Wie bereits in Teil 1 beschrieben, sollen Recommendersysteme dem Anwender helfen, aus einer grossen Menge an Informationen oder Produkten das herauszufiltern, was für ihn individuell von Nutzen ist. Genau dieser individuelle Nutzen ist jedoch nur schwer zu messen und nicht immer im gewünschten Ausmass zu erreichen.
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Recommendersysteme – obwohl fast jeder von uns schonmal (unwissentlich) über ein Recommendersystem gestolpert ist, ruft der Begriff oftmals noch ein grosses Fragezeichen auf einzelnen Gesichtern hervor. Eine ganz einfache Erklärung lautet dann: “z.B. die Bücherliste, die mir bei Amazon empfohlen wird. Vielleicht kennst du auch Netflix, Last.fm oder Pandora?“
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Die letzten Jahre haben gezeigt, dass “Mobile” weit mehr als nur ein kurzlebiges Buzzword ist. Die digitale Geschichte hat sich allerdings auch hier wiederholt: Waren es um das Jahr 2000 tausende von Websites, die wie Pilze aus dem Boden schossen, … Weiterlesen
Sowohl im B2C- als auch B2B-Bereich stehen viele Unternehmen vor grossen Herausforderungen, wenn sie direkt mit Endkunden in Kontakt treten wollen. Ein häufiger Fall: Die eigenen Produkte und Services sollen zukünftig über einen eigenen Online-Shop vertrieben werden. Zentraler Absatzkanal für … Weiterlesen
Empfehlungssysteme sind zumindest Besuchern von Commerce-Site bestens bekannt: „Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?“. Und auch (aber nicht nur) für Betreiber von Online Shops sind diese essentiell wichtig, beispielsweise um Warenkorbgrösse, Auffindbarkeit von Produkten oder … Weiterlesen
Intercontinental. Außen-Alster. 14 Referenten. Spannende Vorträge. Networking. Ein Tag wie kein anderer: so lässt sich das Conversion Rate Forum beschreiben. In der letzten Woche waren wir auf dem Event zum Thema Optimierung der Conversion Rate in Hamburg.
2013 ist nah und damit auch das Bezahlen via Handy (hoffentlich). Wir blicken schon jetzt auf einen möglichen Anwendungsfall am Beispiel der Storific App. Weiterlesen
Was mir am Smart Business Day vor zwei Jahren aufgefallen ist, entwickelte sich zu einer „etablierten Grösse“. Illustriert an der folgenden Aussage: Fast 2/3 der Käufer informieren sich Online vor Kontakt mit dem Verkäufer (USA, Quelle: ITSMA).
Die ältere Quelle, die vor zwei Jahren, war eine im Jahr 2008 in Deutschland durchgeführte Erhebung des E-Commerce-Center Handel der Universität Köln. Sie sagte, dass 23,4% der Käufe in stationären Filialen im Online-Shop vorbereitet wurde. Da war die Internet-Durchdringung aber noch vier Jahre jünger!
Quelle: ECC Handel
Aufmerksame Leser merken zudem, dass es in 27,2% der Fälle auch ein Verhalten „Research Offline, Purchase Online“ gibt.
Die Unterstützung des Kanalwechsels innerhalb eines Kaufprozesses ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und damit auch eine wichtiger Parameter bei der Erfolgsmessung des Online-Kanals. Je nach Situation ist die Rolle des Online-Shops zur Verkaufsvorbereitung wichtiger als die des Verkaufs selbst. Der Online-Shop dient als Pfadfinder zum gewünschten Produkt / Verkäufer und dient damit auch als Ersatz für Katalog und Werbung.
Unter dem Titel „Influencing Offline, The New Digital Frontier“ publizierte Google im Dezember 2011 eine Studie mit weiteren aktuellen Belegen aus Europa. Drin wir die Online-Recherche vor dem Online-Kauf mit 31% (Niederlanden) bis 48% (Frankreich) bemessen. Fast noch interessanter ist eine darin erwähnte Erhebung von Görtz, dass der durchschnittliche Warenkorb nach einer Online-Recherche mit EUR 701% um 33% grösser ist als ohne.
Quelle: Google
Und hier noch die wichtigsten Gründe, weshalb Käufer dennoch den Weg in das Ladengeschäft machen.
Gemäss der Google-Studie, 2011, Europa, Normalisiert auf 100%:
- Produkt vor dem Kauf anschauen / in die Hand nehmen (54%)
- sofortige Mitnahme gewünscht (16%)
- mangelndes Vertrauen in die Online-Präsentation (11%)
- mangelnde Verfügbarkeit Online (11%)
- vorab zu klärende Fragen zum Produkt (8%)
Gemäss der ECC-Studie, 2008, Deutschland, Doppelnennung möglich:
- Produkt mitnehmen (81%)
- Produkt anfassen / sehen (81%)
- vorab zu klärende Fragen (68%)
- schneller im Laden (67%)
- einfacher im Laden (58%)
- im Laden die Konditionen prüfen (56%)
- persönliche Beratung zum Produkt (54%)
… würde ich doch glatt beim Business Case beim nächsten E-Shop einrechnen ;)
PS: Nicht explizit angesprochen aber eine riesige Herausforderung ist, dass Kunden wegen der Recherchemöglichkeiten über Detailaspekte des nachgefragten Produktes häufig besser informiert als der Verkäufer selbst.
