Goldene Regeln des Projektmanagements

Jaja, es gibt sie wie Sand am Meer, die goldenen Regelen. Dies soll aber nicht Inhalt dieses Beitrags sein. Vielmehr geht es um die praxisnahe Darstellung der wichtigsten Dinge, die einem Projektleiter in der täglichen Arbeit begegnen. Diese habe ich ausführlich auf meinem Blog aufgeführt. Hier eine kurze Übersicht:

  • Sag mir, wie Dein Projekt anfängt und ich sage Dir, wie es aufhört.
  • Komplexität kann man nicht reduzieren, indem man vereinfacht, sondern nur, indem man versteht.
  • Projekte werden durch motivierte Menschen erfolgreich – daher behandle sie gut!
  • Eine pragmatische Vorgehensweise kann flexibel auf Projektänderungen reagieren.
  • Projektarbeit muss phasenübergreifend stattfinden.
  • Fit to Budget.
  • Organisation ist das halbe Leben – zielorientierte Organisation ist aber effizienter.
  • Papier ist zwar geduldig – aber auch beständig!

Ich freue mich auf eine rege Diskussion!

Social Media als Outsourcing

Das Innovations-Wochenende von Namics ist Geschichte und deren Rad dreht sich schnell. Wie nah wir mit der Arbeitsgruppe “Sozial Media ist geteiltes Brot” am Puls der Zeit waren zeigt sich in den lebhaften Diskussionen in den sozialen Medien selbst. Beispielhaft: “Schelmexperten” von Don Alphonso in der FAZ und der lesenswerten erste “Myth Buster”-Beitrag von Mirko Lange auf talkabout.

Tatsächlich waren auch Su, Jürg, Boris und ich bestrebt, jenseits aller Faszination und Schönheit die in der Natur sozialer Kommunikation liegt, unseren Beitrag zur Einordnung sozialer Medien in unseren alltäglichen Online-Kommunikations-Mix zu formulieren. Social Media Plattformen in Kommunikatskonzepte und -praxis einzubeziehen bedeutet nicht nur nur geteiltes Brot, sondern auch alltägliches Brot (besonders bei Namics!).

Aus der Reihe der guten Ergebnisse begleiten mich heute besonders die noch unvollendeten Gedanken zum Thema “Outsourcing” aus der Nutzenanalyse: Social Media Plattformen als Chance für das Outsourcing technischer und kommunikativer Dienstleistungen zu sehen eröffnet einen weiteren hilfreichen Blick auf den Zusatz-Nutzen, der in Zusammenhang mit Sozialen Medien gewonnen werden kann. Dabei können folgende Dienstleistungen über soziale Netzwerke ergänzt oder übernommen werden:

  1. Hosting von öffentlichen Mediendaten
  2. Hosting von Kampagnenseiten
  3. Supportdienstleistungen und Call-Center
  4. CRM-Leistungen
  5. Markt-, Meinungs- und Wettbewerbsanalyse
  6. Kundenprofilierung und -qualifizierung
  7. Einfache Integration von Techniken für “Word-of-Mouth”
  8. “Outsourcing” der rechtlichen Probleme, die mit Direktmarketing-Maßnahmen verbunden sind

Last not least:

  1. PR-Maßnahmen 
  2. Dialogmaßnahmen für spezielle Zielgruppen im Konversionsprozess. (Der Vertriebs- und Marketingansatz)

Vor- und Nachteile von Outsourcingmaßnahmen

Für das Outsourcing von Kommunikation und Dienstleistungen in soziale Medien spricht:

  • Kostenreduktion
  • Mehr Transparenz durch eine klare Definition von Zielen und Prozessen (ohne die, kein Erfolg)
  • Gewinn durch Wissensaustausch und Qualifizierung
  • Hohe Skalierbarkeit und Flexibilität
  • Mitnahme weiterer Vorteile sozialer Medien und Kommunikation

Zu den Risiken gehören:

  • Kontrollverlust
  • Abhängigkeit
  • Mangelnde Qualitätssicherung
  • Entkopplung von Inhalt und Urheber

Der für  mich interessanteste Aspekt an dieser Sichtweise ist, dass sich die Vorteile des Einsatzes sozialer Medien für bestimmte Prozesse auch ohne “Kunden werden zu Fans”-Romantik und “Märkte sind Gespräche”-Metapher erklären lassen. Die Risiken bleiben die gleichen. Wie bei “normalen” Outsourcingprozessen können die Risiken jedoch auch hier durch Planung und zeitnahes Monitoring klein und kontrollierbar gehalten werden.

