Mobile Payments – Zahlen mit dem Handy

Mobiles Bezahlen am Beispiel Storific

2013 ist nah und damit auch das Bezahlen via Handy (hoffentlich). Wir blicken schon jetzt auf einen möglichen Anwendungsfall am Beispiel der Storific App. Weiterlesen

Mobile Payment: Verlieren Retail-Banken den Kundenkontakt?

Wir schreiben das Jahr 2021. 100% der erwachsenen Bevölkerung verfügt über ein Mobiltelefon. Und damit kann man natürlich auch bezahlen. Zum Beispiel per SMS. Schlicht weil es einfacher, schneller und unkomplizierter funktioniert als Transaktionen via eBanking-Applikation. Zudem sind im Jahr 2021 damit auch Transaktionen direkt von Mensch zu Mensch einfach und in Echtzeit möglich – ohne Umweg über die Bank. Die Telekommunikations-Unternehmen haben also im Jahr 2021 den direkten Kundenkontakt für den Zahlungsverkehr übernommen und die Banken sind zur Werkbank für die Kontoführung im Hintergrund degradiert worden. Dies könnte wohl einige schwerwiegende Konsequenzen für das Geschäftsmodell der Banken nach sich ziehen.

Zugegeben, das ist natürlich eine etwas gewagte Behauptung. Trotzdem möchten wir in den nachfolgenden Zeilen kurz erläutern, welche Überlegungen zu dieser Hypothese geführt haben.

M-PESA: Durchbruch mit SMS-basiertem Mobile Payment-Dienst

Die interessanteste Unterstützung für die These kommt von ungewöhnlicher Seite. Das ostafrikanische Kenia zeigt, wie der Zahlungsverkehr für die Kunden viel einfacher umgesetzt werden kann als dies heute via eBanking möglich ist. Der Telco-Anbieter Safaricom hat die SIM-Karte so erweitert, dass sichere Geldtransaktionen via SMS möglich sind.

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Der Dienst “M-Pesa” existiert seit 4 Jahren, hat enorme Wachstumsraten und ist kurz davor die Kreditkartenumsätze in Kenia zu übertreffen. Konkret: Die Umsätze belaufen sich auf über 25% des BIP. Inzwischen kann in Kenia mit dem Mobile fast überall via SMS-Payment bezahlt werden: Bei Tankstellen, Apotheken, in Lebensmittel-Geschäften. Sogar das horizontale Gewerbe hat auf SMS-Payment umgestellt…

Die Kritiker werden jetzt natürlich rufen, dass Europa und Afrika nicht vergleichbar seien. Insbesondere gab es in Kenia kein Banken-Filialnetz und nur 15% der Leute verfügten über ein Bank-Konto. Wir meinen aber kurz und trocken: Der moderne Kunde wählt, was am einfachsten, schnellsten und sicher funktioniert. Und sei es nur aus dem einfachen Grund, dass ich keine Bankkarten mit mir rumschleppen will, das Mobile aber schon, da es nebst Banking-Funktion auch weitere Dienste leistet. Und ob die Technologie SMS oder NFC oder eine weitere kryptische Drei-Buchstaben-Kombination sein wird, ist eigentlich auch egal. Es muss nur mobil und einfach sein.

Kleiner Nachtrag: Safaricom bietet inzwischen auch ein Konto mit Zinszahlungen und Kleinkredite an (M-KESHO). Via Partnerbank versteht sich…Nur, warum sollte Safaricom in Zukunft keine eigene Banklizenz erwerben? Verschiebt sich hier ein bestehendes Geschäftsmodell schleichend in eine “fremde” Branche?

Und die Gretchenfrage: Welche Bank macht den Kontoführungs-Deal mit dem grössten Telco-Anbieter des jeweiligen Landes? Ist wahrscheinlich ein Wolf im Schafspelz, aber besser als nichts…

Mehr Details, weitere Überlegungen und Beispiele zum Thema können Sie in unserem ausführlicheren

Thesenpapier – Retailbanking 2021_NamicsAG_Juni2011.pdf

” nachlesen.