Digitale Kommunikation braucht Freiheit

Digitale Kommunikation braucht Freiheit und Flexibilität

Unternehmen sind nicht geeignet für digitale Kommunikation. Wirklich? Naja, wenn man sich ansieht, was Unternehmen erfolgreich macht, muss man im Grunde auf die gleiche These kommen. Mein Vortrag zu unsererm Fachtagungsthema “Digital Communication Overload” deckt auf, was dahinter steckt. Weiterlesen

Der Organisationstyp prägt das Intranet

Als Ergänzung zum nutzerorientierten Ansatz, bei dem durch Mitarbeiterinterviews und Workshops die Anforderungen an das Intranet im Unternehmen evaluiert wird, hat Namics einen organisationsorientierten Analyseansatz entwickelt. Ziel dabei ist es, mithilfe eines Instrumentes schnell und einfach eine erste Einschätzung zum Organisationstyp und zur Unternehmenskultur des Unternehmens zu erhalten. Die Einordnung nach drei schematischen Organisationstypen kann helfen, die passenden Funktionen auszuwählen, die das Intranet und damit das Unternehmen erfolgreich machen. Dieses Instrument wird kurz vorgestellt.

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Das Modell zeigt drei Organisationstypen, die hier schematisch skizziert werden um bewusst einfach Schwerpunkte herausarbeiten zu können.
Typ 1 ist ein prozessorientiertes Unternehmen, Abläufe sind klar definiert, Hierarchien und Zuständigkeiten sind eindeutig . In solchen Unternehmen herrscht oft das Verständnis „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”. Unternehmen dieses Typs sind meist bürokratische Unternehmen, oft Staatsnah, bspw. ein Patentamt. Das Ziel ist hier die operativen Abläufe zu optimieren, effizienter zu werden. Hier arbeiten regeltreue, loyale Mitarbeiter, die im Intranet eindeutige Vorgaben und Vorlagen suchen.
Beim zweiten Typ von Unternehmen hat die Sachkompetenz einen höheren Stellenwert als die Hierarchieordnung. Es geht um das Streben nach Erfolg, um Leistungsorientierung. Die Motivation ist, dass der beste im Wettbewerb gewinnt. Unternehmen diesen Typs sind vertriebsorientierte Unternehmen, z.B. Versicherungen, die aber oft auch sehr dezentral aufgestellt sind und in einer Matrixorganisation strukturiert sind. Als Beispiel kann hier sicherlich Credit Suisse oder Siemens genannt werden. Hier arbeiten Menschen, die individuellen Erfolg suchen, aber auch Teamplayer, die auf soziale Anerkennung wertlegen. Wichtig ist für diese Mitarbeiter also Belohnung aber auch Austausch mit anderen Mitarbeitern.
Der Typ 3 der Organisationen beschäftigt sich mit komplexen Problemen, und versucht durch systemisches Denken und Handeln neue Lösungsansätze zu entwickeln. Hier geht es also um Innovation, Neues, Kreativität. Hier arbeiten Experten mit sehr tiefem Know-How. Abläufe sind immer neu und deshalb nicht definiert. Daher sind diese Netzwerkorganisationen meist in Projekten strukturiert. Wichtig für Mitarbeiter ist Kreativität und Flexibilität, die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Im Intranet ist hier z.B. wichtig individuellen Bedürfnissen nach z.B. Informationen Rechnung zu tragen und einen hohen Grad an Individualisierung zuzulassen.

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Ein Intranet soll dazu dienen, Organisationen in Ihren Zielen sowie die Mitarbeiter zu unterstützen, das was sie ohnehin schon tun noch besser machen zu können. Die unterschiedlichen Anforderungen der Organisationstypen an ein Intranet werden in den aufgeführten Anforderungsbereichen aufgezeigt. So beschreibt beispielsweise der Bereich Inhaltstyp die Form, in welcher Wissen in einem Intranet dokumentiert ist. Bei prozessorientierten Organisationen sind dies aufgrund der Entstehungsprozesse hauptsächlich Dokumente. Im Gegensatz dazu stehen die innovationsorientierten Organisationen, bei welchen Wissen in der Zusammenarbeit generiert wird und dementsprechend eher in Wikis und Blogs erfasst wird – dies um ein Beispiel herauszugreifen.
Die Intranets für den jeweiligen Organisationstypen zeigen Stereotypen, wie sie in der Realität selten vorkommen. Das Modell soll helfen, Funktionen anhand des Organisationstyps auszuwählen und kritisch zu hinterfragen.

Wima-Tage Vortrag: Organisationstypen und Intranet

Wissensmanagement ist ein Thema voll dialektischer Erkenntnisse. Peter Drucker brachte das schon vor knapp 20 Jahren auf den Punkt: Man kann Wissen nicht managen, sondern nur das Umfeld in dem Wissen gedeiht.
Das Umfeld hat gestimmt auf den Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen 2011. Dazu beigetragen haben freundliche, kluge Menschen, anregende Gespräche, leckeres Essen und ein gutes Angebot an Vorträgen. Die anwesenden Experten präsentierten die Welt der Wissensorganisation von technischen Trends wie Enterprise Search über Collaboration mit Enterprise Wikis bis zu Fragen von Motivation, Nachhaltigkeit und Globalisierung. Dabei kamen auch faszinierende Detailthemen wie das Erstellen einer Zukunftslandkarte oder das unterhaltsame Stimmtraining mit Birgit Weske zur Geltung.
Stimmlich auf der Höhe und inhaltlich am Puls der Unternehmen waren auch Evelyne und ich mit unserem Vortrag über Organisationstypen und Intranets. Gerade in Zusammenhang mit anderen Vorträgen auf den Wima-Tagen erscheint mir der Ansatz, der „Innensicht” von Unternehmen, der wir durch die Arbeit mit Personas gerecht werden, eine reflektierende Außensicht entgegenzusetzen, ausgesprochen hilfreich. Wir haben in unserem Vortrag einen Ansatz präsentiert, wie eine Einordnung des Unternehmens nach seinem Organisationstyp, die Angemessenheit und Akzeptanz von technischen Maßnahmen in Intranets deutlich verbessern kann.
Besonders bemerkenswert finde ich, wie sehr Organisationsmythen („Wir ziehen alle an einem Strang” in einer vertriebsorientierten Organisation) oder Marketingkommunikation zu den Themen Innovation und Nachhaltigkeit die interne Wahrnehmung von Unternehmen beeinflusst. Eine kritische, organisationsorientierte Perspektive ergänzt diese Sicht und erweitert die Kriterien, die als Grundlage für eine excellente Lösung für das Unternehmen notwendig sind.

Download der Präsentation: Organisationstypen im Intranet [pdf, 6MB]