Die vielleicht grösste JavaScript-Konferenz der Welt

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Die Apfellogodichte auf dem Microsoft-Areal in Mountain View war vergangenes Wochenende überdurchschnittlich hoch. Grund dafür war die “wohl grösste JavaScript Konferenz der Welt“. An der Bay Area jQuery Konferenz 2010 war alles versammelt was Rang und Namen in der JavaScript- und insbesondere in der jQuery-Welt hat.

John Resig, der Schöpfer und geistige Vater von jQuery, eröffnete die Konferenz mit ihren fast 500 Teilnehmern und danach folgen etwa dreissig Sessions – Schlag auf Schlag – randvoll mit Informationen. Johns Ansprache wurde per Livestream in den zweiten Raum übertragen – nicht alle Personen passen in den mit allen technischen Finessen ausgestatteten Raum Eins des Microsoft Conference Centers.

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Verteilt in den zwei Räumen finden jeweils parallel 45-minütige Sessions statt. “High Performance jQuery”, durch Steve Souders, Nicholas C. Zakas und einem herausragend Robert Duffy und in drei Sessions vertreten – eines der thematischen Schwerpunkte der Konferenz.

«0.1 second is about the limit for having the user feel that the system is reacting instantaneously»

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Nicholas, kein ausgesprochener jQuery-Experte, dafür aber bewaffnet mit jahrelanger Erfahrung als JavaScript Entwickler – und als Principal Frontend Engineer der Yahoo!-Homepage eine Koryphäe auf dem Gebiet – vermittelte auf äusserst eingängige Art und Weise, warum die Ausführung von JavaScript den Browser-UI Thread blockieren, und dadurch eine Webseite träge erscheinen lassen kann – und präsentierte gleich auch Lösungen, um dies zu verhindern. Des Weiteren erläuterte er auch die Problematik, welche durch die besonders CPU-lastige Neuberechnung – ein so genannter Reflow – der Seite durch JavaScript-Manipulationen entsteht und wie man solche Reflows vermeiden oder zumindest reduzieren kann.

Use the right tools for the right job

Weniger Neues – dafür aber zum Brüllen komisch – vermittelte der Brite Robert Duffy anschaulich, wie man mit wenigen Tricks die Performance von jQuery-Applikationen um ein Viellfaches verbessern kann. Durch ein witziges Beispiel seines britischen Rennwagens auf einer jQuery-gesponsorten Rennbahn vermittelte er die Prinzipien von Selektor-Caching und wie man durch richtigen Einsatz der verfügbaren Mittel – zum Beispiel durch die Verwendung von CSS-Klassen statt der show(); und hide(); Funktionen – die Performancegewinne erzielen kann. Quintessenz:

«Performance is no Rocket Science but has a massive Impact if you pay attention to the small things.»

Und die Aussage des Tages:

«Use Tables…»

Werbung ist (oft) nicht nur langweilig, sie beeinträchtigt (meist) auch die Performance der Webseite

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Das war eine der Grundaussagen von Steve Souders, welcher in seinem schon oft gehaltenen Vortrag einige neue und sehr praktische Tools vorgestellt hatte. Darunter ein wohl oft übersehenes Tab “Tools” in YSlow welches einige praktische Werkzeuge enthält – All JS Beautified, wenn man mal wieder das komprimierte Apple-JavaScipt entschlüsseln will – und eine Webseite, mit der man die Performance einer Seite in IE7 und IE8 in ausführlich testen kann. Besonders spannend daran ist die Möglichkeit, den Aufbau der Seite über Zeit in Screenshots und als Video aufzuzeichnen. Ein praktisches Tool um dem Kunden eine Performance-Verbesserung schmackhaft zu machen.

How To Manage Large Applications with jQuery

Alex Sexton präsentierte – in seinem ihm eigenen Humor – gleich drei Methoden um grosse jQuery Applikationen handbar zu machen:

  1. Nativ / Pseudo-Classical
  2. Classical
  3. Prototype Inheritance (fits into the language the best)

zusammen mit seiner Präsentation bestimmt ein (vertiefter) Blick wert.

