Usability und die Auswirkung von emotionalem Design

Aus einem älteren Artikel (2002) von Don Norman: Attractive things work better

…consider tools meant for neutral or positive situations. Here, any pleasure derivable from the appearance or functioning of the tool increases positive affect, broadening the creativity and increasing the tolerance for minor difficulties and blockages.

Minor problems in the design are overlooked. The changes in processing style released by positive affect aids in creative problem solving that is apt to overcome both difficulties encountered in the activity as well as those created by the interface design.

In other words, when we feel good, we overlook design faults. Use a pleasing design, one that looks good and feels, well, sexy, and the behavior seems to go along more smoothly, more easily, and better. Attractive things work better.

Selbstverständlich ist das kein Freibrief für schlecht konzipierte Interaktionen oder Funktionalität – oberstes Ziel ist und bleibt, dass das Produkt oder der Service funktioniert und der Nutzer seine Ziele erreichen kann. Das Potential, das in gutem Design steckt, darf aber nicht unterschätzt werden.

Meine Erfahrungen mit Design und Usability

Dass gutes Design – oder überhaupt ein Design – positiv wirkt zeigen mir regelmässig unsere Usability-Studien von verschiedenen Varianten von Prototypen.

Testreihe A mit wireframe-ähnlicher Optik entlockt den Testpersonen gerade mal ein „kann man bedienen” – während in Testreihe B mit design-ähnlichen Screen (aber exakt dem gleichen Bedienkonzept) als Feedback im Debriefing „ja, das war einfach” oder „cool, wann kommt das” zu hören ist. Meine Erfahrungswerte würde ich bei ca. 20% höherer Akzeptanz einstufen.

Hinzu kommt, dass die Aussagen zu gestalteten Prototypen auch präziser sind – das soll heissen, sowohl positive als auch kritische Aussagen werden von den Testpersonen deutlicher und konkreter ausgesprochen, je detaillierte ein Prototyp ausgearbeitet ist.

Wozu soll ein Prototyp für Usability Tests dienen?

Natürlich möchte man primär die Sicherheit haben, dass das gedachte Interaktionsdesign und Bedienkonzept beim Nutzer funktioniert.

Der Wert von Usability Tests wird jedoch ungleich höher, wenn innovative, neue Ideen sich als bedienbar herausstellen! Wenn ich von einem bekanntermassen bedienbaren Interaktionsprinzip einen Test mache und feststelle, dass es funktioniert – wo ist da der Nutzen?

Daher mein Fazit: Neue Interaktionskonzepte wird man mit Usability Tests nur über emotional ansprechende und ausführlich gestaltete Prototypen realisieren können.

So erreicht man Innovation und Spass an der Bedienung.

Gefällt mir I like?

Heute komme ich aus den Ferien zurück und finde einen Brief mit kleinen Blöckchen Post-it’s darin. Vorne drauf steht “gefällt mir”. Spontan wird die Aussage zu einer Frage in meinem Kopf:

Gefällt mir das?

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Auf der Rückseite steht: Eine Social Media Aktion der MySign AG, (ein Wettbewerber von uns ;) Da steht auch, was ich tun muss und ich kann sogar ein ipad gewinnen, wenn ich die Zettel benutze und die Facebook-Seite unterstütze.

Zugegeben, die Idee eignet sich gut, eine Fanpage zum Leben zu erwecken und für Social Media zu werben. Die Beschreibung, was zu tun ist, ist schön zu Ende gedacht.

Aber bitte verzeiht mir, dass ich immer noch das Original “i like” bevorzuge. Die Idee ist spontan und aus Herzblut entstanden und zwar von Christian Felder, Michael Risch und Jonas Kamber.

Das Original

Dass daraus später klammheimlich eine Namics-Aktion wurde, war nicht geplant. Aber das ist auch Social Media. Menschen agieren und im Internet verschmelzen deren verschiedene Rollen von privat und geschäftlich.

