“Oh, wären wir nur schon 2.0!” [Vortrag]

Soziale Netzwerke, Wikis, Blogs, Communities – das Web 2.0 mit seinen einfach bedienbaren und vernetzten Anwendungen hat in den letzten Jahren das Internet revolutioniert und eindrucksvoll demonstriert, wie große Benutzergruppen selbsttätig nützliches Wissen bereitstellen und kombinieren. Unter dem Schlagwort “Enterprise 2.0″ soll nun der Erfolg der im Internet so erfolgreichen kulturellen und technischen Entwicklung auch innerhalb von Unternehmen wiederholt werden, um Knowhow-Transfer und Unternehmenskultur positiv zu verändern.

Wissen verbreiten, diskutieren, zusammenarbeiten, kommunizieren – dies klingt für langjährige Anwender von Lotus Notes zunächst einmal nicht neu. Gestern waren 25 Teilnehmer des Hamburger Notes-Netzwerks zu Gast im namics-Büro Hamburg, um sich unseren Vortrag “Mit Web 2.0 das Unternehmen verändern?” anzusehen und einen Blick auf die recht junge Produktsuite “Lotus Connections” zu werfen.

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Provoziert von Thesen wie “Enterprise 2.0 ist etwas Selbstverständliches und wird geschehen” oder “Lotus Notes ist doch schon längst Enterprise 2.0″ wurde denn auch lebhaft und kontrovers diskutiert. Die Bandbreite der Teilnehmer von kleineren Dienstleistern bis hin zu großen Konzernen unterschiedlicher Branchen sorgte für eine differenzierte Wahrnehmung der Web 2.0-Möglichkeiten von “ist ja ganz nett, aber” bis “ist lebensnotwendig”. Interessant hierbei war, dass die Teilnehmer alle aus einem Umfeld kamen, in welchem man – dank Notes – durchaus mit softwareunterstützter Kollaboration und Kommunikation gut vertraut ist.

Gerade in den nachfolgenden Gesprächen zeigte sich, dass die meisten der Unternehmensvertreter gerne “etwas mehr 2.0 sein” würden. Auf die üblichen Tools des “Mitmach-Webs” heruntergebrochen, konnte man eine klare Rangfolge der Akzeptanz feststellen:

- Mitarbeiterprofile wünscht sich fast jeder, um schneller Kompetenzen und Ansprechpartner (gerade in sehr großen Unternehmen) auffinden zu können.
- Wikis werden als pragmatisches Mittel der Knowhowsammlung breit akzeptiert. Die Möglichkeit der freien Strukturierung (Tagging, Ranking usw.) im Gegensatz zu einer vordefinierten Inhaltsarchitektur trifft auf geteilte Meinung.
- Weblogs der Mitarbeiter müssen offenbar erst einmal selbst erlebt werden, um deren Nutzen zu begreifen. Wer sie einsetzt, hält sie für wichtig, wer nicht, weiss damit wenig anzufangen.
- Social bookmarks werden noch als unheimlich empfunden, und gelegentlich sogar als Eingriff in die Privatsphäre.

SaaS im Aufwind

Software as a Service (SaaS), sozusagen die leichtgewichtige Wiedergeburt von Application Sercvies Providing (asp) — was früher wiederum mal Network Computing hiess — ist im Aufwind. Und um die Sequenz mit “Buzzords” noch zu füllen, muss Enterprise 2.0 noch in die Reihe.

Eine Umfrage von by McKinsey & Co und der SandHill Group befragt über 800 Firmen (mehrheitlich in den USA und in Europa) und kommt zum Schluss, dass 74 Prozent einer Einführung von SaaS positiv gegenüber stehen (oder schon eine solche Lösung im Einsatz haben). Am deutlichsten ist der Trend bei KUMs (>100 Mitarbeiter) zu erkennen. In Amerikanischer Manier haben sie auch gefragt “Where do you think the software industry is within the current wave of innovation?” und 62% sagen “On the upswing”. Na denn.