In-store Augmented Reality mit neuer IBM App. Ja, es geht nicht um E-Commerce, Multi- oder Omni-Channel oder sonstwie um Schlagwörter, sondern um Shopping und Commerce, Einkaufen und Verkaufen. Und das Erlebnis dazu. Es wird Zeit ohne Grenzen von On- und … Weiterlesen
Werner Spengler und ich, Patrick Schneider, hatten Anfang Mai das Vergnügen auf der IA Konferenz 2012 in Essen einen Vortrag über das Zusammenwachsen der realen mit der digitalen Verkaufsstrategien anhand des Beispiels adidas NEO zu halten.
Das allgemeine Thema der Konferenz war “Content Strategy”, das konkrete Thema unseres Vortrags “Real. Social. Digital. – Neue Bausteine zur Verbindung digitaler und realer Einkaufswelten.”
Klassische Handelsunternehmen finden immer stärker den Weg ins Web und in den eCommerce wie z.B. Saturn/Mediamarkt. Aber auch Pure-Player aus dem Internet gründen im Gegenzug Ladenlokale in den Innenstädten wie z.B. der Popup-Store von Zalando in Berlin.
Themen wie Mobile und Always-On bedingen, dass unseren Kunden das erfolgreiche Zusammenspiel aller Kanäle als integriertes Multichannel-Konzept immer stärker unter den Nägeln brennt. Reale Welt mit Ladenlokal und virtuelle Welt mit eCommerce wachsen zusammen.
Mit dem Label NEO von adidas geht nun 2012 ein Konzept live, das erneut den Versuch wagt, die realen Verkaufswelten mit digitaler Kommunikation zu verbinden. Neu dabei ist allerdings, dass Social Media der Kitt zum Kleben sein soll.
Hier treffen also gleich mehrere Disziplinen der Gestaltung und Konzeption aufeinander, weshalb es für uns auch so spannend ist, uns mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Aber solche Konzepte gab es bereits schon einmal Ende der 90er:
Bspw. den (von Werner konzeptionierten) Lufthansa Heaven’s Store.
Das seitdem im Ladenbau hinsichtlich neuer Medien wenig passiert ist, kann man an diesem Projekt gut erkennen. Auch hier wurden bereits viele Dinge angedacht und konzeptioniert um die reale und die digitale Welt zu verbinden.
Konzeption wurde der Laden für den Verkauf von Merchandisingprodukten an internationalen Flughäfen. Es gab damals schon eine reale und eine digitaler Einkaufswelt mit Shop.
Der Laden war nach allen Erkenntnissen von Konsum und Verhaltensforschung ausgelegt: kognitive Maps, Farben, Geruchswelten, Licht und Soundsteuerung, Sennheiser Beschallung mit Bewegungssensoren. Spannendster Aspekt war die komplett umbaubare Innenansicht über Bildschirme und Steuerung. Der Prototyp steht heute noch bei der LSG und kann besichtigt werden.
Grundsätzlich eine tolle Idee, die mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde, aber leider sich damals nicht durchsetzten konnte.
War die Welt damals noch nicht so weit? Und warum ist sie es jetzt?
Erst jetzt durch durch User Generated Content und die direkte Einbindung der kundeneigenen Netzwerke entstehen Konzepte die reale Einkaufswelten nachhaltig prägen werden.
Wir haben durch das Internet und die sozialen Medien eine neue Kommunikatiosebene erreicht. Mit “Always on”, Smartphones und Social Networks ist eine neue Kommunikationsform etabliert, die mit der reale Welt direkt interagiert.
adidas NEO versucht nun also mit einem Konzept zur Verbindung der digitalen und der virtuellen Welt erneut dieses Zusammenspiel gewinnbringend zu nutzen.
Die Ladenlokale sollen zukünftig nicht nur Laden sein, sie sollen zu einem Treffpunkt für Jugendliche werden und zum Bleiben anregen.
Die einzelnen Präsentationsflächen im Laden selbst lassen sich innerhalb weniger Minuten umbauen und regen die Kunden daher immer wieder zum “Mal reinschauen” an.
Extra große Kabinen für private Modenschau zu zweit (oder zu dritt) werden geboten.
Es gibt im Ladenlokal sogar eine kleine Bühne, auf der u.a. lokale Bands auftreten sollen, die aber alternativ auch als “Chill-Zone” für die Kunden genutzt werden können.
