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01
Jul
[Mobile-Projekt] Was zählt sind Kontext, Endgeräte und Inhalt
gepostet von Johannes Waibel am 01.07.2009 um 18:10

Das mobile Web ist definitiv da. Doch bevor man sich auf ein Mobile-Projekt einlässt, sollte man sich zu den nachfolgenden 3 Aspekten (Kontext, Endgeräte und Inhalt) Gedanken machen:

Kontext:
Das Mobile Web ist im Gegensatz zum "Normalen Web" sehr oft kontextbezogen, denn nicht alle Aufgaben denen man tagtäglich begegnet, lassen sich sinnvoll "mobile" lösen. Es stellt sich also zu Beginn jedes Mobile-Projekts die Frage, nach den mobilen Anwendungsfalls? Welche Geschäftsbereiche (Service, Information, Verkauf,...) sind relevant - und was genau ist der mobile Kontext? Gute Beispiele mit einem starken Kontextbezug sind zahlreich und beispielweise bei sogennannten Location Based Services (iPhone Applikation AroundMe) eindeutig zu erkennen.

kontext_mobile.jpg

Endgeräte:
Entwickler denken in Betriebssystemen - User in Engeräten. Die Vielfalt an Mobiltelefonen ist gross, weshalb man sich im Grunde genommen zwangsweise mit diversen Betriebssystemen und Browsern (Symbian, iPhone OS, Blackberry OS, Windows Mobile, WebOS, Android,...) auseinander setzen muss. Welche Endgeräte man beachten soll, muss man letzten Endes aus einer Kosten/Nutzen Analyse ableiten.

Letzten Endes bestimmen aber die Business- Ziele und Anwendungsfälle wie die Problemstellungen gelöst wird. Oft müssen nicht zwangsweise prioritären Mobil-Applikationen entwickelt werden - obwohl genau hier auf interessante Funktionen des Mobiltelefons (Auslesen vom Standort, Bewegungen, ..) zurückgegriffen werden kann.

Die obige Problematik einer native Applikation schwächt sich bei der Umsetzung einer mobilen Webseite ein wenig ab. Allerdings ist man hier mit einer diversifizierten Browserlandschaft konfrontiert. Mobile Webseiten basieren aus diesem Grund häufig auf einer User-Agent Erkennung, welche die Ausgabe der Webseite für das entsprechende Handy Display optimieren.

enger%C3%A4te_mobile.jpg

Inhalt:
Neben der obenbeschriebenen Tatsache "Context is King" darf auch der eigentliche Inhalt nicht vergessen werden. Hier stellt sich vorallem die Frage, welcher Inhalt an welchem Zeitpunkt relevant ist. Mobile Bedürfnisse sind häufig "Jetzt und NOW" beispielsweise für Sitzungszimmer oder für Telefonnummern. Die Information sollte daher schlank, aufgeräumt und einfach navigierbar sein. Inhalt und Kontext sind demnach eng verzahnt. Die Relevanz der Information (Inhalt) steigt im richtigen Kontext, oder interessieren Sie sich für einen Versicherungs-Werbebanner wenn sie dringend auf die nächste Zugverbindung angewiesen sind?

conent_mobile.jpg

Neben dieser strategischen Sichtweise stellt sich eine technische Sicht, nämlich jene nach der Datenherkunft. Welche Systeme sollen angebunden werden, generieren User den Inhalt,..)

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29
Jun
Standards.Next: HTML5
gepostet von Martin Kliehm am 29.06.2009 um 11:00

Apple IIc Am Samstag durfte ich in London bei Standards.Next einen Vortrag über das HTML5 Canvas-Element halten. Die Vorbereitung war schon ziemlich aufwendig, denn das Thema ist sehr vielfältig: anders als der Name impliziert, ist ein HTML5-Canvas nicht einfach nur eine Fläche, um darauf zu malen, sondern „wie ein kleiner Apple ][ im Browser“. Entwickler haben darin die unglaublichsten Sachen gemacht: vom Font-Rendering à la sIFR über einen kompletten Code-Editor, Google Maps, Navigation, Bildmanipulation, Diagramme, Coverflow, einen Emulator für den Original-Code von Space Invaders, Spiele, bis hin zu 3D, Video und Video-Filter. Entsprechend umfangreich war die Vorbereitung, denn fast jede der 67 Folien enthält einen Link und Screenshots, auf 21 Folien sind Screencast-Videos eingebettet, weil es sich statisch einfach nicht darstellen lässt (und weil man sich erfahrungsgemäß nie auf das WLAN am Vortragsort verlassen darf).