Die Studie teil SaaS in 3 Arten der Leistung auf:

1) Delivery platforms
- Managed hosting. Contract hosting provider to host / manage infrastructure (e.g., OpSource, IBM), obtain other components separately (e.g., development tools)
- Cloud computing. Use on-demand cloud-based infrastructure to deploy applications (e.g. Amazon EC2, Google etc.), obtain other components separately

2) Development platforms
- Use a cloud based development environment that provides a general purpose programming language (e.g., Bungee Labs, Coghead etc.), deploy directly on the cloud

3) Application-led platforms
- Utilize platforms of popular SaaS applications (e.g., Force.com, Suiteflex etc.) to develop and deploy application

Variante 1 also der “Hosting Aspekt” ist mit 32% der Nennungen das atraktivste Modell, Variabte 2 mit 23% vor Variante 3 mit 12%. Alle Zahlen halte ich für ziemlich stark. Und ganz ehrlich würde ich als Firma auch lieber Nutzung kaufen als Lizenzen und Probleme (vorausgesetzt ich bekomme die Leistung).

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Den Trend haben wir übrigens vor rund einem Jahr als einen der Top10 Standards im Internet deklariert und nun gibt es noch die Zahlen dazu. Auch dieses Jahr wagen wir übrigens wieder eine Top 10 Prognose. Und Andreas Göldi hat auch vor einem Jahr an der MIT Sloan School of Management gleich eine Masterarbeit darüber geschrieben: The Emerging Market for Web-based Enterprise Software [pdf, 3.4MB].

Und hier geht es noch zur oben zitierten Studie: Enterprise software customer survey 2008 [pdf, 900KB]

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Fallstudie der Partner- & Community-Plattform Lovepeace von Greenpeace [Vorträge]

Nun die Fallstudie der Partner- & Community-Plattform Lovepeace von Greenpeace, präsentiert von Jörg Brunschwiler. Eine lockere Einleitung über einen der Lancierungsfilme „Weltverbesserer lieben besser“.

Die Ziele der Community-Plattform sind die folgenden:

- Zusammenführung von Leuten mit einer ähnlichen Weltanschauung: Ökologisch bewusste Leute die sich für eine bessere Welt einsetzen und solche die es gerne werden wollen
- Unterstützung in den Wünschen Liebe & Freunde finden die etwas bewegen und besser leben wollen
- Ansprache von bestehenden Greenpeace-Mitglieder, Umwelt-Interessenten

Nach einer Schilderung des Projektvorgehens und den begleitenden Massnahmen der Einführung zeigt Jörg die Plattform interaktiv (da bin ich als Schreiberling wieder benachteiligt ;-)

Und was haben wir gelernt (das sie noch nochmals lernen müssen):

1) Aufwände für die Administration nicht zu unterschätzen: Pflege Inhalte, Mitglieder-Administration, Support von Mitgliedern und Administration von Foren und Blogs

2) Der Start einer Community ist selten „blitzartig“

3) Eine Welt ohne Spammer gibts leider nicht

4) Analyse des User-Verhaltens wichtig für die Optimierung der Plattform: Google Analytics und Benutzer-Feedback

Hier die Präsentation: Case Greenpeace Schweiz, Partner- & Community-Plattform [pdf, 1,2MB]

Fallstudie des Online Dialogmagazin powernewz [Vortrag]

Herr Harry Graf vom EWZ stellt die Fallstudie des Online Dialogmagazin powernewz vor.

Startschuss für das Projekt war bereits im September 2006 in Rahmen eines Kaderworkshop Markt und Kunden. Im Kern geht es um den Dialog mit Kundinnen und Kunden und es soll nicht eine weitere Druckprodukt sein. Die erste Publikation erfolgte im März 2008.

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Was es von Anfang an zu vermeiden galt war, dass es nur eine Ausgabe davon geben wird. Dies wurde mit einer Jahresplanung erreicht und der der klaren Verantwortlichkeit bei zwei Mitarbeiter (im Rahmen ihrer anderen Arbeit).

Qualitative Ziele sind die Intensivierung des Dialoges sowie der Beziehungen mit Kundinnen und Kunden, die Themenbasis Strom und Energieeffizienz, die Stärkung des Image als zukunftgerichtetes sympathisches Unternehmen und Sponsoring-Aktivitäten einbeziehen und bekannter machen.

Quantitative Ziele: 2% der Gross-, KMU- und Privatkunden besuchen jeweils das Online-Magazin, 1% dieser Besucher meldet sich mit Ideen oder Kommentaren, die Erwähnung in einem Printmedium, im Lokalradio/TV oder in Blogs/Newsportalen in und um Zürich (mindestens eine pro Hauptausgabe) und Ende 2008 mindestens 700 Newsletter-Abonnenten und jährlich 150 neue Abos.

