Continuous Lifecycle 2014 in Mannheim – Tag 2

Nach dem interessanten ersten Tag, über den Torsten Gerbig bereits berichtet hat, begann der zweite Tag der “continuous lifecycle 2014″ für mich mit einem sehr gelungenen Vortrag tum Thema “Effektives Konfigurations-Management mit Chef, Vagrant und Veewee”. Hintergrund der Vortragenden ist die Entwicklung eines Integrations-Tools, welches Third-Party-Systeme miteinander verbindet. Die große Herausforderung, die sie mit dem vorgestellten Toolset bewältigen, sind die automatisierten Tests ihres Produkts gegen eine Menge dieser Third-Party-Systeme, die auch in jeweils verschiedenen Versionen getestet werden müssen. Daraus ergeben sich mehrere hundert verschiedene Konfigurationen, für die jeweils virtuelle Maschinen bereitgestellt werden müssen. Die Tools wurden jeweils kurz vorgestellt, und anschließend wurde die Verwendung anhand eines vereinfachten Beispiels erläutert, zusammen mit einigen Learnings und guten Tipps für eigene Projekte. Insgesamt fand ich diesen Vortrag sehr informativ und gut aufbereitet. Es hat Spaß gemacht zuzuhören.

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Agile Leadership als Erfolgsfaktor bei der Schweizerischen Post

Wenn die Schweizerische Post ihre gesamte mobile Scanner-Infrastruktur ersetzen möchte, ist ein hochkomplexes Projekt quasi vorprogrammiert. Und in der Tat liest sich die Beschreibung des Projektes „Neuorientierung Mobile Computing (NEMO)“ wie die Einleitung zu einem Horrorroman für Projektleiter: Sieben Entwicklungsteams sollen mittels Scrum in zehn Monaten 18 Applikationen entwickeln, welche einen Grossteil des Kernprozesses der Post in der Zustellung abbilden und für mehr als 20’000 künftige Anwender im täglichen Gebrauch fehlerfrei funktionieren müssen.

Als einer der sieben Entwicklungspartner hat sich Namics dieser Herausforderung gestellt. Das ist mittlerweile etwas über zehn Monate her, das Namics-Projektteam hat bereits drei Apps umgesetzt und der Kunde ist mit dem Ergebnis hochzufrieden. Es folgt ein Versuch, dies zu erklären.

Leadership beim Kunden

Die besten Ideen können nur dann entstehen, wenn sich jeder Einzelne in einer Organisation dazu berufen fühlt, eigene Ideen einzubringen, sich stetig zu verbessern und jeder Beteiligte die eigene Verantwortung für das Gesamtresultat wahrnimmt. Das wiederum ist nur möglich, wenn der Auftraggeber bereit ist, Verantwortung an die Dienstleister zu übertragen und die Prozesse so gestaltet, dass – wo notwendig – Veränderungen angebracht werden können. Je flexibler die Gesamtorganisation des Projekts, desto wichtiger werden die Grundregeln (wie bspw. die Definition of Done).

Damit sich ein optimaler Prozess entwickeln kann, sind einige Vorbereitungen notwendig. Die Post war bereit, alle Verantwortlichen schulen zu lassen und hat sie mit der notwendigen Entscheidungsgewalt ausgestattet. Gab es Probleme, welche die einzelnen Teams behindert haben, hat die Post unbürokratisch grosse Anstrengungen unternommen, um diese Schwierigkeiten zu beheben. Auch um die ständige Verfügbarkeit der relevanten Fachvertreter hat man sich frühzeitig gekümmert. All diese Massnahmen haben die Effektivität des Prozesses erhöht und dazu geführt, dass jeder Einzelne Verantwortung für das Gesamtresultat übernehmen konnte.

