Bewerbungen auf Papier haben schlechtere Karten

Viele Leute schreiben über Tipps bei der Job-Suche. Marcel Widmer widmet dem Thema einen ganzen Weblog, Patrice schrieb mal eine fünfteilige Serie (Lerne Englisch ,Learn, read, learn, read, … ,Write & Publish ,Knowledge management ,Publish your projects) und ich bin sicher, dass es viele weitere Infos im Web gibt.

An dieser Stelle nur etwas ganz praktisches: Suchst Du in der Beratung oder Informatik einen Job, so soll die Bewerbung elektronische aufbereitet sein. Weshalb?

Erstens: Die Medienkompetenz „Online / Web / Internet“ ist in diesen Branchen ein wichtiges Kriterium. Du kannst also nur punkten, wenn Du Dich hier gekonnt bewegst.

Zweitens erlauben elektronische Bewerbungen eine ganz andere Qualität der Darstellung und alle anderen Vorteile von Online wie beispielsweise ein Tracking. Aber: Nicht nur einen Link schicken; Zusätzlich einen Link schicken.

Und drittens (und das ist der Grund des Posts): Praktikabilität beim Empfänger. Bei namics hat ein Kandidat im Rahmen der Bewerbung Kontakt zu rund 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein grosser Teil davon wird die Bewerbungsunterlagen anschauen, also werden die Bewerbungen in der Datenbank verwaltet. Das ist wohl in allen Firmen so. Papierunterlagen müssen wir somit zuerst zerlegen und scannen. Diese Scans sind deutlich grösser sind als gut gemachte elektronische Bewerbungen, was bei mir während dem Download Ungeduld auslöst. Und schlussendlich das Zurückschicken des Papiers („die Post sagt danke“).

Ich bin überzeugt, dass Papierbewerbungen zumindest in unseren Gefilden als mühsamer empfunden werden und somit die Chancen der Bewerbung schlechter sind. Also bitte elektronisch.

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Scrum Breakfast in Zürich, 6. Februar 2008

Die ersten Scrum Breakfasts stehen unter dem Zeichen „ Erfahrungsberichte aus der Praxis“. Im Februar, berichtet Marcello Leonardi, Scrummaster des namics-Projekts White Label Classifieds. WLC — im Markt unter der Name Publisherconnect bekannt – welches die Basis von mehreren Rubrikenmarktplätz Plattformen ist. Prominente Beispiele sind NZZexecutive.ch, Publicjobs.ch, osthome.ch, pilote.ch und viele anderen. Marcello ist Teammitglied seit über 1 Jahr und seit ca. 6 Monate Scrummaster. Er berichtet über das Projekt, sowohl aus der Sicht des Entwicklers wie auch der des Scrummasters.

Themen:

* WLC Projekt Übersicht
* Einführung von Scrum im WLC Projekt
* Entwicklungs-Snapshot – Projektstand (Release 5.0) mangaged by Scrum
* Leasons Learned

Anschliessend gibt es Fragen, Diskussion und Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmer. Ebenfalls lädt Sie namics wie immer zu Kaffee und Gipfeli ein.

Datum: 6. Februar 2008 (immer den 1. Mittwoch des Monats)
Zeit: Türöffnung 8.00 bis 10.00, Vortrag 8.35 bis ca. 9.00
Ort: namics zürich, konradstrass 12/14, 8005 zürich
2 minutes from Zürich HB near Tram stop Sihlquai/HB

Anmeldung per E-mail an mich oder lieber per Xing Event.

P.S. Für Ihre Agenda – Der nächste Scrum Breakfast findet am 5. März 2008 statt. Es geht um einen Langzeit-Erfahrungsbericht. Jiri Lundak, Sr. Projekt Leiter bei Löwenfels Partner AG in Luzern und einer der ersten Certified Scrum Master der Schweiz überhaupt, reflektiert über Scrum nach über 4 Jahren Erfahrung bei der Entwicklung von Lösungen für kantonale AHV-Ausgleichskassen.

