Design Bewertungskriterien und Berufsbild HCI

Heute hatte ich die Ehre und das Vergnügen im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Hochschule Rapperswil zusammen mit Iris Müller, Michael Hatscher, Urs Suter und Marc Blume über Berufsbilder im Bereich Human Computer Interaction Design (HCID) aus der Praxis zu erzählen.

Als mein Beispiel hab ich das mit agiler Softwareentwicklung realisierte memonic gewählt. Nicht nur, weil ich an der Entwicklung zu einem kleinen Teil involviert war – sondern weil Dorian, Patrice und das ganze Team hervorragend meine Empfehlungen zu kontinuierlicher Kontrolle Bedienbarkeit mit unkomplizierten Usabilitytests (Testing on a Shoestring) weitergeführt haben.

Meinen Vortrag können sich Interessierte sehr gerne hier ansehen:

Update:

Download der Präsentation UX bei Namics am Beispiel Memonic inklusive Notizen als PDF

In der anschliessenden Podiumsdiskussion sind noch weitere interessante Themen zur Sprache gekommen. Besonders spannenden war die Diskussion zum Thema ROI von Usability bzw. User Experience – die sollten wir möglich rasch weiterführen.

Im Abschluss habe ich die sieben Bewertungskriterien von Prof. Michele Baviera – meines Professors an der Hochschule für Technik und Gestaltung Konstanz zitiert. Wie versprochen hier die knappe Zusammenfassung, für Alle die nicht schnell genug mitschreiben konnten.

7 Bewertungskriterien für Design

  1. Identität
  2. Innovation
  3. Kreativität
  4. Kommunikation
  5. Memorierbarkeit
  6. Lesbarkeit (Usability)
  7. Realisierbarkeit

Identität

Hier sollte man je nach Projekt eine Beurteilung des Corporate Design vornehmen.

Für ein Corporate Design Projekt: Beurteilung der Visualisierung der Corporate Identity
Für eine Website oder anderes Marketingmaterial: Beurteilung der Übereinstimmung zum Corporate Design Manual und anderen identitätsbildenden Elementen

Innovation

Wie sehr habe ich ein „deja-vu” bei dem vorliegenden Design?

Alternativ: Originalität
Welche Elemente machen die Arbeit innovativ?

Kreativität

Wie kreativ ist die formale Umsetzung? Gerade Linien und einfache Formen sind weniger kreativ als illustrative, freie Formen und Elemente.

Alternativ: Gestaltungsqualität
Wird die Arbeit durch ihre Formgebung getragen und überzeugt die Arbeit hinsichtlich Verarbeitung und Materialwahl beziehungsweise in der digitalen Umsetzung?

Kommunikation

Vorraussetzung der Beurteilung: Was soll kommuniziert werden?
Wie gut unterstützen die gewählten Gestaltungselemente diese Kommunikationsziele?

Alternativ: Emotionale Qualität
Verfügt die Arbeit über eine ausgeprägte Stimmung und Anmutung?

Memorierbarkeit

Wie gross ist das Potential des Design um „im Gedächtnis zu bleiben”?

Alternativ: Prägnanz
Ist die Arbeit einprägsam, leicht begreifbar und rezipierbar?

Lesbarkeit (Usability)

Wie gut kann man den Inhalt lesen, verstehen und bedienen?

Realisierbarkeit

Wie einfach lässt sich die Idee umsetzen? Denn die beste Idee nützt ja nichts, wenn man sie nicht umsetzen kann…

Ich freue mich über Kommentare und DIskussionen.

2 Gedanken zu “Design Bewertungskriterien und Berufsbild HCI

  1. Merci für die 7 Grundsätze! Da lässt sich kaum etwas dagegen ins Feld führen.

    (Schade nur dass der Urheber dieser Regeln eine Website unter seinem eigenen Namen betreibt, die kaum bedienbar ist – jedenfalls ist es mir nicht gelungen, durch seine Plakatsammlung zu blättern, auch nicht nach genauer Befolgung der Hilfe-Anweisung: http://www.michele-baviera.ch)

    Zum Thema “Usability ROI” kann ich das folgende Buch wärmstens empfehlen: http://www.amazon.de/Cost-Justifying-Usability-Internet-Interactive-Technologies/dp/0120958112
    Es enthält zahlreiche, handfeste Argumente, unterstützt von ebenso zahlreichen Zitaten und Beispielen aus der Praxis.

    Herzlichst,
    Gilbert

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