Wie kommt man von einer Idee zu lauffähiger Software?

Heute Abend war wieder einmal ein Webtreff in Konstanz, ähnlich dem Web Monday oder Web Tuesday in Zürich. Ich war eingeladen zum Thema agile Softwareentwicklung zu referieren.

Nach einer etwas holprigen Koordination (mir war bis zum Vorabend nicht klar, wo ich hin muss) fand ich mich dann vor einem interssierten und kritischen Publikum wieder.

In knapp 90 MInuten konnte ich anhand eines Beispiels zeigen, wann man agiles Vorgehen wählt, was Scrum ausmacht und wie Scrum funktioniert. Es gab viele Fragen und reichlich Diskussionsbedarf, auch wenn einige wichtige Aspekte aufgrund der Zeit nicht beleuchtet werden konnten.

Meine Präsentation [PDF, 9.6MB] kann man hier runterladen.

Abschlussarbeit Journalismus: Twitter – das neue Instrument der PR?

Jennifer Kopf schliesst ihr Fernstudium zur Fachjournalistin an der Freien
Journalistenschule Berlin
ab. Mit ihrer Abschlussarbeit nimmt sie sich dem Thema Twitter in der PR an und bat mich via E-Mail um ein Interview. Weil meine Antworten auf ihre Fragen nicht abschliessend sein können, bitte ich Sie und Dich um Mithilfe.


Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Twitter-Account?

- Direkte, persönliche Kommunikation, Dialog, Zuhören, lernen, Erfahrungen
- Themenleaderschaft ;) Namics positioniert sich über Know-how

Welche Themen werden von Ihnen getwittert und wer im Unternehmen ist dafür zuständig?
- news, Referenzen, Referate, Termine, Ideen, Menschliches, Erfahrungen
- zuständig für @Namics sind Jürg Stuker (CEO) und ich (Corporate Communicator) und alle Twitterer, deren Inhalt wir retweeten, beantworten oder kommentieren, also Leute, die twittern innerhalb und ausserhalb von Namics. Hier sind übrigens alle Namicsler, die twittern. Eine Meinung zu Twitter von Jürg hier.

Wie schätzen Sie das Potential von Twitter ein?
Ist es nur ein Hype oder wird es die Kommunikationslandschaft revolutionieren?

- Ich glaube, es hat die Kommunikation bereits revolutioniert.

Welche Risiken hat ein Twitter-Account aus Ihrer Sicht?
- Persönlich sehe ich keine Risiken. Manchmal ist jedoch die Schnelligkeit verlockend, Informationen zu früh abzugeben. Passieren Fehler, muss man dazu stehen, aber das gehört zu Social Media generell dazu. Dieses ganze Identitätsklau-Thema ist wohl auch ein Risiko, aber nur wenn man es zulässt (sprich die Identität nicht selbst besetzt) Dazu gibts etliche Tipps bei PR Blogger Klaus Eck

Aus Sicht der PR: muss jedes Unternehmen Twitter als
Kommunikationsmittel ernst nehmen?

- Selbstverständlich, denn dort wird kommuniziert, es gibt keine Corporate Communication (CC) mehr, die ausschliesslich vom Unternehmen heraus stattfindet. Also auch ohne eigenen Account sollten CC Leute monitoren, was über die Firma gesagt wird. Oft wird noch der Multiplikationseffekt bei Twitter übersehen.

Nutzen Sie auch andere Social Media Tools für Ihre PR Arbeit?
(XING, Facebook, Firmen Blog). Ist Social Media fester Bestandteil Ihrer
Kommunikationsstrategie?

- ja, wir bloggen seit 2004, das liegt aber in der Natur unserer Dienstleistung. Ich selbst habe das bloggen als PR Instrument erst später entdeckt ;)
- XING und Facebook eignen sich für unsere PR nicht wirklich, aber wir sind vertreten.
- Hier sind ein paar Referate einer Namics Fachtagung zu Social Media für Unternehmen

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Wie können wir uns
die Aufgaben des PR-Verantwortlichen in ein paar Jahren vorstellen?

- Spannender denn je. Sehr selbständig, wir müssen wissen, was im Unternehmen läuft, wir sind keine Durchlauferhitzer (könnten Sie bitte mal die Medien informieren) mehr. Vielmehr stecken wir mittendrin im Dialog, das braucht etwas Mut, Selbstvertrauen und Öffentlichkeit (Fehler werden sichtbar) Zuhören wird unser wichtigstes Instrument, wir können mitarbeiten, das Angebot des Unternehmens besser auf den Markt auszurichten (denn wir erfahren die Bedürfnisse aus 1. Hand.)
- 10 Twitter Geheimtipps aus meiner Praxis, wer’s wagen will.