Der Weg dazu: Es gibt kein Papierausdruck. Alles ist elektronisch! Zudem Muss die Geschichte leben: Drei Hauptausgaben pro Jahr und dazwischen alle 2 bis 3 Wochen eine Aktion (Zwischenströme). Diese Zwischenströme sind sehr wichtig und sollen auch Vielfältig sind im Bezug auf Format und Inhalt: Kurzbeiträge, Fotogalerie, Trainingsplan, Video etc.

Spannend gemacht ist auch die Lancierungskampagne (und ein Aprilscherz).

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Und wie steht es mit dem Erfolg (am 23. April 08)?

- 15’811 Besucherinnen und Besucher
- 32’310 Seitenzugriffe
- 15 Kommentare (plus Katzen-Kommentare)
- 216 Abonnemente
216 Abonnemente
- 4’368 Katzen-Kommentare
- 230 Wettbewerb Portrait
- 92 Marathon-Wette

Hier die Präsentation: powernewz. Elektronisches, dialogorientiertes Kundenmagazin. [pdf, 3MB]

Crowdsourcing [Vortrag]

Und weiter geht es an der „namics Fachtagung: Unheimlich sozial” mit Andreas und dem Thema Crowdsourcing. Die übliche Defintion: Crowd = Menschenmenge und Sourcing = Beschaffung oder man „nutzt die Menschenmenge um irgendetwas zu beschaffen”.

Als einleitendes Beispiel der „Generationenkonflikt” eines Fotografen (Jeff Howe) gegen iStockphoto mit einem Beispiel des National Health Museums. Anstelle eines professionellen Fotografen wurde – wegen dem Preis — das Bild aus der Crowd bevorzugt. Damit dies funktioniert ist die Filterung resp. das Auffinden der guten Elemente aus der grossen Menge wichtig.

Nun nun am Stück die Fallstudie: Brewtopia. Oder wie kreiere ich einen Bier-Brand in einem Markt der zu 94% zwei Anbieter gehört ohne Geld. Antwort: Indem ich genug Leute finde, die mitmachen. Zu gewinnen gab es Anteile der zukünftigen Firma (die später Blowfly hiess) und begonnen hat die Kreation mit 140 E-Mails an Kollegen. Natürlich ist die Geschichte heute ein Erfolg.

Was ist Bemerkenswert? 16’000 Personen hatten sich engagiert und kannten das Produkt schon, bevor es dieses gab (ohne Werbegeld). Wahrscheinlich hat auch hier Offenheit und Ehrlichkeit einen grossen Anteil am Erfolg. Und natürlich die das Teil sein an der Community sowie die Tipps im Freundeskreis. Zudem ist die Zusammenarbeit in dieser Skala nur online möglich… Papier wäre zu teuer.

Nun weitere Beispiele: Open Innovation.net, Ebbsfleet United, ein einfaches Beispiel „Nichtschimmer Becken” Kettle Chips und brainR.de.

Und nun die 5 Regeln fürs Crowdsourcing

1) Die Aufgabe muss „remote” erledigt werden können, denn die „Crowd” ist verteilt über die ganze Welt

2) Die Crowd hat eine kurze Aufmerksamkeits-Spanne: Aufgaben sollten so aufgeteilt sein, dass sie pro Person max. 30 Minuten in Anspruch nehmen.

3) Die Crowd produziert enorm viel Ausschuss: Die grosse Menge an Input verbessert nicht automatisch die Qualität des Inputs! Das Konzept für die Filterung der wertvollen Inputs aus der Crowd muss gut durchdacht sein!

4) Die Crowd findet die beste Lösung meistens selbst (wikipedia, amazon, youtube)

5) Nutze die Crowd niemals aus, sei ehrlich und fair. Gib denen Anerkennung und Auszeichnung denen die Ehre gebührt.

Ich will auch crowdsourcen, was muss ich tun?

- Überlegen, wofür man Crowdsourcing im eigenen Unternehmen einsetzen könnte
- Ein Crowdsourcing-Konzept entwickeln, mit besonderem Fokus auf die – „Mobilisierungs-Strategie” und die „Talent-Filterung”
- Die Instrumente konzipieren, resp. das SocialCommunity-Portal entwickeln.
- Mit der Crowd in den Dialog treten
- Resultate und Entscheide publizieren
- Der Crowd für die Leistung etwas adäquates zurückgeben!

Präsentation: Crowdsourcing [pdf, 6.5MB]