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Eine Idee gehört niemanden, wie Wissen auch. Es ist schön, wenn Menschen beides verbessern und verbreiten. Das gibt der Idee oder dem Wissen erst ihre Kraft. Doch ein Gedicht von Goethe ist noch lang nicht meines, wenn ich es rezitiere. Aus Respekt dem Künstler gegenüber schreibe ich dessen Namen darunter.

Im Social Media zeigt sich soziales Verhalten, es wird öffentlich. In diesem Fall wäre ein Link zu den Jungs noch nett und eben sozial gewesen.

PS: übrigens das Original war kürzlich im Ronorp Newsletter. I like.

Quo vadis Cloud Computing

Inzwischen hat das Buzz-Word Cloud Computing den ersten Hype überstanden und nähert sich der Commodity an. Es bestehen weiterhin Vorbehalte, so dass die Einsatzgebiete bei unseren Kunden allzu oft eingeschränkt bleiben. Dabei bewegt sich aktuell technisch und konzeptionell einiges, so dass in naher Zukunft der Einsatz für in vielen Bereichen attraktiv werden wird.

Anbieter von Cloud Computing stellen Rechenzeit und Speicher nach Zeit und Datendurchsatz bzw. Speicherbelegung abrechenbar zur Verfügung. Das bekannteste Beispiel ist AWS (Amazon Web Services) mit den Virtuellen Maschinen EC2 (Elastic Computing Cloud) und dem Speicher S3 (Simple Storage Service). Auf dieser Plattform basiert beispielsweise der Streaming-Anbieter schnee von morgen webTV, die mit dem Portal dtcp eines derzeit größten Streaming-TV Angebote über AWS realisieren und mehrere Terabyte pro Monat aus den S3 über den Äther pumpen.

Nun stellt sich die Frage, wie sich so eine Plattform im Kontext von Enterprise Content Management oder E-Commerce etablieren kann. Naheliegend ist die verbrauchsgenaue Abrechnungsmöglichkeit und dazu der Wegfall vom Betrieb der Hardware. Dem gegenüber stehen leider ungenügende SLAs und die Unkenntnis des genauen Ortes der Datenablage und die damit verbundenen rechtlichen Aspekte.

Unter dem Strich leider Kriterien, die einen vollständigen Betrieb von datensensiblen Systemen in der Cloud unmöglich machen. Noch.

Wachsender Markt und wachsende Anwendungsmöglichkeiten

Gartner hat in dieser Woche eine Studie herausgegeben, in der die Steigerung des Umsatzes von Cloud Computing Anbietern im letzten Jahr um 16,6% auf $68,8 Milliarden gestiegen ist.

“We are seeing an acceleration of adoption of cloud computing and cloud services among enterprises and an explosion of supply-side activity as technology providers maneuver to exploit the growing commercial opportunity,” said Ben Pring, research vice president at Gartner. “The scale of application deployments is growing; multi-thousand-seat deals are increasingly common. IT managers are thinking strategically about cloud service deployments; more-progressive enterprises are thinking through what their IT operations will look like in a world of increasing cloud service leverage. This was highly unusual a year ago.”Gartner Says Worldwide Cloud Services Market to Surpass $68 Billion in 2010

Der Markt und die Einsatzfreude von Cloud Computing Systemen wachsen und ein Umdenken setzt langsam ein. Die bestehenden Hürden sind nicht unüberwindbar, so dass sich die konkreten Einsatzgebiete mehr und mehr herauskristallisieren. Gefördert wird dies über technische Ansätze seitens der Herstellen von Softwaresystemen, die ihre Technik auf Cloud Computing anpassen.

Verschlüsselung der Datenablage

So beispielsweise die TAE (Transparent Attribute Encryption) der Multichannel Commerce und PCM Plattform hybris. TAE erlaubt dem Betreiber des Systems, die Daten auf dem Speicher zu verschlüsseln. Dies erfolgt für die Datenhaltung und den Application-Server vollständig transparent, so dass einerseits die Datensicherheit gewährleistet ist und andererseits keine Nachteile für den Benutzer oder gar zusätzliche Systemanforderungen entstehen.

