Mobile Business Blog-Serie: Was bringt die Zukunft? Spannende Eindrücke von der “Mobile Experience Design & Usability” Konferenz in Berlin

Slide aus Nick Fincks Präsentation

Nachdem wir in den letzten Wochen in unserer Blog-Reihe das Thema “Mobile” vor allem aktuelle Aspekte betrachtet haben, möchten wir im heutigen Beitrag einen Blick in die Zukunft wagen. Wo bewegen wir uns mit der mobilen Technik hin und worauf … Weiterlesen

Wo find ich nochmal? Informationsarchitektur und Intranets

Der Entwicklungsprozess des einer Informationsarchitektur

Funktionen und Inhalte in eine einfach zu navigierende Struktur bringen, geschieht nicht per Zufall. Worauf muss man bei einer Intranet Informationsarchitektur besonders achten? Weiterlesen

Die „Button-Lösung“ – Ein Gesetz zum Verbraucherschutz in Deutschland

Voraussichtlich im Sommer 2012 wird das „Gesetz zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum besseren Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher vor Kostenfallen im elektronischen Geschäftsverkehr” in Kraft treten.

Auf den Punkt gebracht: Benutzer sollen zukünftig im Internet besser vor Kostenfallen geschützt werden.

Der Gesetzentwurf mit dem schlanken Namen wurde am 02. März 2012 vom deutschen Bundestag als Teil eines Änderungspakets des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verabschiedet. Am 30. März 2012 fiel auch die Abstimmung für das Gesetz beim Bundesrat positiv aus. Bisher gilt es nur für Verträge zwischen Unternehmern und Verbrauchern (B2C), obwohl der Bundesrat vorgeschlagen hatte, die Regelung auch auf den Handel zwischen Unternehmern (B2B) auszuweiten. Dies fand jedoch keine Zustimmung.

Das Gesetz darf von deutschen Shopbetreibern in keinem Fall unterschätzt werden, denn es beinhaltet mehr als eine Umbenennung eines einzelnen Buttons, wie die gängige Umschreibung “Button-Lösung” vielleicht vermuten lässt. Die neuen Richtlinien machen wesentlich weitreichendere Änderungen im Bestellprozess eines jeden Shops notwendig machen, die teilweise bis zur Anpassung technischer Systeme führen kann, so der „Händlerbund“ (http://www.haendlerbund.de).

Grundsätzlich sieht das Gesetz folgende Änderungen vor:

Einführung eines „Kostenpflicht“-Buttons im Bestellprozess

Die Schaltfläche zum Auslösen der Bestellung muss zukünftig mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer entsprechend anderen für den Verbraucher eindeutigen Formulierung versehen sein.

Geeignet sind hierbei Begriffe wie:

  • „Zahlungspflichtig bestellen“
  • „Kostenpflichtig bestellen“
  • „Zahlungspflichtigen Vertrag schließen“
  • „Kaufen“
  • „Gebot abgeben“ (bei Auktionsplattformen)
  • „Gebot bestätigen“ (bei Auktionsplattformen)

Es muss aus der Beschriftung des Buttons also eindeutig ersichtlich sein, dass der Nutzer mit Klick eine vertragsrelevante Erklärung abgibt und seine Bestellung eine finanzielle Verpflichtung auslöst.

Nicht geeignet sind daher Begrifflichkeiten wie:

  • „Anmeldung“
  • „Weiter“
  • „Bestellen“
  • „Bestellung abgeben“.

Darüber hinaus muss die Beschriftung des Buttons „gut lesbar” sein, um zu verhindern, dass über die Schriftgröße eine „Verschleierung“ der Informationspflicht stattfindet. Außerdem ist eine zu kontrastarme Gestaltung des Buttons nicht erlaubt und er darf keine weiteren Zusätze als die eindeutige Beschriftung haben.