Artur Tomczak, Program Manager des App-Entwicklung-Projekts erklärt dies folgendermassen:

„Wir haben in der vergangenen Periode klar mehr erreicht mit der Scrum- als mit der Wasserfall-Methode. Der Erfolgsschlüssel liegt im konsequenten Einsatz von Scrum. Dies setzt die volle Unterstützung, den vollen Einsatz und die gleiche Auffassung von Fachkollegen bis zum Topmanagement voraus.“

Leadership beim Dienstleister

Was unterscheidet ein gutes von einem herausragenden Scrum-Team? Die Antwort ist einfach: Leadership jedes einzelnen Teammitglieds. Bei Namics waren alle Mitglieder des Teams über den gesamten fachlichen Scope informiert und an allen Meetings beteiligt. Jeder wurde dazu angehalten, Verbesserungsvorschläge einzubringen und fühlte sich deshalb für das Gesamtergebnis verantwortlich. Gegenseitiges Challenging von Ideen und fachlichen Anforderungen, Peer-Programming und regelmässige, offene und intensive Debatten über die eigenen Prozesse und eine Kultur der stetigen Verbesserung waren zentral für den Erfolg unseres Teams.

 

Der Agile Leadership Day findet am 5. November 2014 in Zürich statt.

Treffen der Agile Usergroup Rhein-Main bei Namics

Agile Usergroup bei Namics Frankfurt

Der Abend des 20. März ist relativ angenehm, nicht zu warm und nicht zu kalt. Eine Woche vor der Umstellung auf Sommerzeit ist es draußen bereits stockdunkel. Ideale Voraussetzungen also um die Teilnehmer der  Agile User Group Rhein-Main im Frankfurter Office willkommen zu heißen.

Die Gruppe aus rund 30 Leuten kommt regelmäßig jeden Monat zusammen und ist immer auf der Suche nach schönen Locations. Es gilt die Erfahrungen und die Begeisterung für Agilität zu teilen und gemeinsam von einander zu lernen. Max, der an den Treffen der AUG öfter zu finden ist, holte die dritte Ausgabe im Jahr 2014 zu Namics nach Frankfurt und organisierte einen passenden Rahmen rund um die Veranstaltung.

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Smashing Conference 2013

Die diesjährige Smashing Conference stand ganz unter dem Motto «Personal Experiences». Das Thema war also offener als es gar nicht hätte sein können & die Speakerliste – quasi das Who is Who der Webszene – liess Grosses erhoffen.

Location: Historisches Kaufhaus

Hier mein Versuch, die Konferenz in drei Kernaussagen zusammenzufassen:

  1. Deciding in the Browser
  2. Progressive Enhancement, Progressive Enhancement, Progressive Enhancement
  3. Have fun!

Deciding in the browser

Die Zusammenarbeit zwischen Design & Frontend steht seit Responsive Web Design vor ganz neuen Herausforderungen.

Tools wie Photoshop, InDesign & Co. stehen in der Kritik dem Multi-Device-Web zu wenig Rechnung zu tragen. Dennoch sind sie DAS Tool für Designer, sich kreativ ausdrücken zu können. Das Designen im Browser wiederum benötigt Frontend-KnowHow & bietet zu wenig Platz für Kreativität. Dazwischen gibt es eine ganze Palette von Tools, die den neuen Umständen gerecht werden wollen, oftmals jedoch bloss Zwischenerzeugnisse für die Tonne produzieren.

Die Zeit ist also mehr als reif sich über den sinnvollen Einsatz/Mix von Kreativtools & Frontend Gedanken zu machen. Dan Mall & Jason Santa Maria haben dies getan & teilten ihre Erfahrungen mit uns. Die beiden leidenschaftlichen Webdesigner sind sich einig:

As an industry, we sell websites like paintings. Instead, we should be selling beautiful and easy access to content, agnostic of device, screen size, or context – Dan Mall

Ihr Vorschlag um dies zu erreichen ist so einfach, dass er sich in zwei umgemünzte Zitate packen lässt.

Zitat #1

Current design approach

New design approach

Die Design-Diskussion mit dem Kunden soll also nicht auf Basis von fertig gestalteten, pixelgenauen Designs geführt werden.

Denn was ist mit verschiedenen Screen-Grössen? Vernachlässigbar? Wohl kaum! Ein detail- und pixelgenaues Design verleitet aber dazu, die Design-Diskussion auch auf Level von Detail- und Pixelgenauigkeit zu führen. Dabei wird das Wesentliche – wie fühlt sich die Seite unabhängig von Device & Screen-Grösse an – oftmals ausgeblendet.