Noch weiter geht ein Ansatz der zwei Forscher Smart und Vercauteren der Universitäten Bristol und Leuven: die voll homomorphe Verschlüsselung. Diese Verschlüsselung erlaubt mathematische Operationen an verschlüsselten Daten, welche sich direkt auf den Inhalt auswirken. D.h. zukünftig könnten sämtliche Verarbeitungsschritte (Auslieferung von Webseiten oder das Hinzufügen eines Artikels zu einem Warenkorb in einem Online-Shop) auf verschlüsselten Daten ausgeführt werden, ohne dass die Daten vorher entschlüsselt werden müssten. Erst im Client werden die Daten im Klartext lesbar.

Die Sicherheit der Datenverkehrs stellt bereits heutekein Problem mehr dar, da über SSL-Verschlüsselung zum Browser oder per Amazon Virtual Private Cloud eine verschlüsselte Punkt-zu-Punkt Verbindung zum Rechennetzwerk hergestellt werden kann.

Damit kann über das TAE und hoffentlich in naher Zukunft vollständig über voll homomorphe Verschlüsselung die Verarbeitung von Daten in der Cloud entsprechend der Datenschutz-Richtlinen (Beispiel Deutschland) gelingen.

SLA im Cloud Computing

Die Service Level Agreements (z.B. S3 SLA und EC2 SLA) sind jedoch weiterhin ein Manko. Die Zusicherung seitens Amazon beruht auf der Rückzahlung von Speicher oder Computing-Kosten, wenn die Verfügbarkeit unter 99,5% fällt. Ansprüche durch Umsatzausfall sind ausgeschlossen.

Die technische Sicht zeigt jedoch etwas anders. Beispielsweise hat Amazon gerade “billigen” S3 Speicher (Reduced Redundancy Storage) veröffentlicht. Hier kostet das Gigabyte pro Monat nur $0,10 während der teure Speicher mit $0,05 mehr ins Gewicht fällt ($0,15/GB). Der Unterschied ist die Zuverlässigkeit, die beim “teuren” Speicher bei 99,999999999% liegt (9 Nachkommastellen, d.h. auf 100 Jahre gerechnet, ist der Speicher drei Sekunden nicht erreichbar), der “billige” Speicher hat eine Zuverlässigkeit von 99,99% (zwei Nachkommastellen, d.h. im Monat etwas mehr als sieben Minuten nicht erreichbar). Grundsätzlich gilt wie im eigenen Rechenzentrum, dass die Zuverlässigkeit der Computing-Systeme stets über Clustering erhöht werden kann.

Mit eCommerce und Cloudcomputing ins Weinachtsgeschäft

Als Fazit stehen nun diverse Anwendungsmöglichkeiten unter Vorbehalt der rechtlichen Aspekte im Raum:

  • Auslagerung nichtsensitiver Daten wie Downloads oder Streaming-Daten auf S3
  • Vollautomatische Skalierung für Kampagnen (z.B. im E-Commerce das Weihnachtsgeschäft) auf Basis des eigenen Rechenzentrums
  • vollständiger Betreib mit verschlüsselten Daten (mit entsprechender Software wie z.B. hybris)
  • Entwicklungs-Systeme und Prototypen
  • Systeme für Lasttests
  • Leistungshungrige Datenverarbeitung (Import/Export von Produktinformationen)
  • u.v.a.

Der Betreib eines oder mehrer Services in der Cloud wird sich zukünftig noch weiter durchsetzten. Die frühen Anbieter wie SalesForce im Bereich SaaS, Google AppEngine als PaaS und AWS mit IaaS werden ihre Systeme weiter ausbauen und durch mehr Funktionalitäten noch attraktiver werden.

Wie genau solche System konzipiert, integriert und betrieben werden hängt wie immer von den individuellen Anforderungen des Kunden ab. Wir gehen mit der Zeit und sind auf zukünftige Projekte mit absoluter Kostenkontrolle und den vielfältigen Möglichkeiten einer solchen Plattform gespannt.

Design. Kantine. Augmented Reality. Namics.