Zudem war es erst mein zweiter Fachvortrag auf englisch vor muttersprachlichem Publikum, weswegen ich ehrlich ein wenig nervös war. Auch wegen der übrigen Sprecher: Neben mir waren da Bruce Lawson und Remy Sharp von Opera Software, Steve Faulkner von der Paciello Group, die umwerfende Molly Holzschlag und der geniale Dean Edwards, der übrigens html5.js präsentiert hat, mit dem automagisch auch ein Internet Explorer plötzlich HTML5-Tags interpretieren kann. Aber es lief sehr gut, die knapp 60 Teilnehmenden waren echt beeindruckt und ließen sich zu (für Briten überschwenglichen) twitter-Kommentaren wie „brilliant“ hinreißen. I'm delighted.

Real-time video filtering in canvasDie Folien liegen jetzt auf Slideshare, allerdings sind die eingebetteten Videos nicht enthalten. Darum habe ich diese bei flickr hochgeladen. Und sämtliche Links aus dem Vortrag finden sich bequem bei delicious. Schaun’ Sie rein, denn die Zukunft des Internets ist berauschend!

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27
Jun
Software Engineers als Corporate Communicator via Twitter
gepostet von Susanne Franke am 27.06.2009 um 13:47

Neben der traurigen Nachricht zum King of Pop gestern ist das zwar banal. Aber ich bin überwältigt (im positiven Sinne), wie viele Kollegen ich plötzlich in der Corporate Communications dank Twitter habe. Der Wert für die Kommunikationsarbeit eines Unternehmens ist noch unberechenbar. Das ist wohl auch der Grund, warum sich viele meiner Berufskollegen noch vor Twitter scheuen. Mir hat ein Kollege erzählt, er würde gern aber seine Geschäftsleitung hat jetzt sogar XING im Büro verboten. Hoffentlich passiert mir das nicht, dann hab ich glatt nichts mehr zu tun, Medienmitteilungen, Referate und Fachartikel, das reicht mir nicht mehr.

Ein theoretisches Rechenbeispiel zu Twitter hab ich letztens in meinem Beitrag "Ist social media für die PR-Arbeit relevant" im PR-Guide gebracht. Die Praxis für Namics sieht so (Bild) aus. Wow und Dankeschön.

Wir sind übrigens www.twitter.com/namics aber die wahren Schätze kommen von unseren twitternden Consultants, Software Engineers und Kreativen. @jstuker, @amherd, @dnydegger, @jpkoenig, @rzollet, @agoeldi @ret0, @firmasaga @core, @Nils_, @masone @eLd0raDo @burnedshop, @troyluechinger, @borisbaldinger, @frederika.
@bugsierer und @leumund sind auch ne Empfehlung. So das war mein #followsaturday ;)

Habs nicht übers Herz gebracht den Twilert zu kürzen...
twitter260609.gif

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26
Jun
[Mobile-Testpage] Meine Website auf dem Handy.
gepostet von Roman Zollet am 26.06.2009 um 10:56

Wissen Sie, wie ihre Website ausschaut, wenn sie auf einem Handy angesurft wird? Sieht man die ersten paar Navigationspunkte, oder nur das Logo, oder gar noch weniger?

Um diese Fragen zu klären, hat Namics eine Testpage entwickelt. Auf dieser kann simuliert werden, wie eine Website auf verschiedenen Handy-Typen aussieht. Die notwendigen Informationen zu den verschiedenen Handy-Typen, also namentlich die verwendeten Bildschirm-Grössen, werden dabei aus der Open Source WURFL-Datenbank ausgelesen und dazu verwendet, die gewünschte Website in der dem jeweiligen Handy entsprechenden Grösse darzustellen. Der Aufruf wird mit dem jeweiligen User-Agent des ausgewählten Handy-Typs erstellt.
Man kann also verschiedene Handy-Typen auswählen und "nebeneinander halten". Und so sieht das dann aus:

namics-mobile-%20mobiletestpage-20090626-rzo.png

Zu technisch? In dem Fall am besten gleich hier selbst ausprobieren.

