Intranets im Spitalumfeld – Von Informations- und Datenfluten (Teil 4)

Wie nutzen Spitäler ihr Intranet? Dieser Frage ging ich im Rahmen meiner Masterarbeit nach. Als vierter Teil einer Serie (Teil 1Teil 2Teil 3) stelle ich in diesem Beitrag die Ergebnisse aus der inhaltsanalytischen Untersuchung der Intranets vor.

Trotz einiger Unterschiede hinsichtlich der Art und dem Ausmass der im Intranet angebotenen Informationen zeigt nebst der Online-Befragung der Spitalmitarbeitenden auch die inhaltsanalytische Untersuchung der Intranets, dass die Intranets von Spitälern hauptsächlich als digitales Informationsinstrument und zentrale Datenablage in Gebrauch genommen werden. So nutzen die Spitalmitarbeitenden im Intranet vorwiegend die Kontaktdaten der Kollegen, sprich, das Telefonbuch sowie Informationen über das Spital, wie zum Beispiel die News. Genutzt werden von den Verwaltungsmitarbeitenden zudem oft der Service-Bereich, wie der Speiseplan und von den Ärzten und Pflegefachpersonen fachspezifische Informationen, wie Weisungen, Reglemente oder ähnliches. Insofern wird das Intranet auch als zentrale Datenablage genutzt.

2139-Blog4_IntranetnutzungBereiche-thumb-500x312-2138.png

Im Detail:

2142-Blog4_IntranetnutzungService-thumb-500x156-2141.png
2145-Blog4_IntranetnutzungFachspezInfos-thumb-500x155-2144.png

Diese Art der Nutzung wird auch durch die Gründe weshalb das Intranet genutzt wird widerspiegelt. So geben die Spitalmitarbeitenden an, das Intranet hauptsächlich deshalb zu nutzen, weil es aktuelle Informationen enthält sowie weil sie dort gezielt und schnell nach Informationen suchen können. Und nicht etwa weil sie dort die Meinungen anderer Mitarbeitenden finden. Im nächsten Beitrag werde ich die Schlussfolgerungen der Untersuchung ziehen.

Blog4_IntranetnutzungGründe.png

Terrific und OOCSS

Wie im letzten Terrific-Post angetönt, geht es in dieser Episode ein bisschen ans Eingemachtere… also dann, auf gehts…

Wieso OOCSS?

Terrific basiert auf OOCSS. Um die Vorteile von OOCSS zu begreifen, muss man zuerst die Schwachstellen und Probleme von CSS verstehen.

Code ist sehr “fragil”
Eine falsche Änderung kann durch die Kaskadierung unvorhersehbare Effekte hervorrufen – zum Beispiel Layoutfehler auf Seite xx.

Parallele Entwicklung im Team ist extrem schwierig
Die CSS-Regeln beeinflussen sich gegenseitig. Ohne genaue Kenntnisse über die Arbeit der Teamkollegen, ist die parallele Entwicklung praktisch unmöglich.

Code-Reuse ist sehr selten
Wir “vertrauen” nicht auf den Code von anderen. Dies nicht aufgrund egomanischen Zügen, sondern weil uns die Erfahrung gelehrt hat, dass wir oftmals eleganter und schneller zum Ziel kommen, wenn wir CSS-Code von Grund auf selber schreiben. Nicht selten bedient man sich dabei stark gekapselten CSS-Selektoren à la “#id .class”, die einen Reuse wegen ihrer hohen Spezifität und Individualität praktisch ausschliessen.

Konsequenzen

  • Code wird unübersichtlich und unstrukturiert
  • Der Code wächst linear zur Projektgrösse = Performanceprobleme

Beides hat zur Folge, dass die Fehleranfälligkeit stark ansteigt und der Code unwartbar wird.

Wie macht man es besser?

OOCSS wurde von Nicole Sullivan (Yahoo) entwickelt und stellt einen wiederverwendbaren Baukasten an CSS-Klassen zur Verfügung. Oberstes Ziel von OOCSS ist es, vorhersagbares Verhalten ohne Seiteneffekte sicherzustellen. Dies wird erreicht, indem das Markup und die dazugehörigen CSS-Klassen stark standardisiert werden.

Alle Terrific Komponenten werden entsprechend den OOCCS-Regeln umgesetzt:

Elements

Grundlegende Definition der HTML Elemente

/* Link */
a.base, a.base:link, a.base:visited {
    color: #434343;
    text-decoration: underline;
}

Als Namenskonvention wird.base verwendet. Dadurch kann man von Module zu Module selbst entscheiden, ob man den Basisstyle eines Elements verwenden will oder nicht.