Ich wünsche Ihnen, Frau Kopf, viel Erfolg bei Ihrer Diplomarbeit und (mir) ein paar weitere praktische Tipps, Erfahrungen oder Ideen als Kommentare hier:

Vertraulichkeit (Confidentiality)

Vertraulichkeit (Confidentiality) ist einer von 11 ethischen Grundsätzen von Namics. Ein seit 2000 existierende essenzielle und unumstössliche Norm für unser Arbeiten und Handeln.

Die Ausformulierung davon lautet:

Alle Unterlagen und Informationen, die wir in der Zusammenarbeit mit Kunden erhalten, behandeln wir als vertraulich. Auf Wunsch des Kunden behalten wir auch die Kundenbeziehung selbst oder den Projektinhalt für uns als Geheimnis.

Meine spontanen Gedanken: Hierzu gibt es wie “nichts” zu sagen, da dieser Punkt logisch ist. Dennoch gehört der Grundsatz niedergeschrieben, da wir häufig in Projekten tätig sind, die zukunftsgerichtete / innovative Ziele verfolgen und wir darüber Zugang zu wettbewerbsrelevanten Informationen unserer Kunden bekommen. Wichtig ist die Umsetzung des Grundsatzes beispielsweise durch den Verzicht auf Gespräche über (erkennbare) Kunden-/Projektinhalte im Zug oder auch der Schutz von Daten, beispielsweise durch Verschlüsselung auf den Notebooks…

Mozilla Camp Europe

Irgendwie hat Namics einen Fetisch für T-Shirts. Es bloggen nicht nur manche Personen obsessiv darüber, mein Arbeitgeber möchte nun auch noch, dass ich jedesmal darüber blogge, wenn ich selbst ein T-Shirt bekomme!? Also, ich habe zwei T-Shirts geschenkt bekommen:

611-mozcamp-shirt.jpg 610-mozcamp-mobile.jpg

Das eine T-Shirt gehört zur Mozilla Mobile Community und hat auf der Vorderseite diesen verzweifelt gegen die Scheibe seines Sputnik hämmernden Weltraumbiber, auf der Rückseite den Spruch “You took back the Web. Now take it with you.” (eine Referenz auf das andere Shirt, “Take back the Web”), das zweite T-Shirt zeigt die Silhouette von Prag auf olivgrünem Grund mit schönen Jugendstil-Elementen.

Die Jugendstil-Elemente waren auch in Prag zu finden, denn dahin mußte ich reisen, um die beiden T-Shirts in Empfang zu nehmen. Von diesem bedeutenden Übergabeakt abgesehen mußte ich zuvor an einer Podiumsdiskussion über HTML5 teilnehmen und dabei etwas über die Barrierefreiheit des zukünftigen Standards erzählen. Ich weiß, Ihr interessiert Euch eigentlich nur für T-Shirts in diesem Blog, darum verzeiht, wenn ich ein wenig off-topic zu diesem Thema langweile:

615-mozcamp-tag.jpg Ich bin Invited Expert in der HTML-Arbeitsgruppe des W3C. Außerdem befasse ich mich seit ungefähr zehn Jahren mit dem barrierefreien Web. Wie kommt das nun zusammen? Vorerst gar nicht. Denn im Moment sind die neuen HTML-Elemente wie

<section>

oder

<nav>

für Blinde unsichtbar, denn sie werden noch nicht vom Browser maschinenlesbar-semantisch auf die Betriebssystemebene „übersetzt“. Hingegen erfasst der Browser die Rolle als Navigation hervorragend und lässt Screenreader „Menü“ vorlesen, wenn diese mit einem anderen Standard des W3C übermittelt wird, ARIA. Da muss also noch etwas getan werden. Ebenso weitgehend undefiniert sind die Bedienmechanismen für Video und Audio im Browser oder das Universaltalent Canvas. Die gute Nachricht: eine gemeinsame Task Force mit HTML- und Barrierefreiheitsexperten wird sich beim W3C dieses Themas annehmen. Denn wie wir alle wissen, profitieren Projekte davon, frühzeitig Barrierefreiheit ins Konzept zu zu integrieren, statt später aufwendig „ein bißchen“ Barrierefreiheit grob dranzudübeln. Und Euer bescheidener Gastgeber wird versuchen, dazu beizutragen. Dazu möchte ich zum Beispiel Mozilla-Genie Paul Rouget zu einem Panel bei der Konferenz South by Southwest einladen, wo er ein paar seiner progressiven Demos zeigen kann, mit deren Hilfe sich innovative Mensch-Computer-Schnittstellen realisieren lassen.

