Liferay Europe Symposium 2011 – Ein Überblick

Am 18. und 19. Oktober wurde im Sheraton Hotel in Offenbach bei Frankfurt das vierte Liferay Europe Symposium ausgetragen. In zahlreichen Vorträgen und Workshops wurden die Highlights des kommenden Liferay Releases 6.1 vorgestellt und anhand von Showcases die Einsatzmöglichkeiten des Systems in Unternehmen vorgestellt.

Im Jahr 2000 von Brian Chan zunächst als Enterprise Portal-Lösung für Non-Profit -Organisationen erdacht hat sich Liferay über die Jahre zu einer festen Größe im Bereich der Enterprise Web-Portale entwickelt. Liferay spielt heute in einer Liga mit Portal-Lösungen von SAP oder IBM und wird weltweit von vielen namenhaften Unternehmen, wie Volkswagen, Lufthansa, Liebherr, Duden, T-Mobile oder Vodafone für Inter- und Intranetlösungen eingesetzt. Als einzige Open-Source-Alternative wird Liferay im Gartner Report „Magic Quadrant for Horizontal Portal Products” im September 2010 als eine der führenden Portal-Lösungen gesehen.

Auch Namics erhält von Kunden vermehrt Anfragen nach Portal- und Kollaborations-Lösungen, sodass das diesjährige Liferay Symposium zum Anlass genommen wurde, um sich ein genaueres Bild vom Produkt zu verschaffen und mögliche Einsatzszenarien für Namics zu ergründen. Mit unserem Head of Technology Sven Niedner und mir waren an den beiden Tagen des Symposiums zwei Namics Mitarbeiter vor Ort. Mit insgesamt über 300 Teilnehmern aus ganz Europa war das Symposium sehr gut besucht und ermöglichte uns bei ungezwungener Atmosphäre mit zahlreichen Teilnehmern, aber auch Mitarbeitern von Liferay in Kontakt zu treten.

Im Folgenden möchte ich die Highlights des in den kommenden Monaten erscheinenden Liferay Releases 6.1 kurz vorstellen.

Liferay Allgemein

Liferay baut auf dem Java Portlet Standard JSR-286 auf und kann daher sehr leicht mit Hilfe von Java Portlets um neue Funktionen erweitert werden. Mit dem Liferay Marketplace wird ein Appstore geschaffen, der es Entwicklern ermöglicht eigene Portlets unkompliziert und auf einer zentralen Plattform zu vertreiben.

Für Redakteure wird das UI optimiert. Mit Drag & Drop Unterstützung an verschiedenen Stellen, Formulareditoren sowie einem komfortablen graphischen Workflow Editor (gestattet auch die Anbindung externer Workflow Engines) können viele Aufgaben wesentlich einfacher erledigt werden.

Dank dem Versionierungssystem von Liferay können sehr leicht unterschiedliche Versionen einzelner Seiten oder gar Branches von ganzen Auftritten erstellt werden und nach wunsch zeitgesteuert ausgespielt werden (z.B. Weihnachts- oder Oster-Versionen des Webauftritts).
In der neusten Version verfügt Liferay standardmäßig über eine WURFL gesteuerte Endgeräteerkennung, so dass sehr leicht für die unterschiedlichsten Endgeräte optimierte Seiten ausgespielt werden können.
Auch die in Liferay integrierte Lucene basierte Suche wird überarbeitet. Sie unterstützt ab sofort facettierte Suchen
In der neuen Version verfügt Liferay Die Lucene basierte Suche innerhalb von Liferay wird um die Möglichkeit einer facettierten Suche und einer Integration das Liferay eigenen Tagging-System erweitert.

Liferay Web CMS

Das Liferay Web CMS wird als die populärste Java Web Content Management Lösungen gezählt. In der neusten Version bietet es frei konfigurierbare Redakteursformulare, mit dem Asset Publisher eine Möglichkeit zur Erstellung unterschiedlicher Sichten auf Daten sowie ein komplett neues UI zur Definition von Kategorien und Vokabularen. Alle Inhalte im CMS können auf einfachste Art und Weise lokalisiert werden, wobei für jedes Contentelement eine Defaultsprache festgelegt werden kann.
Alle Webinhalte können um Kommentar- und Bewertungsfunktionen erweitert und sehr leicht mit anderen Inhalten verknüpft (z.B. Autoren mit ihren Büchern und umgekehrt) werden

Liferay als Social Collaboration System

Die ohnehin bereits sehr umfangreichen Kollaborationsmöglichkeiten werden konsequent erweitert. Foren, Blogs und Wikis werden um umfangreiche WYSIWYG Editoren ergänzt sowie allgemein die Social Sharing Funktionen optimiert.
Liferay befolgt den Open Social Standard 1.1 und kann daher problemlos mit den Unterschiedlichen großen Sozialen Netzwerken interagieren und Informationen austauschen.

Liferays Dokument- und Medienverwaltung

Mit dem kommenden Liferay Release werden die zuvor als separate Einheit betriebene Dokument- und Medienverwaltung unter der „Documents and Media Library” vereint. Hierfür wurde ein komplett neues UI geschaffen und dieses damit sehr stark an native Dateiexplorer angeglichen. Die Benutzeroberfläche ist komplett Ajax basiert, bietet aber dennoch eine vollständige Unterstützung der Browser History (Zurück- und Vorwärts-Button), was insbesondere für das Bookmarking einzelner Verzeichnisse sehr hilfreich ist.

Die neue Dokument- und Medienverwaltung bietet vollständigen Drag & Drop Support und erlaubt dabei sowohl die Auswahl einzelner als auch mehrerer Dateien. Die Metadaten sämtlicher Dateien werden beim Hochladen automatisiert extrahiert und können zudem sehr leicht um eigene Metadaten erweitert werden. Jede Datei kann weiterhin mit Tags versehen und in Kategorien eingeordnet sowie mit unterschiedlichen Zugriffsberechtigungen versehen werden.

Ein meiner Meinung nach sehr cooles Feature ist die automatisierte Umwandlung von textuellen Inhalten der verschiedensten Formate in PDFs. Auf diese Weise können von nahezu allen hochgeladenen Dateien Vorschauversionen angeboten werden. Ein ähnliches Feature wird für Video Dateien angeboten. Diese werden automatisiert in Flashvideos umgewandelt.

Die Medien in Liferay müssen nicht zwingend direkt in Liferay abgelegt werden, sondern können auch in einem bereits im Unternehmen vorhandenen Content Repository verbleiben. Als CMIS 1.0 Consumer können zahlreiche externe DMS (Alfresco, FileNet, Nuxeo, etc.) sehr leicht angebunden werden. Aber auch proprietäre Systeme, wie SharePoint oder Documentum, können vergleichsweise einfach integriert werden.
Ein Highlight stellt zudem Liferay Sync dar. Vergleichbar mit Dropbox ist hierüber eine komfortable Synchronisation der Daten der Dokument- und Medienverwaltung mit dem Clientrechner oder dem Smartphone (iPhone, Adroid) möglich.

Fazit

Das Liferay Symposium war sehr interessant und konnte uns zahlreiche interessante Einblicke in das System und dessen mögliche Einsatzszenarien geben. Alles in allem herrschte an beiden Tagen eine sehr entspannte Atmosphäre und wir konnten mit zahlreichen Entwicklern, Produktverantwortlichen sowie Firmenvertretern in Kontakt treten. Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gerne an mich oder Sven Niedner wenden. Sobald uns die Slides zur Verfügung stehen, werde ich diese hier noch veröffentlichen.