Nach wie vor sind Vorschläge für zukünftige Anlässe sehr willkommen.

Hat die Boing 787 ein Netzwerkproblem?

Ich kann mich sehr gut an das Ritsch & Renn Cartoon in der c’t Ausgabe 1/2003 erinnern und habe herzlich darüber gelacht. Auch das „Skalierungsproblem“ des Airbus 380A fand ich lustig aber nun ist es möglicherweise nicht mehr so locker.

Hier zuerst noch der Cartoon über den ich herzlich gelacht hatte:

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Nun nun zu der seriösen Quelle: Die amerikanische Luftaufsichtsbehörde FAA publizierte am 2. Januar einen Bericht mit dem Titel: „Special Conditions: Boeing Model 787-8 Airplane; Systems and Data
Networks Security–Isolation or Protection From Unauthorized Passenger
Domain Systems Access
„.

In Kurzform steht da drin, dass beim neusten Boeing Flugzeug dem 787-8 das Computernetzwerk, welches den Passagieren zur Nutzung zur Verfügung steht ungenügend von einem Durchgriff auf das Netzwerk geschützt ist, welches „plane control“, „navigation“ und „communication systems“ steuert. Und das in einem offiziellen Bericht?! Ich wäre gerne beim Krisenmeting bei Boeing „Fliege an der Wand“.

Quelle: Bruce Schneier „Hacking the Boeing 787″

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In den USA publizieren 59% aller Teens Internetinhalte

Das Pew Internet & American Life Project ist immer wieder eine spannende Quelle für Fakten. Ja, USA ist nicht Europa, doch die genaue Lektüre lässt Trends erkennen, die nicht ganz ohne sind. Heute im Angebot: Internet als bidirektionaler Kanal resp. die Wichtigkeit des Internets bei Jugendlichen als Konversationsmedium.

Befragt wurden Ende 2006 die Eltern von Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Dann die üblichen Sachen wie wer ist online, wie viele Computer stehen rum etc. Und nun zu Web 2.0 „Funktionen“.

55% aller Jugendlichen nutzen „Social Networking Sites“ also Sachen wie myspace oder Facebook. Und 50% aller Jugendlichen lesen Weblogs. Eng daran hängt das Ergebnis, dass 59% aller Jugendlichen (resp. 64% der Jugendlichen die Online sind) selbst Inhalte publizieren. Das sind privates Websites, Foto- und Video-Sites oder Blogs.Und die Zahlen sind schon ein Jahr alt!

Stolze Zahlen, wenn man bedenkt, dass Internet vor kurzer Zeit noch zur unidirektionalen Verteilung missbraucht wurde (gedacht war es immer als Update-Medium, deshalb hatten Browser wie der Netscape Navigator Gold Edition auch einen Edit Button).

Hier noch eine Tabelle mit den Hauptbeschäftigungen:

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>> Die gesamte Studie findet sich hier.

Ich meine diese Trends gibt es auch bei uns… und ich bin mir nich mal so sicher, dass die Zahl in der Schweiz oder auch in Deutschland viel tiefer wäre (evt. wüssten es die Eltern einfach nicht).

Microsoft Enterprise Search: 100 % – Setup completed!

News nicht von heute, sondern von gestern, aber noch länger relevant: Microsoft und Fast geben bekannt, dass Microsoft den Suchspezialisten Fast Search [dort könnte man sich vielleicht schon mal angewöhnen, etwas mehr im Bereich externe Kommunikation zu machen, die Akquisition durch Microsoft ist gut versteckt bloss auf der „Stock Exchange Announcements“ Seite erwähnt] kauft.

Die Details, direkt ab Quelle, resp. von der Käuferseite liegen hier.