Vielen Dank an alle die an unserer Design Kantine mit dem Thema Augmented Reality teilgenommen haben. Die Präsentation kann hier noch einmal angeschaut werden und über Kommentare und Feedback freut sich die Küchencrew ganz besonders. Ebenfalls über tolle Links, die uns bisher entgangen sind. Auch ein Dialog ist herzlich willkommen.

Download der Präsentation: Design.Kantine. Augmented Reality. Namics.
[1.6 MB]

Link zum Thema auf unserer Website: Design.Kantine.Augmented Reality
Link zu unserer Augmented Reality Anwendung “Lebendige Visitenkarte”

Ansprechpartner bei Namics: Lars Holthusen, Roman Zollet
Für Fachfragen: Dominik Ruckli, Denis Skeledzic-Gemperli, Iris Lillig

Wir freuen uns jetzt schon auf zahlreiche Besucher der nächsten Design Kantine am 19. Oktober. Das Thema wird in Kürze bekannt gegeben.

Terrific – Modulare Frontendentwicklung

Hintergrund

Die Komplexität von Frontends wird immer grösser – und somit natürlich auch der Spass bei der Umsetzung. Dachte man bis vor Kurzem in “Seiten”, so spricht man jetzt vermehrt von Modulen und Single Page Applikationen. Dieser Schritt weg vom Seitendenken hin zu wiederverwendbaren Modulen, die beliebig miteinander kombiniert werden können, zieht auch ein Umdenken in der Frontendentwicklung nach sich.

Wiederverwendbarkeit, Skalierbarkeit, parallele Entwicklung und Reduzierung von Abhängigkeiten sind die zentralen Anliegen der modularen Frontendentwicklung.

Das Thema wird zurzeit heftigst an allen Frontendkonferenzen und in der Community diskutiert. Dabei werden die einzelnen Technologien meist isoliert betrachtet.

Ein spannender Ansatz für den HTML/CSS Part bietet OOCSS von Nicole Sullivan. OOCSS wird bereits auf zahlreichen Websites eingesetzt und hat sich auch schon in grossen Projekten (z.B Yahoo) erfolgreich bewährt.

Interessante Ideen zum JavaScript Part liefert Nicholas Zakas in seinem Vortrag Scalable JavaScript Application Architecture

Beide Ansätze gehen vom Modulgedanken aus, basieren jedoch aufgrund der isolierten Betrachtung auf unterschiedlichen Konventionen.

Genau hier setzt Terrific an!

Terrific

Terrific ist ein von Namics entwickeltes Frontend Development Framework, das auf Basis von OOCSS, jQuery und unzähligen anderen Ideen, Diskussionen und Best-Practices entstanden ist.

Im Gegensatz zu den technologiegebundenen Ansätzen nutzt Terrific die OOCSS-Namenskonventionen technologieübergreifend sowohl für den HTML/CSS Part als auch für den JavaScript Part. Dadurch entsteht eine lose gekoppelte, modulare, clientseitige Architektur, die den ganzen Frontendprozess standardisiert – wenn nicht sogar revolutioniert!

5-Komponenten-Prinzip

Jede Terrific-Applikation besteht aus fünf Basiskomponenten:

  • Elements -> grundlegende Elemente (h1, h2 etc.)
  • Layout -> einzelne, voneinander getrennte Bereiche, die den meisten Seiten innerhalb Applikation gemeinsam sind (z.B. Header, Footer, 3 Spalten)
  • Grid -> weitere, seitenspezifische Unterteilung in Lines und Units
  • Modules -> Inhaltsmodule
  • Skins -> Skins für Module

Beispiel Repower Intranet:

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* Grün: Layout

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  • Magenta: Grid
  • Blau: Modules

In den nächsten Terrific-Posts gehe ich detailliert auf die einzelnen Komponenten und deren Umsetzung ein. Es wird also technisch und sehr spannend!

Weitere Terrific Informationen

Open Source Projekt: Terrific und TerrificJS

Terrific – Modulare Frontendentwicklung
Terrific und OOCSS
The Terrific Way Of JavaScript
Terrific im Projekprozess