Informationspflichten auf der Bestellübersichtsseite 

„Unmittelbar bevor der Verbraucher seine Bestellung abgibt“, so die Gesetzesvorlage, sind folgende Informationen dem Kunden „klar und verständlich in hervorgehobener Weise“ nochmals zusammengefasst zur Verfügung zu stellen:

  • Produktbeschreibung: „die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung“
  • Mindestlaufzeit: „die Mindestlaufzeit des Vertrags, wenn dieser eine dauernde oder regelmäßig wiederkehrende Leistung zum Inhalt hat“
  • Gesamtpreis: „den Gesamtpreis der Ware oder Dienstleistung einschließlich aller damit verbundenen Preisbestandteile sowie alle über den Unternehmer abgeführten Steuern oder, wenn kein genauer Preis angegeben werden kann, seine Berechnungsgrundlage, die dem Verbraucher eine Überprüfung des Preises ermöglicht“
  • Versand- und Zusatzkosten: „gegebenenfalls zusätzlich anfallende Liefer- und Versandkosten sowie einen Hinweis auf mögliche weitere Steuern oder Kosten, die nicht über den Unternehmer abgeführt oder von ihm in Rechnung gestellt werden“.

Die Anforderungen an die genannten Informationen gehen aber noch weiter. Sie müssen darüber hinaus folgende Aspekte berücksichtigen:

Informationsvermittlung muss

  • am Ende des Bestellvorganges (am Beginn oder im Verlauf der Bestellung genügt nicht)
  • in räumlicher Nähe zur Schaltfläche (Informationen und Schaltfläche (Bestellen-Button) müssen bei üblicher Bildschirmauflösung gleichzeitig ohne scrollen zu sehen sein)
  • in unübersehbarer Weise vom übrigen Text und den sonstigen Gestaltungselementen abgehoben (nicht versteckt, sondern klar und einfach erkennbar)
  • verständlich (keine verwirrenden oder ablenkenden Zusätze)

stattfinden.

Lediglich das Angebot eines Links oder der Download eines gesonderten Dokuments mit den genannten Informationen reichen dabei nicht aus.

Als Beispiel nennt der „Händlerbund“ in diesem Zusammenhang die Bestellübersichtsseite eines Mode-Versenders:
Diese müsse künftig neben der Bezeichnung des bestellten Artikels auch Informationen zu Modell, Farbe, Größe, Material und Waschbarkeit enthalten. Alles Angaben, die bisher nur in der Artikelbeschreibung direkt am Produkt erforderlich waren.

Unser Rat

Shopbetreiber sollten sich in jedem Fall frühzeitig mit den anstehenden Änderungen beschäftigen, damit sie nicht Gefahr laufen, einem Abmahnanwalt in die Hände zu fallen.
Sowohl die Nichterfüllung der Informationspflichten nach § 312g Abs. 2 BGB als auch die Nichteinhaltung von Abs. 3 können wegen eines Wettbewerbsverstoßes geahndet werden und eine Abmahnung nach sich ziehen.

Darüber hinaus kommt bei Nichtbeachtung der Pflichten kein Vertrag mit dem Verbraucher zustande und der Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises und Abnahme der Ware entfällt.

 

Weiterführende Quellen:

http://www.haendlerbund.de/button-regelung 

http://www.haendlerbund.de/images/pdf/news/button-loesung-whitepaper.pdf

See me, hear me, smell me, touch me, taste me – oder wieviel Sinn hat digital?

Blick auf das Foyer Sofitel Bayerpost

Für viele Sinne ansprechend: Die Location des multisense Forum

Am 16.11.2011 fand in dem sehr ansprechenden Ambiente des Sofitel Bayerpost München das zweite multisense Forum statt. Ich wurde auserwählt dort einen Tag Eindrücke, Trends und Diskussionen rund um das Thema “multisensuales Marketing” zu sammeln, bündeln und intern wie extern weiterzugeben.

Als Designer bei Namics war ich bisher hauptsächlich mit dem Schaffen von visuellen Eindrücken beschäftigt und dementsprechend gespannt auf die Gestaltungsmöglichkeiten der anderen Sinneseindrücke sowie deren Auswirkung auf die (Marken-)Wahrnehmung.