Was heisst das nun? Der Produke Line Up im Enterprise Search Bereich bei Microsoft ist somit komplett. Lokal auf dem PC die Desktop Suche, für „normale / Standard“-Suchbedürfnisse der Search Server 2008 in 2 Varianten: einmal als Freebie zum ausprobieren und/oder für wirklich kleinere Einsätze und einmal fully blown als „normale/bezahlte“ Software, und, wie wir seit gestern wissen für High-End Einsätze die Fast Produktelinie. Die sich schon Einiges an Reputation und Markt erworben hat. Das sage nicht ich, sondern die üblichen Auguren, Gartner und Forrester.

Das Ganze natürlich mit etwas Verzögerung: Search Server Release geplant im 1. Quartal 2008, Integration der Fast-Produkte im Lauf des Jahres [meine Schätzung], kann man davon ausgehen, dass der Enterprise Search Setup von Microsoft auf Ende 2008 richtig komplett sein wird. Womit sich das Bild im Enterprise Search Game wieder massiv verändert hat.

Ich bin gespannt auf die Reaktion aus Mountain View.

Lustige Begebenheit am Rande der Bekanntgabe der Fast-Akquisition: Microsoft Exec Jeff Raikes war sonntags etwas schusslig unterwegs: Er verschickte am Sonntag einen Media Alert an die geneigte Presse, in dem er „wichtige Neuigkeiten“ für Montagmorgen ankündigte; und zog den Alert schnell wieder zurück [aber nicht schnell genug, um ihn den Journalisten wirklich vorzuenthalten]. Was natürlich die Neugier massiv vergrösserte und die schreibende [US-]Zunft zu Spekulationen [„Geht Raikes?“] motivierte. Alles Nonsens, die Ankündigung am Montag war dann eben die Akquisition von Fast. Nachzulesen, nachzuvollziehen hier.

Die Musikindustrie hat es langsam Begriffen und die Printverlage?

Ich sage es seit über 10 Jahren und hier nun zum letzten Mal: Solange der Mensch Information analog aufnimmt (über Augen und Ohren) wird es NIE eine funktionierenden Kopierschutz geben. Die Industrie kann sich also geruhsam darauf einstellen… Die Gegenbeispiele von konsumentenfeindlichen Kopierschutzsystemen kennen Sie wohl (und auch den 15 jährigen der das Ding sowieso knackt).

Nachdem die Musikverlage es fast komplett versaut hätten, scheint die Vernunft nun einzukehren. Nachdem Apple im Musik Store seit geraumer Zeit ohne DRM verkauft und auch Amazon nachgezogen ist, folgt nun das „enfant terrible“ Sony BMG. Sony waren die, welche es sogar geschafft haben einen Kopierschutz einzubauen der sich wie Schadsoftware versteckt.

Nach einem Artikel in Business Week wären somit alle grossen Musikverlage inkl. EMI, Vivendi und Warner vernünftig geworden (und die kleine verteilen ihre Musik sowieso nur noch Online auf Community-Sites ohne Kopierschutz).

Mit den Elan dieser Nachricht bin ich dann gleich auf die neu verpackte Video Plattform http://tv.msn.com/ von Microsoft auf der es vielen Serien hat und habe mit beispielsweise bei 24 gleich die Nase blutig geschlagen „the requested video cannot be displayed in your region“… Das ist noch (weltweites) Internet für Warmduscher.

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Aber schreiben wollte ich ja auch über Print. Auch dort kehrt teilweise Vernunft ein. Als einziges mir bekanntes lobenswertes Beispiel in der Schweiz hat die Handelszeitung seit ihren Redesign alle ihre Inhalte (mit einem tag Verzögerung) gratis online. Bravo!

Und auch der Spiegel kündigte an, dass alle Artikel seit der Gründung des Blattes im Jahr 1947 und die Artikel von Spiegel Online kostenlos online abrufbar zu machen. Auch hier Bravo (resp. ich freue mich darauf).

Vor diesen zwei Beispielen sind in den USA bereits einige der Pay-Walls (verstecken von Artikeln hinter Bezahl-Schranken) verschwunden. So auch bei der New York Times.

Und nun die Frage: Wann lernen die „andern“ (endlich)?

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