«OO Code in JavaScript is Crippled Evented Code»

Ebenfallst eine Perle unter den Vorträgen war { Evented von Yehuda Katz. Mit seiner polarisierenden Aussage

«Don’t use OO to organize your code – There are better concepts.»

regte er viele Diskussionen an und lieferte gleich einige schlagkräftige Argumente um seine Aussage zu untermauern. Leider sind seine Slides und Beispiel noch nicht online… Einen Blogpost in dem dieses Prinzip erklärt wird hat findet sich hier. Nebenbei erwähnte Yehuda noch haml, sass and compas – drei Dinge die wohl ebenfalls erwähnt und beachtet werden dürfen.

«Design is not just what it looks like and feels like. Design is how it works.» Steve Jobs

Neben vielen sehr technischen Vorträgen gab es auch (vereinzelte) Ausnahmen. Die einzige Folie mit Code in der Präsentation des redegewandten Steve Smith:

jQuery.fx.speeds._default =
   (
      jQuery.browser.ie &&
      jQuery.browser.version < parseInt(8,10)
   ) ? 0 : 200;

Steve erläuterte warum Entwickler Interaction-Design ernstnehmen sollten - und lieferte ein paar Tipps, wie man ein UI entwickeln kann, welches dem Benutzer Zuversicht schenkt, statt Misstrauen bei der Bedienung zu wecken. Zusammengefasst:

  1. Design the User Experience first
  2. Interactions are meant to
    impress the user
    impress the client
    
engage and enhance
  3. Speed is important - distractions are bad
  4. It's our job to build user confidence
  5. Don't solve problems with code - Solve the problem, then write the code

jQuery als Browser-Standard?

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Zum Schluss hielt John Resig eine Rede zur Lage der Nation von jQuery in der er über geplante Features wie Script Loading und einigen offiziellen Plugins (Template- und Data Binding Plugin) Stellung nahm. Das jQuery Team und insbesondere John ist ausserdem in Gesprächen mit unterschiedlichen Browser-Herstellern um Teile von jQuery zu einem Browser-Standard zu machen:

«I've been talking width Mozilla, IE, Crockford, and the W3C to come up with a good result that everyone is happy with and that is shipped with Browsers»

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Auf
seinem triumphalen Siegeszug durch das Internet hat jQuery mittlerweile auf zwei von drei Webseiten Einzug gehalten und eine Kehrtwende ist nicht in Sicht. Diese Konferenz - mit Entwicklern aus aller Welt und aus Firmen wie google, Yahoo! und Microsoft - hat dies eindrücklich gezeigt. Die nächste jQuery Konferenz in London steht bereits vor der Türe und ich für meinen Teil kann eine Teilnahme nur empfehlen. Das geballte Know-How und die informativen und sogleich humorvollen Präsentationen sowie viele Gespräche - sowohl vor als auch nach den Sessions - das gemütliche After-Party-Bier bei angeregter Unterhaltung, die Chance neben Jay Freeman - a.k.a. Saurik, dem Entwickler des inoffiziellen iPhone-App-Stores - zu sitzen machen diese Konferenz zu einem must see.

Zum Nachschlagen

Alle Die meisten Slideshows kann man unter Speakerrate betracht. Es lohnt sich.

1995 – was hat Andreas Göldi gemacht?

Diese persönliche Story von Andreas Göldi, excellent präsentiert, möchte ich nicht nur unseren treuen Lesern von about.namics.com und den Fans unserer 1995 Aktion gönnen, sondern auch hier empfehlen.

PS: 1995 haben Andreas Göldi, Philipp Lämmlin und Hans Meli die Firma Delta Consulting, die heutige Namics gegründet. Er war also dabei.

Innovate the payer role

Gestern habe ich an den Schweizerischen Marketing- und Unternehmertagen einen sehr spannenden und kurzweiligen Vortrag von Prof. Stefan Michel über Holzwege des klassischen Marketings und neue Wertkonstellationen gehört.

