So wie im First Life

Zur Zeit werden unterschiedlich dekorierte Grabsteine rumgereicht. Ausgelöst hat die aktuelle Diskussion ein sehr sichtbarer Post auf Techcrunch mit dem Titel: “Will The Last Corporation Leaving Second Life Please Turn Off The Light”. Darin zitiert ist ein Artikel der Los Angeles Times, in welchem von Firmen erzählt wird, die sich aus Second Life zurückziehen.

Das ich (noch?) kein grosser Second Life Anhänger in der heutigen Form bin, ist möglicherweise schon durchgedrungen. Die aktuelle Diskussion halte ich aber genau so haltlos wie der grosse Hype.

Sehr interessant ist die (detaillierte) Statistikseite auf Second Life und Meta Linden als offizieller Demographe. Glaubt man Zahlen, so finden sich hier wertvolle Informationen über die SL-Wirtschaft. So beispielsweise die aktuelle wöchentliche Reichweite von 452’197 Usern respektive die (nur) 856 User welche im Juli, welche mehr als L$ 1’000’000 ausgegeben haben (entspricht ca. USD 3000).

Vergleicht man diesen Zahlen mit Nutzerzahlen und dem umgesetzten Geld in Online Multiplayer-Games wie beispielsweise World of Warcraft, so könnte man meinen, dass einige Kommentatoren von SL den Bezug zu anderen “Wunder der Informationsgesellschaft” verloren haben. Eine ausführlichere Overhyped/Underhyped-Liste findet sich zur Zeit übrigens grad bei Andreas Göldi.

Zurück zu SL. Eine sehr gute Zusammenstellung einiger Fakten schreibt Wagner James Au unter dem Titel: “Debunking 5 Business Myths about Second Life” inklusive einer Aussage bezüglich “nur” 18% “adult content” (ich frage mich, ob da die Kasinos aus dazu zählen). Aber bleiben wir mal bei den Zahlen.

So generieren die fünf aktuellsten Ort generieren pro Monat rund 1200 to 10,000 Besuche (ohne Zählung der T-Mobile Insel bei welche Besucher Geld für die Visite bekommen). Setzt man diese Besuch in Verhältnis zu anderen Möglichkeiten der Online ist eine Besuchsrate (Click Rate) von .8% bis 2% gar nicht so übel. Also wenig Lärm aber möglicherweise kosteneffizient. Leider verschlechtern sich die Zahlen grad zur Zeit… die Nutzungszeit steig doch das könnte mit den 18% oben zu tun haben ;-)

Mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit verhält es sich wiedereinmal wie im “richtigen Leben”. Menschen brauchen Zeit neue Sachen auszuprobieren und entscheiden später, ob es ihnen Nutzen bringt. Gleichzeitig schreien Überoptimisten und Dauerpessimisten drein und irgendwann findet sich ein nachhaltiges Geschäftmodell oder die von Darwin beschriebenen Mechanismen haben gewaltet… Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall, da man damit viel über mögliche Zielgruppen lernen kann

Ich bin überzeugt, dass virtuelle Online-Welten eine grosse Sachen in der zukünftigen Gesellschaft werden. Gleichzeitig habe ich aber meine Zweifel, ob SL dabei eine zentrale Rolle spielen wird. Meine Favoriten sind die Spielkonsolenhersteller, die in fast allen Bereichen weiter sind und zudem exzellente Harwdare bei den Kunden liegen haben. In der Zwischenzeit scharf rechnen, neuen Sachen ausprobieren und den Zahlen glauben…

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So messen wir einen anderen Mist

Der Internetmarkforscher (stimmt der Begriff?) Nielsen/NetRatings ergänzt seine Nutzungsmessungen um “Time Per Person”, also die Verweildauer des Users auf dem Angebot. Danach gleich noch eine Pressemitteilung [pdf, 128KB], nach welcher danke der neuen Messmethode MSN Google in der Schweiz schlägt…

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Eine Revolution (so wie bei AP getitelt “Nielsen scraps Web page view rankings”)? Nein und bitte ganz geschmeidig.

