Auf dem diesjährigen Java Forum Stuttgart habe ich im Rahmen meines Vortrages die Mobileplattform Android vorgestellt.
Android - Freund oder Feind?
Zunächst die Fakten, was Android ist:
- Plattform für Mobile (Handy, Smartphone etc.)
- Betriebssystem Linux (basierend auf Kernel 2.6)
- Sprache/Laufzeitumgebung für Anwendungen ist Java (Achtung: eigene VM wird benötigt - Dalvik)
- Aufgrund der "geringen" Anforderungen an die Hardware soll Android auch auf low-end Geräten laufen
Durch die Verwendung von Linux in Verbindung mit einer eigenen VM ist keine Lizenzgebühr notwendig. Hier besteht die Hoffnung, dass diese Preisersparnis an die Endbenutzer weitergegeben wird. Die Plattform wurde initial von Google ins Leben gerufen. Wobei Google hier auch nicht alles selbst gemacht hat, sondern der erste Schritt war der Firmenkauf von Android Inc.. Nun wurde die Open Handset Alliance mit über 30 Partnern (Netzbetreiber, Endgerätehersteller, Chiphersteller und Softwarehersteller) gegründet. Um Entwickler auf die Plattform zu ziehen, wurde initial ein mit 10.000.000 $ dotierter Entwicklerwettbewerb ins Leben gerufen. Die ersten Anwendungen (z.B. AndroidScan - Barcode als Einstieg für weitere Informationen) wurden bereits prämiert.
Die Entwicklung mit Android
Für die Entwicklung steht das ADT (Android Development Tools) zur Verfügung. Dieses liefert u.a. einen Simulator mit.

Da es noch keine Endgeräte gibt, ist der Simulator das derzeit einzig öffentlich zugängliche Endgerät für Android. Und die Auflage für den Entwicklerwettbewerb war auch eine Lauffähigkeit auf dem Simulator.
Das ADT besteht aus einer Reihe von Tools. Um den Einstieg aber noch schneller zu schaffen, existiert auch ein Eclipseplugin, welches direkt über den Updatemanager mit der URL https://dl-sll.google.com/android/eclipse installiert werden kann. Die Oberfläche wird in XML beschrieben. Hier gibt es zunächst die Möglichkeit, mühsam mit einem textuellen Editor das Layout zu erstellen oder DroidDraw zu verwenden.

Hierbei handelt es sich um ein Applet mit dem über Drag and Drop die Oberfläche erstellt werden kann. Das Endergebnis ist dann das besagte XML, welches in einer eigenen Anwendung verwendet werden kann.
Der Blick zur Konkurrenz
Gegen Ende des Vortrages habe ich noch einen Blick zur Konkurrenz von Android gewagt, nämlich zum iPhone SDK. Der grosse Unterschied aus Blick eines Javaentwicklers ist mit Sicherheit die Implementierungssprache. Beim iPhone SDK ist es nämlich Objective C. Hier muss der Javaentwickler erstmal einiges lernen. Dazu kommt noch als Neuland der Mac als Entwicklungsplattform und auch das Framework Cocoa Touch. Dies alles zusammen macht den Einstieg nicht ganz so leicht wie bei Android. Aber im Gegensatz zu Android haben wir hier ein Endgerät. Und zusätzlich zum Endgerät gibt es hier schon einen definierten Vertriebsweg für neue Anwendungen. Dieser letzte Punkt ist bei Android noch nicht definiert und stellt auch derzeit eine der grossen Fragen dar. Natürlich ist die Plattform toll und macht auch Spass. Aber wie werden Anwendungen auf die Plattform kommen? Jetzt im Simulator ist es einfach. Bleibt zu hoffen, dass es auch auf Endgeräten einfach wird.
Die Antwort
Fragen sollte man auch beantworten, das tue ich hiermit auch.
Android - Freund oder Feind?




