WCAG 2.0 auf Deutsch, die Arbeit läuft.

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0) soll es auch auf Deutsch geben, diese gute Nachricht ist bereits seit der EAFRA bekannt.

Die Aktion Mensch ist die, gemäß der Übersetzungsvorgaben des W3C, durchführende Organisation, die die WCAG 2.0 zusammen mit weiteren sogenannte Stakeholder ins Deutsche übersetzt.

Namics ist auf dieser Liste der “major and relevant stakeholder organizations” mit Jürg Stuker vertreten. Ich bin als “stiller Leser” auf dem Verteiler und verfolge die Diskussion zu den einzelnen Übersetzungsschritten. Während Jürg bereits lange in dem Bereich der Accessibility unterwegs ist, bin ich relativ “frisch” im Thema und verfolge den Prozess mit Neugierde und Skepsis.

… Wie funktioniert solch ein Übersetzungsprozess und in welchem Detailgrad wird diskutiert? Ein Beispiel: “Assistive Technology” – eine mögliche Übersetzung: “Hilfsmittel”… Doch “Hilfsmittel” beschreibt Alles – vom Rollstuhl bis zur Soft- oder Hardware – …also weiter überlegen, diskutieren, bewerten, kulturelle und sprachliche Besonderheiten beachten…

Es ist spannend zu sehen mit welcher Liebe zum Detail die Stakeholder um jede noch so kleine Formulierung kämpfen und diskutieren…

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Standards.Next: HTML5

i-3690926435a649caafaaaf5cfbd7ec16-apple2c-thumb.jpg Am Samstag durfte ich in London bei Standards.Next einen Vortrag über das HTML5 Canvas-Element halten. Die Vorbereitung war schon ziemlich aufwendig, denn das Thema ist sehr vielfältig: anders als der Name impliziert, ist ein HTML5-Canvas nicht einfach nur eine Fläche, um darauf zu malen, sondern „wie ein kleiner Apple ][ im Browser“. Entwickler haben darin die unglaublichsten Sachen gemacht: vom Font-Rendering à la sIFR über einen kompletten Code-Editor, Google Maps, Navigation, Bildmanipulation, Diagramme, Coverflow, einen Emulator für den Original-Code von Space Invaders, Spiele, bis hin zu 3D, Video und Video-Filter. Entsprechend umfangreich war die Vorbereitung, denn fast jede der 67 Folien enthält einen Link und Screenshots, auf 21 Folien sind Screencast-Videos eingebettet, weil es sich statisch einfach nicht darstellen lässt (und weil man sich erfahrungsgemäß nie auf das WLAN am Vortragsort verlassen darf).

Zudem war es erst mein zweiter Fachvortrag auf englisch vor muttersprachlichem Publikum, weswegen ich ehrlich ein wenig nervös war. Auch wegen der übrigen Sprecher: Neben mir waren da Bruce Lawson und Remy Sharp von Opera Software, Steve Faulkner von der Paciello Group, die umwerfende Molly Holzschlag und der geniale Dean Edwards, der übrigens

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präsentiert hat, mit dem automagisch auch ein Internet Explorer plötzlich HTML5-Tags interpretieren kann. Aber es lief sehr gut, die knapp 60 Teilnehmenden waren echt beeindruckt und ließen sich zu (für Briten überschwenglichen) twitter-Kommentaren wie „brilliant“ hinreißen. I’m delighted.

i-74e8bcb4d1179f9740410fcc6ee27897-firefox-3.5-canvas-video-thumb.jpgDie Folien liegen jetzt inklusive Anmerkungen auf Slideshare, allerdings sind die eingebetteten Videos nicht enthalten. Darum habe ich diese bei flickr hochgeladen. Und sämtliche Links aus dem Vortrag finden sich bequem bei delicious. Schaun’ Sie rein, denn die Zukunft des Internets ist berauschend!

Software Engineers als Corporate Communicator via Twitter

Neben der traurigen Nachricht zum King of Pop gestern ist das zwar banal. Aber ich bin überwältigt (im positiven Sinne), wie viele Kollegen ich plötzlich in der Corporate Communications dank Twitter habe. Der Wert für die Kommunikationsarbeit eines Unternehmens ist noch unberechenbar. Das ist wohl auch der Grund, warum sich viele meiner Berufskollegen noch vor Twitter scheuen. Mir hat ein Kollege erzählt, er würde gern aber seine Geschäftsleitung hat jetzt sogar XING im Büro verboten. Hoffentlich passiert mir das nicht, dann hab ich glatt nichts mehr zu tun, Medienmitteilungen, Referate und Fachartikel, das reicht mir nicht mehr.

Ein theoretisches Rechenbeispiel zu Twitter hab ich letztens in meinem Beitrag “Ist social media für die PR-Arbeit relevant” im PR-Guide gebracht. Die Praxis für Namics sieht so (Bild) aus. Wow und Dankeschön.

Wir sind übrigens www.twitter.com/namics aber die wahren Schätze kommen von unseren twitternden Consultants, Software Engineers und Kreativen. @jstuker, @amherd, @dnydegger, @jpkoenig, @rzollet, @agoeldi @ret0, @firmasaga @core, @Nils_, @masone @eLd0raDo @burnedshop, @troyluechinger, @borisbaldinger, @frederika.
@bugsierer und @leumund sind auch ne Empfehlung. So das war mein #followsaturday ;)

Habs nicht übers Herz gebracht den Twilert zu kürzen…
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[Mobile-Testpage] Meine Website auf dem Handy.

