Microsoft TechEd Europe 2012, Amsterdam, RAI – Tag 4

Async made simple in Windows 8, with C# and Visual Basic

Wenn man bis heute im .NET-Umfeld einen Asynchronen Methoden-Aufruf machen wollte, dann musste ein neuer Thread erstellt werden und mittels Callback die Methode danach weitergeführt werden. Für die Erstellung der Metro Apps sind solche Asynchronen Methodenaufrufe extrem wichtig. Damit nicht immer aufwändige Konstrukte erstellt werden müssen, führte Microsoft in der neuen Windows Runtime zwei Codewörter ein. Mittels “async” und “await” kann ziemlich einfach ein Asynchroner Methoden-Aufruf gemacht werden. Damit kann zum Beispiel während einem Datei Download in einer Metro Applikation die Applikation immer noch bedient werden.

Microsoft ASP.NET and the Realtime Web

In der schnelllebigen heutigen Zeit ist es enorm wichtig, dass die Applikationen realtime funktionieren. Nehmen wir zum Beispiel einen Newsticker von 20min.ch. Aktuell wird ein Timer innerhalb des Browsers gestartet und all 20 Sekunden wird der neue Status abgefragt und der aktuelle Spielstand zwischen Roger Federer und Andy Murray dargestellt. Durch die Verwendung von SignalR – einem Opensource Projekt für eine .NET Umgebung – kann der Newsticker Realtime gestaltet werden.
SingalR kann einfach auf die WebSockets, welche nativ im IIS8 aufbauen. Ebenalls gibt es eine riesige Skaliermöglichkeit im Einsatz mit dem Windows Azure Service Bus.

What’s New in Windows Communication Foundation in Microsoft .NET Framework 4.5

Einer der grössten Schritte zum WCF in der .NET Framework Version 4.5 war die Vereinfachung des WCF. Zum einen wurde die Konfiguration auf der Clientseite vereinfacht, das Konzept Contract First integriet, ein Flat WSDL eingeführt und das natürlich neu in .NET 4.5 Asynchrone Konzept integriert. WCF kann auch über UDP (User Datagram Protocol) integriert werden.

ASP.NET Roadmap: One ASP.NET – Web Forms, MVC, Web API and more

Aktuell werden innerhalb von ASP.NET zwei Konzepte für die Entwicklung von WebApplikationen verfolgt. Zum einen gibt es die klassischen Webforms und auf der anderen Seite wird immer mehr das MVC Framework verwendet. Dabei haben Webforms einige Vorteile, auf der anderen Seite ist der MVC stark im Vorteil und teilweise wird die Web API oder was anderes benötigt. Der Eindruck, welcher entstehen könnte, dass Webforms am aussterben ist, stimmt definitiv nicht. Webforms wird von Microsoft immer noch weiterentwickelt. Das Ziel von Microsoft ist es, in Zukunft nur noch ein Web Projekt zu verwenden, welches den Namen One ASP.NET trägt. Damit ist es möglich innerhalb eines einzigen Projekts Web Forms, MVC, WebAPI, usw. zu verwenden ohne, dass man sich zu Beginn des Projekts definitiv auf eine Vorgehensweise entscheiden muss.
Etwas ziemlich cooles im neuen ASP.NET – Umfeld ist auch die Frontend Integration. Dazu gehören CSS / JS – Bundles inklusive Minifizierung wie auch die Integration von anderen Libraries und Konzepten wie zum Beispiel Less oder das Responsive Design mittels Media Queries. Weiter ist es zukünftig auch möglich, Model Binding in Webforms zu machen ohne mühsam über die Eval-Funktion die Daten auszulesen.

Fazit: die Microsoft TechEd Europe 2012 war für uns ein grosser Erfolg und wir konnten viele Inputs mitnehmen. Generell können wir sagen, dass alle von uns besuchten Sessions sehr spannend waren und Microsoft hat sich sehr bemüht, die TechEd zu einem riesen Event zu machen – sowohl inhaltlich als auch der soziale Part. Ein grosser Dank auch an Namics, dass wir diese Veranstaltung besuchen durften.