Beginnen wir mal mit der tollen Tabelle oben: Danach hat MSN eine um den Faktor 10 höhere Verweildauer. Was wird den da wohl gemessen – der Chat :-) So könnte ja auch sein, dass bei einer Suchmaschinen eine kurze Zeit zur Beantwortung besser ist u.s.w.

Zugegeben, die “gute alte” Page Impression oder eben auch der Page View haben in Zeitalter von AJAX (Navigation ohne Reload) und Online Video wohl ausgedient. Ganz ehrlich. Ich fand die die Zahl schon immer überflüssig… Aber auch die Verweildauer hat sehr viele Schwächen. Wie steht es mit Multi Tab Browser, Feeds (RSS/Atom), Online Games, Music Streaming, in das Betriebssystem integrierte Widgets…

Vorschlag. Ganz oben steht das Geschäftsmodell einer Site. Verdiene ich mein Geld mit Page Views, so kann die Zahl vernünftig sein (ich hoffe aber nicht). Normalerweise sollte es es sich aber um Transaktionen drehen und so messe ich bitte Anzahl erfolgreiche Transaktionen plus deren Konversionzahlen und die Werbeeffektivität etc.

Also nicht nur Kennzahl aber Geschäftsmodell -> Kennzahl. Und sorry so gibt es möglicherweise keine Ranglisten mit allen Teilnehmern drauf… aber die Messung ist viel nützlicher.

7 Tage für ein erstes Angebot

Ein toller Brief der Serie “Was bekommt ein CEO für Post”. Eine deutsche Unternehmens”beratung” will von mir per E-Mail ein Angebot zum Kauf einer Firma. In einem E-Mail welches, sichtbar aufgrund verschiedener Schriftarten, offensichtlich zusammen kopiert wurde, hat es ganz viel heisse Luft. Beispielsweise mit “With its internally developed e-Business modules, the company has developed clear
advantage over their competitors.”

Aber easy Herr Stuker, die Zukunft ist toll. So wie die beigelegte Graphik des Targets “Casablanca” es beweist:

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Zur Zeit geht es zwar grad bergab mit den Geld, aber die nächsten fünf Jahr sind wunderbar (erzählt). Was die Achsen der Graphik genau ausdrücken ist eigentlich egal… die Schätzung zeigt bergauf.

Damit ich gleich “abdrücken” kann, ist praktischerweise ein NDA angeklebt. Adressiert ist dies an unseren Mehrheitsaktionär (welche ich gar nicht unterschreiben könnte). Die darin gewählte Adresse gibt es zwar nicht, doch heisst “Poisse” (im Strassennahmen) “Pech”. Na ja, könnte durchaus sein.

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Ich weiss wirklich nicht, was sich die Absender denken. Aber zumindest hat es einen riesigen Mail-Footer in welchem beteuert wird, dass “alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen” gegen Computerviren getroffen wurden. Die Summe dieser Massnahmen würde mich echt interessieren.

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Also, liebe Frau Blosch. Falls Sie bei ihnen ethische Richtlinien haben, so lesen Sie diese doch in aller Ruhe bitte mal durch. Oder denken Sie an mögliche Kunden. Ich würde auf jeden Fall kann ruhiger schlafen, wenn ich mein Geld an die Witwe eines nigerianischen Diktators überweisen würde…

Mobile Suche

Als vor 5 Jahren die ersten mobilen Portale der Telekomanbieter (Vodafone live & Co) auf den Markt gekommen sind, war eine Portal-Suche (on-Portal Suche) noch nicht notwendig. Der Grund war der einfach strukturierte Inhalt, der entsprechend übersichtlich in Kategorien verpackt werden konnte. Mit der zunehmenden Bandbreite und der besseren Darstellungsmöglichkeiten der mobilen Browser, nehmen nun aber auch die Anzahl Seiten von mobilen Portalen zu. Inhaltlich wachsen sie in die Tiefe (mehr Seiten in derselben Kategorie) sowohl auch in die Breite (mehr Kategorien).

