich hin schnurrt und dabei dauernd „Strom streichelt“, häufiger ohne Strom als wenn wir das teure Gerät nicht hätten. Schade eigentlich.

Ein Teil des Piketts war noch im Haus und somit war nicht EM im 4. Stock angesagt, aber Wiederanlauf aller namics Server und Systemkomponenten (hundert reicht nicht). Doch nach der Überbrückung war der Anlaufstrom zu hoch und die Sicherungen hatten ihren Teil zu vermelden. Da alle Systeme absichtlich an zwei Phasen hängen, war das dann eine ziemliche Sisyphusarbeit (die am Ende dann aber zum Erfolg führte). Damit es aber nicht so einfach ist, vermeldete der zentrale Router (mit GB-Glas drin), dass er nun auch auf „kaputt macht“ und zudem noch ein paar Anwendungen die nicht einfach so los rennen… 23.11 Uhr wieder online und 1.15 Uhr das letzte System „up and running“.

Viiiiielen dank an Thomas und Adi. So eindrücklich sieht übrigens unser kranker Kandidat im Prospekt aus. Bei uns hat er aber kläglich versagt…

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Die Katze aus dem Sack und die Konversion gleich Null

Nach fast einem Jahr der Gerüchte kommt der kleine Wurf: Das allerseits erwartete iPhone mit 3G wurde anlässlich der Entwicklerkonferenz WWDC 2008 auf dem 11. Juli in 22 Ländern angekündigt. Und was passiert?

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Aber auch wenn der Dienst läuft und die Seite viele nette Infos zeigt, so scheitert das Erlebnis spätestens beim Klick auf den „Jetzt kaufen“-Button. Dort werden nämlich nur zwei Links präsentiert. Einer auf die Homepage von Orange in der Schweiz (www.orange.ch) ohne jeglichen Hinweis auf das iPhone. Nicht viel besser ist der Link auf die Swisscom Homepage (www.swisscom.ch) auf welcher sich zwar ein kleine iPhone-Teaser zeigt, aber auch hier gibt es weder eine Bestell- noch eine Kaufmöglichkeit.

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Oder in kurz: Viele Leads und Null Konversion… schade eigentlich.

Vortrag: Integrierte Kommunikation

Heute bin ich in Frankfurt auf dem Online Marketing Forum und referiere zum Thema „Integrierte Kommunikation“.

Insbesondere plädiere ich hierbei für eine stärkere Integration von traditionellen mit den neuen Online-Medien, da meiner Meinung nach ein effizienter Dialog nur so möglich ist.

Im Rahmen der Diskussion und anschließenden Gesprächen konnte ich erkennen, dass die Notwendigkeit einer integrierten und umfassenden Kommunikationsstrategie durchaus gesehen wird, häufig aber an der Umsetzung und politischen Wiederständen scheitert.

Download des Vortrags: „Integrierte Kommunikation – Potenziale einer konsistenten Außendarstellung [pdf, 1MB]“

Vielen Dank noch an Melanie und Simon, die an unserem kleinen Stand für Fragen zur Verfügung stehen!

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Sprinting to Success (oder Scrum zur Unternehmensführung)

Im Rahmen des Scrum Breakfast war Prof. Stuart Read der IMD in Lausanne bei namics zu Besuch. Er moderierte eine angeregte Diskussion über die von Ihm verfasste Fallstudie der Firma Guidewire [pdf, 216KB], welche Scrum als Organisationsprinzip für die ganze Firma umgesetzt hat.

Stuart startet sofort den Dialog und lässt die Fallstudie von einem Teilnehmer zusammenfassen. Danach führten vier Fragenkomplexe durch die 2 Stunden und erst in den letzten 15 Minuten zückt er eine Powerpoint, von der er nur ein Slide zeigt (und des Rest als Handout abgibt). Sehr aktiv, spannend und eloquent. Seybold, der Firmengründer von Guidewire, war zusammen mit Stuart im College und daher gab es viele weitere Details die nicht im Papier drin sind (Management lese halt nicht mehr als 5 Seiten). Die zentralen Fragen der Diskussion waren:

1) Würden Sie bei Guidewire arbeiten wollen?
2) Wie muss eine Firma „für Scrum“ rekrutieren?
3) Würden Sie Guidewire-Produkte selbst kaufen?
4) Soll Guidewire diesen Ansatz trotz der Grösse (300 Mitarbeiter, stark wachsend) und einem geplanten Börsengang weiterführen?