Microsoft TechEd Europe 2012, Amsterdam, RAI – Tag 3

What’s New with Internet Information Services (IIS) 8: Performance, Scalability and Security

In dieser Session wurden die Erweiterungen und Steuerungsmöglichkeiten im IIS 8 gezeigt. Dazu gab es einige nette Demos. Eine verblüffende Verbesserung wurde gezeigt – in einem Fall, der erste Aufruf auf dem IIS 7.5 mit SSL benötigte 10.9 Sekunden und mehr als 500 MB RAM. Während die gleiche Seite beim ersten Aufruf auf dem IIS 8 mit der neuen zentralen Filebasierenden „Certificate Store Capability“ nur 0.14 Sekunden benötigte mit 44 KB RAM – und dies mit mehr als 20x mehr laufenden Instanzen der Site!

Key Takeaways

  • IIS 8 makes it easier to prevent unwanted activity through Dynamic IP Restrictions
  • IIS 8 reduces the attack surface for FTP brute-force/dictionary attacks
  • CPU Throttling can be used to sandbox websites and prevent performance issues
  • Application Initialization enhances your users website perceptions

 ASP.NET Loves HTML5

Gleich zu Beginn nahm uns Mads Kristensen einige unserer Illusionen. Er stellt klar, das HTML5 nichts fancy sei, sondern lediglich nur ein neuer Web Standard. HTML5 und CSS3 bringen viele Vorteile: smaller, simpler (clean) and semantic – weniger Code, dafür schneller. Als Beispiele dazu: rounded corners, placeholder, neue HTML5-Elemente wie <nav>, <section>, <header>, <footer>, >, <hgroup>, <article>, etc.

In einem Beispiel wurde gezeigt, wie eine einfache HTML 4 Seite auf HTML5 umgebaut wurde und was passiert wenn man mit einem Nicht-HTML5-Browser daher kommt. Hierzu zeigte er, wie z.Bsp. mit „modernizr“ das Problem behoben werden kann. Weitere Beispiele waren Audio Tags, multiplen Fileupload, Filereader in jQuery und noch einige Mehr.

Ein weiteres tolles Package ist das AspNet.Web.Optimization Package, welches das „Bundling„ ermöglicht. Einzelne Objekte werden in ein einziges „Download-Paket“ zusammengefasst und gepackt (minifiziert). Hier werden verschiedene Files (mit Wildcards) in das Bundle gepackt. Die Demopage läuft so wesentlich schneller (von 25 Requests auf 13 Requests reduziert und es wurde viel Bandbreite gespart). Beim Rendering wird ein Hashcode des Files als Parameter ?v=xyz angehängt. Somit wird sichergestellt, dass das Bundle neu geladen wird, wenn Änderungen erfolgt sind – sonst nicht. Serverseitig wird immer gecached. Das bedeutet maximale Performance.

 Building HTTP Services with ASP.NET Web API

  • Schnittstelle für die Erstellung von Rest Services
  • basierend auf MVC Pattern
  • Formatter für die Erstellung des JSON / XML Formats

 Creating Robust, Maintainable Coded UI Tests with Visual Studio 2012

Coded UI Tests ermöglichen es Entwicklern, wichtige Szenarien schnell und einfach zu automatisieren, inkl. schneller Rückmeldungen an das Team bei Abweichungen. Diese Tests können schnell erstellt werden, aber wie bei jedem automatisierten Test ist darauf zu achten, dass diese widerstandsfähig bleiben und leicht zu warten sind – bei neuem Code oder Erweiterungen/Veränderungen.

