Es tut sich was im Kolumnenwald.

Vor mehr als einem Jahr habe ich ins Blaue “rausgeplärrt”, die erfolgreichen, professionellen Kolumnisten mögen doch endlich mal anfangen Blogs zu füttern.
“Die Kolumne ist tot, es lebe die Kolumne”.

Und, hat sich etwas getan? Ja, und wie!
(Damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht, zwischen der Entwicklung und dem erwähnten Blog-Post besteht kein kausaler Zusammenhang.)

Mittlerweile wird experimentiert was das Zeug hält.
Beispiel 1: Doris Knecht
Im Jahre 2005 Lohnprozent-Schreiberin beim Tages-Anzeiger. Ihre Kolumnen waren Samstags im ‘Leben’des Tages-Anzeigers zu finden. Online suchte man danach vergeblich. Irgendwelche nichthandelbaren E-Papers zähle ich jetzt mal nicht zu “Online”.
Die gute Frau Knecht schreibt nach wie vor für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften im Auftragsverhältnis Kolumnen und gibt Bücher mit gesammelten Kolumnen-Verbrechereien heraus. Aber, neu betreibt sie unter dorisknecht.com auch einen Blog mit allen gesammelten und aktuellen Kolumnen.
Na also, geht doch. Auf diesem Umweg haben sogar die Tagi-Kolumnen nachträglich noch den Weg ins Netz gefunden (Hat man wahrscheinlich damals beim Aufsetzen des Vertrages über die verwertungsrechte nicht bedacht).

Beispiel 2: Michèle Roten (Miss Universum)
Studentin und Kolumenschreiberin im Solde von ‘DAS MAGAZIN‘, der Wochenendbeilage des Tages-Anzeigers. Auch ihre Kolumne suchte man online im Jahre 2005 vergeblich. Mittlerweile geht das zwar auch online, wenn auch etwas lieblos.
Bei diesem Beispiel ist eine “Zwischenstufe” interessant. Letztes Jahr wurde das EXperiment hoerkolumne.ch aus der Taufe gehoben. Eine nette Geschichte, unterschiedliche Kolumnisten der verschiedensten Verlage (das ist der interessante Punkt) bieten ihren Text als Podcast an. Frau Rothen war von Anfang an dabei. Doch plötzlich nicht mehr. Der nachfolgend abgebildete Kommentar im Hoerkolumnen Newsletter ist recht aufschlussreich:

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Die beiden Beispiele zeigen, Blogs und Podcast bringen keine fundamentalen Änderungen in die Zeitungslandschaft (Verlegersicht), andererseits wird eben doch der eine oder andere Stein etwas verschoben (Sicht derjenigen, die auf Veränderungen reagieren).
Also, weiter experimentieren, an den Steinen rütteln, das Gute wird sich durchsetzen.

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