Bei einigen News braucht man einfach ein zwei Tage, um sich nach dem Lesen erst mal verwundert die Augen zu reiben. Die kürzlich in der Zeitung (sic!) gelesene Meldung "Schweizer Verleger zeigen das Schweizer Fernsehen SF beim Bakom an" war so eine.
Es ist mir schon klar was die Beweggründe der Schweizer Verleger sind und sein könnten. Ich bin mir auch sicher, dass die Verleger-Anwälte noch äusserst kreative Gründe finden werden. Der Vorwurf lautet in etwa, das Schweizer Fernsehen würde mit ihrem neu aufgeschalteten, gebührenfinanzierten News-Portal die Angebote der Schweizer Presse konkurrieren.
Ja und? Wo genau liegt das Problem? Hoffentlich ist dem so!
Zwar wurde die Website des Schweizer Fernsehens etwas verbessert, aber das heisst noch lange nicht, dass sie gut und eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellt. Kommt dazu, wer selbst ein ansprechendes und gefragtes Angebot hat, braucht die Konkurrenz nicht zu fürchten. Die Musikindustrie operiert seit längerem gleich ungeschickt nach einem ähnlichen "Reflex".
Nach der Logik der Schweizer Verleger müsste auch unser Blog verboten werden. Wir schreiben zwar nicht für Gebühren, aber so viele Leser wie die Online-Ausgaben von einigen Regionalblättchen können wir sicher auch verbuchen.
Noch ein Nachschlag zum Thema ‚Gebühren'. Mir ist es allemal lieber das Schweizer Fernsehen buttert das schöne Gebührengeld in eine halbwegs vernünftige Website, als uns mit noch mehr süsser Rosamunde Pilcher Sülze zuzukleistern.
Also liebe Verleger, gute Internetangebote braucht das Land, nicht Anzeigen beim Bakom.
Pikant ist schon die Vorgeschichte, in welcher SF (oder wie das Kind grad heisst) gegenüber dem Verband immer in Abrede gestellt hat, ein Newsportal bauen zu wollen. Mehr Details in der sehr gekonnten Rede von Hanspeter Lebrument an der Dreikönigstagung 2006: http://www.kleinreport.ch/meld.phtml?id=32514