Auch wenn die Testpage nicht jede Website exakt so ausgeben kann, wie auf einem Mobiltelefon (User-Agent-Erkennungen funktionieren beispielsweise nicht, wenn sie JavaScript-basiert eingebaut wurden), gibt sie dennoch einen guten Anhaltspunkt über die Tauglichkeit zur mobilen Anzeige und Nutzung einer bestehenden Website.

Danke ans lab.namics-Team, das die Mobile Testpage umgesetzt hat: Claude Hohl, Andri Stoffel, Pascal Forster, David Ljubas, Damian Amherd

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25
Jun
Internet-Zensur und die Wahl im Iran
gepostet von Jürg Stuker am 25.06.2009 um 21:17

ATLAS ist eine Vereinigung von über 100 Internet Service Provider in 17 Ländern welche Traffic analysiert um Sicherheitsprobleme im Internet frühzeitig zu erkennen mit dem Ziel diese gemeinsam einzudämmen. Ja nach Datenverkehr sucht ATLAS in Datenmengen von bis zu 3 Terabits pro Sekunde nach Mustern.

Im Zeitfenster während der Wahl im Iran hat sich Craig Labovitz von Arbor Networks den Internet-Traffic der wichtigsten sechs Upstream-Providern (Lieferanten von Bandbreite in den den Iran) angeschaut und dazu zwei Blog-Post verfasst: Iranian Traffic Engineering und A Deeper Look at The Iranian Firewall.

Der Zugang zum Iran ist über den staatlichen Anbieter DCI (Data Communication Company of Iran) zentralisiert, der normalerweise etwa 5Gpbs über sich routet... oder eben filtert. Die Analyse von Labovitz wurde entlang der entsprechenden AS-Routen realisiert. Das erste Bild zeigt den aggregierten upstream Internet-Traffic vor, während und nach der Wahl im Iran.

aggregierter upstream Internet-Traffic vor, während und nach der Wahl im Iran.
Quelle: http://asert.arbornetworks.com/2009/06/iranian-traffic-engineering/

Unmittelbar nach der Wahl wurde die Konfiguration des zentralen Zugangs massiv angefasst, was kurzzeitig zu einem faktischen Unterbruch der Internet-Verbindung in und aus dem Iran führte. Nach etwa 2 Stunden stabilisierten sich die neuen Routen, die Menge an transportierem Traffic fiel aber konstant auf rund die Hälfte der ursprünglichen Menge. Die nächsten zwei Graphiken zeigen als details den Traffic für die zwei Ports die dem E-Mail Versand (Port 25) und der Video-Übertragung (Port 1925) über den Gateway dienen.

Traffic über Port 25, stark abnehmend nach der Wahl

Traffic über Port 1925, stark abnehmend nach der Wahl
Quelle: http://asert.arbornetworks.com/2009/06/a-deeper-look-at-the-iranian-firewll/

Der forcierte Einbruch spricht Bände und jeder kann sich dazu seine eigenen Überlegungen machen. Für mich wird damit insbesondere der Erfolg von Twitter zur Meinungsäusserung klarer.

Regimes (und auch gewisse Firmen) waren sich gewohnt abschliessende Listen von Sites/Domänen zu sperren um das Internet damit frei von ungewollten Inhalten zu halten. Das war einfach und billig aber nur begrenzt wirkungsvoll. Also wurden einzelne Protokolle (wie HTTP, HHTP-Proxy, Bittorrent oder SSL) gesperrt oder der Inhalt in der Protokollkapsel mitgelesen und gesperrt / zensuriert. Das war schon deutlich anstrengender... Ich persönlich würde gerne mal die dazu benötigte Infrastruktur in China sehen („the great firewall“).