Ein beispielhafter Ausgangspunkt waren die 4Ps des Marketing Mix: Product, Price, Place und Promotion. Haben wir alle an der Schule gebetsmühlenartig auswändig gelernt und ist sicher sehr wichtig. Aber wenden Sie das Ding mal auf den Case von Google an.

Einer der Gründe weshalb die nicht funktioniert ist, dass die strenge industrielle Logik mit der Trennung Hersteller auf der einen Seite und Kunde auf der anderen Seite aufgeweicht wurde. Neu ist, dass der Konsument auch Teil des Entstehungsprozesses des Produktes oder der Dienstleistung ist. Er ist Cocreator oder eben Prosumer (Producer und Consumer gleichzeitig). Eigentlich ist ja logisch, dass ich dem (Mit)Hersteller das eigene Produkt nicht erklären muss. Mit der folgenden Tabelle stellte Stefan die zwei Ansätze nebeneinander.

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Also geht es bei meinem Produkte / meiner Leistung und deren Vermarktung darum, die Wertschöpfungskette zu verstehen aber es geht um die “Value Constellation”. Netzwerkeffekte, von denen der User Teil ist und die ihm gleichzeitig einen Mehrwert bieten. Google benötigt User um Suchergebnisse zu gewichten und Ranglisten zu verbessern. Der User wiederum braucht Google zur Suche. Beide brauchen Webseiten mit Inhalten, die wiederum sowohl Google und die User brauchen etc. Alle profitieren, aber die Anhängigkeiten sind komplexer als dass die vier Ps diese knackig auf dem Punkt bringen könnte. Keine lineare Wertschöpfungskette aber eine vermaschte “Value Constellation”.

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Danach schilderte er anhand einiger Beispiele innovative Geschäfte, die aus bestehenden Produkten/Dienstleistungen enstanden sind. Beispielsweise die Gratiszeitung 20 Minuten: Eine Zeitung für Nicht-Leser (und danke copy/paste in ca. 20 Minuten geschrieben ;-). Mir bekannt aber grad nicht mehr bewusst war, dass derselbe Verlag (TA-Media) mit dem Züri Leu breits eine Gratiszeitung im Angebot hatte, diese aber einstellte und später mit 20 Minuten eine andere Gratiszeitung dazu kaufte. Oder auch Mobility Car Sharing, IKEA, Microcredits und andere.

Dann noch ein sehr schönes Beispiel (und Anlass für meinen Post). Viele Firmen die aus der industriellen Logik kommen “innovieren”, indem sie anstelle von Produkten neu Lösungen für ihre Kunden anbieten (wollen). Dabei sind sie aber häufig in der alten Welt gefangen. Als Beispiel ein Heizungs-/Lüftungsunternehmen, welches früher Geräte (Brenner, Boiler, Rohre) verkaufte und diese mit Services (Installation, Wartung) verband. Nun sind sie ein Lösungsanbieter und versuchen weiterhin dasselbe zu verkaufen. Neu ist möglicherweise, dass der Anbieter Jahresabos für die Wartung inklusive Ersatzteile und Reaktionszeiten anbietet. Ein Teil davon leistete er schon früher (ohne Lösung und ohne Geld). Was der Kunde aber haben möchte ist das ganze Jahr eine Temperatur von 20-22 Grad zu einem Festpreis. Egal was geschieht und wo der Ölpreis steht. Kundenbedürfnis versus Anbieterangebot.

Oder das Beispiel einer Anwaltskanzlei die nach Aufwand abrechnet, der Kunde aber eigentlich eine Festpreis für alle juristischen Aufgaben auf Jahresbasis haben möchte. Etc.

