Abschlussarbeit Journalismus: Twitter – das neue Instrument der PR?

Jennifer Kopf schliesst ihr Fernstudium zur Fachjournalistin an der Freien
Journalistenschule Berlin
ab. Mit ihrer Abschlussarbeit nimmt sie sich dem Thema Twitter in der PR an und bat mich via E-Mail um ein Interview. Weil meine Antworten auf ihre Fragen nicht abschliessend sein können, bitte ich Sie und Dich um Mithilfe.


Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Twitter-Account?

- Direkte, persönliche Kommunikation, Dialog, Zuhören, lernen, Erfahrungen
- Themenleaderschaft ;) Namics positioniert sich über Know-how

Welche Themen werden von Ihnen getwittert und wer im Unternehmen ist dafür zuständig?
- news, Referenzen, Referate, Termine, Ideen, Menschliches, Erfahrungen
- zuständig für @Namics sind Jürg Stuker (CEO) und ich (Corporate Communicator) und alle Twitterer, deren Inhalt wir retweeten, beantworten oder kommentieren, also Leute, die twittern innerhalb und ausserhalb von Namics. Hier sind übrigens alle Namicsler, die twittern. Eine Meinung zu Twitter von Jürg hier.

Wie schätzen Sie das Potential von Twitter ein?
Ist es nur ein Hype oder wird es die Kommunikationslandschaft revolutionieren?

- Ich glaube, es hat die Kommunikation bereits revolutioniert.

Welche Risiken hat ein Twitter-Account aus Ihrer Sicht?
- Persönlich sehe ich keine Risiken. Manchmal ist jedoch die Schnelligkeit verlockend, Informationen zu früh abzugeben. Passieren Fehler, muss man dazu stehen, aber das gehört zu Social Media generell dazu. Dieses ganze Identitätsklau-Thema ist wohl auch ein Risiko, aber nur wenn man es zulässt (sprich die Identität nicht selbst besetzt) Dazu gibts etliche Tipps bei PR Blogger Klaus Eck

Aus Sicht der PR: muss jedes Unternehmen Twitter als
Kommunikationsmittel ernst nehmen?

- Selbstverständlich, denn dort wird kommuniziert, es gibt keine Corporate Communication (CC) mehr, die ausschliesslich vom Unternehmen heraus stattfindet. Also auch ohne eigenen Account sollten CC Leute monitoren, was über die Firma gesagt wird. Oft wird noch der Multiplikationseffekt bei Twitter übersehen.

Nutzen Sie auch andere Social Media Tools für Ihre PR Arbeit?
(XING, Facebook, Firmen Blog). Ist Social Media fester Bestandteil Ihrer
Kommunikationsstrategie?

- ja, wir bloggen seit 2004, das liegt aber in der Natur unserer Dienstleistung. Ich selbst habe das bloggen als PR Instrument erst später entdeckt ;)
- XING und Facebook eignen sich für unsere PR nicht wirklich, aber wir sind vertreten.
- Hier sind ein paar Referate einer Namics Fachtagung zu Social Media für Unternehmen

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Wie können wir uns
die Aufgaben des PR-Verantwortlichen in ein paar Jahren vorstellen?

- Spannender denn je. Sehr selbständig, wir müssen wissen, was im Unternehmen läuft, wir sind keine Durchlauferhitzer (könnten Sie bitte mal die Medien informieren) mehr. Vielmehr stecken wir mittendrin im Dialog, das braucht etwas Mut, Selbstvertrauen und Öffentlichkeit (Fehler werden sichtbar) Zuhören wird unser wichtigstes Instrument, wir können mitarbeiten, das Angebot des Unternehmens besser auf den Markt auszurichten (denn wir erfahren die Bedürfnisse aus 1. Hand.)
- 10 Twitter Geheimtipps aus meiner Praxis, wer’s wagen will.

Ich wünsche Ihnen, Frau Kopf, viel Erfolg bei Ihrer Diplomarbeit und (mir) ein paar weitere praktische Tipps, Erfahrungen oder Ideen als Kommentare hier:

3 Gedanken zu “Abschlussarbeit Journalismus: Twitter – das neue Instrument der PR?

  1. Zwar nutze ich Twitter & Co. derzeit eher privat bzw. als Freelancer, trotzdem eine kleine Einschätzung als gelernter PR-Mensch:

    Die Traffic-Verteilung über verweisende Seiten sieht derzeit bei mir (laut Google Analytics) wie folgt aus:

    1. Twitter: 62 Zugriffe
    2. Upload-Mag: 50 Zugriffe
    3. Goolge: 25 Zugriffe

    Natürlich ein sehr kleiner Ausschnitt, vielleicht aber symptomatisch für die (kommende?) Bedeutungsverschiebung von SEO (google), persönlicher Vernetzung (Upload) und Dialog/Empfehlung (Twitter)??. (Ich setze täglich zwischen 5-10 Tweets ab, auf SEO habe ich durch das Blognetzwerk twoday keinen Einfluss, zugegeben alles keine beeindruckende Datenbasis ;-).

    Noch eine Meinung zu den PR-Möglichkeiten von Twitter: Gerade weil Twitter nach wie vor nur wenige aktive User hat, könnte die Nutzbarmachung der getwitterten Informationen für Twitter-Abstinenzler großes Potential bergen, z.B. in Form von thematisch gebündelten und hochwertigen Exec-Tweet-Kanälen, die vom Unternehmen z.B. als RSS angeboten, als Infostream präsentiert oder in Newsletter integriert werden können. Bei einem (sehr) kleinen Eigenversuch (mit tweetizen und Pipes) haben ansonsten Twitter-ferne Leser durchaus Interesse gezeigt. Also ev. ein gutes Mittel zur Profilierung und zur zusätzlichen Leser/Kundenbindung…

  2. @Trendschau. Aus meiner Sicht sagen die reinen Traffic-Zahlen resp. die Quellen der Referrer wenig aus.

    Bei und ist die Reihenfolge: SEO/Google, eigene Verlinkung (Sites inkl. Kundenextranet), Direktbesuche und dann Twitter. Im Bezug auf Qualität ist Twitter aber (zur Zeit) ziemlich gut, da häufig “Multplikatoren” und insb. auch Journalisten mitlesen. Die Art des Traffics (SEO/Google ist bei uns schlechter Traffic) ist relevant und noch viel wichtiger die Vernetzung.

    Eine Syndikation / Auswahl von Tweets für Abstinenzler resp. Medienfremde könnte spannend sein ist aber wohl eher eine journalistische als eine algorithmische Arbeit. Eigentlich tun das die klasischen Medien bereits heute. Denn Papier ist bei dem anvisierten Zielpunlikum wohl besser als RSS.

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