Warum eigentlich multisensuale Kommunikation?
Die Tatsache, dass wir in einer überinformierten Gesellschaft leben, erlebt jeder von uns tagtäglich am eigenen Leib – der Großteil dieser Information ist dabei visueller Natur. Das hat auch seinen Sinn, denn der visuelle Ersteindruck prägt die Wahrnehmung eines Produktes und einer Marke am stärksten. Dies bedeutet jedoch auch, dass die anderen Sinne noch enormes Potential bieten, um effektiv und effizient Botschaften zu übermitteln. Insbesondere das Zusammenspiel der Sinne stellt sich dabei als besonders wirkungsvoll heraus: Eine Botschaft, die über mehrere Sinneskanäle transportiert wird, wird deutlicher schneller und intensiver verarbeitet.

Da die Wahrnehmung einer Marke grundsätzlich multisensual ist (das Papier fühlt sich an, die Verkaufsräume riechen, die Produkte erzeugen Töne, die Gummibärchen am Empfang schmecken) geht es nicht darum, noch mehr Information über neue Kanäle zu senden, sondern darum, die vorhandenen Sinneseindrücke bewusst einzusetzen. Die entscheidende Frage wird also sein: “Sende ich das richtige Signal über den richtigen Kanal, um meinen Markenwert/Produktbenefit zu unterstreichen?”.

(weiterlesen…)

Usability Testing selbstgemacht

“Usability Testing – nichts leichter als das” heisst das Referat von Thomas Link und mir am heutigen aiciti-Tag.

“Jedes Online-Projekt muss bedienbar und verständlich sein!”

Dieser Anspruch wird jedem Projektverantwortlichen übertragen und entscheidet tatsächlich über Erfolg und Misserfolg.

“Doch, wie mach’ ich das?”

Die wichtigsten Usability Tipps und Aspekte haben wir in unser Referat gepackt und uns dabei an folgenden Leitsätzen orientiert:

  • Sie tragen die Verantwortung – darum sollten Sie testen
  • Testen kann jeder – es muss nur gemacht werden
  • Das Ziel und das Resultat ist relevant – nicht die Erkenntnis, dass der Wurm drin steckt
  • Die Organisation muss sich darauf ausrichten – das erreichen Sie über unternehmerischen Gewinn
  • Im Zentrum stehen Ihre Kunden – der Hebel ist die User Experience
Mehr Präsentationen von Namics AG.

Hier die Präsentation zum Download:

Usability Testing selbstgemacht – nichts leichter als das [pdf, 12.4 MB]

Mit diesem Rucksack auf den Weg geschickt, wünschen wir allen Teilnehmern viel Erfolg bei den nächsten selbst durchgeführten Usability Tests und hoffen Sie mit unserer

21 Tage Usability Checkliste

effektiv unterstützen zu können. Damit kann nichts schief gehen!


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Über direkte Feedbacks direkt hier im Blog würden wir uns natürlich sehr freuen.

Verwandter Blogposts:

UX Intensive 2011 in Amsterdam

Dank Namics hatte ich in der Woche vor Ostern (vom 18.04.2011 bis zum 21.04.2011) die Möglichkeit an einer fantastischen Veranstaltung von adaptive path (www.adaptivepath.com) in Amsterdam teilzunehmen, um mich und meine Kenntnisse / Fähigkeiten rund um das Thema User Experience weiterzuentwickeln:

Der UX Intensive 2011 (www.adaptivepath.com/uxintensive)!

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Knapp 60 Informationsarchitekten / Interaction Designer / Strategen / Visual Designer trafen sich dort, um sich zum einen durch adaptive path neues aus dem Feld der User Experience erzählen zu lassen, aber auch um sich innerhalb von unzähligen WS-Session gegenseitig Ideen zu spendieren und sich zu inspirieren.

Die Veranstaltung war auf Ihre ganz eigene Weise einmalig:
Mehr als 60 Kreative und Strategen “auf einem Haufen”, 4 Tage in einem Raum, mit ganz vielen Ideen, mit ganz viel Lust und Energie, mit ganz viel Partylaune, mit ganz viel Spass daran, sich auszutauschen…

Aber Schritt für Schritt: Was haben wir dort gemacht? Was waren die Inhalte der Veranstaltung?