Layout

Aufteilung in einzelne, voneinander getrennte Bereiche (z.B. Header, Footer, 3 Spalten)

2126-Terrific-Layout-thumb-500x241-2125.png

Das zugehörige Markup ist beinahe selbsterklärend:

<div class="page">
<div class="head">
<h2>Head</h2>
</div>
<div class="body">
<div class="leftCol">
<h2>Left Column</h2>
</div>
// more leftCols
<div class="rightCol">
<h2>Right Column</h2>
</div>
// more rightCols
<div class="main">
<h2>Main Content</h2>
</div>
</div>
<div class="foot">
<h2>Foot</h2>
</div>
</div>

Mit den OOCSS-Klassen page, head, foot, leftCol, rightCol und main lassen sich in kürzester Zeit Layouts erstellen, die bis und mit IE 5.5 abwärtskompatibel sind.

Grid

Seitenspezifische Unterteilung in Lines und Units

2129-Terrific-Grid-thumb-500x189-2128.png

Und das Markup? Et Voilà!

<div class="line">
<div class="unit size1of5">
<h3>1/5</h3>
</div>
// repeat 3 times
<div class="unit size1of5 lastUnit">
<h3>1/5</h3>
</div>
</div>
<div class="line">
<div class="unit size2of5">
<h3>1/5</h3>
</div>
<div class="unit size3of5 lastUnit">
<h3>1/5</h3>
</div>
</div>

Lines und Units können beliebig verschachtelt werden. So können auch komplexeste Grids mühelos erstellt werden. Lediglich bei den Units muss darauf geachtet werden, dass die Summe aller Breitenangaben nicht die umgebendende Line sprengt. Mit den von OOCSS mitgelieferten size-Klassen (size1of5, size3of5 etc.) wird dieses Problem durch prozentuale Breitenangaben umgangen. Bei eigenen Grids muss dieser Umstand jedoch berücksichtigt werden.

Modules

Module sind in Terrific das zentrale Thema. Praktisch sämtliche Inhalte und Funktionalitäten stammen aus den Inhaltsmodulen.

Beispiel: Currency Converter

2131-Terrific-Module.png

Um den Entwickler nicht einzuschränken, gibt OOCSS nur die Wrapper-Divs vor. Terrific erweitert das ganze noch durch eine modulspezifische Klasse (modCurrencyConverter), welche für die Kapselung des CSS und das Terrific JavaScript System benötigt wird.

<div class="mod modCurrencyConverter">
<div class="inner">
<div class="bd"><!-- 1-n times --> ...</div>
</div>
</div>

Sämtliche CSS-Regeln werden mit der spezifischen Modulklasse prefixed. Die Kaskade von CSS übernimmt also quasi die “Objektorientierungs”-Rolle.

.modCurrencyConverter .bd {
    background: #fff;
    padding: 10px 10px 18px 10px;
}
...

Skins

Skins bieten die Möglichkeit, das Aussehen von Modulen gezielt zu überschreiben. So können zum Beispiel mandantenfähige Systeme problemlos umgesetzt werden – ein Modulegrundstyle und ein Skin pro Mandant – ohne sämtlichen Code duplizieren zu müssen.

2137-Terrific-Skin-thumb-400x194-2134.png
<div class="mod modCurrencyConverter
       skinCurrencyConverterHighlighted">

<div class="inner">
<div class="bd"><!-- 1-n times --> ...</div>
</div>
</div>

Der Skin erbt sämtliche Regeln des Moduls. Um den Hintergrund zu verändern, muss im Skin-CSS also lediglich die entsprechende Regel überschrieben werden:

.skinCurrencyConverterHighlighted .bd {
    background: #aebbcb;
}

Skins sind auch nützlich, um “ähnliche” Inhalte in einem einzigen Modul zusammenzufassen. Die voneinander abweichenden Definitionen werden dabei in die Skins ausgelagert.

Wie weiter?

Die HTML/CSS Problematik wird von OOCSS sauber gelöst. Das beschriebene 5-Komponenten-Prinzip von Terrific unterstützt dabei die modularisierte Frontendentwicklung optimal.

Aber wie sieht es mit dem JavaScript Part aus? Mehr dazu im nächsten Terrific-Post!

Weitere Terrific Informationen

Open Source Projekt: Terrific und TerrificJS

Terrific – Modulare Frontendentwicklung
Terrific und OOCSS
The Terrific Way Of JavaScript
Terrific im Projekprozess

Startschuss Online Geschäftsberichte

Lustigerweise am 01.07. mit der Sika beim Namics Kundenevent diskutiert: Wohin geht die Reise für den Geschäftsbericht?

Die Sendung ECO und berichtete bereits im Februar darüber, Ab dem 1. Juli 2010 müssen die börsenkotierten Firmen ihre Geschäfts- und Halbjahresberichte nur noch elektronisch bei der Schweizer Börse einreichen und nicht mehr wie bisher in gedruckter Form.

