Die Financial Times nennt Gründe, warum das angeblich so sein soll. Auch die Süddeutsche publiziert die Liste von Blogger Felix Salmon . Weil ich leider kein Kommentar-Feld finde und für alle denen das weiterblättern "zum nächsten Abschnitt" zu mühsam ist, hier die Thesen in Kürze mit ein paar Gedanken dazu:
1. Deutschland tickt in Hierachien - heisst das: führende Personen bloggen nicht und lesen keine Blogs? Glaub ich nicht. Ohne Online Kommunikation gäbe es weniger Publicity, sie würden sich nicht weiterentwickeln und unsichtbar werden.
2. In Deutschland zählt Qualifikation mehr als alles andere - die Dinger verstauben an der Wand und man lernt nix dazu, mumifiziert sich selbst. Nein, lieber Felix. Blog-Leser wissen mehr, das wissen auch Menschen mit Diplomen.
3. Stimme des Volkes hören ist nicht typisch deutsch - Diese Bemerkung tut weh. und: Macht das Internet vor geografischen Grenzen Halt?
4. Karrieredenken wichtiger als Bloggen - Kommunikation spielt also keine Rolle beim Weiterkommen? Traurig
5. Angst vorm Scheitern - das ist ein wahres Argument, zugegeben, bestimmt hindert das Manchen und braucht Arbeit am Ego und Mut zum sich selbst korrigieren.
6. Methodik vs. Schnellschüsse - auf die Schnelle fällt mir dazu nix ein ;)
7. Ausssenseiter-Ansehen nicht erwünscht - 1.4 Mio. Blogger warens 9/2007, Google gibt 59.900.000 Treffer für das Wort Blog im deutschen Kontext, 40'000 twittern laut Thomas Pfeiffer Und wollen nicht viele Menschen gern anders sein als "alle"?
8. deutsche Professoren bloggen nicht - ich vermute ein Klischee.
9. kein Geld verdienen - ok. das tun viele Verlage zwar auch nicht genug, heissts. Der Autor dieser Thesen scheint zu verdienen, oder warum bringens gleich zwei Zeitungen in gleichem Wortlaut? Ohne Kommunikation kein Business.
10. Ferien sind wichtig - Endlich Zeit, mehr zu bloggen ;)
Ein Blog hat einen oder mehrere Autoren und Leser, die wiederum Autoren sind. Die 10 Gründe sprechen nicht von den vielen Kommentatoren, die einen Blog bereichern. Hoffentlich zählt bald mal jemand wieviele Menschen sich in Blogs austauschen. Ich habe übrigens jetzt das Kommentarfeld bei der Financial Times gefunden. Es heisst Leserbrief und ich musste meine ganze Postadresse angeben.
Ich habe noch einen 11. Grund - der meiner Meinung nach viel wichtiger ist: Deutschland hat hervorragende, sehr heterogene Zeitungen. Man kann ja über die SZ, die Welt und die 2 Millionen Fachmagazine sagen was man will (hinsichtlich Geschäftsmodell, Innovationsfreude u.s.w.). Aber was die auf Papier drucken ist halt einfach gut und schon gar nicht gleichgeschaltet. Hier also ein recht voller, fragmentierter "Infomarkt" - in den USA sieht das anders aus. Da braucht man die Blogger einfach, weil die Zeitungslandschaft suboptimal ist.
Denke ich jedenfalls...
grüße
eric
Hab den Artikel auch gelesen und musste hauptsächlich vor mich hin grummeln. Mir fehlt vor allem der Gedanke das gebloggt wird um Wissen weiterzugeben, sich auszutauschen und auch um einfach mal den Frust rauszulassen. Nicht (nur) um die gesellschaftliche Stellung in irgendeiner Form auszubauen oder zu festigen.
Vielleicht hat die FTD und SDZ auch einfach Angst das sie ersetzt werden könnten? Die Berichterstattung (vor allem die Recherche) "echter" Journalisten lässt schließlich auch immer mehr zu wünschen übrig: http://arstechnica.com/media/news/2009/05/wikipedia-hoax-reveals-limits-of-journalists-research.ars
@ Eric
Der erste mir sinnvoll und logisch erscheinende Punkt wieso Blogs in den USA erfolgreicher sind. Wobei, wie siehts den in Italien aus. Die müssten ja auch Blogs wie Sand am Meer haben...
Sehr gut ausgeführt. Der Mann mag damit recht haben, dass die deutsche Blogerszene nicht mit der amerikanischen vergleichbar ist aber das wollen wir sicherlich auch nicht. Das man mit deutschen blogs nicht so viel Geld verdient wie in Amerika das stimmt, aber das liegt auch an der anderen mentalität der Leser und auch daran, dass der deutschsprachige Leserkreis auch nun mal geringer ist. Aber viele schreiben halt nun einfach auch mal gerne einen Blog ohne gleich finanzell zu profitieren. Stichwort: Selbstverwirklichung :-)
Viele Grüße
Thomas
heute sagt die FAZ, dass deutsche unternehmen angst vorm twittern haben. Wesentlich gehaltvoller der Artikel mit brauchbaren Tipps zum Twittern. Aber erstmal schön das Bloggen ansich angewöhnen, gell.
http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/05/11/twitter-fuer-unternehmen.aspx