Als vor 5 Jahren die ersten mobilen Portale der Telekomanbieter (Vodafone live & Co) auf den Markt gekommen sind, war eine Portal-Suche (on-Portal Suche) noch nicht notwendig. Der Grund war der einfach strukturierte Inhalt, der entsprechend übersichtlich in Kategorien verpackt werden konnte. Mit der zunehmenden Bandbreite und der besseren Darstellungsmöglichkeiten der mobilen Browser, nehmen nun aber auch die Anzahl Seiten von mobilen Portalen zu. Inhaltlich wachsen sie in die Tiefe (mehr Seiten in derselben Kategorie) sowohl auch in die Breite (mehr Kategorien).
Diese Entwicklung kennen wir bereits aus dem Desktop-Umfeld. Irgendwann ist eine Suche notwendig, welche die Seiten in den Tiefen der File-Struktur aufspürt und strukturiert in einen Index ablegt. Dieser Index kann schliesslich mit Schlüssel-Wörter durchsucht werden und liefert passende Resultate zurück. Nun hat diese Entwicklung auch die mobile Internet-Welt erfasst.
Bei der Integration einer Suche in ein mobiles Portal gibt es jedoch einige Eigenheiten zu beachten:
1) Unterschiedliche Template-Klassen: Da die Darstellungs-Möglichkeiten der mobilen Endgeräte sehr unterschiedlich sind, werden an die jeweiligen Gerätegruppen unterschiedliche Seiten ausgegeben. Diese Seiten können sich technologisch, wie auch inhaltlich mehr oder weniger stark unterscheiden. Die mobile Suche sollte also diese Dimension abbilden können und nur Seite im Suchresultat anzeigen, die auch mit dem entsprechenden Mobilegerät geladen werden können.
2) User-Agent-Profiling: Die meisten mobilen Webanwendungen erkennen das Mobilegerät und passen den Inhalt entsprechend den technischen Möglichkeiten on-the-fly an. Es ist daher wichtig, dass der User-Agent des Such-Roboters von der Anwendung erkannt wird und die für den Such-Index passenden Seiten und Inhalte zurückgegeben werden.
3) Login-Bereich: Viele mobile Internet-Anwendungen nutzen eine sogenannte Auto-Login-Methode für die Identifizierung des Portal-Benutzers. Damit der Inhalt hinter dem Login auch indexiert werden kann, muss sich der Such-Roboter einloggen können.
4) Mobile spezifischer Inhalt: Auf den mobilen Portalen werden zumeist nicht nur Text und Bilder verlinkt, sondern auch Daten, die nur von einzelnen Mobilgeräten gelesen werden können. Der Such-Roboter kann diese Files nicht in jedem Fall richtig indexieren.
Neben diesen mobilespezifischen Aspekten müssen natürlich die Standard-Anforderungen der Seiten betreffend Crawlbarkeit eingehalten werden. Hier sind insbesondere die Seitentitel und die Link-Titel zu erwähnen. Bei mobilen Seiten gehen vor allem die Seitentitel immer wieder vergessen, da sie im mobilen Browser aus Platzgründen nicht dargestellt werden können.
Noch etwas zum Nutzen: Durch eine gute Suche können sich die Anzahl Klicks von der Front-Seite bis zum Zielinhalt massiv verkürzen. Demzufolge steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer den gewünschten Inhalt findet und das Frustpotential wird demzufolge massiv gesenkt. Für Anbieter, die Umsatz mit dem Verkauf von Premium-Inhalten machen, kann dies eine merkbare Steigerung der verkauften Einheiten bedeuteten.