Im Detail: Bei der UX Intensive handelt es sich um eine viertägige Workshop-Reihe, die sich an professionelle User Experience Leute richtet, die Ihre Fähigkeiten gemeinsam mit anderen ausbauen und Ihren Horizont erweitern möchten. Die gesamte Serie teilt sich dabei in vier Abschnitte und entsprechend vier Tage ein:

Tag 1 – Strategie
Jeder guten Website, jedem guten Design, jeder guten IA liegt eine entsprechende Strategie zugrunde. Am ersten Tag war daher auch genau das unser Thema:
Wir haben uns ausgetauscht über Tools und Ideen, wie man mit Kunden die Business-Idee schärft und ggf. anschließend ins Web überträgt.

Tag 2 – Research
Nur wer seine Kunden versteht, kann erfolgreich arbeiten. Und noch wichtiger ist es, den Nutzer der Website zu verstehen und sein Angebot entsprechend zu gestalten. Das heißt aber gleichzeitig auch mehr über diese beiden Gruppen zu lernen. Was brauchen sie wirklich und vor allem warum brauchen sie genau das?
Das war das Kernthema unseres zweiten Tages: Wie können wir uns in die Gedanken der Menschen / Nutzer / Kunden versetzen, die wir am meisten erreichen wollen?

Tag 3 – Information Architecture
Am dritten Tag der Serie wurden nun die Ergebnisse der ersten beiden Tage zusammengefasst und daraus eine solide Architektur gebaut:
Es wurden Methoden des Analysierens, des Modellierens und des Beschreibens von Content auf einer Website aufgezeigt und diskutiert.

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Tag 4 – Interaction Design
Design Thinking at its best. Ich denke, das beschreibt diesen Tag am besten. Besonders am letzten Tag war daher die Kreativität im Raum quasi spürbar:
Basierend auf einigen einführenden und begleitenden Worten von adaptive path wurden gemeinsam Wege besprochen, wie man Nutzer wirklich anregt und fesselt und welche Rolle das Interaktion Design dabei einnimmt.

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Alles in allem war es eine wirklich rundum gelungene Veranstaltung mit tollen Events am Ende jedes anstrengenden Workshops-Tages, leckerem Essen und ganz viel Ideen und Kreativität.

Ein Dank an adaptive path an dieser Stelle für die Orga und an alle Teilnehmer des Events.
Es war eine Freude ein Teil der UX Intensive 2011 zu sein.

Einige weitere Eindrücke gibt es hier:
www.flickr.com/photos/daspat/sets/72157626442675441/
www.flickr.com/search/?q=uxiams11&s=rec

Eindrücke zur Kinect für XBOX360 Demo

Gestern Abend hatte ich Dank BloggingTom die Chance Microsofts neuestes Spielzeug (nicht das Windows Phone 7) auszuprobieren.
Nachdem meine Wii schon lange nicht mehr am Fernseher angeschlossen ist, und ich auch nur noch sporadisch auf meiner Playstation 3 spiele, war das mal wieder eine gute Gelegenheit zum Daddeln.

Wer mit Nintendos Wii gespielt hat kennt bereits das körperlich aktive Teilnehmen an Spielen. Auch für Sony gibt es mit Playstation Move und EyeToy schon länger Spiele mit Körpereinsatz im Angebot.
In den USA und ab dem 10. November in der Schweiz kann man mit Kinect auch auf der XBox 360 “controller-free” spielen.

Die Kinect Hardware vereint Tiefensensoren, Kamera und 3D-Mikrofon und wird, an der XBox 360 angeschlossen, unter dem Fernsehgerät platziert.
Die Erkennung von bis zu zwei Spielern erfolgt umgehend, Bewegungen des ganzen Körpers werden sehr genau auf das virtuelle Skelett übertragen.

