“Befreiung” von Suchmaschinen als strategische Aufgabe?!

Zuerst tönt der Artikel “Search Engines as Leeches on the Web” von Jakob Nielsen komisch, aber ein bisschen Leküre lohnt sich. Grundthese ist:

Search engines extract too much of the Web’s value, leaving too little for the websites that actually create the content. Liberation from search dependency is a strategic imperative for both websites and software vendors.

Dass Suchmaschinen “Wert extrahieren” gehe ich mit Nielsen nicht einig. Sie schaffen auch Wert. Auch Nielsons Zahlen finde ich nicht besonders instruierend. Aber im Kern bin ich mit der Aussage einverstanden: Es ist (zu) gefährlich sich bei seinem Geschäftsmodell auf Suchmaschinen zu verlassen und darauf zu vertrauen, dass alle Suchmaschinen für immer not evil sind.

Ziel muss es sein, einen durch eine Suchmaschine gewonnen Kunden bei mir als “Direkt-Kunden” zu behalten. Auch mit der Auswahl an Instrumenten bin ich einverstanden:

- Email newsletters
– Request marketing
– Discussion groups and other community features
– Affiliate programs
– Newsfeeds
– Stick your URL onto any physical product you sell in the hope that customers will see it when they need supplies or a replacement
– A hardware component that’s hardwired to connect to your site’s service
– Mobile features

Hier weiter zum Artikel.

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Das bisschen andere Trefferzitat in Google

Zumindest im Volksmund ist es klar, dass Google nur ganz dumm nach Volltext sucht und anders so wie Yahoo eher mit Logik / Interpretation arbeiten (z.B. mit Y! Shortcuts). Bei unserer Arbeit im Umfeld von Suchmaschinenoptimierung / -marketing kommt aber je länger je mehr Logik bei Google zum Vorschein. Beispielsweie das folgene Trefferzitat bei der Suche in Google nach firefox deutsch. Danke an Markus für den Hint:

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Was ist daran speziell?

1) Die Hervorhebung im Trefferzitat (fett) zeigt eine Wortbeugung. Ich habe nach “deutsch” gesucht, hervorgehoben ist aber “deutsche”. So was tut Google nicht immer und das hat mit Sprache zu tun.

2) Im Trefferzitat finden sich klickbare Links aber der Website: “Windows”, “Sprachpacket” u.a. Eigentlich sind Links an dieser Stelle bei Google so umgeschrieben, dass diese nicht klickbar sind…. Die Platzierung ist gem. dem HTML-Code der Quellsite logisch aber i) sind nicht alle Links da (Stoppworte?) und ii) diese sollten diese im Zitat nicht klickbar sein.

3) Obschon die Quellsite guten HTML Code bietet und die Suchworte im Text vorkommen, zieht es Google vor, als erster Satz des Trefferzitats NICHT den Text der Site, aber den aus dmoz.org zu nehmen. So was ist üblich, wenn eine Site auf der Homepage, beispielsweise wegen einem Flash ohne “Suchmaschinenfutter”, keinen indexierbaren Text hat. Mein Beispiel hier ist die Privatbank Rahn & Bodmer die zwar eine No-Flash Version hat (gut). In der ist aber auch kein Text für die Suchmaschinen drin (schlecht). Hier der Eintrag zur Firefox-Seite in DMOZ:

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Wie immer schon gesagt bleibt sowohl Suchmaschinenoptimierung für generische Treffer wie auch Suchmaschinenmarketing weiterhin eine dynamischen Sache.

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The Long Tail

Erbsen zählen macht Spass. Statistik kann richtig Freude bereiten, für diese Erkenntnis braucht es manchmal einige Jahre und vielleicht noch das Internet. An der von mir besuchten BWL-Brutstätte wurde einem die Freude an Statistik gehörig vergällt. Das aktuelle NZZ Folio zum Thema ‚Statistik’ kann da für jeden noch so hoffnungslosen Fall Abhilfe schaffen.

