Rapid Development am (im) schnellen Zug

Gerade bekomm ich eine Rapid-Einladung, an der ich die Welt zumindest den Teil zwischen Zürich und Davos teilhaben lassen muss.

Zitat David Nydegger:
“als Jean-Pierre und ich vorletzten Donnerstag an die Orbit gedüst sind, haben wir von verschiedenen Personen gehört, dass sie den Vortrag “Rapid Development” gerne auch einmal hören würden (v.a. Techies).

Euer Wunsch sei uns Befehl!

Da wir aber in kurzer Frist leider keinen passenden gemeinsamen Termin gefunden haben, halten wir den Vortrag im Zug von Zürich nach Landquart. Wir haben schliesslich einen ganzen Wagen für namics reserviert; so solllten wir keine anderen Passagiere belästigen. Also, der Wiederholungs-Vortrag Rapid Development ist am Donnerstag, 4.6. von 11.45 bis 12.30 im Zug von Zürich HB nach Landquart.

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Nur die Technik wird noch eine Herausforderung sein. Kreative Vorschläge vor!”

Rapide ähh Rapid interessierte Nicht-namics-Gäste sind herzlich eingeladen. Sie müssten dann eben den Zug nehmen und natürlich reservieren. Bitte per Kommentar anmelden ;)

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Wo sind die Kollegen mit Behinderung?

Vor knapp einer Woche war ich auf der SightCity, Deutschland’s größter Fachmesse für Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte. Einen Großteil der Stände nehmen digitale Vergrößerungswerkzeuge ein, aber es gibt auch bunte Tastaturen mit großen Buchstaben und Spiele mit Blindenschrift und vor allem: Informationen zu Screenreadern direkt von den Herstellern.

Wir haben sehr viele und große Kunden, die barrierefreie Seiten wünschen. Manche Dinge lassen sich am besten testen, wenn man sie vorlesen lässt. Nun haben wir aber recht viele Entwickler, und die marktführenden Screenreader wie Jaws und Window Eyes sind sehr, sehr teuer oder in der Demo-Version beschränkt auf ungefähr eine halbe Stunde. Nun macht es keinen Sinn, den Computer jede halbe Stunde neu zu starten, und nicht jeder möchte den Weg über eine Virtual Machine gehen.

Da wären Developer-Lizenzen sinnvoll, denn dadurch können Agenturen die Software ausgiebig testen mit dem Ergebnis, dass die echten Screenreader-Nutzer optimale Unterstützung erfahren. Nun gibt es anscheinend leider keine Lizenzen für Entwickler. Das Ergebnis wird sein, dass mehr und mehr mit den kostenlosen Open Source-Alternativen getestet wird, allen voran NVDA für Windows oder Orca für Linux. Wie bei jeder Software interpretieren die unterschiedlichen Screenreader aber Details unterschiedlich, so dass die Nutzer der kommerziellen Software das Nachsehen haben werden. Eigentlich kann das nicht im Sinne der Hersteller sein.

Wo sind die blinden Kollegen?

Eine andere Gelegenheit nahm ich auf der Messe wahr, mit Verbänden und Unternehmern über die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu sprechen. Namics hat ungefähr 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon ungefähr 100 in Deutschland. Soweit ich weiß haben wir leider keinen einzigen schwerbehinderten Kollegen. Gut, ein paar Standorte sind nicht rollstuhlgerecht, weil das damals bei der Anmietung nicht bedacht wurde. Aber nun war ich auf einer Messe für Blinde und Sehbehinderte, für die wäre das doch kein Hindernis, oder?

Der rechtlich-bürokratische Aspekt ist zwar komplex, aber eher fördernd: in Deutschland muss von Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern, von denen nicht einer eine Schwerbehinderung hat, eine Ausgleichsabgabe gezahlt werden. Das wären bei Namics grob überschlagen 5 × €260 = €1300 im Monat. Wenn man Menschen mit Behinderungen beschäftigt, sinkt diese Abgabe. Zur Berufseingliederung gibt es staatliche Förderungen, die im ersten Jahr 70% des Lohns übernehmen, im zweiten 60% und im dritten Jahr 50%. Darüberhinaus übernimmt das Integrationsamt die Kosten für eine besondere Arbeitsplatzausstattung (Screenreader, Braillezeilen etc.) und gegebenenfalls die Kosten für eine Halbtagsstelle eines Persönlichen Assistenten: Nehmen wir an, unser neuer Kollege ist Consultant im Konzeptionsbereich. Er konzipiert barrierefreie Projekte und erstellt Angebote. Das kann er eigenständig am Computer. Wenn vertrauliche Ausschreibungsunterlagen aber nur in Papierform vorliegen oder ein Kundentermin auswärts ansteht, unterstützt ihn dabei der Persönliche Assistent.