Ausblick

Social Media Plattformen als Basis für Outsourcing zu betrachten ist sicher kein Paradigmenwechsel, aber eine Erweiterung der Perspektive die zu betriebswirtschaftlicher Analyse und unternehmerische Entscheidungen führt. Was Unternehmen und Agenturen in dieser Hinsicht gleichermaßen hilft: Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, um eine gemeinsame Sprache und valide KPIs für den Einsatz von und die Kommunikation über soziale Medien zu finden, aber wir müssen dafür sorgen, dass es sich dreht.

Social-Media Einsatz in Verwaltungen (am Beispiel Winterthur)

Am Innovations-Wochenende von Namics arbeite ich zusammen mit Su, Jesko und Boris in der Gruppe “Das geteilte Brot (aka: Social Media)”. Da wir unsere Arbeit in Teilen auch gleich publizieren, stellte uns @ironsworker die folgenden Frage: “Macht Euch doch auch ein paar Gedanken zu Social-Media Einsatz in Verwaltungen. Wäre sehr interessiert daran”

Hier der Versuch einer kurzen Antwort, zu der sich hoffentlich viele Kommentare gesellen werden.

Kunden der Verwaltung

Die Antwort ist auf den ersten Blick einfach: Bürger ergänzt um Menschen, die sich in diesem Beispiel für die Stadt Winterthur interessieren. So beispielsweise Zuzüger oder Firmen die sich niederlassen wollen.

Die Zielgruppe ist “korrekt”, da das moderne (“soziale”) Web aber keine Giesskannen-Kommunikation will, aber Dialog und Beziehungspflege ermöglicht, ist die Community Denke wohl eher angebracht. Die Zielgruppen haben sich in kleinste Gruppen aufgeteilt (atomisiert) die gemeinsame Interessen pflegen und sich von anderen Leuten differenzieren wollen. Für Winterthur könnten das beispielsweise die Schrebergärtner, Nicht-Autofahrer oder Fans des Fotomuseums etc.

So eine Art Long Tail der Benutzergruppen, welche ich dank des Online-Medium effizient adressieren kann.

Zielsetzungen

Für diese sehr spezifischen Zielgruppen kann ich nun Ziele auf der Sicht der Verwaltung definieren und darauf aufbauend entsprechende Angebote definieren. Zwei Sachen scheinen mit hier wichtig: Nicht nur die Bedürfnis-Analyse, aber auch die Priorisierung und die Konzeption hat SEHR Nahe an der Zielgruppe selbst zu erfolgen; möglicherweise über dem Einsatz von Social Media (falls die Reichweite signifikant ist). Und zweitens ist mit die Experimentierkultur wichtig: Die definierte Ziele messen, das Angebot entlang der erlebte Realität anpassen und von Anfang an planen, nicht-funktionierende Angebote wieder abzustellen.

Mögliche Angebote

Nun könnte ich versuchen, Angebote aus dem Ärmeln zaubern oder auf funktionierende Beispiele verweisen, die kopiert werden könnten. Nein, den Gefallen mache ich Euch nicht, da es meinem beschriebenen Ansatz die Zielgruppe bei der Gewichtung und der Konzeption einzubeziehen widersprechen würde.

Ist der Post also fertig? Nein… ein paar Ideen aus der Sicht der Verwaltung als Grundlage einer Diskussion.

1) Open Domain

Aufträge, die Winterthur ausarbeiten lässt, beispielsweise Studien, Gutachten aber auch Software-Entwicklungen sind mit Steuergeldern bezahlt. Wäre es nicht sinnvoll, diesen den Bürgern wieder zu Verfügung und zwar mit einer sehr liberalen rechtlichen Lizenz. Die Qualität der Ergebnisse würde durch die Sichtbarkeit verbessert und möglicherweise kann jemand die Ergebnisse in einem anderen Zusammenhang nutzen. Die “sozialen Funktionen” sind selbstredend.

2) Innovationsplattform

Bürger sind nicht nur Kunden, könnten der Stadt aber auf helfen, Aufgaben zu lösen. Auf einer Site (im Stil von Atizo) bezieht die Stadt Bürger (und wer immer auch will) in die Arbeit mit ein. Ich kann mir sehr gut vorstellen, zusätzlich zur Sichtbarkeit / Reputation der Person die die Lösung beigetragen hat, auch einen finanziellen Anreiz zu bieten.

