Google Zeitgeist 2006

Heute hat auch Google nach den anderen Suchmaschinen seine Top-Suchbegriffe 2006 aus den Bereichen Google.com/Google News, Events, Milestones, Sports usw. veröffentlicht. Neben den Kategorien sind auch besondere Vergleiche von einzelnen Suchbegriffen mit kleinen Google Trends Grafiken aufgepeppt.

Was mich weniger erstaunt sind die auf Google.com gesuchten Begriffe – bebo, myspace, world cup, wikipedia… jeder von uns kann damit etwas anfangen bzw. sie haben das vergangene Jahr geprägt.

Viel mehr erstaunt mich die Nummer 7 der Top Suchen 2006 bei den Google News: Martina Hingis
Zwischen “bankrupcy” (Platz 6) und “autism” (Platz 8) steht die Schweizerin also in den Top 10 – wohl wegen ihrem Comeback 2006.

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Platz 1 (Paris Hilton) und Platz 2 (Orlando Bloom) komplettieren die Liste der menschlichen Wesen nach denen in 2006 intensiv in den News gesucht wurde, 2005 waren es noch fünf gewesen.

Vielleicht war Frau Hingis ja auch Bankrott, dann kam das Comeback, und viel zu sagen hatte sie ja auch noch nie… oder bahnt sich da was zwischen Frau Hilton und Herr Bloom an?!?!

Windows Vista und der hinkende Hüttenwart

Am letzten Freitag ein lesenswerter (IT-)Artikel in der NZZ:
Wie viele Stopp-Knöpfe braucht ein PC? Ein kurzer Abriss der technischen Geschichte von Betriebssystemen für Computer.

Nehmen wir an Anwendungsprogramme wie Word o.ä. Gäste sind Gäste in einem Restaurant.

Zur Zeit von MS-DOS (und anderen) führten die die Betriebssysteme immer nur ein Programm aufs mal aus. Der Gastgeber was somit in der Sprache der NZZ ein hinkender Hüttenwart. Er konnte stets nur einen Gast aufs Mal bedienen und widmete diesem seine ganze Aufmerksamkeit.

Mit Windows 3.1 und MAC System 7 kam kooperatives Multitasking. Der Wirt konnte mehrere Gäste gleichzeitig bewirten, sofern diese höflich waren und den Wirt nicht über Gebühr beanspruchten…. Mit Windows 95/98 resp. Mac OS 8/9 wurde das Restaurant gründlich renoviert, farbig und modern eingerichtet und der Durchgang zur Küche meist auf 32 Bit verbreitert (hihi).

Erst mit Windows NT/2000/XP resp. MAC OS X nahm präemptives Multitasking Einzug. In der NZZ-Terminologie ein Food-Court mit Restaurants innerhalb des Restaurants und auch Selbstbedienungsbuffets sowie und mehrere Küchen. Der Gast bekommt den Wirt oft gar nicht mehr zu sehen.

So auch bei Windows Vista mit seinen rund 50 Millionen Codezeilen (mehr als 8000 Mal mehr als MS-DOS 1.0) und was jetzt? NZZ sagt: “…stark gewachsenen Software-Stapel. Es gibt in diesem Stapel immer mehr Schichten, die der darüberliegenden etwas vorgaukeln: Eine tut zum Beispiel so, als sei sie ein Windows-Vista-kompatibler PC, obwohl sie nur ein Stück Software ist, das als Anwendung auf einem Macintosh-Betriebssystem aufsetzt.”

Bleiben wir mal bei der Windows-Kantine. Vista lässt nur zertifizierte Gäste (sprich Treiber) ohne Mucken rein. Also Fast Food mit Social Advisor am Eingang (sprich: Türsteher). An den Kernel kommt kein Anwendungsprogramm ran: Also dürfen Gäste (auch zertifizierte) nicht in die Küche kucken. Und wie ist es mit der Hardware-Anforderung an die Gäste? Das sind wahrscheinlich die elitär hohe Preise der Fast Food Gerichte.