Folgende Aspekte fand ich bei den gezeigten Spielen (Dance Central, Kinect Sports, Kinect Adventures und Kinectimals) im Bezug auf die User-Experience interessant:

  • Die Interaktion durch Gesten mit den Menüs erinnert an den immer wieder zitierten Film Minority Report. Menüs werden mit einer vertikalen Wischer-Geste des ausgestreckten Armes durchblättert, ein horizontales Wischen nimmt einen Eintrag und verschiebt in sozusagen in einen Auswahl-Slot. Funktioniert sehr gut. Die Affordance im User Interface fehlt jedoch zum Teil. Vor allem wenn man am Anfang noch etwas “bewegungsunfähig” zu Spielen beginnt weiss man nicht so recht wie man ohne Joystick durch die Menüs navigieren soll.
  • Orientierungshilfe leisten Geisterhände die auf dem Bildschirm erscheinen.
  • Zur Teilnahmebestätigung an Spielen müssen die Spieler ihre Arme auf eine Gewisse Höhe anheben. Das fühlt sich ein wenig wie eine Begrüssung und ein Warm-up an.
  • Nach den Spielrunden werden die Highlights als Foto oder Video wiedergegeben und auch vom Spiel passend zu Bewegung kommentiert. Das ganze lässt sich dann umgehend auf Facebook laden.
  • Die Bewegung im Raum ist weiterhin problematisch, Rennen findet auf der Stelle statt, man kommt einfach nicht vom Fleck.

Fazit: Lustig war es, aber der Wow-Effekt, den die Wii einst auf mich hatte, blieb aus. Allerdings bin ich gespannt, ob nicht bald das Produkt gehackt und damit noch andere Anwendungen abseits von Games entstehen werden.


Ein paar Impresisonen

Design Bewertungskriterien und Berufsbild HCI

Heute hatte ich die Ehre und das Vergnügen im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Hochschule Rapperswil zusammen mit Iris Müller, Michael Hatscher, Urs Suter und Marc Blume über Berufsbilder im Bereich Human Computer Interaction Design (HCID) aus der Praxis zu erzählen.

Als mein Beispiel hab ich das mit agiler Softwareentwicklung realisierte memonic gewählt. Nicht nur, weil ich an der Entwicklung zu einem kleinen Teil involviert war – sondern weil Dorian, Patrice und das ganze Team hervorragend meine Empfehlungen zu kontinuierlicher Kontrolle Bedienbarkeit mit unkomplizierten Usabilitytests (Testing on a Shoestring) weitergeführt haben.

Meinen Vortrag können sich Interessierte sehr gerne hier ansehen:

Update:

Download der Präsentation UX bei Namics am Beispiel Memonic inklusive Notizen als PDF

In der anschliessenden Podiumsdiskussion sind noch weitere interessante Themen zur Sprache gekommen. Besonders spannenden war die Diskussion zum Thema ROI von Usability bzw. User Experience – die sollten wir möglich rasch weiterführen.

Im Abschluss habe ich die sieben Bewertungskriterien von Prof. Michele Baviera – meines Professors an der Hochschule für Technik und Gestaltung Konstanz zitiert. Wie versprochen hier die knappe Zusammenfassung, für Alle die nicht schnell genug mitschreiben konnten.

7 Bewertungskriterien für Design

  1. Identität
  2. Innovation
  3. Kreativität
  4. Kommunikation
  5. Memorierbarkeit
  6. Lesbarkeit (Usability)
  7. Realisierbarkeit

Identität

Hier sollte man je nach Projekt eine Beurteilung des Corporate Design vornehmen.

Für ein Corporate Design Projekt: Beurteilung der Visualisierung der Corporate Identity
Für eine Website oder anderes Marketingmaterial: Beurteilung der Übereinstimmung zum Corporate Design Manual und anderen identitätsbildenden Elementen

Innovation

Wie sehr habe ich ein „deja-vu” bei dem vorliegenden Design?

Alternativ: Originalität
Welche Elemente machen die Arbeit innovativ?

Kreativität

Wie kreativ ist die formale Umsetzung? Gerade Linien und einfache Formen sind weniger kreativ als illustrative, freie Formen und Elemente.

Alternativ: Gestaltungsqualität
Wird die Arbeit durch ihre Formgebung getragen und überzeugt die Arbeit hinsichtlich Verarbeitung und Materialwahl beziehungsweise in der digitalen Umsetzung?

