Persönliche Stimmen und Meinungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
28 Aug

Geld will verdient sein!

Ja, Geld will verdient sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Firma im Opensource-Umfeld bewegt. Eine solche Firma ist seit einiger Zeit auch SpringSource, die Firma, die hinter dem bekannten und gleichnamigen Spring-Framework steht. Opensource wird primär mal als "keine Lizenzkosten" wahrgenommen - wobei man sich ab und zu doch auch die Lizenzbedingungen anschauen sollte. Aber egal, die Frage bleibt:

"Wie verdienen Firmen, die ein Produkt haben das nix kostet, ihr Geld?"

Das habe ich mich natürlich auch bei SpringSource gefragt. Die Firma hat ja mittlerweile eine stattliche Grösse mit über 100 Mitarbeiter, die auf der Gehaltsliste stehen und jeden Monat ihren Lohn auf dem Bankkonto sehen möchten.
Eine erste Antwort bietet die Website an. Neben den üblichen verdächtigen unter dem Menüpunkt Services (Consulting, Training, etc.) gibt es seit Anfang Jahr ein "Produkt" namens SpringSource Enterprise. Was das alles umfasst, kann unter obigem Link nachgelesen werden. Was mich aber etwas stuzig gemacht hat, sind die Punkte unter "Spring Enterprise Edition". Dort stehen Dinge wie "QA tested", "Enterprise-class features" und eben "Regular maintenance releases with latest bug fixes"...
Hmm, was genau unterscheiden diese Punkte vom Opensource Produkt? Und was genau bedeutet der letzte Punkt?
Das wollte ich doch genauer wissen und habe bei einer Gelegenheit mal einen Mitarbeiter von SpringSource danach gefragt. Die Antwort war: "Jeder Kunde bekommt ein eigenes Subversion-Repository, in welchem Bugs schneller gefixt werden, als im Opensource-Teil"... Meine spontane Reaktion: "Hoffentlich habt ihr nicht zuviele Kunden und/oder Bugs...". Denn mittlerweile ist Spring mit all seinen Teilframeworks sicherlich ein paar Millionen Codezeilen gross. Und der Unterhalt einer solchen Codebasis ist definitiv nicht einfach.

Nun ja, ich bin gespannt, wie der Markt das aufnimmt und ob die Dienstleistung angenommen wird. Denn obwohl SpringSource mittlerweile eine zweite Finanzspritze mittels Venture Capital bekommen hat, wollen die Geldgeber am ende des Tages dann doch das Geld wieder sehen... eben - Geld will verdient sein!

2 Kommentare

Wirklich interessanter Artikel. Wenn man bei Kunden anspricht, dass man bei Spring auf ein Produkt setzt bei dem eine kommerzielle Firma im Hintergrund steht und sie dadurch die Macht haben Spring zu kommerzialisieren kommt oft die Antwort, dass es ja Open Source sein und SpringSource garantiert das es auch so bleiben wird. Somit müsse man sich da keine Sorgen machen.

Interessant dabei ist eben dieser Punkt des Bugfixing. Und genau da liegt die Macht. Da hingt eben die OpenSource Version in großen Schritten den Bugs hinterher und man ist am Ende doch darauf angewiesen Geld zu bezahlen um seine eigene Anwendung Bugfrei zu bekommen.

Mal davon abgesehen, dass sie bei vielen zahlenden Kunden mit jeweils eigenem Repository auch die notwendige Manpower haben müssen um den Anfragen gerecht zu werden. Aber dazu müssen die zahlenden Kunden natürlich auch erst einmal vorhanden sein was uns wieder zu der Frage bringt ob das Angebot angenommen wird.

Falls das Angebot nicht angenommen wird könnte die nächste Strategie von SpringSource auch erst einmal sein die Bugfix-Releases für die Open Source Version zu verlangsamen oder neue Features erst einmal in die bezahlte Version zu bringen um so die Notwendigkeit der persönlichen und bezahlten Spring Repositories hervorzubringen. Das ist vielleicht nicht die bevorzugte und veröffentlichte Strategie von der Firma SpringSource selbst könnte aber von Venture Capital Gebern durchaus interessant sein.

Naja, man wird sehen wie sich das entwickelt. Irgendwie will ja jeder Geld mit seinem Produkt verdienen - Open Source hin oder her..

Hallo Markus,
Vielen Dank für das Feedback. Für uns als SpringSource-Partner ist es wichtig zu wissen und zu spühren, was der "Markt" denn so denkt. Das wiederum versuchen wir SpringSource als Input zu geben.

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