... sollte eher heißen: mit Rainer Jankowski von salegro und Markus Ramming von senz zum Sonntags-Brunch im Kaffee. Wie der Titel erahnen lässt ging es zwischen Bircher-Müsli und Ham & Eggs doch ans Eingemachte: Beredet und entspannt machten wir uns über Graves Wertesystem und "Spiral Dynamics" her.
Graves Theorien zu Wertesystemen bieten ein anschauliches und fruchtbares Modell, um verschiedene Formen und Aspekte von Unternehmenskultur zu beschreiben. Zugegeben: das Modell ist etwas in die Jahre gekommen, was besonders deutlich wird, wenn es um die Bedeutung von Medien und Globalisierung geht. Doch auch ein alter Wein kann guten Gedanken den nötigen Schwung verleihen.
Im folgenden sind verkürzt verschiedene Aspekte des Modells beschrieben:
|
Mitglieder |
Organisations-mermale |
Motivation & Werte |
Im Intranet |
|
Einzelkämpfer |
Autokratie |
Recht des Stärkeren |
One-to-Many-Kommunikation, Selbstdarstellung |
|
Loyale |
Funktions-orientierte Hierarchien |
Disziplin, Titel, Ordnung |
Dokumenten-verzeichnis, Organigramm |
|
Erfolgssucher |
Leistungs-orientierte Hierarchien |
Wettbewerb, Gewinn, Effektivität |
Mitarbeiter des Monats, Erfolgszahlen |
|
Teamplayer |
Funktions- und leistungs-orientierte Teams |
Gemein-samkeit, Teilnahme, Integration |
Support, Work-Life-Balance,
Teambereiche |
|
Möglicheiten-sucher |
Optionsorientierte Experten |
Best Practice, persönliche Autonomie, Selbstorga-nisation |
Innovations- und Themenbereiche, Hilfe zur Selbsthilfe |
|
Globalisten |
Optionsorientierte flexible Teams |
Ökologie, Ganzheitlicht |
themen- und teamübergreifende Kommunikationstools, Öko- und Zukunftschecks |
So weit, so gut?
Graves Theorie geht dabei von einer schrittweisen Entwicklung von Unternehmen aus, die von Autokratien, über funktionsorientierte Hierarchien bis hin zu den "höheren" Formen für Möglichkeitensucher und Globalisten führt. In der Praxis erleben wir, dass Unternehmen diese "Entwicklung" über das Intranet fördern wollen. Dabei orientieren sich die geplanten Tools eher am Mythos einer durch Technik forcierten Entwicklung als an der bestehenden Kultur im Unternehmen.
Sehr treffend auf diese Dissonanz passt: "Wenn man eine
Maus und einen Affen auf einem staubigen Acker freilässt, wird man erkennen,
dass die Maus erst mal besser klarkommt." (frei nach Bert Feustel,
mindsystems) - In der Praxis: Wenn es darum geht ein Intranet für eine
vertriebsorientierte Organisation aufzubauen (in der persönliche Belohnung ein
wichtiger Teil der Unternehmenskultur ist) macht es erst mal wenig Sinn über
Collaborationstools im Intranet nachzudenken. Oder neunmalklug: Auch ein
Intranet muss die Mitarbeiter da "abholen" wo sie gerade stehen und kann
für eine Veränderung in der Unternehmenskultur nur unterstützend - bestenfalls
anregend - wirken. Dabei kann eine gute Intranetlösung jede Organisationsform
wirkungsvoll unterstützen. (vgl.
u.a. Intranets im Spitalumfeld)
Gleichzeitig verdeutlicht die Berücksichtigung des Graves Modells sehr gut, welche Mittel die bestehende Unternehmenskommunikation wirklich sinnvoll fördern und darüber hinaus, wie skalierbar das Intranet aufgebaut sein muss, um geplante Veränderungen in der Unternehmenskultur begleiten zu können.
Was Namics zeigen ...
Unsere eigenes Intranet bietet viel Raum für Teamplayer und Möglichkeitensucher. Das Schöne und Gute daran: dieser Raum wird nicht nur im Intranet sondern auch weit darüber hinaus intensiv genutzt und wir wissen um den Wert dieser Form der Kommunikation. Insofern sind wir nicht nur ein hervorragender Berater sondern selbst "Best Practice" für Unternehmen, die ihr Intranet als Plattform für Teamplayer und themenbezogene virtuelle Innovationsräume auf- bzw. ausbauen möchten.
--- und machen kann:
Wir kennen daneben auch die Situation, in der wir für Unternehmen beratend tätig sind und die Spannung zwischen der bestehenden Kultur und den Zielen der Intranet-Konzepte deutlich wahrnehmen. Ein deutliches Indiz für diese Spannungen ist oft die offene Frage nach Ressourcen zur Betreuung des Intranets.
Meine Vorsätze nach dem Gespräch heute: Wieder öfter Sonntags brunchen gehen, Graves Modell als möglichen Ausgangspunkt für die Konzeption von Unternehmenskommunikation zu berücksichtigen und noch mehr Möglichkeiten suchen, Spezialisten und Themen der Organisationsanalyse und Organisationsentwicklung in den Dialog mit unseren Kunden einzubringen.



















