Highlights unserer Konferenz zu Barrierefreiheit

namics veranstaltet in knapp zwei Wochen eine große Konferenz zu Barrierefreiheit, das Europäische Accessibility Forum Frankfurt am 27. März. Es ist eine einzigartige Veranstaltung, denn ohne Übertreibung: ein so hochkarätig und international besetztes Podium findet man selten, und in Europa noch seltener.

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Die Besonderheit liegt auch darin, dass wir nicht die zweihundertste Screenreader-Demo zeigen wollen oder Barrierefreiheit ausschließlich für Barrierefreiheitsexperten. Nein, wir wollen Barrierefreiheit von außen beleuchten, aus unterschiedlichsten, brandaktuellen Perspektiven. Zum Beispiel von der technischen Seite, aber aus den Perspektiven Web-Anwendungen und mobiler Zugang. Und vor allem von der geschäftlichen Seite: Warum gibt es in Europa keine einheitlichen Richtlinien? Woran mangelt es in der Hochschulausbildung, dass es so schwer ist, geeignete Entwickler zu finden? Was machen Unternehmen wie die Deutsche Bahn, France Télécom, IBM und die Weltbank anders im Umgang mit Barrierefreiheit? Und wenn es solche Unternehmen tun, verschlafen die anderen gerade eine Entwicklung?

Es ist sehr schwer, aus den knapp dreißig Referenten und Moderatoren die Highlights herauszustellen. Aber es gibt darunter welche, deren Teilnahme an dieser Konferenz schon etwas Besonderes ist:

Eigentlich sollte ja Jürg die Keynote halten, denn er ist unser CEO und sehr bewandert in Sachen Barrierefreiheit. Nun aber beschränkt er sich auf die Moderation einer Podiumsdiskussion, denn Linda Mauperon übernimmt die Keynote. Sie ist Kabinettsmitglied bei EU-Kommissarin Viviane Reding und zuständig für Nutzung, soziale Aspekte, Forschung und Entwicklung in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Sie ist damit eine der ranghöchsten Repräsentantinnen der Europäischen Kommission in diesem Bereich. Und der Kommission ist es sehr ernst damit: IKT sind verantwortlich für die Hälfte des Produktivitätswachstums in Europa. Barrierefreiheit verschafft einem größtmöglichen Bevölkerungsanteil Zugang zu diesen Technologien und darüberhinaus zu Partizipation an e-Democracy. Sie ist ein Kernprinzip der Agenda für e-Inclusion 2010, um die Digitale Kluft zu schließen. Zur Forcierung von Barrierefreiheit ist sogar im Gespräch, daraus ein Vergabekriterium von Öffentlichen Ausschreibungen zu machen! Ich bin sehr gespannt auf ihren Vortrag!

Wir haben in einer Diskussionsrunde einige Autoren der nationalen Richtlinien für barrierefreie Websites aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden. Im Publikum sitzen noch Autoren aus 2-3 weiteren Ländern. Aber der Lebenslauf von Charlotte McClain-Nhlapo hat mich besonders beeindruckt: Präsident Nelson Mandela berief sie einst in die Südafrikanische Kommission für Menschenrechte. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für die Rechte von Kindern, Frauen, und Menschen mit Behinderungen – seit sie der Weltbank beigetreten ist auch international in den Regionen Ostasien, Pazifik und Afrika. Und sie wirkte an der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit. Das dürfte kaum zu toppen sein.

Es sind nur noch wenige Teilnehmerplätze frei, die Kosten sind mit €220 recht moderat, und wer Sprachbarrieren befürchtet, dem sei versichert, dass es Simultandolmetscher für deutsch/englisch ebenso gibt wie Gebärdendolmetscher. Also: gleich anmelden. ;-)

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