Wissen Sie, wie ihre Website ausschaut, wenn sie auf einem Handy angesurft wird? Sieht man die ersten paar Navigationspunkte, oder nur das Logo, oder gar noch weniger?

Um diese Fragen zu klären, hat Namics eine Testpage entwickelt. Auf dieser kann simuliert werden, wie eine Website auf verschiedenen Handy-Typen aussieht. Die notwendigen Informationen zu den verschiedenen Handy-Typen, also namentlich die verwendeten Bildschirm-Grössen, werden dabei aus der Open Source WURFL-Datenbank ausgelesen und dazu verwendet, die gewünschte Website in der dem jeweiligen Handy entsprechenden Grösse darzustellen. Der Aufruf wird mit dem jeweiligen User-Agent des ausgewählten Handy-Typs erstellt.
Man kann also verschiedene Handy-Typen auswählen und “nebeneinander halten”. Und so sieht das dann aus:

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Zu technisch? In dem Fall am besten gleich hier selbst ausprobieren.

Auch wenn die Testpage nicht jede Website exakt so ausgeben kann, wie auf einem Mobiltelefon (User-Agent-Erkennungen funktionieren beispielsweise nicht, wenn sie JavaScript-basiert eingebaut wurden), gibt sie dennoch einen guten Anhaltspunkt über die Tauglichkeit zur mobilen Anzeige und Nutzung einer bestehenden Website.

Danke ans lab.namics-Team, das die Mobile Testpage umgesetzt hat: Claude Hohl, Andri Stoffel, Pascal Forster, David Ljubas, Damian Amherd

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Internet-Zensur und die Wahl im Iran

ATLAS ist eine Vereinigung von über 100 Internet Service Provider in 17 Ländern welche Traffic analysiert um Sicherheitsprobleme im Internet frühzeitig zu erkennen mit dem Ziel diese gemeinsam einzudämmen. Ja nach Datenverkehr sucht ATLAS in Datenmengen von bis zu 3 Terabits pro Sekunde nach Mustern.

Im Zeitfenster während der Wahl im Iran hat sich Craig Labovitz von Arbor Networks den Internet-Traffic der wichtigsten sechs Upstream-Providern (Lieferanten von Bandbreite in den den Iran) angeschaut und dazu zwei Blog-Post verfasst: Iranian Traffic Engineering und A Deeper Look at The Iranian Firewall.

Der Zugang zum Iran ist über den staatlichen Anbieter DCI (Data Communication Company of Iran) zentralisiert, der normalerweise etwa 5Gpbs über sich routet… oder eben filtert. Die Analyse von Labovitz wurde entlang der entsprechenden AS-Routen realisiert. Das erste Bild zeigt den aggregierten upstream Internet-Traffic vor, während und nach der Wahl im Iran.

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Quelle: http://asert.arbornetworks.com/2009/06/iranian-traffic-engineering/

Unmittelbar nach der Wahl wurde die Konfiguration des zentralen Zugangs massiv angefasst, was kurzzeitig zu einem faktischen Unterbruch der Internet-Verbindung in und aus dem Iran führte. Nach etwa 2 Stunden stabilisierten sich die neuen Routen, die Menge an transportierem Traffic fiel aber konstant auf rund die Hälfte der ursprünglichen Menge. Die nächsten zwei Graphiken zeigen als details den Traffic für die zwei Ports die dem E-Mail Versand (Port 25) und der Video-Übertragung (Port 1925) über den Gateway dienen.

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Quelle: http://asert.arbornetworks.com/2009/06/a-deeper-look-at-the-iranian-firewll/

Der forcierte Einbruch spricht Bände und jeder kann sich dazu seine eigenen Überlegungen machen. Für mich wird damit insbesondere der Erfolg von Twitter zur Meinungsäusserung klarer.

Regimes (und auch gewisse Firmen) waren sich gewohnt abschliessende Listen von Sites/Domänen zu sperren um das Internet damit frei von ungewollten Inhalten zu halten. Das war einfach und billig aber nur begrenzt wirkungsvoll. Also wurden einzelne Protokolle (wie HTTP, HHTP-Proxy, Bittorrent oder SSL) gesperrt oder der Inhalt in der Protokollkapsel mitgelesen und gesperrt / zensuriert. Das war schon deutlich anstrengender… Ich persönlich würde gerne mal die dazu benötigte Infrastruktur in China sehen („the great firewall“).

Nun kommt das soziale Web, in welchem nicht mehr 1:1 oder 1:N aber N:N kommuniziert wird. Eine Meldung erscheint nicht auf einer Site oder wird über ein bestimmtes Protokoll transportiert, sie erscheint aber fast synchron auf tausendenden von Streams / Activity Feeds / Badges / Widgets etc. und die Upload- und Transportmechanismen und –sites sind vielfältig. Ein Monitoring scheitert am Aufwand. Die einzige „praktikable“ Alternative, ist die eine grossflächige Sperrung also eine Abschaltung. Damit zeigt das Regime die Intervention öffentlich was wohl ungewollt ist.

Somit wurde (beispielweise) Twitter von einem „What are you doing?“-Spielzeug zu einer unauffälligen nicht zu kontrollierenden Macht, die einzelnen Menschen eine öffentliche Stimme gibt. Die Erstellung eines Accounts ist (im Gegensatz zu E-Mail Diensten) noch anonym möglich… wie lange noch?

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