Nun kommt das soziale Web, in welchem nicht mehr 1:1 oder 1:N aber N:N kommuniziert wird. Eine Meldung erscheint nicht auf einer Site oder wird über ein bestimmtes Protokoll transportiert, sie erscheint aber fast synchron auf tausendenden von Streams / Activity Feeds / Badges / Widgets etc. und die Upload- und Transportmechanismen und –sites sind vielfältig. Ein Monitoring scheitert am Aufwand. Die einzige „praktikable“ Alternative, ist die eine grossflächige Sperrung also eine Abschaltung. Damit zeigt das Regime die Intervention öffentlich was wohl ungewollt ist.

Somit wurde (beispielweise) Twitter von einem „What are you doing?“-Spielzeug zu einer unauffälligen nicht zu kontrollierenden Macht, die einzelnen Menschen eine öffentliche Stimme gibt. Die Erstellung eines Accounts ist (im Gegensatz zu E-Mail Diensten) noch anonym möglich... wie lange noch?

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25
Jun
Fraunhofer live nicht nur Dank Prof. Bullinger
gepostet von Susanne Franke am 25.06.2009 um 15:21

In der Pressekonferenz zum 60jährigen bestehen der Fraunhofer Gesellschaft hat gestern (statt Bundeskanzlerin Angela Merkel - ursprüngliche Info stellte sich via Twitter als falsch raus) Prof. Bullinger den neuen Fraunhofer Webauftritte mit persönlichen Knopfdruck live gestellt. Besonders für mich ist nicht nur der Livegang zum Jubiläum sondern, dass Namics die Informationsarchitektur und Webdesign umgesetzt hat und zwar barrierefrei (!)

Ziele waren: Nutzerfreundlicher, die Marke Fraunhofer durch Einheitlichkeit stärken und ihren innovativen Charakter unterstreichen.

fraunhofer.jpg

Intern hab ich gesehen, wer über einen längeren Zeitraum alles am Projekt beteiligt war. Claus Rosental, unser Head of Consultant in Deutschland bedankte sich bei

Ursula Seng
Chris Kipper
Eduard Seifert
Frank Wiedemann
Michaela Jäger
Marc Müller
Hendrik Verbeek
Martin Kliehm

Das darf hier ruhig mal gesagt werden. Coole Sache. Bin ein wenig stolz, dass wir Fraunhofer zu unseren Kunden zählen dürfen.

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25
Jun
Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation
gepostet von Jürg Stuker am 25.06.2009 um 14:23

In ein paar Minuten spreche ich am Intranet SUMMIT 2009 (in Bad Homburg) über "Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation." Als Fallstudie nutze ich Namics selbst und schlüpfe damit in die Rolle des Geschäftsführer.

Für mich ist es Fakt, dass sich die Kommunikation zwischen Menschen verändert hat und dass der Einfluss auf Firmen (aber auch der zu erzielende Nutzen) SEHR gross ist. Anderen nennen es Mitarbeiter 2.0 für mich ist es der Umgang zwischen Menschen. Zwei Fallstudien: Die Backchannel-Diskussion beim Vortrag von Norbert Bloz bei Namics und das Etablieren eines Standards. "Per Zufall" dazu gekommen, ist ein Brainstorming im Intranet, bei welchem Chris gestern innert 2 Stunden 15% aller Menschen bei Namics erreicht hat. Genial!

Hier die (dünne) Präsi... der Inhalt kommt hoffentlich in der Diskussion und die Demos mach ich live (wenn das WLan denn will): Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation [pdf, 1,7MB]

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23
Jun
Per Bahn an der Internet World
gepostet von Susanne Franke am 23.06.2009 um 18:25

Heute sprach Mathias Hüske, Leiter Online- und Agenturvertrieb, DB Vertrieb an (auf) der Internet World in München über das Portal Bahn.de. Er gab Einblicke in die Motivation, Ziele, Vorgehen und Auswirkungen der überarbeiteten Informationsarchitektur.

Es ging nicht nur um Umsatzsteigerung sondern darum dass ich als Bahnreisender Buchungen heute viel einfacher vornehmen kann. Herr Hüske zeigte die Resonanz auf den Relaunch und gab Ausblicke in die noch anstehenden Optimierungen.

bahn_optimierung.jpg
Nach dem Launch ist vor dem Launch.

