Das Problem ist bekannt: In der “Raucherecke” werden informelle Informationen schnell und effizient ausgetauscht- über Projektstati, über die aktuelle Wochenplanung, es werden fachspezifische Fragen gestellt, Restauranttipps ausgetauscht, Witze erzählt etc.
Nun sind alle diese Informations-”Schnipsel” nur den Rauchern im Unternehmen vorbehalten.
Im Rahmen des namics-lab haben namics-Mitarbeiter versucht, Lösungen zu finden, wie alle Mitarbeiter an diesem “informellen” Informationsstrom teilhaben können. Hierzu wurde das Potential von Microblogging für die unternehmensinterne Kommunikation untersucht. Für namics wurde aufgrund seiner Funktionalitäten das Tool Yammergewählt.
Schnell stellte sich die Frage, wie ein solches System in unserem Unternehmen zu implementieren wäre. Während noch überlegt wurde wie ein namicsweiter Rollout auszusehen hat, entdeckten einige Mitarbeiter auf dem im Wiki dafür eingerichteten Arbeitsspace die Yammergeschichte, und meldeten sich von sich aus beim Dienst an.
Die Tatsache, dass wir einen yammenden CEO haben, half sicher dabei, dass sich das ganze ohne jegliche “Werbung” viral im ganzen Unternehmen (also sowohl in der CH als in DE) verbreitet hat. Der Rollout lässt sich also in 2 Sätzen zusammenfassen: “It’s not rocket science. Do it!”
Dies ist inzwischen zwei Wochen her. Mittlerweile sind – auch nach einem offiziellen Post im Wiki – 180 (!) Mitarbeiter beim Dienst angemeldet und haben schon über 2100 Wissenschnipsel geschickt, Fragen gestellt, Links gepostet, Statusmeldungen durchgegeben, Files upgeloadet oder Kommentare, Bemerkungen, Freuden und Frust kommuniziert. Zudem wurden über 20 Gruppen gebildet, in denen sich Business Units austauschen, Projektteams geschlossen diskutieren können oder sich Fach- sowie Interessensgruppen abstimmen.
Hier einige Anwendungsfällen der letzten 2 Wochen:
Wissensschnipsel:

Frage

Koordination

Offtopic

Suche

Status

Nach zwei Wochen zeichnet sich ab, dass Microblogging in der internen Kommunikation ziemlich interessante Blüten trägt. Die Einen finden es im Yammer zu lärmig (in einer grossen Raucherecke ist es zwangsläufig ein bisschen laut) und benutzen den Dienst deshalb nicht (oder kaum). Andere lassen sich gerne von den Wissensschnippsel berieseln, posten aber kaum. Und für einige namics Mitarbeiter ist das Einsetzen von Yammer als Arbeitstool schon selbstverständlich.
Ich bin gespannt, wie (und ob) das Experiment mit Yammer weitergeht. Um den Klagen bezüglich Microblogging vs. Informationsflut entgegenzukommen, bietet Yammer zwar einige interessante (Filter-) Funktionen an, diese müssten jedoch noch erweitert werden, um für noch mehr namics-Mitarbeiter einen echten Nutzen anzubieten und sich längerfristig als internen Kommunikationskanal zu behaupten.