@media 2008

Hot Topics Panel @media ist eine zweitägige Web-Konferenz in London, die sich zeitgemäßen Themen widmet und bei der man die Chance hat, direkt mit Entwicklern von Yahoo, Mozilla oder Opera zu reden. Es ist immer ganz gut, einen direkten Draht zu haben.

Beeindruckt hat mich die Professionalität und Innovationsfähigkeit der BBC, die in einer Case Study aus dem Nähkästchen geplaudert hat. Interessant zu sehen, dass die von Yahoo! entwickelten Regeln zu Exceptional Performace inzwischen auch hier angekommen sind. Da ich die eher konservative deutsche öffentlich-rechtliche Medienlandschaft kenne, hat es mich überrascht, wie offen die BBC ist. Da gibt es eine Public Beta, bevor das neue Redesign der breiten Masse offeriert wird. Da gibt es eine dokumentierte API, mit der Dritte Material der BBC wiederverwenden können. Und BBC ist eine der Vorreiterinnen in Sachen Barrierefreiheit und Geräteunabhängigkeit (= mobile Nutzung) im Königreich.

@media 2008: Andy Clarke’s design In Design-Vorträgen liess sich Andy Clarke von Comic-Panels inspirieren, um Gewichtung und Dynamik in Websites zu bringen. Dan Rubin zeigte hingegen sehr detailverliebte Designs, bei der ich interdisziplinären Kommunikationsbedarf sehe. Zum einen sind zum Beispiel absichtlich hinzugefügte Störungen auf einer monochromen Fläche nicht sofort erkennbar. Dan will damit mehr Haptik, eine Textur erreichen. Wenn nun aber ein Entwickler diese Photoshop-Datei ohne Erklärungen bekommt, besteht eine grosse Chance, dass er die Störungen nicht wahrnimmt oder sie als zufällige Artefakte einstuft und ignoriert.

Zum anderen arbeitet Dan mit wiederverwendbaren Filtern, um in Photoshop sehr einfach Effekte wie runde Ecken, Gradienten oder Schatten hinzuzufügen. Dieser universelle, wiederverwendbare Ansatz lässt sich leider nicht zwangsläufig auf das Frontend übertragen. Ein wiederverwendbarer Effekt an vielen Stellen in Photoshop kann nicht-wiederverwendbare, individuelle und somit kostenintensive Arbeit an vielen Stellen im Frontend bewirken. Wünschenswert wäre aber, Effekte einzusetzen, die sich in beiden Medien einfach, performant und wiederverwertbar realisieren lassen.

Slide: Knowledge Areas of Frontend Engineering Zukunftsweisend war wieder einmal die Keynote von Yahoo!-Entwickler Nate Koechley, der professionelles Frontend-Engineering thematisierte. HTML und seine Freunde waren jahrelang unterbewertet. Im Informatikstudium wird dieser Bereich oft nur am Rande behandelt, schliesslich sei es nur eine Auszeichnungssprache, keine Programmiersprache. Das ist falsch, denn HTML ist eine deklarative Programmiersprache, und im Zusammenspiel mit Stylesheets, JavaScript im Browser und Techniken wie PHP auf dem Server entwickeln wir damit Software im Browser. Douglas Crockford nennt es „die feindlichste Entwicklungsumgebung, die man sich vorstellen kann“. Es gibt eine Reihe von wichtigen Wissensgebieten, die auf verschiedene Arten angewendet werden müssen auf drei Betriebssystemen in einem halben Dutzend Browsern in zwei verschiedenen Darstellungsoptionen. Und damit sind noch nicht einmal Randgebiete wie Internationalisierung, Performance oder Barrierefreiheit enthalten. Wenn Sie also zukünftig wieder einmal kleine Rauchwölkchen aus den Köpfen Ihrer Entwickler aufsteigen sehen, wissen Sie warum.

Auch die Barrierefreiheit kam nicht zu kurz, allein schon wegen der ausgewiesenen Experten im Publikum, mit denen sich stets interessante Gesprächsthemen fanden. In einem Panel ging es dabei um die Kommunikation von Best Practices. Hängengeblieben ist davon der Satz: „Sei nicht der Mensch mit den Problemen, sei der mit den Lösungen.“ Zugegeben, es ist enorm schwierig, sich leidenschaftlich für ein Thema zu engagieren, dabei aber die Fähigkeit zu besitzen, pragmatisch und diplomatisch bleiben zu können. Andererseits denke ich aber, dass sich Lösungen finden lassen, wenn beide Seiten Argumenten zugänglich sind, ihre eigene Position zu hinterfragen und zu Kompromissen bereit sind.