Voraussetzungen um entsprechende Coded UI Tests in VS12 zu erstellen sind folgende:

  • VS12 (Premium oder Ultimate)
  • C# oder VB Kenntnisse
  • Testbare Applikation
  • MS Test Manager (optional)
  • Team Foundation Server (optional)

Microsoft TechEd Europe 2012, Amsterdam, RAI – Tag 2

Keynote

Der zweite Tag wurde ebenfalls mit einer Keynote eröffnet. Antoine Leblond und Joe Stegman stellten mit grossen Euphorie und Freude die neuen Features des Windows 8 vor. Dabei stachen folgende Themengebiete heraus:

  • 1 Software : n Systems
    Das Ziel von Microsoft war es ein Betriebssystem zu erstellen, welches sich ohne Probleme auf verschiedensten Typen von Geräten installieren und betreiben lässt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen extrem kleinen Tablet von Asus handelt, einen normalen Notebook oder einen Desktop mit grosser Auflösung. Auch spielt es keine Rolle wie das Windows 8 bedient wird. Ob mit der Maus, mit einem Touchscreen oder der Tastatur. Dabei haben sich die Jungs von Microsoft wirklich einiges überlegt und intensiv mit den Erfahrungen der Enduser auseinander gesetzt.
  • Metro Style Apps
    Duch die Erstellung der Metro Style Apps gibt es dem Entwickler die Möglichkeit eigene App für den Windows 8 Startscreen zu erstellen. Dabei werden immer wieder die Wörter “Fluid” für eine flüssige Navigation und “Semantic Zoom” für die Überblickbeschaffung verwendet.
  • Windows to go
    Ein sehr interessantes und cooles Feature ist das Windows to go. Dabei hat man die Möglichkeit das Windows 8 auf einem USB Stick mitzunehmen und bei jedem beliebigen Rechner einzustecken und das Windows 8 zu booten.
  • Visual Studio Simulator
    Die Entwicklung einer Metro Style App für die verschiedenste Auflösungen und Endgeräte ist ziemlich schwierig. Damit man die App nicht auf jedem Gerät installieren und testen muss, gibt es im neuen Visual Studio einen Simulator um die Darstellung und Bedienung auf den verschiedenen Endgeräten zu testen.

Software Testing with Microsoft Test Manager 2012 and Lab Management

Zu Beginn der Session erzählte Brian Keller den Zuhörern, was eigentlich schon alle wussten: “Durch ein schlechtes oder ausgelassenes Testing kann ein riesiger Schaden entstehen”. Dies ist nicht nur in der Informatik der Fall. Da ein manuelles Testing sehr zeitintensiv ist, wird es oft weggelassen. Durch den Test Manager 2012 von Microsoft können solche Tests automatisiert durchgeführt und getrackt werden. Dadurch können nach den Nightly Builds automatisch Testcases durchgeführt und getrackt werden. Ebenfalls existiert ein Trackingmanagement, womit die fehlgeschlagenen Tests direkt als Bugs erfasst werden und danach systematisch gelöst werden können. Sehr speziell dabei ist, dass die Test aufgezeichnet werden und man in einem Video den Test nachvollziehen kann.

Defense Against the Dark Ages: Your old Web Apps Are Trying to Kill You.

In dieser Session gings um das Problem der ewigen Rückwärtskompatibilität, welche wir aus der Sicht der Internet Explorer Versionen zurück bis Version 6 bestens kennen. Dabei gings vor allem darum, dass viele Security Probleme auf Windows Rechnern vor allem im Bereich Java und JavaScript/HTML existieren. Dies hat vor allem damit zu tun, dass z.b. bei Java auch neuen Versionen stets kompatibel zu den alten Versionen sind. Dabei wurde abgeraten die Sicherheitseinstellungen des Internet Explorers so anzupassen, dass die gewünschten Applikationen funktionieren. Stattdessen sollte die Applikation so angepasst werden, dass sie mit den Standardeinstellungen einwandfrei läuft.

