Wie bereits im meinem früheren Post angekündigt, sind verschiedene Vertreter von Namics in Antwerpen an der devoxx. Dabei versuchen wir, die Schwerpunkte des jeweiligen Tages etwas zusammenzufassen und dies in einen Blogeintrag zu giessen. Der erste Tag stand – wie der Titel vielleicht verraten mag – unter dem Themenschwerpunkt Cloudcomputing.
Im ersten Vortrag von John M. Willis wurde das Thema aus historischer Sicht (wobei hier die Historie zum Glück nicht so lang ist) etwas aufgearbeitet. John hat die Geschichte von Gridcomputing zum Cloudcomputing sehr schön zusammengefasst, wobei hier noch angfügt werden muss, dass John ursprünglich aus dem IT Operation kommt. Aus seiner Sicht wurde bereits seit einger Zeit das Agile Manifesto auf die Entwicklung von Software angewandt, jedoch die IT Operation davon komplett aussen vor gelassen wurde. Agil entwicklen ja… aber agil betreiben… lieber nicht oder noch nicht. Agile Operation existiert in den Firmen eigentlich noch gar nicht. Ein witziges Beispiel hier war die eines Pharmakonzerns, in dem die Forschungsabteilung kurzfristig massive Rechenpower benötigt hätte, dessen Beschaffung intern jedoch 8 Wochen gedauert hätte. Was haben die Forscher gemacht? Sie haben sich die Rechenpower einfach bei Amazon EC2 mit ihrer persönlichen Kreditkarte innerhalb von 8 Minuten beschafft. Und dass der Markt dies fordert und wünscht, zeigen die Zahlen von Amazon auf eindrückliche Art und Weise (bis zu 200’000 neue Instanzen werden pro Tag eingerichtet und gestartet), alles vollautomatisch und via Webservices gesteuert. Agile Operation – dass soll jetzt Cloudcomputing richten. Wo nur bleibt dann da das Agile Budgeting?
Im zweiten Vortrag erklärte Chris Richardson, wie robuste Applikationen für die Amazon EC2 gebaut werden können. Er führte anhand eines Beispiels Applikation durch die unterschiedlichen Services der EC2. Elastic IP Addresses in Kombination mit Elastic Loadbalancer und Autoscaling und die verschiedene Zonen führen zu einem hochverfügbarem System (99.95%). Die S3 Datastore, die Simple Query Service (SQS) bietet mit dem Cloudfront eine effiziente globale Content Delivery Infrastruktur. Amazon implementiert die volle Pallette einer sogenannten Infrastructure as a Service (IaaS). Der nächste Layer wäre eine Platform as a Service (PaaS). Diese wird von cloudfoundry.com als Layer auf einer EC2 geboten. Es lassen sich Spring und Grails Applikationen direkt in der Amazon Cloud deployen. Aktuell wird dieser Layer auch auf die hauseigene vCloud portiert. Auch wenn es noch einige Einschränkungen in der Entwicklung von Cloud Applikationen gibt, sieht das ganze sehr erfolgversprechend aus. Die Preismodelle von EC2 sind jedoch genau so durchsichtig (oder eben nicht) wie die bei einem Mobiltelefon, was das Durchrechnen eines konkreten Business-Cases erschwert.
Es bleibt also spannend… über oder besser gesagt in den Wolken… :-)









“Agile Operation” trifft es ziemlich gut. Mit Blick auf die zunehmende Anzahl von SW-Anbietern und Firmen, die Infrastrukturen “in der Wolke” nutzen, wurde aus dem Trend ein Fakt. Jetzt und heute, so auch (zunehmend) bei unseren Projekten v.a. noch S3.
Das Beispiel von Google for your Domains (20 GB E-Mail plus viel mehr) für USD 50.-/ Jahr oder Speicher für Google-Dienste 1 TB für $256.- / Jahr nehme ich immer gerne als Benchmark für IT-Kosten in Firmen. Solche Skaleneffekte kriegt eine “normale” Firma nicht mehr hin. Also ab in die Cloud!
Den Forscher mit der “privaten Kreditkarte” hätte ich gerne bei Namics… er löst Probleme ohne den Firmentango zu tanzen ;-)
Einen weiteren wichtigen Aspekt ist auch der, die Software “Built-Ready” für die Installation bereit zu halten. Sprich… die gesamte Konfiguration sollte bereits im “Endprodukt” enthalten sein. Kein nachträgliches Konfigurieren also… ich denke dan vorallem mit einem Schmunzeln an SharePoint… :-) aber das wird es vermutlich in nächster Zeit eh nicht in eine Cloud schaffen…