ECO vom 22.02.2010

Der Geschäftsbericht ist nach wie vor das bedeutendste Instrument der Finanzmarktkommunikation
Mal ganz abgesehen von der Veröffentlichungspflicht ist der Geschäftsbericht natürlich persönliches Zeugnis des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr und dient neben der Vermittlung der relevanten Kennzahlen der Beziehungspflege und Imagekommunikation mit den diversen Stakeholdern und ist so in vielerlei Hinsicht Messlatte des Unternehmens nach aussen:
Wie hat sich das Unternehmen im vergangenen Jahr geschlagen? Wie sieht die Strategie für das nächste Jahr aus? Welche Chancen ergeben sich? Und wie steht das Unternehmen eigentlich da?

Die Herausforderung: Unterschiedlichste Ziel- und Anspruchsgruppen
Die Frage ist natürlich: Wer will das wissen? Neben den “professionellen” Lesern wie Analysten, Investoren, Geschäftspartnern, Fachpresse, der Financial Community, etc interessieren sich zunehmend auch “Laien” wie Privatinvestoren, Fachfremde Journalisten, die eigenen oder zukünftige Mitarbeiter sowie die sogenannte “interessierte Öffentlichkeit” für das Unternehmen.

Derart unterschiedliche Zielgruppen kann man eigentlich unmöglich mit einem Medium bedienen.

Unterschiedliche Zielgruppeninteressen und Erwartungshaltungen
Demensprechend unterschiedlich sind natürlich auch die Interessen und Erwartungshaltungen: Während sich die “Profis” klare, transparente und effiziente Informationen in Ihrer Fachsprache im Sinne eines faktenorientierten Zahlenwerks wünschen, Erwarten “Laien” verständlich aufbereitete Informationen, das Wichtigste, jedoch nicht allzuviele Details und die Strategie des Unternehmens in verständlicher Form aufbereitet.

Im Prinzip sucht jeder Leser (vor allem die Profis) seine speziellen informationen, tritt er doch mit einem speziellen Bedürfnis an den Bericht heran.

3 Minuten für ein Jahr
So viel Zeit nimmt sich der durchschnittliche Leser für den durchschnittlichen Geschäftsbericht. Nicht gerade viel. Bei einem gut gemachten Werk findet der Leser jedoch genau das, was er oder sie sucht. Und in einem richtig gut gemachten Werk bleibt man dann auch an der einen oder anderen Imagestory hängen.

Meistgelesen: Der Brief des Vorstandes
so heterogen die Zielgruppen auch sind, in einem Punkt sind sie sich einig: Sie wollen der Führung des Unternehmens in die Augen sehen.

Die Herausforderung: Es allen Recht machen
Wie kann ich es allen recht machen? Gute Frage. Mit einem individuell zugeschnittenen Berichtskonzept, das Zielgruppen und Unternehmen ernst nimmt, lässt sich unter Berücksichtigung der neuen Möglichkeiten eine optimale, crossmediale Lösung finden.

Die Zukunft des Geschäftsberichts: Crossmedial
Vielleicht ist es ein kurzer, aber informativer Bericht für alle Zielgruppen in gedruckter Form und ausführliche Informationen Online. Hier lässt sich leichter und effizienter den individuellen Zielgruppeninteressen gerecht werden: Mit Videos des Vorstandes anstelle statischer Zeilen und Fotos, interaktiven Kennzahlen, animiertem Lagebericht, Glossaren, Jahresvergleichen, umschaltbaren Reporting nach GRI undundund…

Der Wegfall der Veröffentlichungspflicht eines gedruckten Geschäftsberichtes bei der schweizer Börse macht neue, spannende Publikationsformen möglich.
Obwohl nicht Börsennotiert macht es die Migros mit ihrem Online-Geschäftsbericht allen vor und verzichtet mit dem 2009 Bericht erstmals komplett auf einen gedruckten Bericht.
Geld gespart hat man damit erstmal nicht. Aber in jedem Fall viel Papier…

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Neue Abspielgeräte verändern unsere Lesegewohnheiten ohnehin

iPad, iPod, grosse Monitore, Breitbandverbindungen etc. verändern auch auf dem Screen einiges, was für noch kommunikativere Online-Geschäftsberichte und frische Konzepte spricht.

Neue Technologien lassen sinnvolle Verknüpfungen zwischen Online und Offline zu

Mit Augmented Reality liesse sich aus einem gedruckten ein interaktiver Bericht machen, eine rein unterhaltsame Version hat die RTL Group bereits gemacht, eine wirklich informative lässt noch auf sich warten.