Neu ist: Die Kunden sollen nicht schnell kaufen, sie sollen verweilen, sich wohl fühlen.
Über den Wohlfühl- und Lifestyle-Faktor hinaus wird es in dem Laden digital:
Es existieren berührungsempfindliche Bildschirme zur Steuerung der Musik im adidas-NEO-Store durch den Kunden.
Die Beleuchtung lässt sich durch den Kunden per SMS mit den Begriffen „Blue“, „Red“ oder „Green“ steuern.
Aber das besondere ist: Das Konzept holt die Zielgruppe dort ab, wo Sie ist. Online! Es gibt in dem Laden daher noch etwas Besonderes, dass den Joy of Use im Ladenlokal anregt: Einen interaktiven Spiegel.
NEO nennt das Konzept den Social Mirror. Es handelt sich dabei um einen interaktiven Spiegel, über den sich das Konterfei des Betrachters inklusive Outfit bei Facebook und Twitter hochladen lässt. Freunde und Bekannte können somit das neue Outfit gleich ausführlich bewerten und kommentieren. Direkt im Laden kann damit eine “Diskussion” über das gewählte Outfit mit der ganzen persönlichen Community des jeweiligen Kunden starten…
Es gibt auch noch ein paar Besonderheiten im Hintergrund der Läden, die dem Kunden nicht direkt auffallen, die aber nicht weniger interessant sind:
adidas markiert konsequent jegliches Kleidungsstück mit RFID-Funkchips, die über mehrere Meter hinweg von Geräten ausgelesen werden können. Mit diesen Chips ist etwa eine Ladeninventur in wenigen Minuten möglich. Es können damit aber auch neue Trends erkannt werden, da Sensoren erfassen sollen, welche Kleidungsstücke in den Umkleidekabinen kombiniert werden. Somit lassen sich weitreichende Auswertungen generieren und Informationen über die Zielgruppe und deren Verhalten sammeln.
Die Kommunikation innerhalb der einzelnen Läden erfolgt stilecht ebenfalls via Twitter und eine eigene iPhone-App. für Angestellte.
Was heißt das jetzt für die Zukunft?
Das alte Modell nach dem Commerce-Projekte konzeptioniert wurden kannte zwei Bereiche:
- Der Kunde ist zu Hause und eventuell online.
- Oder er ist im Laden und offline.
Wenn er zu Hause ist, hat er sein Netzwek und seine interaktiven Möglichkeiten. Wenn er sich im Ladenlokal befindet, hat er all das nicht.
In der Zukunft und auch heute schon ist das aber nicht mehr der Fall. Die reale Welt im Ladenlokal verschmilzt mit der Welt des Kunden. Das soziale Netzwerk wird mobil und ist nicht mehr gebunden an einen Raum.
Wenn sich die Verkaufsräume bis dato nur mit leichten Überschneidungen angenähert haben gab es jetzt einen Wechsel von online-, mobile-, Nearfield-Commerce zu Infield-Commerce. Die mögliche Deckungsgleichheit von realem Ladenlokal und dem virtuellen Kaufen des Kunden ist erreicht.
Und genau hier befinden wir uns an dem entscheidenden Punkt und kommen zurück zum Social Mirror:
Der Spiegel zahlt auf beide Welten ein. Er ist das zentrale Element was die beiden unterschiedlichen Welten (real und virtuell) jetzt zu einer einzigen verwebt!
Das bedeutet:
Es entsteht plötzlich eine klassische Win-Win-Situation. Der Kunde gewinnt durch die Mitnahme seiner gesamten Community in das Ladenlokal, der Laden gewinnt weil er seine Reichweite in der “ubiquen” Welt auf bisher ungeahnte Weise erhöht.
Darüber hinaus zahlen auf diesen Effekt auf Kundenseite Dinge ein, wie z.B.
- Joy of use
- Zusammen Spaß haben
- Gemeinschaftsshopping
- etc.
Letztendlich führt das dazu, dass Kunden sich im Laden “zuhause fühlen”. NEO wird zum Spielort einer Inszenierung. NEO ersetzt den Home-Bereich und wird ein Stück Heimat.
Welche Ableitungen kann man daraus nun ziehen?
- Content kann aus einer neuen Sicht betrachtet werden.
Die Entstehung von Content wird entscheidender. Die Kombination aus erlebbarem Produkt und Social Media als Kommunikationsinstrument erhöht die Wertigkeit des Contents. Das Involvement des Kunden und dessen Bindung entscheidet über die Masse des Contents. - Konzepte müssen am Kunden und nicht am Kanal ausgerichtet sein.
User Stories sind wichtiger denn je. - Infield Commerce braucht eine verzahnte Zusammenarbeit über Kanäle hinweg.
- Es ist fragwürdig eine Konzeption nur aus Sicht eines Kanales zu erstellen!