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Im Raum sassen etwa 30 Leute mit Scrum-Erfahrung und auf der anderen Seite brachte Stuart seine Erfahrungen mit ein, wenn er die Fallstudie bei grossen Firmen zur Diskussion stellt.

Die erste Frage wurde im Raum mit einem klaren ja beantwortet, führt bei Firmen aber zu einer starken ja/nein-Polarisierung. Weshalb würde jemand nicht in einer mit Scrum geleiteten Firma arbeiten wollen, obschon es Wert schafft? Möglicherweise ist es einigen Leuten zu transparent und zu kompetitiv und somit zu anstrengend; Oder gar schlecht für die Karriere. Stellen Sie sich vor, der „verdiente“ Titel ist weg und jeder muss sich im Arbeitskontext täglich beweisen. Nun ja, für namics normal, für andere Firmen halt nicht.

Wie rekrutieren? Die Antwort in der Essenz wohl: „The Scrum Way“ resp. lasst das Team entscheiden. Also die Bewerber in den Arbeitskontext tun und dann die Mitglieder des Teams fragen, ob sie die Person als Verstärkung wollen. Spannend, denn genau so macht es namics. Interessant auch die „Gegenaussage“ von Seybold „don’t hire for expertise“ wohl ergänzt um „but for personality“. Trifft den Punkt!

Eine längere Diskussion fand um den Punkt statt, ob jemand die agil produzierte Standardsoftware kauft oder die Wahrnehmung von aussen zu chaotisch ist. In Essenz muss der Käufer Vertrauen in den Verkäufer haben. Und wie stelle ich dies sicher? Die richtige Sprache (Geschäft verstehen), immer liefern was ich verspreche, gute Referenzen, nicht mit den Controllern sprechen ;-) u.s.w. Dieser Punkt ist der zentralen Punkt in der namics Einführung, nämlich die Erklärung, dass Professional Service immer so funktioniert (resp. wie entscheide ich, ob ich einem Arzt trauen kann). Basis sind unsere verbindlichen „namics Professional Ethics Principles“ mit elf einfachen, aber essenziell wichtigen Regeln wie „Respect for the Individual“ (keine fachliche Hierarchie und Anerkennung der Leistungen der aller Disziplinen), „Accepting Projects“ (nur Projekte annehmen, welche wir auch wissen, dass wir diese exzellent liefern können) oder „Internet Principles“ (nichts tun, was gegen Internet-Prinzipien verstösst). Für die Leute im Raum war es klar: Wir kaufen. Für Manager grossen Firmen evt. nicht.

Und schlussendlich ein spannender Aspekt, zusätzlich zum Wachstum von Guidewire. Die Firma plante einen Börsengang… Wie soll sie dem Kapitalmarkt erklären, dass die Bereichsleiter jeden Monat wechseln etc. Die Realität vorweg: Der Versuch einen „gray hair“ CEO von IBM zu sich zu nehmen um den Börsengang vorzubereiten, endete in einer Entlassung desselbigen. Und Guidewire ist immer noch 100% Scrum, heute mit 500 Mitarbeiter und sehr kleinen Scrum-Teams mit 3-6 Leuten (pods genannt).

Und zm Schluss noch das PPT-Slide resp. eine die empirische „Hammerstudie“ von John F. Helliwell and Haifang Huang, welche den IMD-Kunden wohl zu denken gibt: Well-Being and Trust in the Workplace [pdf, 152KB]. Darin wurde die Frage gestellt, wieviel die folgenden Faktoren der Arbeitszufriedenheit in % des Lohnes wert sind.

– Enough time to finish: 11%
– Using high skills: 19%
– Variety in your job: 21%
– Trust in management: 36%

Spannend! Und vielen Dank Stuart und Peter für die Organisation.

Fussballwochenende oder Spenden für einen guten Zweck

Die Geschichte schmerzt, aber für den Blick in die Zukunft gibt es viele gute Zeichen. Damit in möglichen heikeln Momenten nichts schief gehen kann, dürfen auf www.wir-treffen.ch (verwandelte) Penalties für die Schweizer Nationalmannschschaft gespendet werden. Wie viele es braucht weiss ich nicht, also lieber ein paar auf Reserve ;-)

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Hier geht es zur „Spende“

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