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22
Mär
Aufgepasst! Trickbetrüger haben Ricardo als Markt entdeckt
gepostet von Jonathan Wenger am 22.03.2007 um 07:11

Vor zwei Wochen habe ich ein Produkt auf Ricardo.ch verkauft. Nach einigen Tagen hatte ein Käufer die teure Option "sofort kaufen" gewählt und meinen Artikel damit gekauft. Der Käufer schrieb mir sofort die folgende Mail:
" hello seller
i will like to purchase this item please i am a new menber on this site and i will like to buyu this item to my son who live with his mum in west african nigeria so please i want you to get back to me with the total cost of the item plus the shiping fee via DHl to nigeria i dont mind paying you any amount to do this for me i will be adding 50 dollars for you, i will pay you via postal order please if you are getting back to me please send along with your postal address i mean your full name and address where money will be sent too thanks
terry
"
Nachdem Ich ihm meine Postadresse bekannt gegeben habe, erhielt ich folgende Mail:

Screenshot_Nochex_Mail.jpg

Der Inhalt dieser E-Mails kam mir etwas unseriös vor, also ging ich auf www.nochex.com und fragte per Formular nach, ob die Mails wirklich von Nochex stammen würden. Ein Tag darauf antwortet Nochex, "I can confirm that this email is fraudulent and should be ignored. All official Nochex correspondence ends with @nochex.com".

In der Zwischenzeit wurde mein Käufer ungeduldig und meldete sich erneut (wohlbemerkt, diesmal mit dem aktuellen Logo von Nochex):

Screenshot_Nochex_Mail_2.jpg

Obwohl ich über einige Internet-Erfahrung verfüge, war ich nah dran den Artikel zu verschicken. Eine Person ohne Erfahrung könnte meiner Meinung nach ganz schnell darauf reinfallen.

Ausserdem: der Betrüger scheint sich sehr schnell zu verbessern: die zweite Mail war bereits viel besser gestaltet als die erste. Noch ein wenig Zeit mehr und vielleicht lernt er, wie man ein Mail mit der Endung "nochex.com" verschicken kann - was heutzutage kein Geheimnis mehr ist.

Nun muss ich noch überlegen, was ich Mr. Terry antworten sollte. Meines Wissens gibt's keine Internet-Polizei, die international so etwas nachgehen würde. Oder?


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KOMMENTARE

Noch nicht. Könnte aber vielleicht mal kommen.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/87171
:-)

gepostet von GENiALi am 22.03.07 07:53

Ein Bekannter von mir hat schon was ähnliches erlebt. Grundsätzlich muss man bei solchen Geschichten strikt die Sache mit der Vorauszahlung einhalten. Ist ja schon komisch das da einer ist der die unbeschränkten Lieferungskosten übernimmt und dann nochmal einen Bonus dazu gibt...

gepostet von Renato am 22.03.07 07:58

Das sieht ganz nach Nigeria - Connection aus. Weitere Hinweise findest Du hier:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/13/13999/1.html
Es gibt eine Reihe von Leuten, die sich einen Sport daraus machen, diese Betrüger reinzulegen.
Mehr dazu unter http://www.419eater.com. Amüsant ist die Hall of Shame: Was Leute alles tun, um an Geld zu kommen!

gepostet von Peter am 22.03.07 08:42

Es gibt vielleicht keine Internet-Polizei, aber Du kannst ihm ja trotzdem schreiben, dass Du das FBI und Interpol verständigt hättest... :-)

gepostet von Fraggle am 22.03.07 09:10

Schreib ihm doch zurück mit Absender "@fbi.gov" - ist ja heutzutage eben kein Geheimnis mehr, den Absender zu fälschen ;-)

gepostet von Thomas am 22.03.07 09:14

Noch dreister war gestern ein Anrufer, der mit doch tatsächlich per Telefon von seinen Anlagetipps erzählen wollte. Sein English war ganz OK, jedoch wollte er mir seine Nummer zwecks Rückruf (Ich bin doch nicht blöd) nicht rausrücken und ich habe ihn mit einem "Fuck you, you fucking scammer" rausgekickt.

gepostet von P. am 22.03.07 11:13

Danke für die Kommentare und passenden Links.