Application Monitoring (.NET+Java) with System Center 2012 – Operations Manager

Ein tieferen Einblick in das Software Testing erhielten wir in der Session zum System Center 2012. Dabei geht es nicht darum, welche Funktion in einer Applikation den korrekten Rückgabewert liefert und welche nicht. Sondern es wird ein Schritt von der Blackbox hin zur Whitebox gemacht. Mit dem System Center 2012 erhält der Entwicker die Möglichkeit seine Applikation auf Herz und Nieren zu testen. Dabei erhält man auch sehr detailierte Informationen zu allfälligen Exceptions inklusive des gesamten Track Traces. Auch gibt es die Möglichkeit die Applikation bzw. einzelne Funktionen auf Performance zu testen und danach zu optimieren.

Building Metro Style Apps With XAML: What .NET Developers Need to Know

Die neuen Metro Style Apps können mit dem bereits in .NET und Silverlight bekannten XAML erstellt werden. Für die Erstellung der Metro Style Apps wird das neue Visual Studio 2012 wie auch das neue .NET Framework mit WinRT benötigt. Die Applikationen können mit C# oder mit VisualBasic erstellt werden. Der elementare Teil bei der Entwicklung sind dabei die Verwendung der neuen Codewörter “async” und “wait”. Damit können asynchrone Methodenaufrufe programmiert werden, was für die Verwendung der Apps sehr wichtig ist.

 

Microsoft TechEd Europe 2012, Amsterdam, RAI – Tag 1

Vom Dienstag 26.06. bis Freitag 29.06.2012 fand die Microsoft TechEd Europe 2012 in Amsterdam statt. Roman Federer und Andy Felix flogen mit grossen Erwartungen am Montag Mittag nach Amsterdam.

Eröffnet wurde die TechEd durch eine Keynote mit Brad Anderson und Jason Zander. Einige Highlights aus der Keynote:

  • Boxing Bots (via Kinect wurde ein realer Boxkampf über 3 Runden ferngesteuert)
  • 64 virtuelle Prozessoren in einer VM
  • 985‘000 IOPs (Ein-/Ausgaben pro Sekunde) von einem einzigen Windows Server 2012 Hyper-V VM
  • Offloaded Data Transfer ODX – grosse Datenmengen übertragen (1GB pro Sekunde)
  • Azure Websites
  • Windows Server 2012 – Features und Performance, verfügt über mehr als 2400 PowerShell Commands
  • Eine VHD kann nun bis zu 64 TB gross sein
  • System Center 2012 ist die perfekte Verwaltung für die IT-Infrastruktur – private Cloud.
  • ASP.NET MVC4 Mobile App mit VS 2012 – lokale Mobile App ruck-zuck in Windows Azure

Windows Azure – Meet the New Windows Azure

Viel wurde berichtet zu Windows Azure und ein neuer Release kam perfekt 2 Wochen vor der Konferenz auf den Markt und dieser sei flexibler, offener (mehr DB’s, mehr Sprachen, mehr Applikationen) und solider. Immer wieder wurde betont, dass nur das bezahlt werden muss, was auch verwendet/gebraucht wird. In Beispielen wurde gezeigt, wie einfach und schnell Services runter-/hochgefahren werden können. Neue VM’s können mit ein paar Mausklicks innert Kürze neu erstellt werden, bestehende Disks hinzugefügt werden, Disks in VM mounten, etc. Für alles steht ein cooles Dashboard bereit sowie können auch Linux VM’s (Ubuntu Server, Free Linux, Linux Server) erstellt werden. Nett ist weiter, dass schnell ein VPN erstellt werden kann (Namen vergeben, IP Range angeben, Subnets, etc.) und das entsprechende VPN Device Config Script heruntergeladen werden kann. So kann dies einfach und schnell weitergegeben werden.

Websites können mit Unterschiedlichen Technologien gebaut werden (ASP.NET, Node.js, PHP, etc.) und das Deployment (auch incremental) innert Sekunden mit FTP, git oder TFS erfolgen. Publishing Profile können exportiert und in VS 2012 wieder eingefügt werden. Sämtliche Connectionstrings sind mittels einem Mausklick sichtbar.

