Handytypen gibt es wie Sand am Meer. Entwickelt man einen mobilen Webauftritt, kann man diesen jedoch nicht für alle und jeden optimieren. Gruppieren und priorisieren ist also angesagt.
Bei der Entwicklung von Websites gilt es meistens, verschiedene Browser und Betriebssysteme zu berücksichtigen. So sollte eine Website (im Optimalfall) im Internet Explorer 6, 7 und 8 gleich aussehen wie im Firefox oder Safari und dies sowohl unter Windows als auch unter Mac OS. Im mobilen Web ist dies nochmals komplizierter (Applikationen schliesse ich mal aus): es existieren verschiedene Betriebssysteme und Browser, eine Vielzahl von Bildschirmauflösungen, unterschiedliche User Interfaces (Tastenblock, Tastatur oder Touchscreen) und und und… Doch wie soll man vorgehen, wenn man einen mobilen Webauftritt entwickelt? Schliesslich ist es nicht möglich, eine mobile Website für jeden Gerätetyp masszuschneidern, andererseits sollen aber dennoch soviele User wie möglich in den Genuss des mobilen Webauftritts kommen.
Eine Empfehlung, wie das Problem zu lösen ist, findet sich bei Usability-Guru Jakob Nielsen, welcher die Unmenge von Handytypen in drei Gruppen unterteilt:

und auch gleich Empfehlungen darüber abgibt, wie damit in der Entwicklungsphase umzugehen ist.
Full-Lösung
Im Optimalfall, so Nielsen, optimiert man die mobile Website für alle im Bild aufgeführten Typen (also mit unterschiedlicher Darstellung und angepasstem Funktionsumfang).
Medium-Lösung
Wünscht man weniger Aufwand, entwickelt man eine mobile Site für die Low End-Standardhandys und eine für Smartphones/Full Screen Handys.
Basic-Lösung
Will man jedoch bloss eine einzige Version entwickeln müssen, empfiehlt Nielsen, diese an die Bedürfnisse der Smartphone- und Full Screen Handy-User anzupassen, statt eine Minimallösung zu bauen, die zwar mit möglichst vielen Gerätetypen kompatibel ist, die jedoch niemand besuchen will, weil sie so schlecht ist.
Dieser Empfehlung kann ich jedoch nicht 100%-ig zustimmen – so gibt es durchaus Anwendungsfälle, bei welchen es sinnvoll sein kann, mit einer “Minimallösung” zu fahren. Es existieren viele Dienste, welche vor allem firmenintern von Bedeutung sind (beispielsweise ein mobil-optimiertes Firmentelefonbuch oder unser Raumreservierungssystem RoomNOW) und in einem solchen Kontext ist man darauf angewiesen, dass möglichst viele User diesen Dienst nutzen können. Doch auch bei klassischen “externen” Websites kann es sinnvoll sein, den mobilen Auftritt am kleinsten gemeinsamen Nenner zu orientieren, so dass beispielsweise wenigstens sichergestellt wird, dass ein User, welcher mit seinem Handy auf die Website surft, mindestens mobile-optimierten Inhalt vorfindet und sich in seinem Handy nicht mit der vollen Website abmühen muss.
Trotzdem – der Ansatz, dass man, wenn man einen mobilen Webauftritt baut, primär auf diejenigen User “Rücksicht” nimmt, die auch tatsächlich viel und oft mobil surfen (also iPhone-, Blackberry-User und Co.), ist sicherlich auch nicht falsch. Die Konsequenz daraus: Die Frage, wie man seine mobile Website für verschiedene Gerätetypen optimiert, kann nicht einfach mit drei Standardlösungen beantwortet werden. Dieser Prozess setzt vielmehr strategische Entscheidungen (Ziel- und Zielgruppendefinition, Kosten-/Nutzenanalyse, etc.) voraus, welche von Projekt zu Projekt grundverschieden sein können.
Links zum Thema:
> Welche “mobilen” Usergruppen sind relevant
> useit.com: Mobile Web 2009 = Desktop Web 1998









Wenn Nielsen zu Kategorie 3 schreibt: “Full-screen phones (mainly the iPhone)”, kann man das ruhig für bare Münze nehmen, auch wenn man als iPhone-Fan immer geneigt ist, etwas mehr Neutralität in seine Aussagen reinzuredigieren. :-)
Das Nokia 5800 jedenfalls gehört AUF KEINEN FALL in die Kategorie. Kann Dich gern mal 5 Minuten drücken lassen, aber 5 Sekunden würden auch reichen. Es ist ein Debakel.
Denke, das HTC Magic könnte am besten daneben passen, damit das iPhone nicht so allein ist. Habe es selbst noch nicht ausgiebig getestet, aber das G1 war schon nicht schlecht in der Hinsicht.
Das Charmante von der Entwicklung für Smart- und iPhones ist vor allem auch der überschaubare Aufwand. Safari und Opera sind einfach ausgereifte Browser, die gängige Standards unterstützen, und ihre mobilen Geschwister stehen ihnen kaum nach. Standards erleichtern die Entwicklung und reduzieren den Testaufwand. Wenn ich heute eine mobile Applikation im Browser entwickele, kann ich mich darauf verlassen, dass der Browser im Wesentlichen keinen Mist baut, und ich muss nur auf 2-3 Browsern testen. Ähnlich überschaubar sind die Aufwände für eine iPhone-App. Wenn ich aber eine mobile Applikation in Java baue, müsste ich die auf ungefähr 200 Handytypen testen, und das ist dann teuer. Darum liebe ich die Entwicklung für Smart- und iPhones!
Sehr schöner Artikel! Danke für die Infos und Tipps.Gut zu wissen.Ich glaube die 3 Variante haben doch Vor- und Nachteile!
Interessanter Beitrag. Danke. – Die Handys Werden ja auch immer besser. Evtl. müssen wir in Zukunft irgendwann nicht mehr auf spezielle Gerätekategorien optimieren… Irgendwann ;-)
Für alle die sich nicht mit der Adaption an mobile Browser herumschlagen wollen und dennoch ein optimales Ergebnis für jede Geräteklasse erzielen möchten, habe ich hier einen heißen Tip: Eine Standard-Software für mobile Webseiten der nächsten Generation
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