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Plötzlich tauchen da im Zusammenhang mit Statistik Begriffe wie ‘Social Filtering’, ‚Collaborative Filtering’ und nette Applikationen wie Last.fm (hier vom Kollegen Tressl schon beschrieben) auf. Und eben die ‘The Long Tail’ genannte Häufigkeitsverteilung. Was verbirgt sich dahinter? Nun es ist relativ einfach, ein Beispiel aus dem Buchhandel kann das illustrieren. Ein Irischer Bestseller zieht automatisch auch noch einen Rattenschwanz von Zusatzverkäufen nach sich, Bildbände über Irland, eine Biographie des Autors und Neuauflagen von älteren Werken. Woher kennen wir das? Genau, “…Kunden, die dieses Buch gekauft haben haben auch…”
So macht Statistik plötzlich Spass, denn dadurch entstehen neue Anwendungen, Ideen, Websites und Möglichkeiten.

Also, lest das NZZ Folio!
Oder zumindest mal den Artikel “Mitarbeiter des Monats? – Sie!”
Zur Not tuts auch noch der etwas ältere Wired Artikel “The Long Tail”.

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Was muss ein Weblog technisch können/bieten? [Umfrage]

Zur Zeit spriessen in der Schweiz Weblogs aus dem Boden. So beispielsweise beim Blick (Post 1, Post 2) oder beim Schweizer Fernsehen. Soweit so gut, doch häufig schaue ich mir die Blogs an und vieles finde ich technisch schlecht.

Drehen wir den Spiess mal um. Bitte mit Eurer Hilfe.

Wir sitzen vor einem PR-Leiter, der alles über Inhalt und die Art des Bloggens verstanden hat (ja, das nehmen wir an). Er will bei der Haus-IT ein Weblog-System bestellen und wir düfen ihm nun eine kurze Checkliste mitgeben. Ziel, dass sein Blog auch sein technisch guter Blog wird.

Hier mein Vorschlag zur Diskussion:

1) MUSS: Stabiler Link zu jedem Post (Permalink). Diese soll kurz, sprechend und einfach memorisierbar sein. Ein Permalink verändert sich nach der ersten Publikation nie mehr.

2) MUSS: Jeder Post zeigt sein Datum und seine Zeit.

3) MUSS: Der Inhalt des Weblogs ist als XML-Feed abonnierbar. Valides RSS und Atom. Korrekter Mime Type bei der Auslieferung und Autodiscovery soll auf der Hompage möglich sein. Bei grossen Weblogs Feeds nach Themen aufteilen.

4) MUSS: Jeder Post hat eine öffentliche Kommentarfunktion. Diese kann ohne Anmeldung genutzt werden, erlaubt reduziertes HTML, verbietet XSS und macht kein Repost beim Reload. E-Mail Adressen der kommentierenden Personen werden nicht vollständig öffentlich gezeigt.

5) MUSS: Jeder Post hat eine Trackback Funktionalität.

6) KANN: Ein Post kann einer Kategorie zugeordnet werden. Für diese gibt es Archive und die alle Posts tragen das entsprechende Tag.

7) KANN: Der Weblog kann bei jeder Aktualisierung einen Update-Ping über XML-RPC absetzen.

8) KANN: Der Blog bietet eine Volltestsuche über seine Inhalte.

9) KANN: Der Clientcode ist logisch strukturiert und valide. Am besten XHTML ohne Tabellen.

>> Frage. Bekommt der PR-Mensch nun einen technisch guten Weblog. Ist mein Liste oben richtig, verständlich und auch vollständig? Danke für Eure Unterstützung.

Ein guter Architekturstil: REST

Als der Autor André Kaminski im Alter von 63 Jahren mit Nächstes Jahr in Jerusalem seinen ersten Bestseller geschrieben hatte, fragte ein eifriger Journalist, weshalb es keinen früheren bekannten Werke von ihm gibt. Die Antwort: “Zuerst müssen sie lesen, dann schreiben…”.