Die Cloud Services (bauen von stufenlos skalierbaren Apps und Services, Rich Multi-Tier Architekturen, etc.) und Publishing Services (deployen von Applikations Code, Netzwerk konfigurieren, etc.) werden nun sauber getrennt. Alles was im Admin Tool zu sehen und einstellbar/konfigurierbar ist, kann natürlich auch über Powershell gemacht werden.

Der Fokus wird auf Applikationen gesetzt, nicht auf Infrastruktur!

Introduction to building apps for Windows Phone

App’s für z.Bsp. Bilder, Videos oder Musik können entsprechend registriert werden, damit zusätzliche Menus zur Verfügung stehen, welche von der SDK herkommen, so z.Bsp. Share mit anderen Tools oder weitere Systemfunktionen.

Metro Grundsätze:

  • Clean, open, light, fast
  • Celebrate typography
  • Alive & in motion
  • Content not chrome
  • Authentically digital

Tools welche verwendet werden sind Visual Studio 2012 (z.Bsp. Express for Windows Phone) sowie Expression Blend. Das Silverlight Toolkit ist Pflicht und bietet viele Attribute und Beispiele (Datepicker, Date-Time, Effekte wie Transitions, etc.).

Eine App erstellen beinhaltet folgende Schritte:

  • Registrieren
  • App bauen
  • Zertifizieren lassen der App
  • Publishen der App

Kurz gezeigt wurden auch Themen wie die Integration (Games Hub, Kamera/Fotos, Musik/Videos, Suche, Kontakte und Kalender, etc.), Vernetzung, Storage, Inhalte von Windows Phone 8 (IE10, Multitasking, Enterprise, Auflösung, App to App, Windows Shared Code, etc.). Der Shared Windows Core soll dem Entwickler einen enormen Benefit bringen. Darunter ist nichts anderes als ein gemeinsamer Quellcode zu verstehen, welcher auf dem Windows Phone 8 Betriebssystem der Selbe ist wie auf dem Windows 8 Betriebssystem für Desktop- und Tablet-PCs.

Zum Abschluss des Tages gab es noch eine richtige tiefe Techie Session: LINQ, Take Two – Realizing the LINQ to Everything Dream

3rd-Party Interface Testing mit Cucumber – Teil I

cucumber_logo

Das altbekannte Problem In einer Software muss ein 3rd Party Service über eine definierte Schnittstelle eingebunden werden. Das Verhalten der Schnittstelle muss vorab getestet und verifiziert werden. Solche Tests sind Behaviour Driven, sprich das Verhalten der Schnittstelle wird vor der Integration in das … Weiterlesen

Celebrity Commerce- Der neue Stern am Shopping-Himmel?

Nachdem es in den vergangenen Monaten einigermaßen ruhig war, was neue Shopping-Konzepte anging, starten in den kommenden Wochen gleich drei Portale mit einem “Celebrity Commerce”- Ansatz.

Warum Celebrity Commerce (CC) neu und doch alt ist.

Shopping auf Basis von Empfehlungen ist uralt, sowohl offline (Tupperware-Parties) als auch online bekannt (Social Shopping, Facebook Commerce etc.) und in nahezu allen Kanälen etabliert. Durch die Informationsvielfalt steigen (Kauf-)Entscheidungsaufwände an, welche Nutzer mittels dreier Hebel teilweise einsparen:

  • Käufer entscheiden sich für das Produkt der stärksten Marke beziehungsweise eines ihnen bekannten/bereits gekauften Produkts.
  • Käufer entscheiden sich für das erstebeste Produkt, welches die Kaufkriterien weitgehend matched (aus der Aktion der Unsicherheit und bei Vorliegen nicht-vollständiger Information).
  • Käufer entscheiden sich für ein empfohlenes Produkt.