Ansonsten kann man sich das MozCamp ungefähr so vorstellen wie ein internationaleres, geekigeres Namics-Camp. Hier noch ein paar meiner Randnotizen von twitter:

  • Eine Mozilla-Kampagne zum Internet-Gesundheitscheck greift bereits das Zitat von Microsoft-Managerin Amy Bazdukas auf: “friends don’t let friends use IE6”. Zwar sind der größte Hemmschuh nach wie vor die großen Dinosaurier Unternehmen, deren IT-Abteilungen lieber auf ungeschützten Browserverkehr setzen als auf Updates ihrer internen, zehn Jahre alten Software. Aber wenn wir zumindest unseren Freunden und Verwandten einen ordentlichen Browser installieren, kommen sie ja vielleicht auf den Geschmack und lassen sich nicht mehr ewig am Arbeitsplatz vertrösten.
  • Damit Mozilla sich gegen die zunehmend agiler werdende Konkurrenz, und hier vor allem gegen Adobe, Silverlight und Gears, durchsetzen kann, müssen die Entwicklungszyklen schneller werden. Ziel ist es, alle 6 Monate ein großes Release zu machen. Darum müssen interne Prozesse entkoppelt werden, was nicht nur positive Auswirkungen auf die Testbarkeit von Nightly Builds hat, sondern auch auf die Stabilität des Browsers.
  • Firefox 3.6 ist für November geplant und wird skinbar über Personas sein, Video im Vollbildformat haben, CSS-Gradienten, JavaScript Ctypes. 3.7 könnte schon auf Android laufen. Und 4.0 kommt in einem Jahr mit Jetpack.
  • Jetpack lohnt sich etwas näher anzuschauen, denn dabei handelt es sich um eine Middleware für Mozilla-Extensions. Programmierer von Add-Ons müssen also nicht mehr bei Null beginnen, sondern haben einen bestimmten Grundumfang von Funktionen zur Verfügung. Dadurch steigt die Sicherheit, aber ich denke auch, dass die Qualität und Barrierefreiheit besser werden. Die Tastaturbedienbarkeit der Menüs sollte dann etwa selbstverständlich sein. Relevant für Webentwickler ist dabei, dass eine Seite ein Jetpack einfach per
    <link>

    einbauen kann. Du möchtest in einem Shop die Webcam des Besuchers verwenden, um ein T-Shirt-Motiv direkt im Browser mit

    <video>

    und

    <canvas>

    als augmented reality auf die Brust des Nutzers zu projizieren? Ein Jetpack hat die Rechte dazu.

  • Mozilla arbeitet an Multitouch-Events und wartet noch auf Feedback der anderen Browserhersteller.
  • Artzilla widmet sich vermeintlich „nutzlosen“ Extensions: die offene Browser-Software als Kunstwerkzeug.

616-mozcamp.jpg

Fast hätte ich noch ein drittes T-Shirt bekommen mit dem pupsenden Maskottchen von Mozilla Songbird darauf. Damit hätte ich mir noch mehr von der großartigen Musik von Jiří Wehle anhören können, einem begnadeten Straßenmusiker in Prag’s Altstadt (die übrigens voller Teehäuser ist – ein Traum!), aber dann musste ich auch schon wieder zum Flughafen. Am nächsten Tag hielt ich nämlich einen Vortrag beim Webmontag Mannheim, wozu ich allerdings die Folien aus London recycelte. Und es gab dort auch kein T-Shirt, weswegen ich auch keinen Blogeintrag schreiben muss. ;-)

Auch OutOfMemory muss optimiert werden

Ich hatte vor kurzem das Vergnügen Code zu schreiben der möglichst schnell zu einem OutOfMemory führt. Dies war erforderlich um Konfigurationen beim Kunden zu überprüfen.

Als ich das so am Schreiben war kam mir der Gedanke: “Wie kann man mit möglichst wenig Code am effektivsten (schnellsten) den Heap volllaufen lassen?”

Ich würde mich über Ideen und Vorschläge freuen. Eine erste Idee von Sandro Ruch habe ich bereits erhalten:

public class OutOfMemory
{
public static void main( String[] args )
{
int dataSize = (int) (Runtime.getRuntime().maxMemory() * 1.1);
byte[] data = new byte[dataSize];
}
}

Und was wäre Eurer Vorschlag?

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