Ich habe mich für die folgende Antwort entschieden, die natürlich eine Lüge ist. Mal schauen, wie er sich gegen so einen Besuch wehren wird...

"Hello Terry

Sorry for the delay! I am happy to tell you that you won't have to pay the cost for the transport.
I have found somebody who is travelling to Nigeria at the start of April.
This person will visit your Son and give him the item personnaly.

I'll get back to you about the exact Date of the visit.
Thanks again for your patience! Should I send a bit of swiss Chocolate with it?"

gepostet von Jonathan Wenger am 23.03.07 11:28

Mein Rat: Ab in den nächsten Baumarkt, einen Ziegelstein kaufen und ab das Paket ;-)

gepostet von Mario Aeby am 23.03.07 22:18

Aber Ricardo hast du hoffentlich schon informiert?

gepostet von Sam am 30.03.07 14:44

@Sam: Ja, Ricardo habe ich informiert. Sie haben Ihre Rechnung dementsprechend korrigiert, ohne sonstigen Kommentare.

gepostet von Jonathan am 02.04.07 15:20

Hier die Meldestelle Internetkriminalität:
www.cybercrime.admin.ch

gepostet von Lombard am 05.04.07 15:51

Danke Anna (Lombard), den Fall habe ich jetzt gemeldet.

gepostet von Jonathan am 05.04.07 16:13

Mir ist jetzt gerade zweimal hintereinander das gleiche passiert, als ich einen Laptop bei Ricardo verkaufen wollte. Im Moment scheint es bei Ricardo unmöglich zu sein, einen Laptop zu versteigern, ohne dass man mit der Nigeriabande konfrontiert wird und sie einem das Geschäft vermasseln...

gepostet von Lorenz am 17.03.08 16:59

Hallo, ich hab ne ähnliche Mail bekommen.
Was ich nicht versteh, was gibts da für ein Risiko für mich???

Ich werde den Artikel doch erst losschicken, wenn das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben wurde. Vorher nicht!!

War es falsch ihr meine Bankdaten zu geben?

Kann Sie damit irgendetwas anstellen?

Bei mir hab ich ne Mail von nochex_authorisation@consultant.com
bekommen

Bitte um Hilfe, ihr könnt mir natürlich auch ne Mail schreiben

gepostet von Daniel am 16.05.08 18:08

das ist wirklich das allerletzte! auch ich sollte einen hochwertigen Artikel nach Nigeria schicken, war froh, dass ich das ding für einen solchen preis verkaufen konnte! ein glück, dass ich dies hier noch gelesen hab ! Danach hab ich ihm ne mail geschickt, die ich hier lieber nicht vortragen möchte. DANKE !!!

gepostet von Anonymous am 18.05.08 20:41

@ Daniel:
"Ich werde den Artikel doch erst losschicken, wenn das Geld auf meinem Konto gutgeschrieben wurde." --> Das System (Nochex) ist ja da um das Risiko für beide Seiten zu neutralisieren, indem der Käufer nicht das Geld direkt an den Verkäufer, sondern an den Vermittler (Nochex) überweist. Daraufhin teilt Nochex dem Verkäufer mit, dass die Bezahlung eingetroffen ist - aber der Verkäufer erhält das Geld erst dann, wenn der Käufer das Empfangen der Ware bestätigt hat.

Nun besteht der Trick darin, das Mail von Nochex (dass die Bezahlung eingetroffen ist) künstlich zu erstellen, so dass der Verkäufer die Ware verschickt. Das "echte" Nochex hat davon nichts mitbekommen (bzw. keine Bezahlung) und der Verkäufer wird nie Geld erhalten. Antwortet dies deine Frage?

gepostet von Jonathan Wenger am 19.05.08 09:52

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