Spannender wird es bei der Sicherheitsprüfung der Anwendungen. Will ein Kunden Admin-Zugang (ein Menu auf der Speisekarte ändern) so brauche ich nochmals ein Passwort (Account Protection). Ist das nun die Bewilligung von Charlie Bell (CEO von McDonalds) oder muss ich nochmals aufstehen, raus und rein auf der Kantine für ein neues Login? Die in Userpfaden abgelegten Konfigurations-Daten sind wahrscheinlich die zentral verwaltete Garderobe, in der ich meinen blauen Mantel nie mehr finden werden. Der Firewall und Defender sind Diätberater die plötzlich rein springen (da ich deren Konfiguration nicht wirklich kenne) und Windows Service Hardening sind Privatdetektive die dauernd Prüfungen vornehmen. Beispielsweise meiner Brieftasche, ob es genügend Geld drin hat damit ich sitzen bleiben darf, sonst…

Ganz ehrlich: Mir war der hinkende Hüttenwart auch sehr lieb ;-)

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Me, myself, I and YOU!

Yes, you. You control the Information Age. Welcome to your world!
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Da freuen wir uns aber gewaltig. Das Time Magazine hat uns alle (zumindest die, die ab und an in die Internetröhre gucken) zur Person des Jahres gewählt. Ein dreifaches Hurra, Hurra, Hurra. Interessant, dass die Lorbeeren von einem Presseerzeugnis gereicht werden, das macht die ganze Sache natürlich glaubwürdiger. Schon der mutige Artikel im Economist “Who killed the Newspaper?” war nicht von schlechten, kritischen Eltern.
[Der Artikel war in der Ausgabe vom 26.8.2006, online ist er leider hinter der "Premium Content "Bezahlwand" verschwunden, ja das gehört eben auch zur schönen neuen Online Welt.]
Also, gönnen wir uns alle die Ehre und schreiten wir mit stolz geschwellter Brust ins goldene Informationszeitalter.

BBC zurückgewonnen — danke Zattoo

Wenn ich mal Fernsehen schaue, so ist beispielsweise Top Gear auf BBC. Mein aktuelles Problem war, dass die Cablecom (welcher ich pro Jahr über CHF 1000.– für den Kabelanschluss überweise!) mich durch Abschaltung von Programmen zum Kauf Ihre Bezahl-Empfangs (aka Digital TV) zwingen möchte. Letzthin wurde auch BBC abgestellt.

Und nun kommt Zattoo und hilft mir aus (danke). Zattoo ist ein Dienst, mit welchem ich verschiedene TV-Stationen in einem Player in Echtzeit per Internet anschauen kann. Interessant daran ist, dass alles legal mit den Stationen verhandelt wurde und dank eines technischen Kniff (Peer to Peer / Split Streaming) sehr selten Bandbreitenprobleme auftreten. Mit 3-400 KB sind sie mit dabei. Technisch ist es in etwa so, dass jeder Player der läuft anderen Playern ein Teil des Signales zurückgibt — grob vergleichbar mit BitTorrent (im Details unterschiedlich). Das System ermöglicht nach Aussage des CEOs Beat Knecht bis zu 50% des Streams von anderen Playern und nicht von der Quelle zu beziehen. Zudem werden damit auch Netzwerkrouten und damit die Übertragungswege verkürzt (je nach konkreter Architektur des Netzwerkes und Swisscom könnte doch bitte auch bei den ADSL-DSLAMs routen). Eine gute Sache und für mich gibt es unter vielen anderen Programmen nun wieder BBC — zur Zeit gratis.

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Zur Zeit gibt es Zattoo nur in der Schweiz, doch sehr bald auch in weiteren Ländern. Bis jetzt ist der Dienst gratis und werbefrei (auch noch “Beta”). So wie ich den Gründern zuhören durfte, wird die Werbung nur nicht störend in den Umschaltpausen gezeigt werden und die nationalen Fernsehprogramme werden wohl auch in Zukunft gratis bleiben. Interessant sind insb. aber auch die statistischen Daten über das Verhalten der Zuschauer (welches Programm, wann und wie lange) sowie das Wissen über die Zuschauer selbst. Das Zattoo-Sytem hat hier viele Möglichkeiten zum Weiterwachsen.

Das Ding gilt wirklich auszuprobieren. Hier bei Zattoo. Und es ist sicher wert ein Auge drauf zu halten. Wer noch ein bisschen Umfeldwissen möchte kann gerne bei Bruno weiterlesen…

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