Abschliessend eine Zusammenfassung unter dem Titel “Innovate the payer role”:

> Transformation von einer industriellen Logik zu einer Cocreation Logic stellt en Geldfluss in Frage

- häufig geringere variable Kosten
- häufig enorme Netzwerkeffekte
- Zahlungsbereitschaft für “Solutions” ist unklar
- Cocreation führt zu Partnerschaften: Wer erntet den Ertrag, wer trägt die Risiken

> Neue Pricing Modelle als Kernelement von innovativen Businessmodellen.

möchte XING den Dialog?

Wenn einer einen Fehler macht, dann ist das niemals einen Post wert. Ein E-Mail mit einem Hinweis auf den Fehler aber schon. Das dachten sich einige der ca. 300 Kommunikationsverantwortlichen, die gestern von XING ein E-Mail erhielten mit Neuerungen für Firmenprofile in der Netzwerkplattform. Leider ist dem Absender ein kleiner Fehler passiert und alle E-Mail-Adressen waren sichtbar. Das ist nicht sooo tragisch wie ich finde. Das Mail bekam auch ich und gestehe, ich war kurz versucht, alle in meine Datenbank zu kopieren, denn das ist unsere Zielgruppe (hab ich nicht getan ;)

Was mich jedoch nachdenklich stimmt, ist die darauf folgende Situation.

Die Kommunikationsleute, witzeln und senden an alle ein paar E-Mails, manche empört und manche mit konstruktiven Ideen, wie “Wo wir uns jetzt schon kennen, lasst uns eine XING-Gruppe” gründen. Wolfram Borchers probierts dann auch gleich aus.

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Super, ich bin dabei.

Die folgende Reaktion des XING-Absenders (ohne Name) ist aber leider folgende, und das stimmt mich nun wirklich nachdenklich.

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Ein Team, dass sich dem Social Media, also nennen wir es mal Netzwerken, verschreibt und mit den Menschen darin nicht kommuniziert oder gar sich gegen eine entstehende Gruppe stellt kann ich leider nicht als “your XING” Team ernstnehmen. Sorry.

PS: Achja die kommunizierte Neuerung war, man kann jetzt Firmenprofile auf XING auch in HTML gestalten. Natürlich kosten die Firmenprofile Geld, 25 – 130 Euro im Monat.

Conversion als zentraler Hebel zur nachhaltigen Online-Vermarktung [Vortrag]

Heute bin ich bei der SBB eingeladen im Rahmen der internen Know-How Initiative mit dem Namen “_e-business briefing”, einen Beitrag zum Thema Konversion resp. Konversionsraten-Optimierung zu leisten. Dabei kann ich glücklicherweise auf einen grossen Fundus bei Namics zurückgreifen und hier gleich ein paar Links für Leser, die sich vertieft mit dem Thema auseinandersetzen wollen:

- Studie zur Konversionsraten-Optimierung
- Computerworld-Artikel: “Die schlimmsten Umsatzkiller”
- Das Forward zum Thema “Konversionsraten-Optimierung” (Zusammenfassung)
- Handouts unserer Fachtagung “Das Internet aus Sicht des Kunden erleben”
- Vortrag “Verkaufspsychologie + Web Analytics = Umsatzsteigerung”
- Vortrag “Online Vertriebsförderung und Erfolgsmessung für Finanzdienstleistungen”
- u.s.w. Post-Archiv http://blog.namics.com/cro/

Die heutige Präsi versucht das umfassende Thema mit Beispielen innert einer halben Stund auf den Boden zu bringen. Interessant finde ich ins die folgenden drei Startseiten der Deutschen Bahn (disclaimer: Namics Projekt), Trenitalia und der SNCF.

Stellen sie sich bei jedem der Screens die folgenden Fragen als User (und wundern sie sich dann, was die SNCF so treibt).

1) Bin ich hier richtig?
2) Worum geht es hier?
3) Was wird hier angeboten und was kann ich machen?
4) Warum sollte ich hier sein und nicht irgendwo anders?
5) Wo soll ich anfangen?

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Hier die Präsentation zum Download und ich freue mich auf spannende Diskussionen: Conversion als zentraler Hebel zur nachhaltigen Online-Vermarktung [PDF, 9.4 MB]