Soweit klingt das alles sehr positiv, und an fachlicher Kompetenz mangelt es sicher auch nicht. Meine Gesprächspartner auf der Messe betonten aber immer wieder Dinge, die bei allen unseren Bewerbern ganz vorne in den Beurteilungskriterien stehen: soziale Kompetenz, und der Bewerber muss einfach zu uns passen. Als Consultant, der sicher auch Kundenkontakt haben wird, sollte ein einigermaßen gepflegtes Äußeres dazugehören. Manche Blinde und Sehbehinderte bekommen das sehr gut hin, andere haben da Defizite. Aber nun wiesen mich meine Gesprächspartner auch auf andere Details hin: manche wenden einem im Gespräch den Kopf zu, während andere konzentriert vor sich starren. Das irritiert ihr Gegenüber. Andere haben durch ihre Behinderung eher schwierige Persönlichkeiten, damit muss man umgehen können.

Alles nicht so einfach, aber ich glaube, in barrierefreien Projekten können wir von internem Wissen der Betroffenen profitieren – extern testen wir ohnehin schon mit Menschen mit Behinderungen. Ich wünsche mir Kollegen oder Kolleginnen mit Behinderung, die kompetent und nett sind und zu uns passen. Wo seid Ihr?

P.S.: Im Zuge unseres neuen Corporate Designs wird es auch einen Relaunch der Website und der Blogs geben, und mir wurde versichert, die seien dann besser zugänglich. Mir ist es peinlich, dass ausgerechnet dieses Blog keine vernünftige Überschriftenstruktur hat…

IAConference – oder eine spannende Reise

Die Informationsarchitektur Community wächst. Dies zeigte sich nicht nur anhand der Teilnehmerzahl von ca. 200 Besuchern auf der IAconference 2009 in Hamburg. Darunter auch 3 Teilnehmer von namics, Frederika Bussmann, Elena Shalman und Inga Skowranek.

Dieses Jahr fand sie in der Nähe vom Hamburger Hafen statt und bot neben dem Blick auf das frisch getaufte“Mein Schiff” auch aktuelle Projekte und zukünftige Themengebiete der Informationsarchitektur und Usability.

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Louis Rosenfeld begann mit seiner Keynote von “Marrying Web Analytics und User Experience”. Zum Vortrag auf Slideshare.

Danach gings mit parallelen Slots weiter. Frederika und ich waren dort mit einem Vortrag zur Buchungsstrecke der Deutschen Bahn. Wir luden auf eine Ralley ein und stellten die Besonderheiten der Buchungsstrecke der Bahn vor.

Der Vortragstag endete mit Claudia Urschbach von der BBC. Sie machte klar und deutlich, dass in Deutschland noch viel Innovationspotenzial ist und wir leider noch einige Schritte hinterherhinken. Besonders spannend ist diesbezüglich der Bereich “Semantic Web” und die daran geknüpften Verbindungsmöglichkeiten und Nutzungsszenarien von verschiedenen Daten. An dieses Thema schliesst sich auch der Vortrag von Sebastian Deterding an. Mit “Persuasives Web Design” skizzierte er eine mögliche Richtung für die nächste Stufe der Usability.

Der zweite Tag der IAconference 2009 fand nach meinem persönlichen Empfinden einen klaren Höhepunkt im Vortrag von Peter Boersma. Hinter dem Titel “User Experience Deliverables in Practice” verbargen sich 60 Minuten Informationen, ein Quiz, ein Schwein, Gewinne und eine Menge Spass. Sollte jemand die Chance haben, ihn live zu erleben… nutzt sie.