Wieso kann nicht der CEO oder ein Analyst durch den Bericht führen und die eine oder andere Stelle erklären bzw vertiefen. Der Produktionsaufwand hält sich im Vergleich zu den sonst üblichen Fotoshootings in Grenzen, wie man bei der Namics Designkantine erfahren konnte.

Ach ja: Und welche Rolle spielt dann Social Media?
Sicherlicht eine nicht zu verachtende, zumal man so die geforderten und geschätzten externen Statements recht gut erzielen könnte. Das braucht sicherlich ein wenig Mut, ist aber kaum so wild, wie es zunächst vielleicht tönt. Mehr zum Thema Social Media

Fazit: Es bleibt spannend, ich freue mich auf die neuen Möglichkeiten! Crossmediale Kommunikation macht eh am meisten Spass.

Social Media Monitoring: Sie wollen es wissen. Vortrag für C36 (Aiciti).

Ich hatte wieder einmal Gelegenheit zum Thema Social Media Monitoring zu sprechen und habe dafür sogar ganze 1.5h Zeit erhalten. Zeit genug für einen Gesamtüberblick.

Trotz des schönen Wetter und der Hitze (Danke für die Klimaanlage!) war der Raum praktisch voll. Zudem habe ich viele interessante und angeregte Diskussionen geführt.

Danke an Aiciti und Digicomp für die Organisation der C36 Vortragsreihe.

Weitere Informationen zum Theme Social Media Monitoring oder generell zu Social Media.

Präsentation kann

hier

als pdf heruntergeladen werden.

Laut gedacht – Offenheit und der Umgang zwischen Menschen

Bei Namics gibt es unumstössliche Prinzipen und darauf aufbauend eine Art des Umgangs. Ein zentrales Element des Umgangs ist Neugier.

Ich bin überzeugt, dass Neugier mit unserem Anspruch innovative Leistungen anbieten zu können, untrennbar mit Austausch verbunden ist. Dieser geschieht ohne fachliche oder organisatorische Hierarchie auf Augenhöhe und er geschieht im Internet.

So banal dies klingen mag, so wichtig ist es für mich nicht nur von der Offenheit des Internets zu profitieren (wir verdienen seit 15 Jahren Geld damit) aber auch einen eigenen Beitrag zu leisten. Ein Teil von diesem Engagement ist es, unser Wissen öffentlich zu publizieren (www und dialog). Zudem motivieren wir unsere Mitarbeitern dazu an der öffentlichen Diskussion teilzunehmen und eigene Ansichten zu unterbreiten. Weshalb machen das so wenig Firmen und meinen, dass horten mehr nützt als weitergeben?

Teil dieser Offenheit und Grundlage dafür ist es, dass bei uns Menschen kommunizieren und nicht die Firma. Alle Mitarbeiter sind Autoren auf unseren Blogs und PR machen “die Su” und nicht die Abteilung xyz plus alle Menschen bei uns die öffentlich publizieren. Logische Folgerung ist es, dass wir alle Mitarbeiter mit Bild, E-Mail Adresse und direkter Telefonnummer auf unserer Website publizieren. Übrigens ist das der meistbesuchte Bereich auf www.namics.com.

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Eine Folge davon ist, dass mit immer wieder “Personal-Spezialisten” anrufen um mir erklären wie gefährlich es ist, da Leute abgeworben werden können — Meine Antwort könnt ihr Euch vorstellen ;-). Anlass zu meinem Post ist, dass zur Zeit ein direkter Mitbewerber (wieder einmal) versucht eine ganze Business Unit abzuwerben — offensichtlich ist unsere SharePoint-Kompetenz schon mal aufgefallen. Wissen tun wir so was, weil die Mitarbeiter darüber reden. Und den Namen des Auftraggeber finden wir raus, indem jemand an ein Interview geht… ist gut fürs Ego, da man meist ziemlich nett empfangen ;-)

Für mich ist der Umgang zwischen Menschen im Geschäft und privat derselbe. Nicht das Thema, aber wie man miteinander umgeht. Deshalb wundert ich mich ab und zu mit welchen Methoden, Unterlassungen und “Strategien” versucht wird das Vertrauen von Kunden (das Vertrauen von Menschen) zu gewinnen.

Auch eher auf der lustigen Seite (hat nichts mit der genannten Abwerbung zu tun) ist der Mitbewerber, der unter dem Begriff Namics seit Monaten (noch nicht genügend Leads generiert?) auf Google Werbung schaltet. Gewinnt man damit das Vertrauen von Menschen? Natürlich könnte ich “rechtlich reklamieren”, aber solche Spiele sind mir irgendwie zu blöd und ich nehme mir lieber die Zeit einen öffentlichen Beitrag zu schreiben…

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