Eine davon übrigens:
Seit vergangenen Wochenende kann man "Deutschland erleben" Abenteuer planen und das Land besser kennenlernen. Das Namics-Team in Frankfurt hat diese Kommunikationsidee online belebt. Nicht nur deshalb begleitete Boris Bohn unseren Kunden, zum Kongress, natürlich per Bahn.

Danke Herr Hüske für den Vortrag an der Konferenz und weiterhin viel Erfolg mit der Bahn.

Handout: Schneller am Ziel: bahn.de optimiert seine Informationsarchitektur [4 MB]


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23
Jun
Falsche Sicherheit und Usability Tests
gepostet von Thomas Link am 23.06.2009 um 17:53

Auch unsere Kunden wünschen zunehmend die Sicherheit und die Bestätigung, dass unsere Resultate nicht nur visuell ansprechend, sondern auch benutzerfreundlich sind. Dafür bevorzugen wir weder die Zusammenarbeit mit einem Usability Labor oder Tests im mobilen Namics Testlabor – vielmehr wählen wir je nach Projekt die effizienteste Variante um Problemstellen aufzudecken.

Meine wichtigste Erkenntnis aus den Tests der vergangenen Jahre: das Wertvollste an Usability Tests ist die Möglichkeit Benutzern bei der Bedienung zuzuschauen und mit eigenen Augen die Problemstellen zu sehen. (Seeing is Believing)

Das «neue Labor zur Erforschung der Usability» in Brig geht hier meines Erachtens einen falschen Weg. Technik, Statistische Auswertungen und Zahlen sollen Sicherheit geben und die Labor-Resultate beweisen.

Das „Institut für Fernstudien- und eLearningforschung“ IFeL in Brig (VS) hat ein Usability Lab zur Untersuchung der Benutzerfreundlichkeit von ICT-Produkten gegründet.

Für die Analyse des Benutzerverhaltens auf mehreren Ebenen hat das Labor einen eigenen Multifunktionsansatz entwickelt, der zahlreiche Methoden und Daten von der Blickrichtungsregistrierung bis zur Analyse der Logfiles kombiniert. (…)

[From ICT News - In Brig steht ein Labor zur Erforschung der Usability - Netzwoche ]

Sämtliche Methoden, die hierzu angewendet werden sind alte Bekannte – schon alleine das lässt mich zweifeln:

  1. eye gaze analysis (measuring attentional control),
  2. verbal reports (measuring cognitive processes),
  3. logfile analysis (assessing human computer interaction),
  4. retrospective interviews (measuring acceptance and emotional reactions)
  5. performance characteristics (achievements, errors, failure, success).

Des weiteren ist in der Beschreibung der Methoden zu lesen:

In the past years, usability research was dominated by qualitative studies. The IFeL multifunctional analysis enables the possibility to combine qualitative and quantitative data based on a comprehensive psychological model of human action.

Der massive konzeptionelle Fehler daran ist aber die nicht ausreichend grosse Menge an Testpersonen – zumindest in finanzierbaren Umfang – für jegliche quantitative Auswertung.

Um überhaupt zwei Iterationen eines Systems miteinander vergleichen zu können bräuchte es in meinem Laien-Verständnis von Statistik mindestens 30 bis 50 Testpersonen. Erst dadurch könnten die Unterschiede von verschiedenen Testpersonen ausgeglichen werden.

In der Methodenbeschreibung unter Verbal Reports wird dies sogar als problematisch erkannt:

There are also inter-individual differences: Some subjects like thinking aloud and they are allowed to talk as much as they like, while for other subjects it is disturbing and they talk very little.

Komplett unterschlagen werden: Unterschiede des getesteten Systeme (Live Website vs. Prototyp), Unterschiede in der Beurteilung von Fehlern oder die Vergleichbarkeit von Interviews durch unterschiedliche Fragestellung oder Dialog mit den Testpersonen.