Darüberhinaus betonten die Podiumsteilnehmer erneut, dass Barrierefreiheit nur dann langfristig und nachhaltig effizient sein kann, wenn die Massnahmen auf Vorstandsebene (PDF) unterstützt werden, wenn es eine Accessibility Policy in einem Unternehmen gibt, und wenn kluge Unternehmen einsehen, dass mit Zielgruppenmaximierung bedeutende Umsätze zu erzielen sind. Keine Angst, Menschen mit Behinderungen möchten als Markt wahrgenommen werden!

Ein bisschen ausführlicher und auf englisch habe ich übrigens in meinem eigenen Blog über @media berichtet.

Wortwolken mit Suchpotential: Wordle

Jonathan Feinberg hat was ziemlich cooles in Netz gestellt. Ein “Wortwolkengenerator” der (aus meiner Sicht) auch typographisch nicht ganz übel ist: Wordle. Ganz einfach einen Text hochladen und das System generiert eine Graphik. Auf Wunsch kann ich diese gleich runterladen oder auch in die Gallerie der Site stellen.

So sieht “eine Instanz” von Le Corbusier “y la Ciudad de la Arquitectura Moderna” aus:
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Und natürlich viele andere Beispiele:
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Hausgemacht das namics Portrait (aus einem Angebot):
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Spannend ich auch von Bild auf den Text zu schliessen… Viel Spass und gefunden haben ich Wordle bei Bruno.

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Enterprise Search: Google und Microsoft/Fast als Anbieter [Vortrag]

An der Orbit-iEX moderierte ich einen Vortrag zusammen mit Vertretern von Google (Joachim Glaubrecht), Microsoft (René Knöfel) und Fast (Marco Billeter). Thema war die Unternehmensweite Suche in Firmen und das Format was ein freundlicher Shoot-Out d.h. dieselben Fragen für die Anbieter und dieselbe Zeit zur Beantwortung. Alles “auf der Bühne” und live.

Hier das Rahmendokument von mir mit einem Überblick zur Unternehmenssuche, einem strukturierten Einführungsprozess und Tipps zur Einführung aus dem Projaktalltag: Enterprise Search: Google und Microsoft [pdf, 4MB].

Die Frageblöcke an die zwei Hersteller waren die folgenden:

1. Vorstellung des Produktportfolios (je 10‘)

2. Eine Trefferliste mit unterschiedlichen (je 10‘)
- Illustration des technischen Aspektes einer Trefferliste, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Quellen („noch nicht Ranking“)
- Szenarien der Integration zeigen (serverseitige/clientseitige Integration, Konnektoren, Fusionierung der Ranglisten versus Stratifizierung etc.)
- Berücksichtigung von Berechtigungen

3. Qualität der Rangliste (je 10‘)
- Ansätze um User bessere Antwort liefern zu können: Ansätze, Konfiguration zeigen
- Sachen wie Tippfehlerkorrektur, Unterstützung von Synonymen und Homonymen, Suche nach ähnlichen Dokumenten, Verhalten bei 0 Treffern, Metadaten-Cluster als Kategorien, Search guidance etc. im Komtext zeigen.
- Einflussmöglichkeiten auf Rangierung
- Kontinuierliche Optimierung: Search Analytics, Statistiken

Den Beginn der Beantwortung machte René Knöfel und startete mit der Ankündigung, dass Microsoft in der Schweiz nun auch eine “Search Appliance” verkaufen wird: Die Swiss Box und er stellte diese auch gleich auf den Tisch.

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Nach dieser ziemlich “revolutionären” Ankündigung wurde es aber wieder sehr still um das Thema… evt. was es doch eine Eintagesfliege.

Die Handouts von Microsoft (zusammen mit Fast) der Präsentation finden sich hier: Enterprise Search von Microsoft [pdf, 3.4MB]

Währenddem die Präsentation von Google sehr offen war (inkl. dem Google-Intranet als Case) durfte Joachim die gezeigte Präsentation (der Grossteil war zwar sowieso Live) nicht abgeben… die Anwälte sitzen halt in den USA oder so… Oder eben macht Google alles online und PDF sind nicht deren Sachen. Dafür gab es eine ausführliche Linkliste mit den während der Präsentation gezeigten öffentlichen Quellen:

1. Google “Mini”: http://www.google.ch/enterprise/mini/

2. Produkttouren & Demos: http://www.google.ch/enterprise/mini/product_tours_demos.html

3. Google Search Appliance (“GSA”): http://www.google.ch/enterprise/gsa/product_models.html

4. Beispiele aus Unternehmen: http://www.google.ch/enterprise/gsa/success_stories.html

5. Produkttouren & Demos: http://www.google.ch/enterprise/gsa/live_demos.html

6. Search-as-you-type Intranet Demo: http://www.google.com/enterprise/labs/sayt_video.html

7. Google Enterprise Labs: http://www.google.com/enterprise/labs/

8. Google Apps: http://www.google.com/a/enterprise/?hl=de

9. Public Universal Search: http://www.google.com/search?q=steve+jobs oder http://www.google.com/search?q=darth+vader

10. Universal Search for Intranets and Websites: http://www.google.com/enterprise/search.html

* Apple.com: http://www.apple.com/search/?q=iphone

* Focus.de: http://www.focus.de/service/suche?navi=1&q=iphone

11. Custom Search Engine: http://www.google.com/coop/cse/

12. Custom Search Business Edition (incl. XML): http://www.google.com/enterprise/csbe/

13. Google Desktop for Enterprise: http://desktop.google.com/enterprise/

14. Google Ajax Search: http://code.google.com/apis/ajaxsearch/

Videos über Google Produkte und APIs:

* Google Channel auf Youtube: http://youtube.de/google
* Google Tech Talks: http://de.youtube.com/user/googletechtalks
* Google Developer Day (Hamburg): http://code.google.com/events/developerday/de-home.html
* Google EuroZeitgeist 2008: http://uk.youtube.com/user/eurozeitgeist08

Uff… wenn das nicht genügt… hier noch mehr Wissen ;-)

>> Mehr Wissen zur Informationssuche finden Sie in diesem Archiv: http://blog.namics.com/information_retrieval/

>> Weitere Vorträge an der Orbit-iEX sind in diesem Archiv und weitere Vorträge von namics finden sich auf diesem Weblog im Archiv Vorträge und auf unserer Website bei www.namics.com/wissen.

Vortrag: Vom Intranet zum Unternehmensportal

Heute spricht Sabrina Uthe am Euroforum Unternehmensportale in Düsseldorf.
Unter dem Titel “Vom Intranet zum Unternehmensportal” zeigt sie als Start schön
bildlich die Evolution von der Mitarbeiterzeitung zum Social Internet. Ein bisschen Geschichte darf sein:

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Generation 1: Die Mitarbeiterzeitung– Statische Intranets mit Firmenpräsentation
– Abteilungsorientierte Strukturierung der Intranets
– Zentrales Content Management

Generation 2: Die virtuelle Bibliothek
– Strukturierter Zugang zu Unternehmenswissen
– Themenorientierte Strukturierung der Intranets
– Dynamische Integration von Inhalten

Generation 3: Das Applikationsportal– Integration von Anwendungen in das Intranet
– Aufgabenorientierte Strukturierung der Intranets
– Personalisierung von Intranetangeboten

Generation 4: Das „Social Intranet“
– Zusammenführung von Inhalt & Applikation
– Multidimensionaler Zugang zu Informationen
– Unterstützung kollaborativer Wertschöpfung
– Vernetzung und Interaktion statt Information (da haben wir vor einer Weile mal eine Studie gemacht)

Am Intranet von Giesecke&Devrient, zeigt sie wie sich dieses zur Plattform für die internationale Zusammenarbeit entwickelt. Sabrina beleuchtet:
– Strategische und operative Ziele
– Zielgruppendefinition
– Konsolidierung der Ergebnisse
– Portalkonzept
– Prototyping
– Usability-Tests

Und es gibt natürlich auch viele Tipps aus der Praxis.

Hier die (um ein paar Screens gekürzte) Präsentation: Vom Intranet zum Unternehmensportal: Anforderungen, Strategie und Best Practice [pdf, 3,2MB]

Scrum Breakfast #8

Scrum?!? Das geht bei uns nicht!

Wer sich mit Scrum auseinander setzt, wird früher oder später mit dieser Aussage konfrontiert sein.

Im Rahmen des Scrum Breakfast in Zürich, ein Event der von der namics ag gesponsert wird, gab es bereits viele Kommentare und angeregete Diskussionen mit Lösungsansätzen, wie man diese Frage beantworten – oder besser sorgar umgehen kann. Beim kommenden Scrum Breakfast am 02. Juli 08 wird Francois Bachmann von SPRiNT-iT Suisse SA das Thema aufgreifen und Antworten geben können.

Titel: Scrum Breakfast: Scrum?!? Das geht bei uns nicht!
Ort: namics Zürich, Konradstrasse 12/14, 8005 Zürich (map)

Anmeldung: per xing.com Event.