Freunden und Bekannten wird beim letzten Punkt in besonderer Intensität vertraut- Seiteneffekten wie das “Variety Seeking” zum Trotz. Gerne “verbrüdern” sich Konsumenten mit Prominenten, was die Basis für Celebrity Commerce stellt- hierzu später mehr.

Die beiden Formen des Empfehlungsmarketings.

Beim Empfehlungsmarketing kann man grundsätzlich zwischen

  • Word-of-Mouth-Marketing und
  • Referenzen unterscheiden (Sabrina Helm, “Kundenempfehlungen als Marketinginstrument).

Ersteres bedeutet die meist von Konsumentenseite angestoßene Kaufempfehlung während eines Gesprächs unter Bekannten. “Referenzen” hingegen sind Aussagen von bestehenden Kunden, auf welche der Anbieter des jeweiligen Produktes aktiv hinweist. Ähnlich, wie wir es bei Namics mit unseren “Taten” tun.

Was an Celebrity Commerce neu ist.

Celebrity Commerce kombiniert die beiden Formen des Empfehlungsmarketings in gewisser Weise miteinander, indem einerseits (meist fingierte) Kundenstimmen von Prominenten gesammelt werden (“Produkt ABC setze ich besonders gerne ein.”) und andererseits die Formen des persönlichen Gesprächs mit dem “Bekannten”- in diesem Falle ein Promi-kombiniert werden. Man wird sehen, wie tief dieser Dialog mit Prominenten gehen kann. Erste Ansätze hiervon sieht man in den Markenwelten der Teleshopping-Kanäle, welche aus ihren Moderatoren Marken machen, diese für die Vertriebsstrategie zum “Trusted Advisor” aufbauen und anschließend Dialoge mit Kunden inszenieren. Hier ist jedoch noch großes Potential vorhanden- denken Sie an Live-Chats mit Promis, Produkt-Reviews und vieles mehr.

Das Dreigestirn im Celebrity Shopping.

Wenn man mal die bereits bekannten Kanäle ausblendet, gehen in Deutschland recht zeitgleich drei Anbieter an den Start. Blissany, Wanilla und miacosa wollen sich alle ein großes Stück vom Promi-Empfehlungskuchen abschneiden. Je nach finanzieller Vorausstattung durch deren Kapitalgeber haben sich die drei Start-ups bereits Prominente gesichert: von Ursula Carven (im Portal miacosa als Yoga-Expertin ausgewiesen), Michael Gliss (“Genussbotschafter”), Sternekoch Harald Wohlfahrt (“Kochlegende”) ist für jeden Geschmack etwas dabei. Spannend ist, dass alle drei Konzepte ähnliche Layouts haben (große Bilder mit Promis im Hintergrund, die via Slideshow durchwechseln) und jedes Portal auf eine eher feminine Zielgruppe fokussiert (schnell erkennbar an den Themenwelten). Kein Portal kann auf einen Koch- oder Yoga-Experten/in verzichten.

Fazit

Celebrity Commerce ist ein wenig neuartiges Konzept, nutzt jedoch vielfach erprobte Strategien, so dass ein Erfolg nicht auszuschließen ist. Der Erfolg der Portale wird nicht zuletzt von der Auswahl der Promis abhängen; zudem werden Promis immer stärker als eigene Marken etabliert, so dass Gefahren in der Wirksamkeit nicht auszuschließen sind (Stichworte: Authentizität, Promis pinnen selbst auf eigenen Profilen wie bei Pinterest).

Aufwandsschätzungen – Die Ausgangslage für erfolgreiche Projekte (Teil 2 / 2)

Im ersten Teil ging es um das Grundverständnis bei Aufwandsschätzungen. Der zweite Teil bezieht sich jetzt auf die Vorgehensweise zur Erstellung einer Aufwandsschätzung und welche alltagstauglichen Verfahren eingesetzt werden.