Kommunikation

Vorraussetzung der Beurteilung: Was soll kommuniziert werden?
Wie gut unterstützen die gewählten Gestaltungselemente diese Kommunikationsziele?

Alternativ: Emotionale Qualität
Verfügt die Arbeit über eine ausgeprägte Stimmung und Anmutung?

Memorierbarkeit

Wie gross ist das Potential des Design um „im Gedächtnis zu bleiben”?

Alternativ: Prägnanz
Ist die Arbeit einprägsam, leicht begreifbar und rezipierbar?

Lesbarkeit (Usability)

Wie gut kann man den Inhalt lesen, verstehen und bedienen?

Realisierbarkeit

Wie einfach lässt sich die Idee umsetzen? Denn die beste Idee nützt ja nichts, wenn man sie nicht umsetzen kann…

Ich freue mich über Kommentare und DIskussionen.

Welt Usability Tag: Nachhaltigkeit

Zuerst ein Rückblick. Thema letztes Jahr war der Schwerpunkt «Usability in Transportation» – und es hat sich etwas getan. Zum Beispiel dokumentiere ich meinen CO2 Footprint bei Dopplr – was nebenbei einen schönen PDF Report (PDF, 307KB) liefert:
Vorschau Dopplr Report für Thomas Link

Zugegeben nicht ganz so intensiv, wie der Dopplr Report von Präsident Obama.

TripIt überzeugt mit einfacher und medienübergreifender Reiseplanung. Dabei ist aus Usability Sicht besonders gelungen der einfacher Zugang zum wichtigsten (und besten) Inhalt, Effizienz und Fehlertoleranz bei der Eingabe sowie die Selbstorganisation der Inhalte.

Ob ich die über das Jahr veröffentlichten Varianten von Navigationssoftware für das iPhone auch als Erfolg zählen soll sei dahingestellt. Nach den diversen Vergleichen hab ich keine gekauft – und bis jetzt auch ohne mein Ziel immer gefunden.

Heise: Navigon und TomTom sind die Einäugigen unter den Blinden…

Korrektur: OffMaps hab ich tatsächlich gekauft.

Usability und Sustainability

Der Schwerpunkt vom kommenden 12. November – Sustainability – trifft nicht ohne Zufall (Dank an den Organisator Roland) das erst-besprochene Buch des UX Book Club Schweiz.

Nathan Shedroff zeigt in Design is the problem dass Usability und Nachhaltigkeit eng miteinander verbunden sind.

So einfach es klingt – offensichtlich legen trotz schwieriger Marktsituation immer noch Hersteller keinen Wert auf einen kundengerechten Produktnutzen. Denn je besser ein Produkt auf die Erfüllung von Aufgaben und Zielen der Käufer ausgerichtet ist, desto länger und beständiger wird es genutzt. Also wird die Nutzungsdauer verlängert oder der frühzeitige Ersatz durch ein vermeintlich besseres Produkt reduziert.

Eine klar positive Auswirkung auf die Nachhaltigkeit und natürlich ein Grund das erschöpfte Produkt wieder vom gleichen Hersteller zu kaufen.

Ein weiteres, eindrückliches Zahlenbeispiel liefert die Anzahl der «reklamierten» Produkte in den USA (Accenture Studie): der Grund für 95% der retournierten Produkte war nicht eine Produkt-Fehlfunktion!

Etwa ein knappes Drittel bereut schlechtweg den Kauf. Die Mehrheit gibt jedoch die Ware zurück, weil sie nicht den versprochenen Nutzen bringt oder die Käufer nicht in der Lage waren das Produkt effektiv einzusetzen. Bei Elektroartikeln liegt der Prozentsatz retournierter Artikel zwischen 11–20 Prozent – was der Elektronik-Industrie in den USA 2007 einen Verlust von 13.8 Milliarden Dollar bereitet… eine Summe, die durch bessere Usability deutlich reduziert werden kann!

Ich wünsche dem World Usability Tag in der Schweiz viel Erfolg.

Ach ja – im Namen von Urs Zimmermann noch die herzliche Einladung zur Teilnahme… Anmelden unter: swissupa.usability.ch