Entscheidung für native Applikationen oder mobile Webseiten?

Mobiles Internet verbreitet sich immer weiter und kann heute wichtiger Bestandteil eines sein. Viele Unternehmen (z.B. Raiffeisen) sind schon auf den Zug “mobiles Web” aufgesprungen.

i-86e81d25c76372f6ab4963c168a755de-mobile_geek_unterwegs.jpg

Doch bevor man sich als Unternehmen das mobile Web auf die Karte schreibt, sollte man sich zunächst die Frage stellen, ob eine Applikation (wird speziell für eine Betriebssystem Plattform entwickelt und läuft nativ auf dem Endgerät) oder ob mobile Webapplikationen entwickelt werden sollen. Eines vorne weg: Eine generell gültige Antwort für diese Frage gibt es nicht.

Diese Frage muss also über einen anderen Weg geklärt werden. Um hier weiterzukommen empfehlen wir einen Schritt zurückzugehen und sich nachfolgenden Überlegeungen zu machen:

  1. Wer sind meine mobilen Ziel- und Nutzergruppen?
    Welche Mobilfunkgeräte benutzen sie?
    Wo nutzen sie das mobile Internet?
  2. Was sind meine mobilen UseCases?
    z.B. Personen sollen online Fahrplan abrufen können.
    Einbeziehung der Nutzungs-Situationen: In welchen Situationen machen sie das
    (z.B. unter Zeitdruck)?
  3. Welche mobilen Funktionen bieten wir an
    z.B. aktueller Standort soll für die Fahrplanauskunft ermittelt werden
  4. Bei welchen Kriterien unterscheiden sich das Mobile Web
    und Native Applikation? (Denkbar sind natürlich auch Mischformen, also
    hybride Webapplikationen)
  Native Applikationen Webapplikationen
Erreichte Benutzerbasis klein
i.d.R. ein Handytyp (Betriebssystem)
gross
(alle Benutzer mit Browser und Internetverbindung)
Performance gute Performance für offline Komponenten abhängig von Bandbreite
Verfügbarkeit offline: immer & überall online: nur mit Internetverbindung nur mit Internetverbindung
Kosten der Datenübertragung Nutzung Internetzugang und 1-maliger Download (sporadische Updates), Daten-Traffic möglich Konstanter Daten-Traffic
Distribution Nutzung nach Download und Installation Direkte Nutzung
(Link per Twitter, E-Mail ausrollen)
Updateprozess Erneuter Installationsprozess Webcode (Update über Webserver)
Umgebung, Aufruf Starten der nativen Applikationen Via URL im Handy Browser


Welchen Weg
sie also wählen hängt massgeblich von den Schritten (1-4) ab. Sobald diese Entscheidung getroffen ist kann mit der eigenlichen Umsetzungsphase (Konzept, Design, Templating, Programmierung, Testing, Launch) begonnen werden.

4 Gedanken zu “Entscheidung für native Applikationen oder mobile Webseiten?

  1. Ich frag mich immer ob man überhaupt noch auf mobile Geräte optimieren soll.
    Die neuen Geräte können normale Webseiten doch bereits super darstellen, z.B. das HTC Touch HD hat eine Aulösung von 800×640 und Flash – was braucht man mehr?

  2. @Christian

    Ich stimm dir zu, dass die neuen Geräte (v.a. Multitouch Devices) sehr gut mit Skalierung umgehen können.

    “Mobile” soll aber im Idealfall nicht einfach eine bestehende Webseite “miniaturiieren” sondern eben “mobilisieren”.

    Herausforderungen für “Mobile” sind:
    a) Kontext (welche UseCases sind mobil sinnvoll?)
    b) Content (schlank, reduziert)
    c) Devices

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>