Clevere Wettbewerbsanalyse der Webdienstleister als Kommunikationsinstrument

Das find ich schlau. Die Agentur active value hat im Rahmen ihrer Special Rankings die Internet Auftritte der Agenturen des Multimediarankings vom Hightextverlag , unter die Lupe genommen und präsentiert heute eine ganz andere Sicht auf unsere Branche, die mir irgenwie sympathischer ist. Beim “offiziellen” Ranking werden nur Umsatzstärke, Mitarbeiterzahl und Wachstum bewertet.

Hier aber gehts um Werte, wie Social Media Affinität die wir in unserem Geschäft predigen und von ihnen leben. namics bringts bei Domainsichtbarkeit in Google auf “sehr gute 49%”, ausserdem werden uns “recht gute Zugriffszahlen” attestiert. Social Bookmarks haben wir viel zu wenig. Wir wissen also, was zu tun ist und dass uns SinnerSchrader nicht “zufällig” oft in Piches begegnet. Aber die Liga find ich schonmal klasse, auch wenn man noch mehr Kriterien hätte bewerten können.

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Unsere “Customers first” sehen solche Rankings auch. Pikant an der Aktion: Internet-Agenturen werden (aufgrund von Monitoring eigener Nennungen) schnell auf den Dienst aufmerksam und können ihn (bezahlt) als Arguementationshilfe im Verkauf direkt nutzen.
UND. wenn man mit dem Ranking-Ergebnis nicht zufrieden ist, findet man schnell Hilfe bei SEO und Webagentur Senkrecht Coole Kommunikationsidee. Gefällt. Namics.

ps: übrigens lanciert Swissmadesoftware mit Qualidator was ähnliches für die Schweiz, wird bis jetzt nicht so rasend angenommen. Meine interne Umfrage sagt: Bringt nichts, kostet zu viel mit 5000 CHF. Ist kein national anerkannter Standard. Hinterm Zertifikat wird Tool-Verkauf vermutet.

die ICT Dauer-Party der Ü-30er

Nach 3 Tagen offline und weil ich anscheinend eine der wenigen bin, die real an der Community 36 Party war, hier mein Nachzügler zum Sterben der Orbit.

Die Medien berichteten leider emotionslos und mit wenigen Ausnahmen fast 1:1 aus der Medienmitteilung. Journalisten hab ich an der Party keine gesehn, ausser Jaromir Löffler von der m+k. Wenn ich ehrlich bin, hoffte ich, Philipp Fankhauser dort live zu sehn, und war deshalb da.

Normalerweise treffe ich an der Orbit-Party Leute, die ich kenne aber nur einmal im Jahr sehe. Diesmal warens genau 4 Personen, denen ich die Hand schüttelte, bevor ich die Worte von einem Mann hörte, dessen Namen ich nicht verstand (es war zu laut). Jetzt weiss ich, es war Urs Ingold. Er stellte statt dem erwarteten neuen Konzept den Namen Community 36 vor, “auf den man sich einigen konnte” und die Massnahmen drumrum.

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Die Messe, oder muss ich jetzt Community sagen, trifft sich ab sofort nur noch 36 Stunden. nonstop und mit gesellschaftlichen Highlights, wie Mitternachtsparties. Ob wir Ü-30iger die jedoch erleben, wird sich zeigen. Die Stände sind gleichgeschaltet und die Meetingpoints in aufblasbaren Muscheln erinnern mich an irgendetwas aus der Rotlicht-Szene. Aussteller sollen nun Presenter werden, warum?

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Ob schonmal jemand den Namen gegoogelt hat. Abzüglich der o.g. Meldungen lande ich bei Communities die über Unglücke mit 36 Toten oder andere Furchtbarkeiten berichten, von den Bildern zu “Community 36″ zu schweigen.

Der Apéro übertraf meine Erwartung, aber als Herr Palmisano meine Kollegin Nicole Blum (unsere Messe-Queen) nicht mal erkannte, als sie direkt vor ihm stand, fand ich es Zeit zu gehen.

Mir drängt sich mal wieder die Frage auf, ob eine Messe noch dem sich informierenden Menschen entspricht? Wird man so fündig, wenn man nach IT-Lösungen und technologischen Rafinessen sucht?
Dennoch sei es der einzigen ICT Messe zu wünschen, dass sie (wieder) eine nutzbare Plattform wird. Es soll ja auch noch weitere Events im Jahr geben und vielleicht wirds ja so inhaltlich innovativer als die Green-IT in diesem Jahr.

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