Die Zukunft des Webs

Letzte Woche habe ich meinen Orakel-Hut aufgesetzt und einen Vortrag auf der WebTech-Konferenz in Karlsruhe zur Zukunft des Webs gehalten. Natürlich habe ich wieder ein T-Shirt bekommen, was der eigentliche Grund dieses Blogeintrags ist, ;-) aber ehrlich gesagt finde ich es nicht so schön. Es ist einfarbig blau, und auf der Brust prangt groß das Wort „Speaker“, was ich etwas reißerisch finde.

Auch negativ das Rekordtief des Frauenanteils auf der Konferenz: von 65 Vortragenden nicht eine, null, zero Frau! Entsprechend gab es auch im Publikum einen Frauenanteil, der geringer war als der in einer Schwulendisco, und die wenigen anwesenden Frauen gehörten meist zum Catering-Team. Gleichberechtigung geht anders.

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Schön war aber insbesondere der Thementag der Webkrauts (Foto). Während Eric Eggert sich mehr um CSS3, Webfonts und Browser APIs kümmerte, habe ich in meinem Vortrag heutige und zukünftige W3C-Technologien vorgestellt, hier die Links dazu. Darunter stechen insbesondere das HTML5 Canvas-Element, Video und 3D hervor:

Canvas kann Inhalte verzerren, drehen, wölben, filtern und einige Dinge mehr, und es ist dynamisch per JavaScript programmierbar.

<video>

direkt im Browser ohne Flash ermöglicht Unabhängigkeit von Adobe, was gerade für Geschäftsmodelle wie das von YouTube, Dailymotion oder die BBC wichtig ist. Darüberhinaus können Canvas und Video in Kombination spannende Effekte erzielen. Dailymotion hat ein paar davon in der Demo eingebaut.

Und 3D im Browser eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Spiele und andere Anwendungen, bei denen per WebGL dreidimensionale Daten und Modelle effizient übertragen werden können. Stereoskopische Effekte wie im Film „Oben“ habe ich allerdings noch in keiner Browser-Demo gesehen.

Bislang ist Barrierefreiheit von den Browserherstellern in den neuen Technologien kaum berücksichtigt worden, aber die neugegründete HTML Accessibility Task Force, deren Mitglied ich bin, wird sich der Themen annehmen.

Uns steht jedenfalls eine sehr aufregende Zukunft bevor!

4 Gedanken zu “Die Zukunft des Webs

  1. der Frauenanteil ist ja besonders hier im deutschsprachigen Raum immer sehr klein, darüber brauchen wir nicht mehr zu sprechen, glaube ich. Es wundert mich aber schon, dass es scheinbar nicht erwähnenswert ist, dass bei einem vorangestellten Gruppenfoto der Webkrauts, durchaus eine Frau mit drauf ist, die keinen Job als Groupie macht oder im Catering arbeitet, sondern sich auch als Webkraut engagiert. Da hättest du schon mal drauf hinweisen können, oder etwa nicht?

  2. Die Frauenquote…
    Ehrlich, ich hab es versucht. Nur Feedback von Damen gab es auf den C4P keinen. Nicht eine, null, zero Frau hat geantwortet. Vielleicht ändert sich das jetzt. Wir müssen sie nur an der Ehre packen. Klappt bei uns Männern ja auch ganz gut ;)

  3. @Maxx, meine Erfahrungen in England und USA sind auch, dass der Frauenanteil bei solchen Konferenzen höher ist. Warum ist das in Deutschland eigentlich anders? Bei unserer eigenen Konferenz (EAFRA) waren immerhin sieben von 30 Referenten Frauen (zwei weitere waren angefragt). Sandra Kallmeyer ist Webkraut und auf dem flickr-Bild verlinkt wie die anderen im Artikel nicht namentlich erwähnten auch, aber bei der WebTech-Konferenz war sie leider wirklich nur als Groupie von Eric, nicht als Rednerin. ;)

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