Immerhin wird durch solche Ausbildungsangebote deutlich, dass Usability zu einer essentiellen Komponente in der Entwicklung von Informations und Kommunikationstechnologie (ICT) gewachsen ist – inhaltlich sind die Methoden des IFeL auf der falschen Spur.

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23
Jun
Enterprise Search: Wie steht’s um die Unternehmens-interne Suche?
gepostet von Markus Steinbach am 23.06.2009 um 09:00

Heute morgen werden die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Enterprise Search – Katalysator für den internen Informations- und Wissensfluss“ im Hotel Schweizerhof in Zürich präsentiert. Worum geht's?

Während man die Site-Suche der Website eines Unternehmens ja gut von aussen bewerten kann, ist die Qualität einer Intranet- oder ausgewachsenen Enterprise Search naturgemäss von aussen nicht zu beurteilen und daher auch für uns oft nicht zugänglich. Da kam das Angebot von Sieber & Partners gerade recht, zusammen mit Eurospiderund Rolotec eine Studie zu Enterprise Search zu unterstützen. Zwar ist Suche fast immer Teil von Intranetprojekten, aber eine weiter gehende, zusätzliche Quellen und Systeme integrierende Enterprise Search ist oft schwer durchzusetzen, welche das Intranet als Portal zum Unternehmenswissen stärken könnte.

Wir wollten also wissen, wie es in Schweizer Unternehmen (und Verwaltungen) um das Thema Enterprise Search steht. Um es vorweg zu nehmen: Nicht allzu gut, aber es besteht Grund zur Hoffnung.

Die aktuelle Situation in den per Online-Fragebogen befragten 233 Unternehmen ist von recht heftigen Widersprüchlichkeiten geprägt:
- Die befragten Unternehmensvertreter verbringen durchschnittlich 18% ihrer Arbeitszeit mit Suchen. Gefragt sind Suchlösungen, die eine Reihe von Quellsystemen abdecken. Über die Hälfte der befragten Unternehmen muss sich jedoch mit einfachen bis mässigen Lösungen zufrieden geben. Nur 12% verfügen über eine eigentliche Enterprise-Search-Lösung.
- Die durch mangelhafte oder fehlende Suchmöglichkeiten hervorgerufenen Probleme wie Zeitverlust, Doppelarbeit und Qualitätseinbussen werden von Befragten bestätigt. Dennoch wird die Thematik in den Unternehmen nicht näher untersucht. 69% der befragten Unternehmen wissen nicht, wieviel Zeit ihre Mitarbeiter mit Suche verbringen; ca. die Hälfte weiss weder, wie stark vorhandene Suchfunktionen genutzt werden, noch ob sie relevante Suchantworten liefern.
Suche-in-Unternehmen.jpg
Sehr interessant waren für mich zwei sehr spezifische Ergebnisse der Befragung. So hat sich gezeigt: Je mächtiger die realisierte Lösung, desto geringer der Suchaufwand und desto lohnender werden die Investitionen eingeschätzt und zwar in finanzieller sowie nicht-finanzieller Hinsicht. Dass sich Investitionen in eine Entreprise-Search-Lösung lohnt, wird in der Studie auch anhand einer Modellrechnung aufgezeigt. Insgesamt bestätigen die Studienergebnisse unserer Erfahrungen in diesem Bereich.

Wie wird es in Sachen Enterprise Search in den Unternehmen nun weitergehen? Zwar wirkt offenbar die Höhe der Investitionen immer noch als grösstes Hemmnis auf dem Weg zu leistungsfähigen Lösungen, dochfür drei Viertel der Studienteilnehmer ist das Fazit zum Thema Enterprise-Search positiv; 44 % geben an, das Potential erkannt zu haben, 61% gedenken in Enterprise-Search-Lösungen zu investieren. Die Aussagen der befragten Studienteilnehmer bieten daher Grund zur Annahme, dass in den nächsten Jahren zahlreiche Enterprise-Search-Projekte gestartet werden.

Interessierte Unternehmen und Verwaltungen können die Studie „Enterprise Search – Katalysator für den internen Informations- und Wissensfluss" bei uns bestellen entweder direkt bei mir oder: info@namics.com.

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