Das gilt wahrscheinlich auch für Roy T. Fielding, Chief Scientist bei Day und Miterfinder der zwei wohl wichtigsten Internet-Standards: HTTP (RFC 2616, RFC 2145, RFC 2068, RFC 1945) und URI (RFC 2396, RFC 1808) und noch einige Papiere und Software mehr. Er schrieb mit 35 Jahren seine Dissertation mit dem Titel: Architectural Styles and the Design of Network-based Software Architectures. Das zentrale Konzept drin ist REST (Representational State Transfer) und das ist gut zu wissen.

Stark vereinfach geht es um gute Adressierung im Internet und zwar nicht als neuer Standard, aber als korrekte Anwendung der vorhandenen Standards wie HTTP, URL, MIME Types u.a. Es geht etwa so:

1. Eine Ressource ist ein logisches Ziel welches immer gleich ist. Sie ist einfach verständlich und memorisierbar beschrieben. Beispielsweise http://www.namics.com/leistungen/produkte

2. Die Repräsentation ist die konkrete (physische) Antwort auf die Anfrage nach einer Ressource. Im Bezug auf das Beispiel oben ändern sich die namics Produkte über Zeit oder es gibt möglicherweise verschiedene Instanzen dafür (Sprachen, Clientcode u.a.). Der Pfad zur Resource bleibt gleich.

Was ist wichtig bei einer Ressource resp. dem Pfad dorthin?

a) Eine Ressource ist für Menschen (d.h. sprechend) und technologienbeutral beschrieben. Also ohne PHP -Endung, da die Implementierung von PHP auf APSX ändern könnte (oder was auch immer). Es muss stabil bleiben.

b) Keine HTML-Endung, da je nachdem wer/wie anfrägt, soll nicht HTML aber bspw. XML oder PDF geliefert werden. Für den Entscheid was ausgeliefert werden soll, gibt es im HTTP Request Header Feld mit Accept* die Angabe, was bevorzugt ist. Welches Format, welche Sprache, welche Codierung etc. In einer Idealen Welt entscheidet der Client was er will und nicht die Adresse der Anfrage.

c) Die Interaktion erfolgt immer durch den Client

d) Der Aufruf soll zustandslos sein resp. der Request selbst muss alle Zustandsinformationen beinhalten (Cookie ist erlaubt, da im Request drin aber mit den Daten und nicht einer ID zu einer Serversession)

e) Caching gehört unterstützt resp. korrekt gesteuert

f) Alle Arten die interaktion erfolgt über die Standardmethodem im HTTP (GET, POST, PUT, DELETE)

g) URI als universelles Adressierungssystem

Das ist sehr theroetisch beschrieben, aber in Kurzform geht es um: Gute URL die immer funktionieren, von mir schon als sprechende oder real speaking URLs bezeichnet. Natürlich nur bei Anwendungen, wo dies auch so funktioniert… Beispiele:

>> http://www.technorati.com/search/stuker

>> http://map.search.ch/bern

>> http://tel.local.ch/zh/namics.html

>> http://www.flickr.com/photos/tags/namics/

>> http://www.bloglines.com/myblogs

>> geht aber auch für komplexere Sachen wie beispielsweise ein Yahoo-API.

Immer sehr klar was zurückkommt und immer funktionierend. Und hier für Leute die gerne lesen die Diss, ein ganzes Wiki zum Thema eine Linksammlung bei Paul Prescod und eine Mailingliste auf welcher auf Roy drauf ist.

Was ist ein Accesskey?

Ein Accesskey ist ein Shortcut / eine Tastenkombination, welche im Quellcode der HTML-Seite hinterlegt werden kann, um Links mit einem Tastengriff anzusteuern.