Vorgehensweise zur Aufwandsschätzung

Einer der ersten Schritte für die Aufwandsschätzung besteht darin, das Projekt in “handliche” Arbeitspakete zu strukturieren. Die Aufteilung in Arbeitspakete kennt man auch unter dem Begriff Work Breakdown Structure (WBS).

Die gewählte Grösse der Arbeitspakete ist dabei noch relevant. Zu grosse Arbeitspakete lassen die Schätzungenauigkeit und das Risiko, dass etwas vergessen geht, steigen. Arbeitspakete welche grösser als 20 PT (Personentage) sind deuten darauf hin, dass diese zu gross gewählt wurden und eventuell weiter unterteilt werden sollten.

Im Gegenzug sind zu fein gewählte Arbeitspakete ebenfalls nicht das “Gelbe vom Ei”. Schnell entsteht bei zu granularen Arbeitspaketen ein hoher Aufwand zur Bearbeitung der Schätzung und es entstehen versteckte Puffer welche die Projektplanung verfälschen können. Man sollte also die Arbeitspaketgrösse bewusst wählen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, welcher leider häufig ausser Acht gelassen wird, ist die Projektphase in welcher die Schätzung stattfindet. Dabei muss man wissen, dass die Schätzunsicherheit im Laufe des Projektfortschrittes naturgemäss abnimmt. Ist einem grob die Schätzunsicherheit bekannt, kann man in der Projektplanung dementsprechend mit klar kommunizierten Pufferzeiten reagieren.

Diese Schätzunsicherheit (oder der Verlauf der Schätzunsicherheiten im Projekt) wird auch als Cone of Uncertainty bezeichnet und stellt die Schätzunsicherheit bezogen auf den Projektverlauf grafisch dar.

Cone of Uncertainty

Cone of Uncertainty (Quelle: McConnell, Software Estimination, Seite 28)

Auf dieser Darstellung sieht man sehr schön, dass die Schätzunsicherheit nach der Phase Designerstellung sich stark verkleinert hat, es existieren zu diesem Zeitpunkt also bereits sehr viele detaillierte Informationen zum Projekt welche eine Überprüfung der durchgeführten Schätzungen für die Folgephasen durchaus Aussagekräftiger erscheinen lassen wird.

Eine kontinuierliche Überprüfung und ein Abgleich mit der Planung ist dadurch eine wichtige Projektmanagement Aufgabe.

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Die Organisation eines Contentmigrations-Offices im Rückblick – TEIL III

Der dritte und letzte Teil rückt die Hürden und Risiken bei der Organisation eines Contentmigrations-Offices in den Mittelpunkt und bildet den Abschluss der Blogpost-Serie.

Parallelbewirtschaftung als Hürde
Da man in der Praxis im Normalfall keinen „Content Freeze“ für mehrere Monate machen kann, muss im Normallfall auch der sich aktuell ändernde Content vom Live-System auf das Migrationssystem nachgezogen werden. Diese Parallelbewirtschaftung ist je nach Häufigkeit der Content-Änderungen auf der Live-Seite mit erheblichen Mehraufwänden verbunden.

Technische Probleme und Bugfixes
Die Parallelisierung der technischen CMS-Entwicklung sowie der Content Migration bot nicht nur Vorteile. Denn erst bei der Content-Pflege kann abschliessend beurteilt werden, ob das CMS resp. die Seitentemplates für das Frontend die Anforderungen vollständig erfüllen können. Einige Bugs wurden so erst im Zuge der Migration sichtbar und mussten anschliessend über einen Code Release im Migrationssystem behoben werden. Das Abschätzen dieser Bugs im Vorfeld birgt ein gewisses Risiko. Um dieses zu minimieren, wird empfohlen im Vorfeld des Migrationsstarts einige Dummy Content Pages (Versuch-Inhaltsseiten) anzulegen und das Frontend- und CMS-Testing vollständig abzuschliessen, bevor man mit der Migration loslegt.

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