3) Stadtführung durch Einwohner

Das Thema erklärt fast alles. Idee wäre, dass Leute die ihre Stadt lieben, dies nicht nur mitteilen können, aber über ein kollaboratives Prinzip, eine umfassende Stadtführung entstehen würde. Innerhalb dieser Führung könnte man sich wieder spezifische Zugänge auf die Inhalte bieten wie beispielsweise Erinnerungen im Netzaus Sicht von Senioren.

4) “Social Media”-Feeds

Alle heutigen SMS-Dienste wie Müllabfuhr oder Ozon-Werte zusätzlich in “Social Media”-Formaten anbieten und insb. für andere Sites über Schnittstellen für Maschinen einbettbar (embedding) machen. Ziemlich gut wären hier zusätzlich Busverspätungen, die von der schnellen Verbreitung stark profitieren.

5) Highlight von ansässigen Firmen

Aus der Sicht der Standortförderung wäre es nett wenn die Stadt regelmässig Online-Angebote ins Schaufenster stellen würde, die besonders nützlich und/oder interessant sind. Die Vorschläge kommen wiederum auf der Bevölkerung…

…und jetzt ist das Abendessen aufgetischt ;-)

Innovations-Wochende 2010

Die Fragestellung des Innovations-Wochenendes bei Namics, ist die Definition von Themen, welche in 2-3 Jahren unser Geschäft prägen könnten. Einerseits neue Themen, andererseits aber auch die Evolution bestehender Dienstleitungen.

Dafür nehmen sich 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Namics Zeit und schliessen uns 2,5 Tage zur Arbeit ein. Dieses Jahr am Ägerisee. Die Auswahl der Leute erfolgt nicht anhand der Rolle/Funktion bei Namics aber, über den thematischen Beitrag in einer vorgelagerten Umfrage im Intranet. Frei nach dem Motto “may the better win” findet sich also ein illustere Namics-Gruppe von Junior AD bis zum Principal. Frei nach unseren interdisziplinären Ansatz (und uff, ich habe die Qualifikation geschafft).

Die Themen dieses Jahr sind die folgenden:

- Augmented Reality
- Industrialisierung (White Label Apps)
- Multichannel Commerce
- Mobile Gechäftsmodelle
- Change Management (das “Drumherum” um die Web-Anwendung)
- Das geteilte Brot (aka: Social Media)
- Beyond the Browser (bis zum semantischen Web und APIs)
- SaaS/Cloud (“der Clinch IT-Leiter versus Geschäfts-Leiter”)
- Content Concept and Production

Und wer uns folgen will, achtet auf das folgende Tag: #innowe. Auf Twitter, Flickr und auf den Namics Blogs.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit ,

Facebooks eindrückliche Dominanz

Eigentlich sind Zahlen zu Facebook längst kein solcher Renner mehr. Man hat sich an die guten Zahlen längst gewöhnt.

Die Dominanz mit welcher Facebook aber mittlerweile in verschiedenen Bereichen auftritt, hat mich aber sehr erstaunt. Klar sind die Zahlen, wie so oft, entweder global oder auf die USA bezogen. Da wir uns aber bezüglich der Entwicklung im Social Media Bereich stark an den USA orientieren und dort viele dominierende Player angesiedelt sind, sehe ich die Zahlen als Hinweis auf Trends für die Schweiz.

Hier ein Auszug aus dem Artikel von Techcrunch

*Distribution of shared items*
Facebook: 44%
Twitter: 29%
Yahoo:18%
MySpace:9%

*Share of Authentication By Platform:*

News sites:
Facebook: 31%
Google: 30%
Yahoo: 25%
Twitter: 11%
AOL: 3%

Entertainment sites:
Facebook: 52%
Google: 17%
Yahoo: 12%
Twitter: 11%
MySpace: 7%
AOL: 1%

*Live Event Chat:*
Facebook: 56%
Twitter: 28%
Yahoo: 9%
MySpace: 7%

*Top 10 Services, Overall*

Facebook: 33%
Email: 13%
Print:9%
Twitter: 9%
Favorites: 8%
Google: 6%
MySpace: 6%
Digg: 3%
Live: 3%
Delicious: 3%

Zusätzlich sprechen auch die Zahlen aus den USA Bände:

1056-nielsen-zahlen zu top web brands-thumb-500x454-1055.jpg

Artikel auf Mashable

Auch was die Zielgruppe *”Online Shoppers”* betrifft, ist Facebook die Social Media Plattform, welche mit grossem Abstand am meisten Frequentiert wird.

1059-emarketer-welche social media plattformen nutzen online shopper-thumb-500x402-1058.gif

Artikel auf eMarketer