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02
Nov
Betty TV - Die interaktive Fernbedienung: Konkurrenz zu SMS Abstimmungen?
gepostet von Marcel Albertin am 02.11.2005 um 21:56

Swisscom Fixnet vertreibt und vermarktet ab Anfang 2006 eine neue Möglichkeit, den Zuschauer ins TV Programm zu integrieren.
Betty macht Fernsehen für die Zuschauer attraktiver und spannender. Den TV-Sendern wird damit erstmals die Möglichkeit gegeben, direkt und synchron zur Sendung mit ihren Zuschauern in Kontakt zu treten.
Hauptbestandteil von Betty ist eine neuartige Fernbedienung, die über Funk mit dem laufenden TV-Programm verbunden ist.

betty.gif

Das Ganze funktioniert so, dass im Bild unsichtbar Informationen hinzugefügt werden, die dann im Display der Fernbedienung angezeigt werden. Also z.B. die Aufforderung zu einer Abstimmung mit vier möglichen Antworten. Über die Tasten A-D kann dann der Zuschauer abstimmen.
Für die Übertragung vom TV zur Fernbedienung muss am TV ein Gerät in den SCART Anschluss eingesteckt werden. Dieses muss auch mit dem Telefonanschluss verbunden werden, da über diesen Weg die Antworten zurück geschickt werden (das geht über Fernsehempfänger nicht ;-)
Es ist auch vorstellbar, dass nur Zusatzinformationen zum Bild übertragen oder einfache Einkäufe getätigt werden ("bestellen Sie die DVD zur Sendung").

Aus meiner Sicht hat das System schon noch ein paar Nachteile:

1. die Fernbedienung muss für 50.- bis 70.- gekauft werden
2. die Installation mit Verbindung zwischen TV und Telefonanschluss (liegen nicht immer beieinander)
3. Abstimmen per SMS geht fast genau so einfach (und auch Betty soll für populäre Abstimmungen was kosten)

auf der anderen Seite ist das Bestellen via TV fast so einfach wie beim Teletext abrufen. Die Abrechnung erfolgt über die Swisscom Rechnung und würde damit auch bei kleinen Beträgen gut funktionieren.
Auch die Möglichkeit synchron zum Bild Informationen zu übertragen bietet neue Möglichkeiten, stellt aber höhere Anforderungen an die "Story", die von den Werbetreibenden erzählt werden muss.

mal sehen was daraus wird, der erste Offizielle Auftritt in der Schweiz ging schon mal in die Hose:

«Betty» mit Fehlstart lanciert

Pech für die Swisscom: Als erstes interaktives Fernsehen der
Schweiz wollte der Telekommunikationsriese an der Zürcher
Screen-up vom Dienstag «Betty» ankünden, doch der
Demonstrationsversuch klappte prompt nicht. Erwartungsfroh
sassen 50 Personen im Publikum und warteten auf ein Stichwort,
um eine der magischen Tasten zu drücken und so Reaktionen an
den Sender zu geben, doch das Stichwort kam nicht. «Der
Probelauf mit 600 Teilnehmern in Deutschland hat aber
geklappt», versicherte Daniel Gauchat mit allerdings
reduzierter Überzeugungskraft

«Am März starten wir einen Soft-Launch während drei Monaten,
und dann wirds offiziell», sagte Gauchat. Betty hat nichts mit
Betty Bossi zu tun und soll bei Quizspielen, Wettbewerben und
Wetten dafür sorgen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer sich
von der Glotze nicht nur berieseln lassen, sondern sich aktiv
in das Geschehen auf dem Bildschirm einschalten. Konkret
braucht es dazu eine Fernbedienung mit kleinem Bildschirm,
einen Scart-Adapter sowie ein Modem, um sich in die
Telefonleitung einzuwählen. Betty kann so SMS-artige
Textnachrichten empfangen, das TV-Programm ergänzen und die
aktive Beteiligung verstärken.