Dan Mall schlägt vor, statt dessen als Diskussionsgrundlage Styletiles – oder Visual Inventories o.ä. – zu verwenden.

«The Examiner» Styletiles

«The Examiner» – Projektübersicht

I don’t think we’re in a post-PSD era, but I do think we’re moving towards a post-“full-comp” era – Dan Mall

Anschliessend soll der Prozess in den Browser verlagert werden. Denn nur im Browser kann das Verhalten, die Verhältnisse der Elemente zueinander – unter Berücksichtigung von verschiedenen Screen-Grössen – sinnvoll dargestellt werden. Mit diesem Schritt werden zudem gleichzeitig auch andere Risikofaktoren ausgeschaltet & die Machbarkeit implizit sichergestellt.

Das für mich wichtigste Zitat der ganzen Konferenz folgte postwendend.

Zitat #2

… und wirken lassen …

Der Design-Entscheid soll also in den Browser verlagert werden. Damit hätte man auch gleichzeitig eine wunderschöne Definition of done. Nämlich:

It’s done when it’s done

Progressive Enhancement

Das Konzept von Progressive Enhancement ist so alt, dass man als Frontend Engineer schon fast nicht mehr darüber nachdenkt. Nichtsdestotrotz – oder eben vielleicht gerade deshalb – ist das Thema momentan wieder in aller Munde. Auslöser dafür war Nicolas Zakas Präsentation Enough with the JavaScript Already.

Durch die Verlagerung von Business- und Renderlogik in den Client, steht das bewährte Konzept von Progressive Enhancement erneut auf dem Prüfstand – Client Side Rendering, Model Driven Views etc. vertragen sich nur bedingt mit dem progressiven Gedanken.

Gleich mehrere Speakers – Andy Hume, Ethan Marcotte, Jake Archibald & Jeremy Keith – riefen uns das Konzept – und dessen Bedeutung im neuen Kontext – zurück ins Gedächtnis.

Dabei wurde oftmals der von BBC geprägte Begriff «Cutting the mustard verwendet. «The mustard» ist im Falle von BBC der «Support von HTML5».

  if('querySelector' in document
     && 'localStorage' in window
     && 'addEventListener' in window) {
        // bootstrap the javascript application
  }

Erfüllt ein Browser die Mustard-Kriterien so erhält er die Schöne-Neue-Welt-Version, falls nicht erhält er eine funktionale Core-Version. Die Mustard-Kriterien entscheiden schlussendlich mit über den Grad des «Enhancements».

Its a myth that progressive enhancement means making lowest common denominator designs. Its just about starting there – Jeremy Keith

Eine schöne funktionale Core-Version – die mit sage & schreibe 1 Request auskommt – zeigte Andy Hume am Beispiel der Mobile-Seite von The Guardian. Dieses Extrembeispiel zeigt, dass vor allem im mobilen Kontext – in dem Netzunterbrüche & fehlgeschlagene Requests keine Seltenheit sind – Progressive Enhancement die «gefühlte Verfügbarkeit» einer Seite drastisch verbessern kann.

Have fun!

Web & Spass gehören zusammen. Sei dies bei der Arbeit & natürlich auch überall sonst – auch an der Smashing Conference.

Highlights waren der als Mystery Speaker getarnte Handorgelspieler Klaus Schmidt

… die spontan aus Speakern zusammengewürfelte «Smashing Conference Lonely Hearts Club Band»

… oder das von WordPress grossartig eingehaltene Versprechen

Free Beer All Night Long

Alles in allem war die Smashing Conference bereichernd, bestätigend, trotz Ausnahmen grösstenteils kurzweilig & unterhaltsam, gespickt mit allerlei Würsten vom Markt & inspirierend.

… hoffentlich nächstes Jahr wieder

Weiterführende Links

Progressive Enhancement
That Emil – Progressive Enhancement: Still Not Dead.
Jake Archibald – Progressive enhancement is still important
BBC – Cutting the mustard

Decide in the Browser
Dan Mall – Responsive Design is Hard/Easy! Be Afraid/Don’t Worry!
Brad Frost – The Post-PSD Era … in response … Dan Mall – The Post-PSD Era: A problem of expectations

.Net News – Januar Summary

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