Und um mit einem gängigen Vorurteil aufzuräumen NEIN Accesskeys können nicht nur von behinderten Menschen bedient werden werden, diese funktionieren immer – auch mit dem Mac. Das immer wieder gerne angeführte Argument “die Accesskeys funktionieren nicht, weil wir nicht testen konnten” gilt also nicht.

  • IE: ALT+Accesskey+Enter
  • Firefox/Mozilla: ALT+Accesskey
  • Apple: Ctrl+Accesskey

Worauf man dann auch schnell mit den Tücken der Tastenkombinationen beschäftigt ist, hier kapituliert so mancher an den bereits im Browser definierten Shortcuts. Belegt sind nämlich beispielsweise im

  • IE 6: a b d f s x 2 4 6 7 ?
  • Firefox 1.0.7: d b a g l x h Pos1
  • Netscape 6/7: b e f g h i m n p d t v w

Viele Kombinationsmöglichkeiten bleiben also nicht mehr, vor allen Dingen sollte der Benutzer nicht seine “dritte” Hand zum Drücken der Tasten benötigen müssen.

Deshalb die folgenden Empfehlungen aus der Praxis:

  • Accesskeys Site-weit einsetzen, damit sich der User daran erinnern kann
  • Accesskeys nicht mit den Browser- Tastenkombinationen kollidieren lassen
  • Einen Hilfetext platzieren, damit auch die User profitieren, denen der Screenreader die Accesskeys nicht vorliest
  • Inzwischen üblich: Homepage = 0 und ansonsten Sitemap und Suche,
    bei Banken beispielsweise der Link auf die Börsenkurse oder zum Onlinebanking als Schnelleinstieg auszeichnen
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Der Scoble im eigenen Haus

Microsoft, die sich in der Person von Robert Scoble einen “High End Blogger” (ich bin zwar schneller ;-) leisten, der weder Microsoft-konform aussieht, noch so spricht und zudem noch auf der PHP-Anwendung von WordPress arbeitet, ist immer wieder ein Beispiel für unkonventionelle Lösungen: In jedem Blog-Artikel, Vortrag u.s.w.

Sein aktueller Post lässt mich nochmals nachdenken. Im Kern geht es darum, dass Google ein anspruchsvolles API für deren Reader-Infrastruktur freigibt (bei Andreas schön kommentiert).

Im Kern des Posts hat es aber eine Argumentationsstrang, dass er, Scoble, Bill Gates, Steve Ballmer, and Ray Ozzie bereits ein paarmal gesagt habe, sie sollen endlich NewsGator kaufen und am Ende eine Kommentar-Umfrage, was unsereiner Bill/Steve/Ray denn sonst noch so zum Kauf empfehlen würde (auch wieder mit einem “Scoble Hint” auf 37 Signals und andere im Kommentar).

Schlüpfe ich mal in die Haut von Bill/Steve/Ray, so bin ich möglicherweise erstaunt über den “Meckerer” auf der eigenen Lohnliste… Bin ich aber Finanzmensch und/oder Investor, so könnte so eine Aussage von Scoble doch mal was mit Geld zu tun haben?! Wenn ich an die europäische Corporate Governance Diskussion denke, so muss das in den USA schon ein bisschen anders laufen. Oder diesmal hat Scoble den Mund doch ein bisschen zu voll genommen…

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Die 50 wichtigsten Gagets der letzten 50 Jahre…

…gibt es anzuschauen bei PC WORLD. Ich bin fast erschrocken, wie viele ich kenne oder gar mal in der Hand hatte… und erst die “Gadget-Freunde”?!

Nummer 1 der Sony Walkman TPS-L2 (1979). Gut in Erinnerung bei mir ist die Demo-Kasette, welche einen Flugzeugüberflug drauf hatte. Alle Leute, die das Ding das erste Mal auf hatte, blickten in die Luft.

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Hier die ganze Liste auf PCWORLD.

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