Rich Internet Application – JavaFX

Ein interessantes Thema, das schon einige Zeit immer wieder kontrovers diskutiert wird, ist nun auch von Sun mit JavaFX aufgenommen worden. Da ich bis dahin JavaFX nur aus den Schlagzeilen gekannt habe, nahm ich die Gelegenheit war, mir diesen Vortrag gestern an der Javapolis ’07 anzuhören.

Jim Weaver hat in seiner Präsentation (übrigens komplett in JavaFX gemacht) einige wirklich coole Dinge gezeigt, die man mit JavaFX auf einem Desktop machen kann – vor allem im graphischen Bereich.

Warum aber hat nun auch Sun den Schritt in den RIA-Markt gemacht?

Nun, meiner Meinung nach werden sich die Webapplikationen der nächsten Jahre nicht mehr ausschliesslich auf den Webbrowser beschränken. Dazu sind die Interaktionen (trotz Web 2.0) einfach zu eingeschrankt. Webapplikationen, also Anwendungen, die sich über Internet-Technologien definieren, werden künftig mehr und mehr in die Endbenutzer-Umgebungen integriert werden.

Microsoft und Adobe haben mit Silverlight bzw. Flex bereits einen Schritt in diese Richtung unternommen. Zusätzlich haben sicherlich der Erfolg von Skriptsprachen wie Ruby/JRuby, etc. auch dazu beigetragen, diesen Schritt auch auf Seiten von Sun zu machen.

Wie ist JavaFX zu beurteilen?

JavaFX reiht sich reibungslos in den Technoligie-Stack von Sun ein. Das ist sicherlich ein Vorteil. Im Vortrag von Jim Weaver ist mir jedoch aufgefallen, dass ziemlich viel Code zu produzieren ist, d.h. hier sind sicherlich die Toolhersteller noch gefordert, da ich persönlich so viel Code nicht selber schreiben möchte… :-)
Generell denke ich jedoch hat Sun hier noch ziemlich viel zu seinen Konkurrenten aufzuholen, da es im Vergleich zu Flex von Adobe ziemlich „altbacken“ daher kommt. Auf der anderen Seite hat JavaFX innerhalb von Sun eine ziemlich wichtige Stellung eingenommen, wie mir dies heute morgen in der Präsentation von James Goslin aufgefallen ist, als er so die wichtisten Aktivitäten im Java-Bereich von Sun aufgezeigt hat.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Dinge in den nächsten ein bis zwei Jahre entwickeln.

Mehr Infos zu JavaFX sind unter http://openjfx.dev.java.net/ zu finden.

2 Gedanken zu “Rich Internet Application – JavaFX

  1. RIA ist zweifelsfrei ein riesen Trend. Allerdings glaube ich nicht dass der Weg von Browseranwendungen hin zu lokal synchronisierten Pendants gehen wird. Die Nachteile von lokalen Runtime-Engines (wie z.B. Google-Gears führen dazu, dass wie schon bei JRE die Anwendungen aus IT-Service und Sicherheitsgründen lokal nicht betrieben werden .

    Viele lokalen Offline-Applikationen werden online in Rich Browser Applications konvertiert.
    Genauso, wie Microsoft aktuell ihre Office 2007-Anwendungen nahezu 1 zu 1 in den Browser transferiert. Wage die Prophezeiung, dass sich JavaFX nicht durchsetzt.
    Schönen Gruss
    Oliver

  2. Die Bedenken bezüglich lokal synchronisierten (Offline)-Anwendungen teil ich voll und ganz. Nur hat nicht jede RIA-Anwendung diesen Anspruch. Der State muss ja nicht unbedingt lokal gehalten/gespeichert. Ich denke da eher an die Visualisierung und Interaktivtät von Anwendungen, die ihre Logik durchaus auf einem Server im Internet haben.

    Was JavaFX hier verspricht ist, dass mit der gleichen Technologie Mobile-Anwendungen wie auch Desktop-Anwendungen entwickelt werden können.

    Wie gesagt…. „verspricht“… ich bin gespannt… :-)

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