Betty soll auch der Werbung neue Möglichkeiten geben, erhoffen
sich die Erfinder, beispielsweise bei der Begleitung von
TV-Spots oder mit der Möglichkeit, am TV Gesehenes gleich
bestellen zu können. Bei einer Blitzumfrage des Klein Reports
unter Kongressteilnehmern entpuppte sich das Auftreten der
Swisscom als Content-Anbieter als harziges Geschäft. Noch will
niemand so recht akzeptieren, dass der halbstaatliche Konzern
im TV-Bereich als Anbieter auftreten sollte. Zu eng ist auch
die Verquickung von Inhalten und Vermarktungsabsichten. Und
wenn dann obendrein bei der ganz grossen Demobombe die
Zündschnur nass ist, liegt alles ziemlich im Argen. "

Quelle: Klein Report

Weitere Infos

p.s. wenn man auf der Swisscom Fixnet Seite nach "betty" sucht: Keine Dokumente gefunden! ....


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KOMMENTARE

... auf der Swisscom Fixnet Seite nach "betty" sucht ...
Die Suchapplikation ist auch Kommunikationsinstrument oder - einfach eine weitere Panne?

gepostet von Titus Thoma am 03.11.05 15:28

Ich war an der Screenup und habe die Demo am Stand gesehen. Diese hat einwandfrei funktioniert - die Fragen um Roger Federer und Tennis waren super in ein Tennisclip & Reportage eingebettet. Bisher habe ich nichts vergleichbar Einfaches im Markt gesehen. Ich bin gespannt wie es weiter geht...

gepostet von Roger Meier am 07.11.05 10:01

Das hier müsst ihr unbedingt mal durchlesen!

http://www.betty.tv/de/pdf/flyer_efolder_forweb.pdf

Sie können den Zuschauer komplett durchleuchten (was schaut er, was interessiert ihn,…). Kurz: Die totale Kontrolle, der "gläserne Kunde" wäre damit geschaffen! Besonders schockiert hat mich dieser Satz: "Sie bauen einen direkten Kontakt zu Ihrem Kunden auf und erhalten qualifizierte Antwortinformationen und Adressen(!!!)." bzw. dieses Feature: "Trageting: Da jede Betty einzeln ansprechbar ist, wird Targeting (…) Realität."

Wer sich sowas holt ist selber schuld!!!

Nichts gegen Innovation, aber bitte nicht zu meinem Nachteil!

gepostet von Peter Zöllner am 17.11.06 11:15

Moin,

Na eine Adressweitergabe muss immer bestätigt werden. Und was kann eine Firma damit anfangen, wenn sie weiss wie gut ich bei Quiztaxi mitrate? ;)

Finde das ganze eigentlich ganz interessant, wobei bestimmt mit Vorsicht zu genießen. Mehr Infos zum Thema Dialogfernsehen gibt es auch auf http://www.dialogfernsehen.de


Gruß
Philipp

gepostet von Philipp am 19.01.07 02:00

Eine Adressweitergabe muss bestätigt werden? Um "Betty" benutzen zu können, müssen bei der Erstinstallation personenbezogene Daten eingegeben werden. Und wer sich mal die Mühe macht, die AGB von dem Verein durchzulesen, weiß, dass man damit die Hosen runterlässt. Betty ist nicht für den Zuschauer gemacht, sondern wurde für Direktmarketing-Firmen entwickelt. Jeder Benutzer kann adressiert werden, was nichts anderes bedeutet, als dass das Sehverhalten analysiert wird... wer guckt wann was... und die Adresse haben sie ja auch nach der Installation und der Einwilligung zu den AGBs. PS Universalfernbedienungen mit gutem Design gibts schon für wesentlich weniger als 40 Euro (=80DM). Betty ist 9live in der Verpackung einer (absturzgefährdeten) Fernbedienung.

gepostet von Thomas am 28.01.07 01:40

Nun Freunde des interaktiven und digitalen Fernsehens, es werden noch mehr solche Informationen abgezogen, analysiert und weiterverwendet. Bluewin TV und Media Center’s lassen grüssen. Der Schlüssel heisst EPG-Analyse und bietet auch ganz interessante Nutzungs-Daten.

Ich hattee das Problem, dass ich mich zwischen meiner Frau und der Betty TV entscheiden musste. Denn ab 20.00 Uhr darf sich in unserem Wohnzimmer niemand mehr mit einem "Signal-Ton“ melden. Hinzu kommt, dass ich lieber in die Glotze nach Vorne, als den ganzen Abend auf ein mini Display gucke. Soviel zu „WAF“1 und der Akzeptanz von Interaktionen im Wohnzimmer. Ich (und meine Frau) bleiben am Thema.

1 Details unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Woman_Acceptance_Factor

gepostet von Rolf Nyffenegger am 09.02.07 12:32

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