Diese Entwicklung kennen wir bereits aus dem Desktop-Umfeld. Irgendwann ist eine Suche notwendig, welche die Seiten in den Tiefen der File-Struktur aufspürt und strukturiert in einen Index ablegt. Dieser Index kann schliesslich mit Schlüssel-Wörter durchsucht werden und liefert passende Resultate zurück. Nun hat diese Entwicklung auch die mobile Internet-Welt erfasst.

Bei der Integration einer Suche in ein mobiles Portal gibt es jedoch einige Eigenheiten zu beachten:

1) Unterschiedliche Template-Klassen: Da die Darstellungs-Möglichkeiten der mobilen Endgeräte sehr unterschiedlich sind, werden an die jeweiligen Gerätegruppen unterschiedliche Seiten ausgegeben. Diese Seiten können sich technologisch, wie auch inhaltlich mehr oder weniger stark unterscheiden. Die mobile Suche sollte also diese Dimension abbilden können und nur Seite im Suchresultat anzeigen, die auch mit dem entsprechenden Mobilegerät geladen werden können.

2) User-Agent-Profiling: Die meisten mobilen Webanwendungen erkennen das Mobilegerät und passen den Inhalt entsprechend den technischen Möglichkeiten on-the-fly an. Es ist daher wichtig, dass der User-Agent des Such-Roboters von der Anwendung erkannt wird und die für den Such-Index passenden Seiten und Inhalte zurückgegeben werden.

3) Login-Bereich: Viele mobile Internet-Anwendungen nutzen eine sogenannte Auto-Login-Methode für die Identifizierung des Portal-Benutzers. Damit der Inhalt hinter dem Login auch indexiert werden kann, muss sich der Such-Roboter einloggen können.

4) Mobile spezifischer Inhalt: Auf den mobilen Portalen werden zumeist nicht nur Text und Bilder verlinkt, sondern auch Daten, die nur von einzelnen Mobilgeräten gelesen werden können. Der Such-Roboter kann diese Files nicht in jedem Fall richtig indexieren.

Neben diesen mobilespezifischen Aspekten müssen natürlich die Standard-Anforderungen der Seiten betreffend Crawlbarkeit eingehalten werden. Hier sind insbesondere die Seitentitel und die Link-Titel zu erwähnen. Bei mobilen Seiten gehen vor allem die Seitentitel immer wieder vergessen, da sie im mobilen Browser aus Platzgründen nicht dargestellt werden können.

Noch etwas zum Nutzen: Durch eine gute Suche können sich die Anzahl Klicks von der Front-Seite bis zum Zielinhalt massiv verkürzen. Demzufolge steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer den gewünschten Inhalt findet und das Frustpotential wird demzufolge massiv gesenkt. Für Anbieter, die Umsatz mit dem Verkauf von Premium-Inhalten machen, kann dies eine merkbare Steigerung der verkauften Einheiten bedeuteten.

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Auch die IP-Briefe müssen runter

Heute im Tages Anzeiger ein Artikel über den (zu) teuren Briefversand in der Schweiz. Angemerkt von der Postregulationsbehörde selbst.

Da gibt es aber noch etwas viel Unverhältnismässigeres und nein, es ist zur Abwechslung mal nicht der Datenverkehr auf den Schweizer Handy (1 SMS = ca. 160 Byte = CHF 0.20 macht ca. CHF 1’300.– pro MByte) aber es sind die xDSL-Anschlüsse. Die zu allem Überfluss auch noch asymmetrisch sind…

Schön zusammengestellt in einem Artikel im Telegraph: Britain’s broadband is too slow and expensive. Die Schweiz ist aber locker nochmals doppelt so teuer… die Graphik braucht wohl keinen Kommentar und das Verhalten ist innovationshemmend.

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Gefunden bei Bruno Giussani.

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