Swisscom Fixnet vertreibt und vermarktet ab Anfang 2006 eine neue Möglichkeit, den Zuschauer ins TV Programm zu integrieren.
Betty macht Fernsehen für die Zuschauer attraktiver und spannender. Den TV-Sendern wird damit erstmals die Möglichkeit gegeben, direkt und synchron zur Sendung mit ihren Zuschauern in Kontakt zu treten.
Hauptbestandteil von Betty ist eine neuartige Fernbedienung, die über Funk mit dem laufenden TV-Programm verbunden ist.

Das Ganze funktioniert so, dass im Bild unsichtbar Informationen hinzugefügt werden, die dann im Display der Fernbedienung angezeigt werden. Also z.B. die Aufforderung zu einer Abstimmung mit vier möglichen Antworten. Über die Tasten A-D kann dann der Zuschauer abstimmen.
Für die Übertragung vom TV zur Fernbedienung muss am TV ein Gerät in den SCART Anschluss eingesteckt werden. Dieses muss auch mit dem Telefonanschluss verbunden werden, da über diesen Weg die Antworten zurück geschickt werden (das geht über Fernsehempfänger nicht ;-)
Es ist auch vorstellbar, dass nur Zusatzinformationen zum Bild übertragen oder einfache Einkäufe getätigt werden ("bestellen Sie die DVD zur Sendung").
Aus meiner Sicht hat das System schon noch ein paar Nachteile:
1. die Fernbedienung muss für 50.- bis 70.- gekauft werden
2. die Installation mit Verbindung zwischen TV und Telefonanschluss (liegen nicht immer beieinander)
3. Abstimmen per SMS geht fast genau so einfach (und auch Betty soll für populäre Abstimmungen was kosten)
auf der anderen Seite ist das Bestellen via TV fast so einfach wie beim Teletext abrufen. Die Abrechnung erfolgt über die Swisscom Rechnung und würde damit auch bei kleinen Beträgen gut funktionieren.
Auch die Möglichkeit synchron zum Bild Informationen zu übertragen bietet neue Möglichkeiten, stellt aber höhere Anforderungen an die "Story", die von den Werbetreibenden erzählt werden muss.
mal sehen was daraus wird, der erste Offizielle Auftritt in der Schweiz ging schon mal in die Hose:
«Betty» mit Fehlstart lanciert
Pech für die Swisscom: Als erstes interaktives Fernsehen der
Schweiz wollte der Telekommunikationsriese an der Zürcher
Screen-up vom Dienstag «Betty» ankünden, doch der
Demonstrationsversuch klappte prompt nicht. Erwartungsfroh
sassen 50 Personen im Publikum und warteten auf ein Stichwort,
um eine der magischen Tasten zu drücken und so Reaktionen an
den Sender zu geben, doch das Stichwort kam nicht. «Der
Probelauf mit 600 Teilnehmern in Deutschland hat aber
geklappt», versicherte Daniel Gauchat mit allerdings
reduzierter Überzeugungskraft
«Am März starten wir einen Soft-Launch während drei Monaten,
und dann wirds offiziell», sagte Gauchat. Betty hat nichts mit
Betty Bossi zu tun und soll bei Quizspielen, Wettbewerben und
Wetten dafür sorgen, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer sich
von der Glotze nicht nur berieseln lassen, sondern sich aktiv
in das Geschehen auf dem Bildschirm einschalten. Konkret
braucht es dazu eine Fernbedienung mit kleinem Bildschirm,
einen Scart-Adapter sowie ein Modem, um sich in die
Telefonleitung einzuwählen. Betty kann so SMS-artige
Textnachrichten empfangen, das TV-Programm ergänzen und die
aktive Beteiligung verstärken.
Betty soll auch der Werbung neue Möglichkeiten geben, erhoffen
sich die Erfinder, beispielsweise bei der Begleitung von
TV-Spots oder mit der Möglichkeit, am TV Gesehenes gleich
bestellen zu können. Bei einer Blitzumfrage des Klein Reports
unter Kongressteilnehmern entpuppte sich das Auftreten der
Swisscom als Content-Anbieter als harziges Geschäft. Noch will
niemand so recht akzeptieren, dass der halbstaatliche Konzern
im TV-Bereich als Anbieter auftreten sollte. Zu eng ist auch
die Verquickung von Inhalten und Vermarktungsabsichten. Und
wenn dann obendrein bei der ganz grossen Demobombe die
Zündschnur nass ist, liegt alles ziemlich im Argen. "
Quelle: Klein Report
Weitere Infos
p.s. wenn man auf der Swisscom Fixnet Seite nach "betty" sucht: Keine Dokumente gefunden! ....